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Wie umgehen mit problematischer Schwager-Schwiegermutter-Bezie hung?

7. Januar 2009 um 1:48

Hallo,

ich wollte einfach mal die Meinung von Außenstehenden zu unserer Situation hören:

Mein Schwager (40) wohnt immer noch bei seiner Mama (meiner Schwiegermutter) zu hause und das hat zunächst einmal den folgenden Hintergrund:

Schwiegermama wurde vor ca. 10 Jahren von ihrem Mann verlassen, nachdem die Familie sich beim Hausbau hoch verschuldet hatte. Sohn 1 (mein Mann) wohnte damals schon nicht mehr zu hause, Sohn 2 hat das Haus, das gepfändet werden sollte, gekauft, so dass seine Mutter (und er) weiterhin darin wohnen konnten. Seitdem werden auch viele finanziellen Fragen von den beiden Söhnen geklärt, da die Schwiegermama sich da null auskennt. Erstmal sehr löblich. Problematisch ist allerdings, was sich daraus für eine verhehrende Konstellation ergeben hat:

Punkt 1: Sohn 2 hat noch nie eine Freundin gehabt und scheint auch sonst nach meiner Wahrnehmung kein eigenes Privatleben (mehr) zu haben, da er sich in seiner Freizeit quasi ständig um seine Mutter kümmert. Das geht bin hin zur Urlaubsplanung. Mittlerweile ist Schwiema nämlich 70 und auch nicht mehr so gut auf den Beinen, hat sich an den Komfort gerne gewöhnt und meckert, sobald Sohn 2 auch nur mal ein paar Tage eine Dienstreise alleine machen muss.

Lange Zeit fand ich das alles ledfiglich verschroben und habe gedacht, ich beobachte das alles erst einmal und bin aufgeschlossen. Mittlerweile alledings überkommt mich regelrechter Ekel, wenn ich die beiden zusammen erlebe:

Sohn 2 bucht z.B. öfters mal ein Doppelzimmer im Hotel, wenn's ihm zu teuer wird mit 2 EZ. Dann werden Fotos von Kerzenschein-Dinner gemacht. Mama bedankt sich öfters mal mit einem Bussi fürs gute Essen und wartet auf die Anrufe ihres Sohnes wie ein verliebter Teenager. Und dann dauernd diese Grenzüberschreitungen: Unterwäsche-Geschenke, Zimmer aufräumen und Inventar kommentieren - als wäre Sohn 2 ein kleines Kind. Langsam wird mir klar: Sohn 2 muss hier sowohl als Ersatz-Ehemann herhalten (wenngleich - so hoffe ich - ohne Sex), und gleichzeitig noch den braven Sohn geben, an den sie sich klammert. Beide haben ihre Rollen total internalisiert und sich gleichzeitig unfähig und unwillig, auch nur ein bisschen davon abzurücken (halten das für die einzige Wahrheit und uns für familienfeindlich, falls wir uns eher auf Distanz halten.)

Mein Mann sieht das ähnlich wie ich, ist aber ratlos, wie er sich zu der ganzen Geschichte überhaupt verhalten soll. Ab und zu kommen von ihm ein paar halbherzige Fragen an seinen Bruder ("Willst Du nicht mal einen Urlaub alleine machen?"), aber nie eine fundamentale Kritik. Da wir 600km entfernt wohnen, kann man sich natürlich auch ganz gut "raushalten".

Meine Frage ist nun: Wie schätzt Ihr so eine Situation ein? Übertreibe ich oder ist hier höchste Eisenbahn, sich mal einzumischen. Wie gesagt: Ekelgefühl, beinahe inzestuöse Situation usw. Was würdet Ihr in meiner Situation machen? Das Gespräch suchen oder eher den Kontakt abbrechen?

Danke für Eure Antworten!

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7. Januar 2009 um 10:06

Gespräch suchen
vorallen dingen mit deinem Schwager - mal so ganz alleine oder die beiden brüder untereinander. Da es dein Mann auch so sieht sollte das warscheinlich besser funktionieren als wenn du mit deinem Schwager redest.

