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Wie setze ich meinem Kind grenzen...

30. März 2004 um 11:38

und wie versteht es diese

Danke an Dagmar für die empfehlung einer neuen Diskussion, das ist wirklich die bessere Formulierung (statt "wie "bestrafe" ich mein Kind").

Also wie setze ich meinem Kind grenzen? Und was ist Triple-P?

Außerdem hat jemand eine Idee wie man "obernein" formulieren kann? Ich ertappe mich leider dabei dass ich oft "nein" zu meiner Tochter (1 Jahr) sage, obwohl sie etwas eigentlich sonst darf nur weil ich keine Lust habe zb die Plastik schüsseln zum 10 mal einzuräumen, oder weil wir es eilig haben. Dadurch denke ich sieht sie "nein" nicht als das was es manchmal ist wenn es gefährlich werden kann (ein "bis hier hin und nicht weiter"), bzw wenn ich etwas wirklich nicht will...

Freue mich über Anregungen

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2. April 2004 um 16:00

Triple P
Hallo,

du fragst nach Tiple P.

Das ist ein Training, in dem Eltern lernen ihren Kindern positiv Grenzen zu setzen und nicht zu strafen.

Hier ein paar Links:
http://www.geo.de/GEO/medizin_psychologie/2002_04_-GEO_kunst_des_helfens_vier_schritte/index.html?link-ref=geode_teaser_toc_text&SDSID=1762680000001108091-3245

http://www.geo.de/GEO/medizin_psychologie/2002_04_-GEO_kunst_des_helfens_erziehungstips/index.html?lin-kref=geode_teaser_toc_text&SDSID=176268000000110809-13245

www.triplep.de

Hoffentlich funktionieren die langen Links. Wenn nicht, dann gehe auf www.geo.de und suche nach dem Heft 4/02.

Du schreibst, du sagst zu oft nein, auch wenn dein Kind in anderen Situationen jenes tun darf. Häufig reagieren wir zu sitautionsbezogen. Unsere Kinder erkennen dadurch schlechter feste Regeln.

Deshalb ist es sinnvoll nur ganz wenige Regeln zu haben, maximal 5-10, diese aber auch immer durchzusetzen, egal an welchem Ort man sich befindet.

Das Zusammenstreichen der vielen Regeln hilft unseren Kindern auch dabei uns als Eltern einzuschätzen. Wenn wir nicht konsistent sind in unserer Erziehung, sondern mal etwas erlauben und ein anderes Mal verbieten, dann empfinden unsere Kinde uns als uneinschätzbar. Sie werden als Folge permanen austesten, ob sie bestimmte Dinge tun dürfen oder nicht. Reagieren wir aber einschätzbar, dann kennen die Kinder unsere Reaktion und müssen uns nicht permanent testen. So fallen viele Situationen weg, in denen wir reagieren müssen.

Der nächste Punkt ist, darauf zu achten, welchem Verhalten wir unsere Aufmerksamkeit schenken. Oft reagieren wir, wenn unser Kind etwas tut, was es lassen soll durch Verbote oder Strafen. Verhält sich unser Kind angemessen, empfinden wir dieses als normal.

Nun ist es so, dass Kinder das Verhalten wiederholen, für das sie Aufmerksamkeit erhalten. Wir müssen also uns Eltern ändern, indem wir unsere Kinder immer loben und bestärken, wenn sie sich angemessen verhalten und wir nur ganz kurz aber eindeutig reagieren, wenn sie es nicht tun.

Das alles musste ich bei meinen Kindern mit ADS noch konsequenter anwenden, als man das bei Kindern muss, die kein ADS haben. Aber es lohnt sich bei allen Kindern. Das Schöne ist, dass sich dieses Verhalten auf die Kinder überträgt. Plötzlich beginnen sich Geschwister untereinander zu loben (Anerkennung zu schenken) und auch wir Eltern werden immer wieder von den Kindern gelobt.

