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Wird mein Vater bald sterben ?

10. Mai 2008 um 19:31 Letzte Antwort: 14. Mai 2008 um 16:30

Hallo,
ich weiß das diese Thema nicht hierher gehört. Doch ich bin eig bislang nur bei diesem Thema gewesen und hab mich hier immer wohl gefühlt. Also fang ich einfach mal an !


vor ca. 2 Jahren haben die Ärzte Krebs bei meinem Dad festgestellt.
Ja es ging gleich los mit Chemos Pillen usw. !
Naja es ging eine ganze zeit gut.

Doch nun liegt er seid 2 1/2 Monaten wieder im Krankenhaus. Es hat sich ein neuer Tumor gebildet. Nun kam ich heut wieder auf seine Station und er lag nicht mehr auf seinem Zimmer, das Bett war leer und mit einer Plastikplane überzogen. Da hatte ich schon meinen ersten Schock weg. Ich also zu den Schwestern die mich weiter schickten auf eine andere Station.

Auf der Station endlich angekommen und das Zimmer gefunden waren seine ersten Worte: dies wird mein letztes Zimmer sein. Ich versuchte stark zu sein verließ das Zimmer und suchte eine Schwester auf. Ich muss dazu sagen das diese Station nicht normal ist. Es sind nur drei wirklich hübsch eingerichtete Zimmer die von einer schwester betreut werden. Intensivpflege sagen sie dazu. Jedenfals wollte ich klartext aber aus denen bekommt man ja nichts raus.

Diese ganze Situation dort auf dieser Station ist komisch. Sie macht mir totale Angst. Gestern war ich bei meinem Dad und als ich grad gehen wollte und vor seinem Batt stand sagte er zum erstem mal das er mich lieb hat. Auch das hat mich total getroffen und mir dieses komische Gefühl im Herzen gemacht.

Mein Dad kann zwar reden und naja man könnte denke es ginge ihm besser doch ich glaube das der schein trügt.

Ich selbst bin 21 und habe eine kleine Tochter die 8 Monate wird (alleinerziehend).

Die ganzen Wochen habe ich nicht groß über den Tod nachgedacht.habe es immer wieder verdrängt. Doch nun könnte ich den ganzen Tag noch nur heulen. Ist es wirklich so weit? Wie soll ich mich meinem Dad über verhalten? Ich kann doch nicht an seinem Batt sitzen und Weinen. All dies ist völlig neu für mich. Ich habe noch nie erfahrung gemacht was dieses Thema betrifft. Ich habe totale angst und spüre das irgendwas nicht stimmt. Es ist nicht so wie es sonst war die ganzen Wochen im Krankenhaus.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen ..... Vll habt ihr solche erfahrungen auch schon gemacht

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12. Mai 2008 um 1:52

Hallo,
also weisst du, ich denke, für deinen Vater ist es wahrscheinlich schlimmer, zu wissen, dass er EUCH alle "weiterlebenden Familienangehörigen" zurücklassen wird, mit einer ganz grossen Trauer. Das ist immer so ein merkwürdiges Hin und Her - jeder macht sich Sorgen um den anderen. Dabei finde ich, ist es am schlimmsten für die Menschen, die zurückbleiben.
Also setz dich mit deinem Vater zusammen und zeig ihm, dass er sich keinen Kummer antun soll, in den Tagen, die ihm noch geblieben sind. Er soll sich keine Sorgen um EUCH machen müssen (auch wenn es natürlich weh tun wird, wenn er nicht mehr da ist).
Aber du sagtest, du hast selbst eine Tochter(?) von 8 Monaten: Stell dir vor, DU wärst in der Situation deines Vaters - wäre das nicht auch bei dir so, dass DU dir sehr viel mehr Sorgen um dein Kind (egal wie alt) machen würdest, weil du weisst, es wird dich nicht mehr um sich haben? Wärst du nicht glücklicher und erleichterter, wenn du wüsstest, ihr habt euch alles von der Seele geredet und du musst dir keine Sorgen um sie machen, weil sie dir das Gefühl vermittelt, dass sie auf jeden Fall klarkommen wird?
Hilf deinem Vater, seine Tage noch zu "geniessen" mit seiner Familie. Sprecht euch aus, egal, ob das ungewohnt ist für dich oder nicht. Weine dich bei ihm aus, weint gemeinsam, denn er wird es bestimmt genauso (heimlich) tun, wie du es tust. Zeig deinem Vater deine Gefühle, denn er weiss, dass du leidest und versuchst, es zu verbergen.
Ich wünsche ganz besonders DIR viel Kraft und deinem Vater so wenig Leiden wie nur möglich.