Leider gibt es solche Beziehungen zwischen Mutter und Sohn - ich kann mir gut vorstellen, dass er der Ersatzmann ist - ich schließe Sex jetzt einfach mal aus und hoffe nicht, dass die Mutter soweit gegangen ist......

Wie schaut der Kontakt zum Vater aus?

Viel ERfolg

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7. Januar 2009 um 10:42

Ich sehe es anders,
dein Schwager ist 40 also mindestens volljährig und erwachesen, deine Schwiegermutter ebenfalls. Was sich da abspielt ist nicht unbedingt normal, aber dennoch gehören zu solchen Dingen immer zwei. Einer der macht und einer der mitmacht. Es muß einen Vorteil geben, denn sonst würden sie es nicht tun. Ich kenne einen ähnlichen Fall und es kommt einem etwas merkwürdig vor.
Das ist der 1. Teil der Geschichte. Also ändern kann es dein Schwager , wenn er die Notwendigkeit sieht und und es möchte!!!!!!
Du hast einen Mann der zu dir hält, wie es in vielen Fällen nicht ist (lies mal hier im Forum). Das ist wie 6 Richtige im Lotto. Ihr wohnt 600 km weit weg. Was interessieren dich die ganzen Einzelheiten, wer erzählt dir das alles. Mach es nicht zu deinem Lebensinhalt , such dir ein anderes Hobby. Lebe dein Leben mit deinem Mann und lass den anderen ihr Leben. Sollte dein Mann mal das Gepräch unter Männern oder Brüdern für richtig halten, dann lass ihn das machen aber nicht auf Anweisung von dir.
Gruß Melike

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7. Januar 2009 um 22:01
In Antwort auf weiblich1972

Gespräch suchen
vorallen dingen mit deinem Schwager - mal so ganz alleine oder die beiden brüder untereinander. Da es dein Mann auch so sieht sollte das warscheinlich besser funktionieren als wenn du mit deinem Schwager redest.

Leider gibt es solche Beziehungen zwischen Mutter und Sohn - ich kann mir gut vorstellen, dass er der Ersatzmann ist - ich schließe Sex jetzt einfach mal aus und hoffe nicht, dass die Mutter soweit gegangen ist......

Wie schaut der Kontakt zum Vater aus?

Viel ERfolg

Danke schon mal
für Eure Vorschläge und Ermutigungen! Insbesondere habt Ihr recht, dass schon mal ein Hauptpunkt ist, dass mein Mann in der Situation zu mir hält.

Allerdings ist es tatsächlich so, dass die beiden (Schwiema und Schwager) auch auf 600km Distanz zur Belastung werden, d.h. wir können gar nicht sooo einfach unser Ding machen und uns raushalten aus deren Leben ohne z.B. den Kontakt völlig abzubrechen. Das liegt daran, dass in der Familie meines Mannes so eine Art unterschwellige Erwartungshaltung existiert, dass dort (und nicht etwa bei uns) sich das eigentliche Familienleben abspielt. Die beiden leben ja nach einer so unhinterfragten Eigenlogik, dass sie von allen anderen im Prinzip auch nur fordern können, sich dieser Logik zu unterwerfen. (Wären sie selbstkritisch oder würden anderen einen Entscheidungsspielraum einräumen, müssten sie ja konsequenterweise auch das eigene Lebensmodell hinterfragen, wovor sie aber beide wahrscheinlich Angst haben.) Ich weiß nicht, ob das irgendwie vorstellbar ist. Vielleicht schildere ich einfach mal eine konkrete Situation:
Mein Mann und ich kommen zu Besuch, alle sind erstmal nett und freundlich, wir essen zusammen, machen einen Spaziergang, übernachten im Gästezimmer. Soweit, so gut. Aber bereits beim Essen scheucht Schwiema ihre Söhne (einschließlich meines Mannes) durch die Gegend, als wären es kleine Kinder, die nicht wüssten, wie man sich verhält. Die Kleidung wird begutachtet wie bei einem Schuljungen ("Da musst Du Dir aber mal neue Schuhe besorgen..."). Mein Mann zieht sich in solchen Situationen gerne aus dem Gespräch zurück und mein Schwager schlägt bewusst andere Themen an. Es wird aber dadurch auch nicht besser. Der Schwager schlägt dann einen Spaziergang vor und nimmt seine Mama an der Hand (!), was den restlichen Spaziergang so bleibt. Beide nennen sich gelegentlich auch "Schatz".
Am Ende wird bei unserer Abreise noch mehr oder weniger direkt bemängelt, dass wir so selten "die Familie" besuchen. (An Weihnachten - wir blieben hier bei uns - gab es deshalb natürlich einen großen Eklat.)

