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Zweijähriger - Nur Trotzphase oder ist er verhaltensauffällig?

Letzte Nachricht: 25. Mai um 14:52
21.05.21 um 21:09

Hallo zusammen,

um auf mein Problem zu kommen, muss ich etwas ausholen. Ich beschreibe mal kurz unsere Situation.
Mein Sohn ist im März 2019 geboren, ist also 2 Jahre alt. Er war ein absolutes Wunschkind, es hat 3 Jahre gedauert, bis ich schwanger wurde und naja, ich liebe ihn einfach mehr als mein Leben, auch wenn er mir dieses gerade sehr sehr schwer macht. Zwei Jahre waren wir ein super eingespieltes Team, hatten unsere Abläufe und Routinen. Er spielte gerne mit mir, ich brachte ihn im Wechsel mit meinem Mann ins Bett, etc.
Er war schon immer ein "wilder" Kerl, aber ebenso lieb und kam oft mal kuscheln. Dem Alter entsprechend, hatte er auch da hin und wieder einen Trotzanfall, ganz normal.

Im Februar 2021 ist nun meine Tochter geboren. Dass dies ein Einschnitt werden würde, war mir klar, aber dass es so schlimm werden würde, hätte ich im Leben nicht erwartet. Zuerst war ich 4 Tage im Krankenhaus und auch danach zu Hause hat mein Mann natürlich viel übernommen, was meinen Sohn angeht, da ich das Neugeborene zu versorgen hatte (habe zu der Zeit noch gestillt und sie war sehr sehr nähebedürftig, ließ sich eigentlich nie hinlegen usw.).

Zu meiner Tochter verhält er eigentlich ganz okay, er ist natürlich manchmal etwas zu wild im Umgang mit ihr, aber klar, er ist ja erst 2 und kann das nicht einschätzen. Seine Eifersucht zeigt sich jedenfalls nicht dadurch, dass er ihr wehtun würde, sondern eher dadurch, dass er extrem provoziert. Immer wenn ich mich mit dem Baby beschäftigt bin, legt sich bei ihm ein Schalter um. Er macht dann nur Mist in der Zeit. Nur ein paar Beispiele: wenn ich dem Baby die Flasche gebe, hüpft er auf der Couch rum, sodass er ständig auf uns drauf fällt. Ich ermahne ihn dann natürlich, aber er hört trotzdem nicht auf. Wenn ich sie wickle, verteilt er seine Schüssel mit Apfelstücken, die er vorher wollte, in der ganzen Wohnung.. und und und. Es gibt tausende Beispiele.. er macht mir unglaublich viel Arbeit und tanzt mir auf der Nase rum. Aber irgendwie sind mir in manchen Situationen einfach die Hände gebunden. Ich kann/will das Baby ja nicht links liegen lassen. Ich packe sie natürlich oft in die Trage, um für ihn die Hände frei zu haben. Oder ich lege sie auf die Krabbeldecke und setze mich zu ihm in den Spielbereich. Ich biete ihm in jeder freien Minute an, dass wir etwas machen und zusammen spielen, so wie früher. Lego bauen, Bücher anschauen, mit Knete spielen, malen, was auch immer er früher gerne mit mir gemacht hat. Er sagt permanent nein und hat gefühlt an nichts mehr Interesse, außer irgendwas anzustellen. Es deprimiert mich so sehr. Er gibt mir das Gefühl, als wäre ich ihm nichts mehr wert, alles mit Mama ist doof. Mein Mann ist der Held für ihn und ja, das tut mir manchmal weh, weil ich mir denke, wo ist die schöne Mama-Sohn-Beziehung hinverschwunden, die wir hatten. Ich versuche natürlich auch, ihn mit dem Baby einzubinden, nehme ihn mit zum Wickeln oder lasse ihn die Flasche halten. Aber auch da hat er wenig Interesse.
Wenn ich ihn hochnehmen will, sagt er nein. Nehme ich 2 Minuten später die Kleine aus der Wiege, will er plötzlich in genau dem Moment auch getragen werden. Die reinste Schikane und ich kann es ihm nicht recht machen.

