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Wochenendbeziehung - Umzug oder nicht?

3. Juli 2007 um 21:07

Hallo,
ich bin 34 Jahre und habe einen Sohn, 5 Jahre alt, aus einer früheren Beziehung. Nachdem ich 5 Jahre allein war, führe ich seit 3/4 Jahr eine Wochenendbeziehung mit meinem Freund, der Vater von 2 Kindern (6 und 5) ist. Er sieht sie sehr unregelmäßig an den Wochenenden, da die entsprechenden Regelungen noch nicht festgelegt wurden. Er hatte sich von der Mutter seiner Kinder im Juli letzten Jahres getrennt, somit ist noch vieles ungeklärt. Ich würde gern in seiner unmittelbaren Nähe, aber in einer eigenen Wohnung ziehen, da beschriebene Probleme hier in den Foren von Patchworkfamilien wahrscheinlich auch noch auf uns zukommen und alles noch ein wenig Entwicklung in userer Beziehung bedarf. Jedoch ist die Basis /der Grundstein für unsere Beziehung gelegt, da wir schon etliche Schwierigkeiten betreff Beziehung und unsere Kinder gemeinsam gelöst/überwunden haben. Ich finde die Entfernung bei uns, ebenfalls ca. 50 km, nicht sehr groß. Nur das Problem des ständigen Hin- und Herfahrens, Tasche einpacken, Tasche auspacken, hohe Fahrkosten, Verabschiedung auf Zeit mit entsprechenden Gefühlen, Leben zu zweit + Kinder am WE, Rückkehr Leben allein + Kind in der Woche, etc. kosten viele Nerven, Energie, Kraft. Ich führe eine Art Doppelleben auf Zeit. Ich bin arbeitslos. Er hat Arbeit in seiner nahen Wohnumgebung. Ich erhoffe mir durch einen evtl. Umzug mehr Möglichkeiten für unser Kennenlernen, Zusammensein und vielleicht sogar Arbeit in der neuen Umgebung. Mein Kind hätte somit ein endgültiges Zuhause, aber muß eben auch neue Freunde finden. Wobei ich langfristig gesehen, es besser wäre jetzt umzuziehen, um bereits jetzt Kinder im Kindergarten kennenzulernen, die ihn später in die Schule begleiten.
Wir möchten die Beziehung leben, nicht nur am Wochenende, doch auch uns beiden genügend Freiraum und Zeit lassen, das Ganze entwickeln zu lassen. Das direkte Zusammenziehen nicht überstürzen, um ihm Zeit zu geben, die Probleme mit seiner Ex regeln zu können, wir ihn nicht belasten/drängen. Und um mir Zeit zu geben, mich nach Enttäuschung und 5 Jahren Singleleben in einer Partnerschaft "einzuleben". Möglich wäre auch, dass er auf mein Kind aufpasst, wenn ich in der Zukunft abends länger arbeiten könnte/müßte. Ich bewerbe mich bereits jetzt schon in seiner Wohngegend. Nur würde es, wenn es klappt mit Arbeit schwierig werden, in kürzester Zeit umzuziehen, sprich Wohnungssuche und Kita-Platz. Also dachte ich, erst umziehen aus Gründen, weil ich die Beziehung intensiver leben möchte und dann im neuen Wohngebiet nach Arbeit Ausschau halten. Oder sollte ich dort erst Arbeit finden, bevor ich umziehe? Oder gar das Ganze noch ein wenig Zeit geben? Ich möchte nicht meine Hände in den Schoss legen, sondern irgendetwas tun, damit ich die schönen Seiten des Lebens noch mehr geniessen bzw. für mich gleichzeitig neue Möglichkeiten für den beruflichen Wiedereinstieg nutzen kann.
Ich wäre dankbar, wenn ihr mir eure Meinung mitteilt, Denkanstösse für meine Entscheidung gebt, eure Bedenken bzw. Vorschläge schreibt. Vielen Dank!!!

Liebe Grüße
Zoe

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4. Juli 2007 um 9:13

Versuch es
Hallo Zoe,

ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe auch eine WE-Beziehung geführt, allerdings war unsere Entfernung 425 km, das ging auf Dauer nicht. Wir hatten auch diese ständig wechselten Gefühle und das stresste schon sehr. Allerdings hatte ich einen Vollzeitjob und mein Freund ist selbstständig von zu Hause. Da er eine einige Kunden zu betreuen hat, haben wir uns entschlossen, dass ich meine Sachen packe und zu ihm ziehe, mit meinem kleinen Sohn (2,5 Jahre). Bei ihm ist dann zum gleichen Zeitpunkt seine Tochter eingezogen, sie ist 12 Jahre und es kommt hinzu, dass wir im Dez. unser gemeinsames Baby bekommen. Also eine echte Patchworkfamilie, allerdings mit allem was dazu gehört. Mir wäre es damals auch lieber gewesen, wenn ich erst mal in eine eigene Wohnung gezogen wäre, um den das Ganze zusammenwachsen zu lassen. Aber mein Freund hat das von vornherein ausgeschlossen, er ist der Meinung, wenn man sich liebt, dann wohnt man auch zusammen. Tja, was soll ich sagen, ich hab alles, aber auch alles aufgegeben. Meinen Vollzeitjob gekündigt und nur noch die Buchhaltung online behalten, der Kleine konnte nicht mehr in die Kita, meine beste Freundin zurückgelassen und das Schlimmste, meine Tochter ist bei ihrem Papa geblieben. Es war ein super schwerer Schritt und ich habs nicht geschafft. Ich hatte so sehr Heimweh und meine Tochter fehlt mir so sehr, dass ich schon fast krank davon war. Kurz und gut, ich bin vor drei Wochen zurück gezogen, mit meinem Sohn, fühle mich wieder super gut und hab wieder die Fahrerei am Hals. Mein Freund hat sich nun entschieden, dass er zu mir zieht und ich bin super glücklich.
Du mußt dir darüber im klaren sein, dass es am Anfang alles super ist und dann, wenn der Alltag eingetreten ist, du dann merkst, dass du tatsächlich neu anfängst. Gut, 50 km sind nicht soooo weit, aber immerhin, auch das kostet. Bei dir kommt hinzu, dass sich die Umgebung sicher nicht so sehr verändert und dich schnell einleben kannst. Aber denk darüber nach, sollte es mit eurer Beziehung dann doch nicht so klappen, dann stehst du allein in einer neuen Umgebung. Du mußt sehen, dass du schnell Kontakte knüpfen kannst. Für deinen Sohn ist es, denk ich nicht so schwierig, Kinder finden schneller Freunde. Ich würde an deiner Stelle erst umziehen und dann Arbeit suchen. Der Stress wäre viel zu groß, wenn du jetzt dort arbeiten könntest, aber noch nicht so schnell umziehen kannst, wie soll das gehen? Du hättest dann noch mehr Fahrtkosten und von deinem verdienten Geld nicht viel über. Such dir erst eine Wohnung, dann Arbeit und dann knüpfe Kontakte. Ich wünsch dir von Herzen alles Gute für eure Beziehung und wünsche dir, dass du die richtige Entscheidung triffst.

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