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Wieviel wahrheit (bzw. vergangenheit) vertragen die kinder?

16. April 2005 um 19:28 Letzte Antwort: 19. April 2005 um 21:19

schönen guten abend erstmal!
darf ich mich vorstellen?
ich bin 31, lebe seit 91 im islamisch geprägten ausland, habe 2 söhne (13 u. 6), einen wunderbaren mann und eine wilde vergangenheit, um die nur mein mann weiss. meine kinder nicht!

bislang kam das thema aber auch nie zur sprache. drogen und was damit zusammenhängt, waren bis vor kurzem nur mehr etwas in weiter ferne.
langsam aber sicher kommt mein großer allerdings in ein alter, in dem er jungs kennenlernt, die mit drogen zu tun haben (- daran hindert sie natürlich auch nicht die konservative gesellschaft), und in der schule lernen sie in den folgenden kapiteln, was es mit den verschiedenen drogen so auf sich hat. teils erschreckender quatsch!

ich klärte meinen großen also etwas deutlicher auf, befürchtete aber, er könne von meinen informationen auf zuviel erfahrung schliessen. ich bin mir nämlich absolut nicht sicher, ob es richtig ist, ihn daran teilhaben zu lassen. trotzdem ist es dringender denn je, ihm das übel der drogen überzeugend rüberzubringen!
soll ich auf meine vorbildsfunktion verzichten und aus eigenen erfahrungen sprechen? oder kann ich meine freundin zur aufklärung vorschicken, die eine ähnliche vergangenheit hat, und somit unbescholten davon kommen?

was würdet ihr tun?

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17. April 2005 um 0:57

Was bedeutet Vorbild?
Ist es glaubwürdiger, wenn eine "Unerfahrene" wie eine perfekte Mutter mit einer reinen Vergangenheit dem Sohn etwas von der Gefahr "Drogen" erzählt? Das Kind würde zu Recht denken, es wüßte mehr von der Welt als sie. Was wäre überzeugender als einer, der es selbst erlebt hat und den anderen sehr gut kennt?
Abgesehen davon, was ist ein Vorbild? Können nur diejenigen Vorbilder sein, die selbst ein unbescholtendes Leben gehabt haben? Willst du deinem Sohn etwas vorgeben, was du nicht bist?
Ich weiß nicht, wie schwerwiegend es wäre, wenn gerade in einer islamistisch geprägten Familie die Mutter sich zu einer unsauberen Vergangenheit bekennen würde. Aber wenn deine Leistung den Weg zurück zur "Normalität" nicht von deinem Sohn anerkannt wird und deine Erfahrungen ignoriert werden, dann hilft auch keine andere Freundin, oder tausend andere ähnliche Geschichten. Dann will er die Erfahrung selber machen, so traurig es ist. Man kann niemanden vor sich selbst bewahren.

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17. April 2005 um 19:32
In Antwort auf lowri_12540256

Was bedeutet Vorbild?
Ist es glaubwürdiger, wenn eine "Unerfahrene" wie eine perfekte Mutter mit einer reinen Vergangenheit dem Sohn etwas von der Gefahr "Drogen" erzählt? Das Kind würde zu Recht denken, es wüßte mehr von der Welt als sie. Was wäre überzeugender als einer, der es selbst erlebt hat und den anderen sehr gut kennt?
Abgesehen davon, was ist ein Vorbild? Können nur diejenigen Vorbilder sein, die selbst ein unbescholtendes Leben gehabt haben? Willst du deinem Sohn etwas vorgeben, was du nicht bist?
Ich weiß nicht, wie schwerwiegend es wäre, wenn gerade in einer islamistisch geprägten Familie die Mutter sich zu einer unsauberen Vergangenheit bekennen würde. Aber wenn deine Leistung den Weg zurück zur "Normalität" nicht von deinem Sohn anerkannt wird und deine Erfahrungen ignoriert werden, dann hilft auch keine andere Freundin, oder tausend andere ähnliche Geschichten. Dann will er die Erfahrung selber machen, so traurig es ist. Man kann niemanden vor sich selbst bewahren.