An manchen Tagen ist sein Verhalten einfach nur grauenvoll. Er ist so frech, haut mich auch manchmal, macht immer das Gegenteil von dem, was ich möchte. Er akzeptiert kein Nein, obwohl ich manchmal schon gar nichts mehr sagen will, weil es eh nichts bringt. Dabei versuche ich ja schon, nur das nötigste zu verbieten, aber er macht es einem so verdammt schwer.
Wenn wir rausgehen, habe ich vorher schon immer Angst, was mich wieder erwartet, da er ständig auf die Straße läuft und mir die Hand nicht geben will.

Ist das noch normales Trotzverhalten? Oder bei ihm einfach verstärkt, da er plötzlich kein Einzelkind mehr ist und den Platz in der Familie teilen muss?

Corona kommt natürlich noch hinzu, wir haben fast keinen Kontakt zu Kindern, außer innerhalb der näheren Familie (seine Cousins) und das auch eher selten.

Kleine Randnotiz: er sollte seit Januar in der Krippe sein, wegen Corona konnte er aber noch nicht eingewöhnt werden. Wir hoffen, dass dies im Juni nun der Fall sein wird, dann wäre er immerhin vormittags beschäftigt und mehr ausgelastet. Andererseits habe ich Angst, dass es durch sein Verhalten zu Konflikten kommen wird und er da dann einfach negativ auffällt...

Sorry für den langen Text. Hat irgendwer ähnliches erlebt? Ist das noch "normal"? Muss ich da einfach durch, so hart es ist? Wird es besser? Soll ich mir Hilfe holen (Erziehungsberater?)?

Berichtet gerne mal von euren Erfahrungen. Ich wünsche mir einfach nur ein harmonisches Familienleben.. ich hatte mir immer eine Familie mit 2 Kindern gewünscht. Jetzt habe ich sie und seit 3 Monaten ist hier nur Terror und von Harmonie keine Spur.

Liebe Grüße
wildrose

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21.05.21 um 21:54

Das war bei uns auch. Ich verstehe dich vollkommen. Er kommt mit der Situation nicht zurecht und ist eifersüchtig. Er will dich zurück. Wir haben das so gelöst, dass mein Mann nach der Arbeit mit der Kleinen im Wagen los ist und dann gehörte ihm meine Aufmerksamkeit. Ich weiss wie du leidest. Aber, du musst deine Einstellung ändern und aufhören darunter zu leiden. Sie ist jetzt da, und das ist auch schön und gut so. Wenn er spürt, dass du innerlich damit zurecht kommst, fügt er sich ein. Aber das er im Mittelpunkt stehen will, das kann bleiben. Er spürt, was du fühlst. Manche Kinder tun sich so schwer, zu einem Berater bin ich nicht gegangen, ich hab aber den Kinderarzt angesprochen. Er sagte mir, dass mein Sohn später glücklich sein würde, sie zu haben. Es ist auch so. Ich weiss, dass ist schlechtes Gewissen, ich hatte sogar Schuldgefühle, weil mein Sohn auch noch so klein war. Lass ihn das mit seinem Vater, das ist wichtig für ihn. Das gibt sich alles. 

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22.05.21 um 12:45
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Das war bei uns auch. Ich verstehe dich vollkommen. Er kommt mit der Situation nicht zurecht und ist eifersüchtig. Er will dich zurück. Wir haben das so gelöst, dass mein Mann nach der Arbeit mit der Kleinen im Wagen los ist und dann gehörte ihm meine Aufmerksamkeit. Ich weiss wie du leidest. Aber, du musst deine Einstellung ändern und aufhören darunter zu leiden. Sie ist jetzt da, und das ist auch schön und gut so. Wenn er spürt, dass du innerlich damit zurecht kommst, fügt er sich ein. Aber das er im Mittelpunkt stehen will, das kann bleiben. Er spürt, was du fühlst. Manche Kinder tun sich so schwer, zu einem Berater bin ich nicht gegangen, ich hab aber den Kinderarzt angesprochen. Er sagte mir, dass mein Sohn später glücklich sein würde, sie zu haben. Es ist auch so. Ich weiss, dass ist schlechtes Gewissen, ich hatte sogar Schuldgefühle, weil mein Sohn auch noch so klein war. Lass ihn das mit seinem Vater, das ist wichtig für ihn. Das gibt sich alles. 

