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Zusammenziehen und Sohn will nicht

3. Januar 2010 um 22:09

Ich brauche dringend mal einige Ratschläge von euch.

Ich habe einen 16jährigen Sohn und seit guten 1,5 Jahren einen Freund. Mit Letzterem klappt alles prima und nun haben wir überlegt, ob wir auch zusammenziehen möchten. Ja, wollen wir sehr gern. Wir sind beide sehr praktisch veranlagte Menschen und wollen auch nichts überstürzen. Vielleicht so in einem halben bis dreiviertel jahr wollen wir in eine gemeinsamme Wohnung ziehen. Da mein Sohn schon recht selbstständig ist und mein Freund sehr viel unterwegs, haben die zwei nicht viel miteinander zu tun. Wenn sie sich aber sehen (und das ist wirklich sehr sehr selten) dann verstehen sie sich eigentlich recht gut und keiner von beiden hat (nach eigenen Aussagen) was gegen den anderen. Sie mögen sich.

Nun mein Problem: Ich habe meinem Sohn am Wochenende erzählt, dass wir erwägen zusammen zu ziehen. Er brach in Tränen aus!!!! und will es absolut nicht! Ich war wirklich sehr verwirrt und fragte, ob wirklich alles in Ordnung sei. Er bestätigte mir glaubhaft, dass er nichts gegen meinen Freund habe, aber er will eben nicht umziehen und schon gar nicht zusammenziehen. Ob wir nicht warten wollen, bis er alt genug für eine eigene Wohnung ist.
Das möchte ich eigentlich nicht, da er ja erst Abitur macht und dann Ausbildung. Bis er auszieht können noch gute 5 bis 6 Jahre vergehen. Außerdem könnte ich mir nichts schöneres vorstellen, als mit meinen zwei liebsten Menschen zusammenzuwohnen. Da mein Sohn sehr sehr pflegmatisch und konservativ ist, dachte ich, dass ich ihm Zeit geben müsse, sich an den Gedanken erst zu gewöhnen. Immerhin wohnen wir seit seinem 2. Lebensjahr allein. Aber er will noch immer nicht und weint schon allein bei dem Gedanken daran (wie gesagt: er ist 16!).

Ich weiß nicht, was ich tun soll? Nachgeben und damit nicht mit dem Mann, den ich liebe, zusammenziehen? Oder meinen Sohn einfach vor vollendete Tatsachen stellen? Was soll ich nur machen???

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4. Januar 2010 um 15:13


hat denn hier keiner einen Rat?

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4. Januar 2010 um 16:52

Schwierig
und ich denke, deswegen antwortet keiner

Ich würde ein Gespräch zu dritt suchen. Vielleicht solltet ihr auch zu dritt mal was unternehmen, nicht immer nur jeweils zu zweit... So kann er bzw. braucht er sich ja auch gar nicht an deinen Freund zu gewöhnen.
Sag ihm, dass er ja auch bald auszieht und du auch nicht auf ewig allein sein willst. Dass sich an eurem Verhältnis nichts ändern wird, es, im Gegenteil, einfach eine neue Erfahrung ist.

So würde ich es probieren... ist natürlich immer doof, wenn Kinder so reagieren, aber ich würde mein Glück in dem Fall über das meines Kindes stellen, SOFERN es nicht schlagkräftige Gründe hat, wieso es das nicht will. Man muss auch mal an sich denken.

Marlene
mit Sarah Isabella und Babyboy (ET 04.04.2010)

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4. Januar 2010 um 19:29

Anregungen
Hallo, ich habe zwar Erfahrung mit Patchwork-Zusammenziehen, aber die Tochter meines Partners hatte sich Gott sei Dank nie verweigert. Ich habe auch keine konkreten Tipps, glaube aber, dass dir gewisse Grundtipps und eine objektive Sicht der Dinge schonmal helfen könnten, besser zu reagieren.
Zunächst glaube ich, ist es absolut wichtig, dass du dir dein Beziehungsglück von deinem Sohn nicht nehmen lässt.
Genauso wichtig erscheint mir, dass dein Sohn ernst genommen wird (das tust du ja) und dass ihr euch wirklich zusammensetzt. Konflikte kann man nur durch Übereinkunft lösen. Niemand möchte gerne übergangen werden und du solltest darauf achten, deinen Sohn auch nicht zu übergehen. Wenn Menschen aufeinandertreffen, gibt es immer Interessen- und Wunschkonflikte. Wichtig ist, dass man sie mit allen Beteiligten auf den Tisch bringt, dass jeder sich seiner Verantwortung für die Gemeinscheint bewusst wird und zusammen versucht eine Lösung zu finden.
Frage zwischendurch: ist dein Freund schonmal einige Tage bei euch geblieben, und habt ihr das Zusammenleben schonmal kurzweilig proben können?