Bei uns hat sich die Familienathmosphäre sehr positiv verändert, deshalb kann ich dieses Training nur empfehlen.

Viele Grüße
Dagmar

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2. April 2004 um 23:01

"Jetzt ist Schluss"
Hallo!

Ich finde es gut, wie Du über dieses "Nein"-Problem denkst. Nicht alle Mütter machen sich die Mühe, über ihr Verhalten nachzudenken und reagieren einfach aus ihrer Laune heraus, irgendwie. Über dieses "grenzen setzen" gibt es viele Bücher und Weisheiten. Ich sage mal, Deine Tochter und Du, ihr müsst Euch auf eine neue Situation einstellen: sie wächst nun aus dem Babyalter heraus, wo alle ihre Wünsche weitestgehend erfüllt wurden. Sie muss lernen, das nicht mehr alles nach ihrem Kopf geht. Und DU musst lernen, ihre "Chefin" zu sein, die ihr vorgibt, was sie wann darf (oder eben nicht). Vielleicht kannst Du Dir angewöhnen (so habe ich es eine Zeitlang versucht-) in den genannten Situationen statt "nein" einfach "jetzt ist Schluß!" zu sagen. Gar nicht streng, sondern ganz ruhig, aber entschlossen! Es ist wirklich schwierig, hier einen Kompromiss zu finden. Aber Dein Kind wird auch lernen, Deine Reaktion zu verstehen und richtig einzuschätzen. (Gefahr oder nur schlechte Laune, Nervosität usw.) Wir dürfen die Kleinen nicht unterschätzen, die wissen oft ganz genau, wann "Feuer am Dach" ist!
Nicht umsonst ist "Nein" eines der ersten Wörter nach "Mama", das die Kinder sagen...

Weiterhin viel Geduld,
Memory

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3. April 2004 um 11:54
In Antwort auf saki_12498173

"Jetzt ist Schluss"
Hallo!

Ich finde es gut, wie Du über dieses "Nein"-Problem denkst. Nicht alle Mütter machen sich die Mühe, über ihr Verhalten nachzudenken und reagieren einfach aus ihrer Laune heraus, irgendwie. Über dieses "grenzen setzen" gibt es viele Bücher und Weisheiten. Ich sage mal, Deine Tochter und Du, ihr müsst Euch auf eine neue Situation einstellen: sie wächst nun aus dem Babyalter heraus, wo alle ihre Wünsche weitestgehend erfüllt wurden. Sie muss lernen, das nicht mehr alles nach ihrem Kopf geht. Und DU musst lernen, ihre "Chefin" zu sein, die ihr vorgibt, was sie wann darf (oder eben nicht). Vielleicht kannst Du Dir angewöhnen (so habe ich es eine Zeitlang versucht-) in den genannten Situationen statt "nein" einfach "jetzt ist Schluß!" zu sagen. Gar nicht streng, sondern ganz ruhig, aber entschlossen! Es ist wirklich schwierig, hier einen Kompromiss zu finden. Aber Dein Kind wird auch lernen, Deine Reaktion zu verstehen und richtig einzuschätzen. (Gefahr oder nur schlechte Laune, Nervosität usw.) Wir dürfen die Kleinen nicht unterschätzen, die wissen oft ganz genau, wann "Feuer am Dach" ist!
Nicht umsonst ist "Nein" eines der ersten Wörter nach "Mama", das die Kinder sagen...

Weiterhin viel Geduld,
Memory

Wird getestet
Das mit dem "Jetzt ist schluß" finde ich ganz gut. Werde es auf jedenfall ausprobieren. Ob das auch als "Obernein" funktioniert? Ich denke das wäre einfacher sich daran zu gewöhnen....
Muss mit meinem Mann mal überlegen welche variante für uns besser ist.
Werde meine erfahrungen auf jeden fall berichten

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3. April 2004 um 12:02
In Antwort auf dagmarffm

Triple P
Hallo,

du fragst nach Tiple P.