Danke für deine Antwort. Heute ist es auch wieder ganz schlimm. Mein Mann ist zu Hause und wenn er die Wahl hat, fällt sie immer auf den Papa. Ich will ihm das auch nicht nehmen, aber trotzdem tut es weh...

Exklusivzeiten alleine mit ihm machen wir schon. Klar, nicht jeden Tag, aber so oft es geht. Letztens war ich mit ihm ein Eis essen, aber nicht mal da hatte er große Freude dran und wollte zum Papa. Umgekehrt würde er bestimmt niemals nach mir fragen.

Ich sehe es auch so, in ein paar Jahren werden beide froh sein, Geschwister zu haben, aber bis dahin wird es glaube ich noch eine sehr harte Zeit für mich.

Wann ist es bei euch besser geworden?

Schuldgefühle habe ich auch.. Manchmal frage ich mich, was ich diesem Kind damit angetan habe, dass ich noch ein Kind wollte, weil es offensichtlich so unfassbar schwer für ihn zu akzeptieren oder ertragen ist.

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22.05.21 um 13:31

Besser wird es, wenn er in den Kindergarten kommt. Er liebt dich genauso wie vorher, nur jetzt ist alles anders. Der Kinderarzt hatte mir erklärt, dass man sich das als Erwachsener so vorstellen sollte, als ob der Ehemann eine andere Frau mitbringt und die Ehefrau gesagt bekommt, dass ist jetzt so, jetzt wird geteilt. Gelassenheit würde dir helfen. Wenn er die Sachen, wie Äpfel durch die Gegend wirft, würde ich sie liegenlassen und ihn fragen, wann er sie denn wegräumt. Kein Druck machen, wenn er sieht, dass das nicht deine Aufmerksamkeit erregt, wird das weniger. Ich hab versucht meinen Sohn miteinbeziehen. Beim Baden, und Füttern und auch beim Wickeln. Die Hebamme hatte mir gesagt, dass wenn du es als normal ansehen kannst, dass ein zweites Kind da ist, dann kann er das auch. Ich fühle mit dir. Unsere 2 verstehen sich sehr gut. Als unsere Kleine in den Kindergarten kam, hat er immer nach ihr geschaut. Er hat sie immer hinter sich gezogen, um ihr Schutz zu geben. Und so entspannte sich sich das. Aber die Mittelpunktfunktion hat er bis heute inne. Du hast jetzt 2 Kinder und du hast ihm nichts angetan. Lächel ihn viel an und lass ihn deine Liebe spüren. Er versucht sich neu in der Famie zu orientieren, denn die Zusammensetzung ist jetzt anders. Geschwister sind eine Bereicherung. Bei jedem Wort fühle ich mit dir, bei uns war es genauso. Das wird. Lächel ihn viel an, das hilft, sei verständnisvoll.