Vorbild
ich denke mal dass du nur ein schlechtes vorbild wärst wenn du ihm erzählen würdest dass drogen was tolles sind! wenn du ihm von deinen erfahrungen erzählst die schlecht waren dann ist es doch ein tolles vorbild dass du daraus gelernt hast und noch die kurve gekriegt hast...das einzige problem wäre vielelicht der islamische hintergrund. da kenn ich mich leider nicht aus

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18. April 2005 um 22:45

Christiane f.
...hab ich auch damals gelesen, und statt mich abzuschrecken hat es mich wahnsinnig angelockt und fasziniert..... (weiss auch nicht, was da schief gelaufen ist. jeder normale mensch lässt sich doch davon abschrecken, allen voran meine schwestern)
du hast aber recht, ayuma, wenn er es ausprobieren will, hindern ihn auch nicht meine erfahrungen daran.
deswegen ja die eile! vielleicht kann ich ihn jetzt noch genügend beeinflussen, so dass er das zeug sowieso ablehnt.
wir hatten eben erst ein gespräch über ekstasy. die beschriebene wirkung fand er cool, aber die nachwehen kommen ja erst. damit hab ich aber nun auch keine erfahrung, aber es müsste ähnlich wie speed sein. also genauso scheisse, wenn der kick erst erloschen ist. und eben das hab ich ihm dann doch rübergebracht- und ich hätte fast noch dazugesagt, "glaub mir, denn ich weiss es"...habs aber dann doch noch unterdrückt.

er sieht einen schüler aus seiner klasse vor sich, der tabletten schmeisst, und wenn man ihm glauben darf, findet er das ziemlich eklig. "trotzdem", warf ich ein, "triffst du irgendwann auf kids, die dir einreden wollen, dass das cool ist- ist es aber nicht! schau ihn dir mal an!" dem armen kerl läuft der speichel aus dem mund und seine augenlieder sind ständig im sleep-modus.
am liebsten würde ich dem jungen ja helfen, aber- eben aus erfahrung- weiss ich, dass es da schon zu spät ist. ein user lässt sich erst helfen, wenn er selbst nach hilfe fragt. alles andere reitet ihn aus purem trotz nur weiter hinein.
ach.....

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19. April 2005 um 0:05
In Antwort auf iida_12089581

Vorbild
ich denke mal dass du nur ein schlechtes vorbild wärst wenn du ihm erzählen würdest dass drogen was tolles sind! wenn du ihm von deinen erfahrungen erzählst die schlecht waren dann ist es doch ein tolles vorbild dass du daraus gelernt hast und noch die kurve gekriegt hast...das einzige problem wäre vielelicht der islamische hintergrund. da kenn ich mich leider nicht aus

Ja schon, aber...
...könnte er nicht auch daraus schliessen, dass es so schlimm ja gar nicht sein kann, wenn es doch so ein gutes ende genommen hat?
der islam hat mit dieser sache eigentlich nichts zu tun. ich habs nur angemerkt, weil ich deutlich machen wollte, dass hier viele themen nicht so öffentlich gemacht werden, bzw. tabu sind. dass die medien und schulen sehr viel befangener mit dem thema drogen umgehen und er also nicht automatisch aufgeklärt ist. was aber- wie gesagt- nicht ausschliesst, dass sie heir trotzdem konsumiert und angeboten werden.

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19. April 2005 um 21:19
In Antwort auf agafya_11866265

Ja schon, aber...
...könnte er nicht auch daraus schliessen, dass es so schlimm ja gar nicht sein kann, wenn es doch so ein gutes ende genommen hat?
der islam hat mit dieser sache eigentlich nichts zu tun. ich habs nur angemerkt, weil ich deutlich machen wollte, dass hier viele themen nicht so öffentlich gemacht werden, bzw. tabu sind. dass die medien und schulen sehr viel befangener mit dem thema drogen umgehen und er also nicht automatisch aufgeklärt ist. was aber- wie gesagt- nicht ausschliesst, dass sie heir trotzdem konsumiert und angeboten werden.

Es ist kein Abenteuer!
Das muß man dem Jungen klar machen, es ist nichts tolles und für ein paar Momente des falschen Glücks mußte man sehr lange leiden.
Ich war "nur" nikotinabhängig und hatte es sehr schwer gehabt, allein diese Sucht zu überwinden. Wie muß es da einem Menschen ergehen, der durch die Sucht nicht nur lediglich an einer verrauchten Wohnung, stinkenden Klamotten und pfeifenden Lungen leidet?
Dass man die Drogenzeit überwunden hat, liegt nicht ausschließlich an sich selbst. Es gehört auch ein Riesenportion Glück dazu! Sicherlich kennt man auch andere, die es nicht geschafft haben. Und es keine Verlockung in die Schlangengrube zu springen, nur weil ein anderer heil rausgekommen ist!! Vor allem, wenn die Grube mit Leichen bestückt ist...
Viel Erfolg!

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