In jeder Konfliktlage sollte man den WIRKLICHEN Streitpunkt genau bestimmen. Und ich glaube, hier tappst du noch total im Dunkeln. Ich konnte nicht herauslesen, was genau deinem Sohn zuwider ist oder was ihn beunruhigt.
Du kannst dich ja im Vorfeld auch nochmal alleine mit ihm hinsetzen und ihm ganz freundlich und verständnisvoll sagen, dass du seine Gefühle und seine Reaktion ernst nimmst, aber von ihm eine bessere Erklärung brauchst, warum er das nicht will. Dann biste schonmal einen Schritt weiter.

Wenn Wünsche kollidieren muss man Kompromisse finden, und ihr könnt zusammen kreativ sein und überlegen, welche Form von Kompromissen es geben könnte.
Es ist aber auch wichtig, dass dein Sohn dein Bedürnis nach einer häuslichen Alltagsbeziehung anerkennt und dass er nicht so einfach nur seinen Willen durchdrücken kann.

Wie Kompromisse aussehen könnten, da bin ich gerade auch überfragt, es kommt wirklich darauf an, was genau deinen Sohn stört. Wenn er Zweisamkeit mit dir nicht aufgeben will könnt ihr gemeinsame Zeit vereinbaren, dein Partner könnte sich ein Extra-Zimmer nehmen, in das er sich regelmäßig zurückzieht, um nicht permanent allgegenwärtig zu sein. Dein Sohn könnte sein eigenes Badezimmer bekommen (je nach finanziellen Möglichkeiten), wenn ihm das Zusammenleben sonst zu eng sein sollte.

Wahrscheinlich weiß ein Profi besseren Rat, aber ich wollte dir trotzdem meine Gedanken dazu mitteilen. Ich drück dir die Daumen!!

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4. Januar 2010 um 20:04
In Antwort auf danny991

Anregungen
Hallo, ich habe zwar Erfahrung mit Patchwork-Zusammenziehen, aber die Tochter meines Partners hatte sich Gott sei Dank nie verweigert. Ich habe auch keine konkreten Tipps, glaube aber, dass dir gewisse Grundtipps und eine objektive Sicht der Dinge schonmal helfen könnten, besser zu reagieren.
Zunächst glaube ich, ist es absolut wichtig, dass du dir dein Beziehungsglück von deinem Sohn nicht nehmen lässt.
Genauso wichtig erscheint mir, dass dein Sohn ernst genommen wird (das tust du ja) und dass ihr euch wirklich zusammensetzt. Konflikte kann man nur durch Übereinkunft lösen. Niemand möchte gerne übergangen werden und du solltest darauf achten, deinen Sohn auch nicht zu übergehen. Wenn Menschen aufeinandertreffen, gibt es immer Interessen- und Wunschkonflikte. Wichtig ist, dass man sie mit allen Beteiligten auf den Tisch bringt, dass jeder sich seiner Verantwortung für die Gemeinscheint bewusst wird und zusammen versucht eine Lösung zu finden.
Frage zwischendurch: ist dein Freund schonmal einige Tage bei euch geblieben, und habt ihr das Zusammenleben schonmal kurzweilig proben können?

In jeder Konfliktlage sollte man den WIRKLICHEN Streitpunkt genau bestimmen. Und ich glaube, hier tappst du noch total im Dunkeln. Ich konnte nicht herauslesen, was genau deinem Sohn zuwider ist oder was ihn beunruhigt.
Du kannst dich ja im Vorfeld auch nochmal alleine mit ihm hinsetzen und ihm ganz freundlich und verständnisvoll sagen, dass du seine Gefühle und seine Reaktion ernst nimmst, aber von ihm eine bessere Erklärung brauchst, warum er das nicht will. Dann biste schonmal einen Schritt weiter.

Wenn Wünsche kollidieren muss man Kompromisse finden, und ihr könnt zusammen kreativ sein und überlegen, welche Form von Kompromissen es geben könnte.
Es ist aber auch wichtig, dass dein Sohn dein Bedürnis nach einer häuslichen Alltagsbeziehung anerkennt und dass er nicht so einfach nur seinen Willen durchdrücken kann.

Wie Kompromisse aussehen könnten, da bin ich gerade auch überfragt, es kommt wirklich darauf an, was genau deinen Sohn stört. Wenn er Zweisamkeit mit dir nicht aufgeben will könnt ihr gemeinsame Zeit vereinbaren, dein Partner könnte sich ein Extra-Zimmer nehmen, in das er sich regelmäßig zurückzieht, um nicht permanent allgegenwärtig zu sein. Dein Sohn könnte sein eigenes Badezimmer bekommen (je nach finanziellen Möglichkeiten), wenn ihm das Zusammenleben sonst zu eng sein sollte.