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22.05.21 um 16:37
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Besser wird es, wenn er in den Kindergarten kommt. Er liebt dich genauso wie vorher, nur jetzt ist alles anders. Der Kinderarzt hatte mir erklärt, dass man sich das als Erwachsener so vorstellen sollte, als ob der Ehemann eine andere Frau mitbringt und die Ehefrau gesagt bekommt, dass ist jetzt so, jetzt wird geteilt. Gelassenheit würde dir helfen. Wenn er die Sachen, wie Äpfel durch die Gegend wirft, würde ich sie liegenlassen und ihn fragen, wann er sie denn wegräumt. Kein Druck machen, wenn er sieht, dass das nicht deine Aufmerksamkeit erregt, wird das weniger. Ich hab versucht meinen Sohn miteinbeziehen. Beim Baden, und Füttern und auch beim Wickeln. Die Hebamme hatte mir gesagt, dass wenn du es als normal ansehen kannst, dass ein zweites Kind da ist, dann kann er das auch. Ich fühle mit dir. Unsere 2 verstehen sich sehr gut. Als unsere Kleine in den Kindergarten kam, hat er immer nach ihr geschaut. Er hat sie immer hinter sich gezogen, um ihr Schutz zu geben. Und so entspannte sich sich das. Aber die Mittelpunktfunktion hat er bis heute inne. Du hast jetzt 2 Kinder und du hast ihm nichts angetan. Lächel ihn viel an und lass ihn deine Liebe spüren. Er versucht sich neu in der Famie zu orientieren, denn die Zusammensetzung ist jetzt anders. Geschwister sind eine Bereicherung. Bei jedem Wort fühle ich mit dir, bei uns war es genauso. Das wird. Lächel ihn viel an, das hilft, sei verständnisvoll.

Danke für deine aufbauenden Worte, es tut mir gerade wirklich sehr gut, das zu lesen und zu sehen, dass es nicht nur bei uns so extrem ist.

Ja, an meiner Gelassenheit muss ich definitiv arbeiten. Ich bin leider so, dass ich mir alles immer zu sehr zu Herzen nehme. Ich muss nun einfach drauf hoffen, dass er sich bald wieder in die Familie einfindet und es dann auch für ihn angenehmer wird. Und wenn er nun Mitte Juni hoffentlich endlich in den Kindergarten eingewöhnt werden darf, hilft das vielleicht wirklich auch.

Wie gesagt, miteinbeziehen mache ich so gut es geht beim Füttern, Wickeln etc.
Manchmal klappt es gut, manchmal eher weniger.

Meine Liebe zeige ich ihm trotz alledem, ich könnte ihn ja niemals mit Liebesentzug oder Nichtbeachtung für sein Verhalten bestrafen, denn ich kann mir ja vorstellen, wie schwer das für einen Zweijährigen sein muss.

Ich war mir in letzter Zeit einfach nicht mehr sicher, ob ich richtig agiere oder es einfach so ist, wie es ist, und Zeit braucht.

Danke nochmal 

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22.05.21 um 17:32
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Hallo zusammen,

um auf mein Problem zu kommen, muss ich etwas ausholen. Ich beschreibe mal kurz unsere Situation.
Mein Sohn ist im März 2019 geboren, ist also 2 Jahre alt. Er war ein absolutes Wunschkind, es hat 3 Jahre gedauert, bis ich schwanger wurde und naja, ich liebe ihn einfach mehr als mein Leben, auch wenn er mir dieses gerade sehr sehr schwer macht. Zwei Jahre waren wir ein super eingespieltes Team, hatten unsere Abläufe und Routinen. Er spielte gerne mit mir, ich brachte ihn im Wechsel mit meinem Mann ins Bett, etc.
Er war schon immer ein "wilder" Kerl, aber ebenso lieb und kam oft mal kuscheln. Dem Alter entsprechend, hatte er auch da hin und wieder einen Trotzanfall, ganz normal.

Im Februar 2021 ist nun meine Tochter geboren. Dass dies ein Einschnitt werden würde, war mir klar, aber dass es so schlimm werden würde, hätte ich im Leben nicht erwartet. Zuerst war ich 4 Tage im Krankenhaus und auch danach zu Hause hat mein Mann natürlich viel übernommen, was meinen Sohn angeht, da ich das Neugeborene zu versorgen hatte (habe zu der Zeit noch gestillt und sie war sehr sehr nähebedürftig, ließ sich eigentlich nie hinlegen usw.).

