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Zur Abwechslung mal der Schwiegervater (lang)

10. August 2006 um 12:09 Letzte Antwort: 20. August 2006 um 16:00

Hallo Zusammen,

ich habe gerade erst angemeldet, lese aber seit einiger Zeit zum Thema Schwiegereltern interessiert mit. Na klar, bin ja auch betroffen.
In unserer Familie ist allerdings das Verhalten des Schwiegervaters *in Spe* unser Problem.
Kurz zu *uns*: Mein Freund, Ich und unsere (meine leiblichen Kids aus erster Ehe) 3 fast erwachsenen Kids leben seit nunmehr 3 Jahren zusammen.
Alles fing eigentlich total nett an. Mein Freund ist selbständig und weil ich nach dem Umzug (350km von meinem ehemaligen Wohnort) nicht sofort einen Arbeitsplatz fand, erklärte ich mich bereit in der Firma zu arbeiten. Anfangs machte es grossen Spaß, aber ich merkte schnell, daß ich und unsere Entscheidungen nicht ernst genommen wurden, egal worum es ging. Seis nun betrieblich oder privat.
Am schlimmsten dabei war der SV. Ständig wußte er alles besser, versuchte uns reinzureden, kommandierte meinen Freund (seinen Sohn)und wenn der oder andere nicht gehorchten gabs wilde Beschimpfungen und Beleidigungen. Die Kids wurden angemeckert, wegen nichts und wieder nichts, wenn er ihnen oder mir auf der Strasse begegnete wurde nicht mal gegrüßt.
Wir wissen bis heute nicht, was wir ihm getan haben.
Mein Freund setzte sich in immer für uns ein und es gab massenhaft Streits in denen er am Ende meistens auch völlig unsachlich beschimpft wurde.Mangels Argumenten wahrscheinlich.Letztes Jahr gings dann erstmalig frontal auf mich und die Kids ab.
Mein Freund und ich hatten einen schlimmen Streit und er bekams mit (sie wohnen im Haus nebenan).Prompt kam er an unsere Haustür und meinte, wenn ich nicht bis zum nächsten Tag mit meinen Kindern ausgezogen wäre, würde er uns *faules Pack* polizeilich entfernen lassen. Eigentlich nicht mein Stil, aber in dem er sich entfernte ließ ich mich zu *leck mich!* hinreißen.
Als mein Freund mitbekam was geschehen war(er war zu der dieser Zeit Arbeiten), hat es zwischen den beiden (mal wieder) gekracht.
Ich muß dazu sagen, wir wohnen in SV`s zweitem Haus, welches mein Freund in langwieriger Arbeit auf seine Kosten überhaupt erst wieder bewohnbar gemacht hat. Und wir alle zusammen haben 2004 das Haus in Eigenarbeit von Außen nach 30 Jahren das erste mal (auf unsere Kosten)angestrichen.Dazu muß gesagt werden das wir trotzdem Miete für das Haus bezahlen.
Ich zog mich nach den Geschehnissen immer mehr zurück und arbeitete immer weniger im Laden (fühlte mich absolut unerwünscht).
Dieses Jahr gings allerdings erst richtig zur Sache. Im Frühjahr wurde mein Freund von seinem Vater vor ein Ultimatum gestellt.Entweder die Kinder und Ich, oder die Schwiegerfamilie. Die Entscheidung fiel natürlich zu unseren Gunsten aus, was klar war. Darauf kam patzig von ihm: *jetzt weiß ich ja wo deine Familie ist*.
Dazu muß ich kurz erwähnen, das wir SV kurz vorher um einen Kredit für die Firme gebeten hatten (wir hatten einige größere Zahlungsausfälle von Kunden und waren deswegen in Schwierigkeiten geraten).Er hatte uns den Kredit zugesagt und er wäre zu den marktüblichen Zinsen zurückgezahlt worden, wir wollten keine Geschenke von ihm.
Danach brach die absolute Hölle los. Mein Freund sollte springen wo es nur geht, aber SV fragte nicht mal. So stand er eines morgens bei strömenden Regen im Garten und war irgendwas am Sägen.