Kurzum: Wie soll man sich da verhalten? Im Prinzip müsste ich ständig meinen Senf dazu geben oder aber mich irgendwann an solchen Tagen auf dem Absatz herumdrehen und einfach gehen, weil mich dieser Umgang und diese ständigen Grenzüberschreitungen anwidern. Tatsächlich schlucken wir vieles runter, ertragen die Besuche dort mit Fassung und etwas reserviert (was die beiden uns vermutlich auch irgendwo unterbewusst anmerken) und wissen nicht, wie wir uns dazu verhalten sollen. Kommentiert man solche Einzelheiten wie z.B. das Händchenhalten, so hat mein Schwager üblicherweise schon eine Erklärung parat (Die Mama fühlt sich sonst mit dem Gehen unsicher, z.B.) Daher war mein Gedanke ja, ob man nicht einmal grundsätzlich sagen sollte: Uns missfällt, wie Ihr hier zusammen lebt. Wir finden es grenzüberschreitend und es entspricht nicht der Beziehung, die Eltern und erwachsene Kinder pflegen sollten, so dass jeder seinen Freiraum hat.

Irgendwie bin ich also immer noch ein wenig ratlos...

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7. Januar 2009 um 22:09
In Antwort auf reba_11975640

Danke schon mal
für Eure Vorschläge und Ermutigungen! Insbesondere habt Ihr recht, dass schon mal ein Hauptpunkt ist, dass mein Mann in der Situation zu mir hält.

Allerdings ist es tatsächlich so, dass die beiden (Schwiema und Schwager) auch auf 600km Distanz zur Belastung werden, d.h. wir können gar nicht sooo einfach unser Ding machen und uns raushalten aus deren Leben ohne z.B. den Kontakt völlig abzubrechen. Das liegt daran, dass in der Familie meines Mannes so eine Art unterschwellige Erwartungshaltung existiert, dass dort (und nicht etwa bei uns) sich das eigentliche Familienleben abspielt. Die beiden leben ja nach einer so unhinterfragten Eigenlogik, dass sie von allen anderen im Prinzip auch nur fordern können, sich dieser Logik zu unterwerfen. (Wären sie selbstkritisch oder würden anderen einen Entscheidungsspielraum einräumen, müssten sie ja konsequenterweise auch das eigene Lebensmodell hinterfragen, wovor sie aber beide wahrscheinlich Angst haben.) Ich weiß nicht, ob das irgendwie vorstellbar ist. Vielleicht schildere ich einfach mal eine konkrete Situation:
Mein Mann und ich kommen zu Besuch, alle sind erstmal nett und freundlich, wir essen zusammen, machen einen Spaziergang, übernachten im Gästezimmer. Soweit, so gut. Aber bereits beim Essen scheucht Schwiema ihre Söhne (einschließlich meines Mannes) durch die Gegend, als wären es kleine Kinder, die nicht wüssten, wie man sich verhält. Die Kleidung wird begutachtet wie bei einem Schuljungen ("Da musst Du Dir aber mal neue Schuhe besorgen..."). Mein Mann zieht sich in solchen Situationen gerne aus dem Gespräch zurück und mein Schwager schlägt bewusst andere Themen an. Es wird aber dadurch auch nicht besser. Der Schwager schlägt dann einen Spaziergang vor und nimmt seine Mama an der Hand (!), was den restlichen Spaziergang so bleibt. Beide nennen sich gelegentlich auch "Schatz".
Am Ende wird bei unserer Abreise noch mehr oder weniger direkt bemängelt, dass wir so selten "die Familie" besuchen. (An Weihnachten - wir blieben hier bei uns - gab es deshalb natürlich einen großen Eklat.)