Das ist ein Training, in dem Eltern lernen ihren Kindern positiv Grenzen zu setzen und nicht zu strafen.

Hier ein paar Links:
http://www.geo.de/GEO/medizin_psychologie/2002_04_-GEO_kunst_des_helfens_vier_schritte/index.html?link-ref=geode_teaser_toc_text&SDSID=1762680000001108091-3245

http://www.geo.de/GEO/medizin_psychologie/2002_04_-GEO_kunst_des_helfens_erziehungstips/index.html?lin-kref=geode_teaser_toc_text&SDSID=176268000000110809-13245

www.triplep.de

Hoffentlich funktionieren die langen Links. Wenn nicht, dann gehe auf www.geo.de und suche nach dem Heft 4/02.

Du schreibst, du sagst zu oft nein, auch wenn dein Kind in anderen Situationen jenes tun darf. Häufig reagieren wir zu sitautionsbezogen. Unsere Kinder erkennen dadurch schlechter feste Regeln.

Deshalb ist es sinnvoll nur ganz wenige Regeln zu haben, maximal 5-10, diese aber auch immer durchzusetzen, egal an welchem Ort man sich befindet.

Das Zusammenstreichen der vielen Regeln hilft unseren Kindern auch dabei uns als Eltern einzuschätzen. Wenn wir nicht konsistent sind in unserer Erziehung, sondern mal etwas erlauben und ein anderes Mal verbieten, dann empfinden unsere Kinde uns als uneinschätzbar. Sie werden als Folge permanen austesten, ob sie bestimmte Dinge tun dürfen oder nicht. Reagieren wir aber einschätzbar, dann kennen die Kinder unsere Reaktion und müssen uns nicht permanent testen. So fallen viele Situationen weg, in denen wir reagieren müssen.

Der nächste Punkt ist, darauf zu achten, welchem Verhalten wir unsere Aufmerksamkeit schenken. Oft reagieren wir, wenn unser Kind etwas tut, was es lassen soll durch Verbote oder Strafen. Verhält sich unser Kind angemessen, empfinden wir dieses als normal.

Nun ist es so, dass Kinder das Verhalten wiederholen, für das sie Aufmerksamkeit erhalten. Wir müssen also uns Eltern ändern, indem wir unsere Kinder immer loben und bestärken, wenn sie sich angemessen verhalten und wir nur ganz kurz aber eindeutig reagieren, wenn sie es nicht tun.

Das alles musste ich bei meinen Kindern mit ADS noch konsequenter anwenden, als man das bei Kindern muss, die kein ADS haben. Aber es lohnt sich bei allen Kindern. Das Schöne ist, dass sich dieses Verhalten auf die Kinder überträgt. Plötzlich beginnen sich Geschwister untereinander zu loben (Anerkennung zu schenken) und auch wir Eltern werden immer wieder von den Kindern gelobt.

Bei uns hat sich die Familienathmosphäre sehr positiv verändert, deshalb kann ich dieses Training nur empfehlen.

Viele Grüße
Dagmar

Leichter gesagt als getan
Wenn ich das so lese ist mir das alles klar. Aber im alltag ist das furchtbar schwierig. Ich habe mir schon angewöhnt sie zu loben, zb wenn sie die Deckel wieder in die Kiste räumt usw. Aber dennoch bleibt es dabei dass ich ziemlich oft nein sagen muss, in Situationen bei denen nicht Gefahr in Verzug ist, sie aber dennoch etwas tut was sie nicht soll, wenn sie sich auf dem Wickeltisch windet und nicht wickeln lassen will, und manchmal auch nur weil wir rumalbern und sie mich kitzelt, oder sie den Fernseher anmacht weil sie es so lustig findet auf die Knöpfe zu drücken etc... dann ist das nein nicht böse gemeint... naja ich werde versuchen meinen Wortschatz zu ändern und dann mal sehen was kommt.
Vielen Dank für die Links die werde ich mir auf jeden Fall ansehen

Grüße Anja

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