Zu meiner Tochter verhält er eigentlich ganz okay, er ist natürlich manchmal etwas zu wild im Umgang mit ihr, aber klar, er ist ja erst 2 und kann das nicht einschätzen. Seine Eifersucht zeigt sich jedenfalls nicht dadurch, dass er ihr wehtun würde, sondern eher dadurch, dass er extrem provoziert. Immer wenn ich mich mit dem Baby beschäftigt bin, legt sich bei ihm ein Schalter um. Er macht dann nur Mist in der Zeit. Nur ein paar Beispiele: wenn ich dem Baby die Flasche gebe, hüpft er auf der Couch rum, sodass er ständig auf uns drauf fällt. Ich ermahne ihn dann natürlich, aber er hört trotzdem nicht auf. Wenn ich sie wickle, verteilt er seine Schüssel mit Apfelstücken, die er vorher wollte, in der ganzen Wohnung.. und und und. Es gibt tausende Beispiele.. er macht mir unglaublich viel Arbeit und tanzt mir auf der Nase rum. Aber irgendwie sind mir in manchen Situationen einfach die Hände gebunden. Ich kann/will das Baby ja nicht links liegen lassen. Ich packe sie natürlich oft in die Trage, um für ihn die Hände frei zu haben. Oder ich lege sie auf die Krabbeldecke und setze mich zu ihm in den Spielbereich. Ich biete ihm in jeder freien Minute an, dass wir etwas machen und zusammen spielen, so wie früher. Lego bauen, Bücher anschauen, mit Knete spielen, malen, was auch immer er früher gerne mit mir gemacht hat. Er sagt permanent nein und hat gefühlt an nichts mehr Interesse, außer irgendwas anzustellen. Es deprimiert mich so sehr. Er gibt mir das Gefühl, als wäre ich ihm nichts mehr wert, alles mit Mama ist doof. Mein Mann ist der Held für ihn und ja, das tut mir manchmal weh, weil ich mir denke, wo ist die schöne Mama-Sohn-Beziehung hinverschwunden, die wir hatten. Ich versuche natürlich auch, ihn mit dem Baby einzubinden, nehme ihn mit zum Wickeln oder lasse ihn die Flasche halten. Aber auch da hat er wenig Interesse.
Wenn ich ihn hochnehmen will, sagt er nein. Nehme ich 2 Minuten später die Kleine aus der Wiege, will er plötzlich in genau dem Moment auch getragen werden. Die reinste Schikane und ich kann es ihm nicht recht machen.

An manchen Tagen ist sein Verhalten einfach nur grauenvoll. Er ist so frech, haut mich auch manchmal, macht immer das Gegenteil von dem, was ich möchte. Er akzeptiert kein Nein, obwohl ich manchmal schon gar nichts mehr sagen will, weil es eh nichts bringt. Dabei versuche ich ja schon, nur das nötigste zu verbieten, aber er macht es einem so verdammt schwer.
Wenn wir rausgehen, habe ich vorher schon immer Angst, was mich wieder erwartet, da er ständig auf die Straße läuft und mir die Hand nicht geben will.

Ist das noch normales Trotzverhalten? Oder bei ihm einfach verstärkt, da er plötzlich kein Einzelkind mehr ist und den Platz in der Familie teilen muss?

Corona kommt natürlich noch hinzu, wir haben fast keinen Kontakt zu Kindern, außer innerhalb der näheren Familie (seine Cousins) und das auch eher selten.

Kleine Randnotiz: er sollte seit Januar in der Krippe sein, wegen Corona konnte er aber noch nicht eingewöhnt werden. Wir hoffen, dass dies im Juni nun der Fall sein wird, dann wäre er immerhin vormittags beschäftigt und mehr ausgelastet. Andererseits habe ich Angst, dass es durch sein Verhalten zu Konflikten kommen wird und er da dann einfach negativ auffällt...

Sorry für den langen Text. Hat irgendwer ähnliches erlebt? Ist das noch "normal"? Muss ich da einfach durch, so hart es ist? Wird es besser? Soll ich mir Hilfe holen (Erziehungsberater?)?