Kurzum: Wie soll man sich da verhalten? Im Prinzip müsste ich ständig meinen Senf dazu geben oder aber mich irgendwann an solchen Tagen auf dem Absatz herumdrehen und einfach gehen, weil mich dieser Umgang und diese ständigen Grenzüberschreitungen anwidern. Tatsächlich schlucken wir vieles runter, ertragen die Besuche dort mit Fassung und etwas reserviert (was die beiden uns vermutlich auch irgendwo unterbewusst anmerken) und wissen nicht, wie wir uns dazu verhalten sollen. Kommentiert man solche Einzelheiten wie z.B. das Händchenhalten, so hat mein Schwager üblicherweise schon eine Erklärung parat (Die Mama fühlt sich sonst mit dem Gehen unsicher, z.B.) Daher war mein Gedanke ja, ob man nicht einmal grundsätzlich sagen sollte: Uns missfällt, wie Ihr hier zusammen lebt. Wir finden es grenzüberschreitend und es entspricht nicht der Beziehung, die Eltern und erwachsene Kinder pflegen sollten, so dass jeder seinen Freiraum hat.

Irgendwie bin ich also immer noch ein wenig ratlos...

Eins noch,
die Beziehung zum Vater (zur Info): Wir haben zu ihm und seiner jetzigen Lebensgefährtin ein gutes und entspanntes Verhältnis (er wohnt im Ausland), da er uns als eigenständige erwachsene Menschen ernst nimmt und keine Erwartungen an uns hat als Mitglieder einer Familie. Zu seiner Ex-Frau und seinem 2. Sohn (meinem Schwager) hat er den Kontakt bis heute komplett abgebrochen. Von seiner Ex-Frau sagt er, sie habe ihm ausschließlich Vorwürfe gemacht und von seinem Sohn, dieser habe sich voll und ganz vor den Karren seiner Mutter spannen lassen. Mein Schwager hat meine Mutter ironischerweise auch im Scheidungsprozess vertreten. (Nicht als Anwalt, aber er hat die ganzen Schreiben aufgesetzt usw.) Er scheint einen ganz tiefsitzenden Hass auf seinen Vater zu haben. ("Ich habe keinen Vater.")

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8. Januar 2009 um 21:49
In Antwort auf reba_11975640

Eins noch,
die Beziehung zum Vater (zur Info): Wir haben zu ihm und seiner jetzigen Lebensgefährtin ein gutes und entspanntes Verhältnis (er wohnt im Ausland), da er uns als eigenständige erwachsene Menschen ernst nimmt und keine Erwartungen an uns hat als Mitglieder einer Familie. Zu seiner Ex-Frau und seinem 2. Sohn (meinem Schwager) hat er den Kontakt bis heute komplett abgebrochen. Von seiner Ex-Frau sagt er, sie habe ihm ausschließlich Vorwürfe gemacht und von seinem Sohn, dieser habe sich voll und ganz vor den Karren seiner Mutter spannen lassen. Mein Schwager hat meine Mutter ironischerweise auch im Scheidungsprozess vertreten. (Nicht als Anwalt, aber er hat die ganzen Schreiben aufgesetzt usw.) Er scheint einen ganz tiefsitzenden Hass auf seinen Vater zu haben. ("Ich habe keinen Vater.")

Also der Vater versteht euch und lässt es auch so stehen,
und das kann ich euch nur empfehlen. Ihr seid erwachsen und müßt nichts und niemand Folge leisten und ihr dürft ehrlich sein und sagen, der Weg ist für euch sehr weit und mühsam und die Aufenthalte sind nicht unbedingt so, wie ihr euch entspanntes Leben vorstellt. So ehrlich darf man sein, aber alles andere lasst unkommentiert. Der Schwager muß es ändern, wenn er möchte.
Lehnt euch entspannt zurück und denkt ihr seid in der Kommödie.
Hört sich fast schon bühnenreif an. Genieße dein Leben an der
Seite deines Mannes und freue dich von Herzen daran, das andere ist 600 km weit weg.
Gruß Melike

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