Alles Liebe, Lola

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13. Mai 2008 um 13:32

Hallo Kueken
du bist gerade in einer schwierigen Situation und es tut mir unendlich leid für dich.

Ich kann dir nur dazu sagen ,dass die meisten Menschen eine vorahnung vom Tod haben und sich darauf einstellen.
Ich weiß nicht was er für ein Krebs hat ,aber ich denke deiner Aussage nach ist er verlegt worden ,damit er seine Ruhe und sein frieden findet.
Bei meinem Schwiegervater war es genauso ,von der normalen auf eine im Abseits stehende Station .Was uns damals aufgefallen ist ,es war sehr viel licht im Zimmer und es war kaum jemand von den Schwestern da ,weil die ihn schon aufgegeben hatten.Wir versuchten trotzdem das beste daraus zumachen ,haben uns sehr lange gekümmert ihn gefüttert ,gewaschen umgezogen usw. Ihm Hand gehalten wenn er schmerzen hatte und den Doc gefragt ,ob wir ihn sein letzten wusch erfüllen dürfen.Er wollte nochmal Bier trinken und fußball sehen und hören .nachdem ich Montag nochmal in der Klinik war und ich sein Herz hüpfen gesehen hatte,stand für mich fest das ich ihn wohl das letzte mal gesehen hatte.
Ich war damals die Einzigste die sich von Ihm verabschieden konnte und ich hab ihm mut zugesprochen und gesagt da wo er hin geht ist viel schöner er trifft seine kumpels und seine leider sehr früh verstorbene frau.er hat gelächelt und hat mich ganz doll gedrückt.
Mit diesem gedanken bin ich von meiner Freundin nach Hause gefahren worden. Nach 2 Stunden rief seine Schwester bei uns an und sagte er sei mit einem lächeln eingeschlafen er hat zwar den kampf gegen den krebs verloren doch er hat seine ruhe und den inneren Frieden gefunden.

Liebe grüße Dany

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14. Mai 2008 um 16:30

Auch mein Vater
hatte Krebs, lange gingen die Qualen, er hat eineinhalb jahre länger gelebt, als die Ärzte vorausgesagt haben.

ICh weiß nicht, wie stark Du bist, aber vielleicht wäre es schön für euch beiden, wenn er zu Dir nach Hause kann? ICh weiß, daß das Umstände sind, aber ich habe die altmodische Einstellung zur Familie. Mein Papa ist in unserem Kreise gestorben, ich habe seine Hand gehalten.
Dir wird es gut tun Dich in der häuslichen Atmosphäre zu verabschieden und Deinem Vater auch. Pflegekräfte kommen nach Bedarf auch kurzfristig.

Jetzt nochmal auf Dein Anliegen zurückzukommen, Ja, menschen merken, wenn sie sterben. Oft ist es ein letztes Aufbäumen und bewußtes Verabschieden, mir ist eine Gänsehaut über den Körper gegangen, als mein papa sagte: mach mal Fotos von mir, er wußte, daß wir es sonst bereuen. Emin Vater hat von uns den letzten Wunsch erfüllt bekommen, er konnte in seinem Heimatland Ostfriesland sterben, dort haben wir ein Has gekauft, indem er eine Woche gelebt hat, aber wir haben es geschafft, alle waren bei seinem Tod da, also alle seine Kinder usw. Einen Tag vor seinem Tod wurde gekränzt (Brauch dort, wenn jemand neues in die Straße zieht) Dort hat er seine letzte Rede vor allen gehalten (er war ein toller Redner und ich höre jetzt noch seine Stimmer und sehe sein Lächeln dabei) und hat einen Rum getrunken. Eigentlich war er gar nicht mehr in der Lage dazu. Auch hat er zwei Tage vorher das Weihnachtessen angefangen zu essen trotz künstlicher Ernährung, obwohl der ganze Rachen verbrannt waren von der BEstrahlung.

Es war schlimm, abe rheute bin ich glücklich und zufrieden, daß er mit uns zusammen ind die neue Welt gegangen ist.

"ICh bin nicht Tod; ich wechsel nur die Räume;
ich lebe in euch weiter und begleite eure Träume."

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