Berichtet gerne mal von euren Erfahrungen. Ich wünsche mir einfach nur ein harmonisches Familienleben.. ich hatte mir immer eine Familie mit 2 Kindern gewünscht. Jetzt habe ich sie und seit 3 Monaten ist hier nur Terror und von Harmonie keine Spur.

Liebe Grüße
wildrose

Fühle dich verstanden, wir hatten auch einen ähnlichen Altersabstand und es erging uns auch so.
Ich denke nicht, dass dein Sohn verhaltensauffällig ist, es ist seine Reaktion auf die geänderte Familiensituation, in der er nun wieder seinen Platz finden muss.
Fördere das enge Verhältnis, das er jetzt zu seinem Papa sucht, das gibt ihm so wichtigen Halt!  Du machst alles richtig! Du bietest ihm eh immer wieder deine Zeit und Aufmerksamkeit an, sei aber nicht enttäuscht, wenn er dich zurückweist. Du wirst sehen, dass sich das auch wieder ändern wird.
Wenn ich zurückdenke hatte ich die ersten Monate auch oft ein schlechtes Gewissen dem Großen gegenüber, ich konnte nicht mehr so viel für ihn da sein, wie vor der Geburt des Zweiten, mein Herz tat mir manchmal richtig weh. Aber mit der Zeit wachsen alle in die neue Situation hinein und es entspannt sich.
Hinzu kam bei uns, dass der Große dem Kleinen gegenüber richtig grob war, ich musste das Baby überall hin mitnehmen, durfte sie keine Sekunde zu zweit alleine lassen. 
Meine sind jetzt 4 und 6 und sie sind ein echt tolles Team! Das, was mein Großer durch die Geburt des Kleinen verloren hat, ist 1000x wettgemacht worden durch das, was er dafür bekommen hat. Aber das sieht er halt erst später .  
Alles Gute, viele Nerven und - durchhalten!

 

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22.05.21 um 18:12

Ich glaube nicht das er Verhaltensauffällig ist. Es ist eher Eifersucht. Versuche ihn doch mehr mit einzubeziehen indem du ihn zb die Flasche geben lässt. Bequem beide zu dir aufs Sofa setzen und er die Flasche in der Hand.
Genau so mit dem wickeln. Einen Hocker hinstellen und er kann mithelfen zb Windel reichen, Hand vorm Geschwisterchen halten und rede auch mit ihm. Genau so den Kinderwagen schieben lassen. Das wird eh nach einem kurzen Stück zu uninteressant. Er muss sich erst an die neue Familien Konstellation gewöhnen, es ist für alle einem große Umstellung und manche Kinder brauchen dafür einfach mehr Zeit. Hab Geduld, er macht das nicht weil er böse sein will sondern einfach deine Liebe und Aufmerksamkeit wie vorher möchte. Er muss sich einfach länger eingewöhnen. 

Meine Tochter war auch sehr eifersüchtig auf ihren Bruder und es legte sich mit der Zeit, später waren sie ein Herz und eine Seele. 
 

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23.05.21 um 21:04
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Fühle dich verstanden, wir hatten auch einen ähnlichen Altersabstand und es erging uns auch so.
Ich denke nicht, dass dein Sohn verhaltensauffällig ist, es ist seine Reaktion auf die geänderte Familiensituation, in der er nun wieder seinen Platz finden muss.
Fördere das enge Verhältnis, das er jetzt zu seinem Papa sucht, das gibt ihm so wichtigen Halt!  Du machst alles richtig! Du bietest ihm eh immer wieder deine Zeit und Aufmerksamkeit an, sei aber nicht enttäuscht, wenn er dich zurückweist. Du wirst sehen, dass sich das auch wieder ändern wird.
Wenn ich zurückdenke hatte ich die ersten Monate auch oft ein schlechtes Gewissen dem Großen gegenüber, ich konnte nicht mehr so viel für ihn da sein, wie vor der Geburt des Zweiten, mein Herz tat mir manchmal richtig weh. Aber mit der Zeit wachsen alle in die neue Situation hinein und es entspannt sich.
Hinzu kam bei uns, dass der Große dem Kleinen gegenüber richtig grob war, ich musste das Baby überall hin mitnehmen, durfte sie keine Sekunde zu zweit alleine lassen. 
Meine sind jetzt 4 und 6 und sie sind ein echt tolles Team! Das, was mein Großer durch die Geburt des Kleinen verloren hat, ist 1000x wettgemacht worden durch das, was er dafür bekommen hat. Aber das sieht er halt erst später .  
Alles Gute, viele Nerven und - durchhalten!