Mein Freund (hatte sich extra arbeitsfrei genommen) und ich bereiteten gerade die Geburtstagsfeier unserer Jüngsten vor, den der war an diesem Tag und es sollte eine schöne Überraschung nach der Schule werden.Mittendrin klingelt unser Telefon und Schwiegermutter ist dran,wir hätten doch wohl gehört das SV da was arbeitete und warum er (mein Freund) noch nicht helfen würde und er solle sofort mal rüber kommen, sein Vater hätte was mit ihm zu bereden. Mein Freund und ich gingen dann irgendwann rüber und waren beide innerlich am kochen.
Aber große Überraschung: Es ging plötzlich gar nicht mehr um das Helfen, sondern um den Kredit.
Ich erlebte wie mein SV meinen Freund anbrüllte und ihm Rechnungen präsentierte von denen wir nicht mal wußten, das es sie gibt.
Ich hörte kurz zu und sagte dann nur : Hör mal R., kannst du M. nicht mal wie einen erwachsenen Mann behandeln (wir sind 38 und 39 Jahre alt).Er ignorierte mich einfach, also widerholte ich den Satz und zwar dreimal. Bis er es nicht mehr ignorieren konnte.Schwiegermutter stand übrigens auch dabei, sagte kein Wort und flüsterte immer *pssst*in mein Ohr.
Ich fands zum kotzen, die Beiden hatten sich echt ein Tribunal ausgedacht.
Da ist mir dann auch die Hutschnur geplatzt und ich sagte zu meinen Freund, komm wir gehen, das müssen wir uns nicht antun. Ich habs gebrüllt glaub ich, weil SV auch die ganze zeit brüllte.
Naja, was kam darauf hin...(brüllend)ich solle sofort sein Haus verlassen, ich hätte nicht zu brüllen (ja ne, is klar ich bin ja auch nur eine Frau). Daraufhin musste ich echt grinsen, meinte zu meinem Freund(ruhig)... komm M. ,wir gehen.Da fing er dann wieder an(zu mir) ...ich faules ...und dann (er hatte wohl echt einen Geistesblitz)...(zu allen hämisch in die Runde grinsend fuhr er fort)....`ne ich sags nicht. Naja, ich als Frau kann mir meinen Teil ja auch nicht denken, die anderen auch nicht, komischer Anblick einen über 60jährigen im Kindergarten zu sehen).Daraufhin platzte meinem Freund der Kragen und er nannte ihn *alter Sack* und packte mich an der Hand um mit mir das Haus zu verlassen.
So das war der Finale Showdown habe ich gedacht.
Nee weit gefehlt.
Heute (4 Monate später)hab ich ihn *alter Sack* genannt und damit ja beleidigt.Nee, ich hatte im Wortgewirr mal gesagt, das ich nichts dafür kann, das SV mit dem älter werden nicht klar kommt.
Nicht mehr und nicht weniger.
Seitdem ist Eiszeit, aber der Mann provoziert wo er nur kann. Jeden Morgen rennt er in den Garten, an unserem Schlafzimmerfenster vorbei um irgendwas (manchmal auch nichts)zu erledigen. Er starrt meiner Tochter ins Zimmerfenster und scheint alles zu beobachten was wir tun.Manchmal denke ich schon ich bin paranoid, aber ich bin von anderen Familienmitgliedern und auch meinem Freund bestätigt worden.
Es mürbt, wir würden gerne wegziehen, haben aber nach wie vor finanzielle Probleme und werden mit der Firma unter Druck gesetzt.
Ich weiß nicht mehr was wir machen sollen. Eine Therapeutin regte ein Gespräch mit der Schwiegerfamilie an, aber wie miteinander reden, wenn beide SE nicht wollen ?
Wir sind ratlos, die Situation wird langsam unerträglich.

Vielen Dank für`s lesen.
night

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20. August 2006 um 16:00

Vielleicht
bringst du ihn etwas zur Vernunft wenn du ihn bei der Polizei anzeigst, weil er euch die ganze Zeit beschattet? Ich wüsste nicht ob ich nach so viel Mist, der passiert ist bei dir, zu einem Gespräch überhaupt bereit wäre.
lg

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