Wahrscheinlich weiß ein Profi besseren Rat, aber ich wollte dir trotzdem meine Gedanken dazu mitteilen. Ich drück dir die Daumen!!

Danke schonmal
Vielen lieben Dank, für diese ausführliche Antwort. Leider habe ich genau das alles schon gemacht. Mich mit meinem Sohn hingesetzt und ganz in Ruhe mit ihm gesprochen. Und leider kann/will er nicht präzisieren, was genau ihn daran stören würde. Ich habe auch schon Vorschläge gemacht, wie eigenes Bad, jeder hat sein eigenes Zimmer. Sogar, dass ich eine Wohnung suchen werde, in der sein Zimmer so separat wie möglich liegen sollte, vielleicht sogar mit einem eigenen kleinen Korridor. Natürlich muss das alles in unserem Budget liegen und das ist nicht so einfach. Da war er auch etwas beruhigter, möchte aber trotzdem auf keinen Fall. Er will hier einfach aus unserer kleinen süßen Wohnung (2 Zi, 49 qm) nicht raus. Das ist seine einzige Begründung.

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4. Januar 2010 um 20:09
In Antwort auf yumi_12364940

Schwierig
und ich denke, deswegen antwortet keiner

Ich würde ein Gespräch zu dritt suchen. Vielleicht solltet ihr auch zu dritt mal was unternehmen, nicht immer nur jeweils zu zweit... So kann er bzw. braucht er sich ja auch gar nicht an deinen Freund zu gewöhnen.
Sag ihm, dass er ja auch bald auszieht und du auch nicht auf ewig allein sein willst. Dass sich an eurem Verhältnis nichts ändern wird, es, im Gegenteil, einfach eine neue Erfahrung ist.

So würde ich es probieren... ist natürlich immer doof, wenn Kinder so reagieren, aber ich würde mein Glück in dem Fall über das meines Kindes stellen, SOFERN es nicht schlagkräftige Gründe hat, wieso es das nicht will. Man muss auch mal an sich denken.

Marlene
mit Sarah Isabella und Babyboy (ET 04.04.2010)

Ich denke auch
dass das der Knackpunkt sein könnte. Sie kennen sich einfach noch zu wenig. Mein Freund ist sehr viel beruflich unterwegs (Dienstreisen) und arbeitet oft den ganzen Tag bis abends. Natürlich habe ich auch schon darauf bestanden, dass wir was zusammen unternehmen (Kino, Essen gehen, Frühstücken) und im Sommer waren wir sogar zu dritt 10 Tage im Urlaub (mein Sohn natürlich im eigenen Hotelzimmer).
Sie mögen sich tatsächlich und reden auch ganz ungezwungen miteinander. Aber eine richtig herzliche Beziehung zwischen den beiden entsteht/entstand bisher leider nicht. Mein Sohn ist ja auch alt genug und braucht keinen Vaterersatz mehr. Er hat ja auch sehr guten Kontakt zu seinem Vater.

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5. Januar 2010 um 12:26
In Antwort auf rebeca_11845905


hat denn hier keiner einen Rat?

Schwierig...
da hast du wohl das größte Problem erwischt, was man als Alleinerziehende Mama eines Sohnes überhaupt haben kann. Für mich schreit das nach einer Menge ARBEIT. Das hört sich danach an, als ob Dein Sohn Angst hat Dich zu teilen. Immerhin kennt er dies wohl nicht wenn er seit seinem 2. Lebensjahr Dich für sich in den eigenen 4 Wänden hatte. Er scheint Deine Partnerschaft ja wenigstens zu akzeptieren. Wahrscheinlich weil er weiß wie gut Dein Partner seiner Mama tut. Ich glaube nicht,dass Ihr da ohne Professionelle Hilfe raus kommt. Aber eines erscheint mir sicher - Dein Partner sollte sich auf jeden Fall um eine engere Beziehung zu Deinem Sohn bemühen. Vielleicht ist es ja auch eine gute Idee wenn die beiden hin und wieder mal was ohne Dich unternehmen. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, Du und Dein Partner wollt den 2. Schritt vor dem 1. machen. Ihr seid (so habe ich den Anschein) noch nicht als "Dreiergemeinschaft" zusammen gewachsen. Auch den Vorschlag vom eigenem Wohnbereich würde ich persönlich eher als Abgrenzung von Dir und Deinem Partner empfinden. Ich hätte wahrscheinlich auch eher das Gefühl bei seite geschoben zu werden. Ich hätte Angst bei meinem Sohn das Gefühl zu wecken, er könnte eine Belastung werden. Lass Dir da besser von einem Profi helfen. Jemand, der sich mit Dir und Deinem Sohn sowie auch Deinem Partner auseinander setzt.

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