 

Danke, nach all euren Antworten sehe ich es nun auch so, dass er nicht verhaltensauffällig ist, sondern einfach gerade schwer mit der Situation klarkommt.
Ich werde so weitermachen wie bisher, ihm anbieten, mit mir zu spielen, ihn versuchen einzubinden etc. Wenn er will, freue ich mich und wenn nicht, akzeptiere ich es.

Das schlechte Gewissen wird mich sicherlich noch eine Weile begleiten. Einerseits gegenüber ihm, weil er ja nichts für die neue Situation kann. Andererseits aber auch der Kleinen gegenüber, die auch oft zurückstecken muss, wenn ich so sehr mit dem Großen beschäftigt bin.. Aber das ist wohl so mit 2 Kindern . Man kann nicht für beide gleichzeitig hundertprozent da sein.

Grob ist er zum Glück nicht, da bin ich auch sehr froh drüber. Wenn dann war es bisher immer unabsichtlich.

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23.05.21 um 21:07
In Antwort auf

Ich glaube nicht das er Verhaltensauffällig ist. Es ist eher Eifersucht. Versuche ihn doch mehr mit einzubeziehen indem du ihn zb die Flasche geben lässt. Bequem beide zu dir aufs Sofa setzen und er die Flasche in der Hand.
Genau so mit dem wickeln. Einen Hocker hinstellen und er kann mithelfen zb Windel reichen, Hand vorm Geschwisterchen halten und rede auch mit ihm. Genau so den Kinderwagen schieben lassen. Das wird eh nach einem kurzen Stück zu uninteressant. Er muss sich erst an die neue Familien Konstellation gewöhnen, es ist für alle einem große Umstellung und manche Kinder brauchen dafür einfach mehr Zeit. Hab Geduld, er macht das nicht weil er böse sein will sondern einfach deine Liebe und Aufmerksamkeit wie vorher möchte. Er muss sich einfach länger eingewöhnen. 

Meine Tochter war auch sehr eifersüchtig auf ihren Bruder und es legte sich mit der Zeit, später waren sie ein Herz und eine Seele. 
 

Böswilligkeit hätte ich ihm in dem Alter ja nie unterstellt. Ich habe eher die Fehler bei mir gesucht. Aber dann werde ich einfach weitermachen wie bisher, denn einbinden tu ich ihn ja bereits. Manchmal will er zwar nicht, aber das Angebot dazu hat er ja.

Es freut mich auf jeden Fall zu hören, dass es bei euch allen mittlerweile ein gutes Geschwisterverhältnis geworden ist.

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25.05.21 um 9:42

Jetzt weißt du, warum es immer heißt ein Kind ist kein Kind! Von Freunden und auch von mir kann ich bestätigen, dass ganz viele Probleme erst auftauchen, wenn man 2 Kinder hat. Dann beginnt der normale Wahnsinn , aber es wird besser! Meine sind jetzt 5 und 2,5 Jahre alt und inzwischen tröstet und kuschelt der Große auch ganz lieb mit seinem kleinen Bruder. Und Spielen klappt auch immer besser. Da hilft wirklich nur Geduld und Ruhe, die man als Eltern so gut wie möglich ausstrahlen sollte, denn es ist schon eine riesige Umstellung für die Kinder.
Dass dein Großer immer genau dann Sachen einfordert, wenn du gerade mit dem Baby beschäftigt bist, ist ganz normal, denn dann hat er ja ganz offensichtlich nicht mehr deine Aufmerksamkeit. Kinder fordern diese Aufmerksamkeit leider sehr lange auf teilweise richtig destruktive Weise ein, aber wenn Mama mit mir wenigstens schimpft, hat das Kind es geschafft wieder die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Irgendwie doof, aber die Kleinen unterscheiden eben sehr lange nicht zwischen positiver und negativer Aufmerksamkeit. 
Ansonsten ist mir noch das mit der Mutter-Sohn Beziehung aufgefallen. Vllt sticht mir das nur ins Auge wegen eigener schlechter Erfahrungen als Kind. Aber hier ist es auch so, und ganz besonders, wenn Mami mit neuem Baby beschäftigt ist, dass die Kinder immer wieder sehr intensive Mama bzw Papaphasen haben. Teilweise darf der andere dann nicht einmal mehr beim Anziehen helfen. Das ist ganz normal, wichtig für die eigene Rollenfindung und zeigt auch nur, dass dein Kind auch eine gute Beziehung zu seinem Vater hat. 
 

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25.05.21 um 14:52
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Jetzt weißt du, warum es immer heißt ein Kind ist kein Kind! Von Freunden und auch von mir kann ich bestätigen, dass ganz viele Probleme erst auftauchen, wenn man 2 Kinder hat. Dann beginnt der normale Wahnsinn , aber es wird besser! Meine sind jetzt 5 und 2,5 Jahre alt und inzwischen tröstet und kuschelt der Große auch ganz lieb mit seinem kleinen Bruder. Und Spielen klappt auch immer besser. Da hilft wirklich nur Geduld und Ruhe, die man als Eltern so gut wie möglich ausstrahlen sollte, denn es ist schon eine riesige Umstellung für die Kinder.
Dass dein Großer immer genau dann Sachen einfordert, wenn du gerade mit dem Baby beschäftigt bist, ist ganz normal, denn dann hat er ja ganz offensichtlich nicht mehr deine Aufmerksamkeit. Kinder fordern diese Aufmerksamkeit leider sehr lange auf teilweise richtig destruktive Weise ein, aber wenn Mama mit mir wenigstens schimpft, hat das Kind es geschafft wieder die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Irgendwie doof, aber die Kleinen unterscheiden eben sehr lange nicht zwischen positiver und negativer Aufmerksamkeit. 
Ansonsten ist mir noch das mit der Mutter-Sohn Beziehung aufgefallen. Vllt sticht mir das nur ins Auge wegen eigener schlechter Erfahrungen als Kind. Aber hier ist es auch so, und ganz besonders, wenn Mami mit neuem Baby beschäftigt ist, dass die Kinder immer wieder sehr intensive Mama bzw Papaphasen haben. Teilweise darf der andere dann nicht einmal mehr beim Anziehen helfen. Das ist ganz normal, wichtig für die eigene Rollenfindung und zeigt auch nur, dass dein Kind auch eine gute Beziehung zu seinem Vater hat. 
 

Den Spruch habe ich tatsächlich schon oft gehört.. und mit nur einem Kind immer belächelt, denn auch da war es ja anstrengend. Aber eben auf andere Art & Weise .

Ja, Aufmerksamkeit, auch wenn sie negativ ist, fordert er viel ein. Ist ja auch normal. Aber schwer, wenn es gerade einfach nicht geht. Deswegen wünsche ich mir ja so sehr für ihn, dass er bald in den Kindergarten darf. Er kommt in eine sehr kleine Gruppe (2 Erzieher auf 8 Kinder) und die können da sicher sehr gut auf ihn eingehen.. Und ich hab vormittags Zeit, um was zu erledigen, Nachmittag bin ich dann freier für ihn.

Es kam vielleicht etwas falsch rüber. Dass er eine gute Beziehung zum Papa hat, ist auch überhaupt nicht mein Problem. Im Gegenteil. Aber da das so plötzlich kam, tat es mir anfangs halt weh. Mittlerweile sehe ich es auch so, dass es nur natürlich ist.

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