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Wie oft nein sagen? Bin total verunsichert

21. Juli 2008 um 12:23

ich dachte bisher dass ich mit meinem Sohn (1 Jahr alt) eigentlich ganz "normal" umgehe (ich finde in meinem Freundeskreis wird das nicht anders gemacht), aber jetzt habe ich ein vernichtendes Feed-Back von meiner Schwester und meiner Mutter bekommen: sie finden dass ich viel zu wenig "nein" zu meinem Sohn sage:
sie finden dass es unmöglich ist dass er mit dem Löffel ein paar Macken in den Esstisch gehauen hat. Mich stören die Macken nicht und ich fände es grausam ihm den Löffel wegzunehmen während wir essen (und eben auch Löffel in den Händen halten). Was meint Ihr?
Sie finden dass es nicht geht wenn ich ihn trage wenn er nicht im Kinderwagen sitzen will. Meine Erfahrung ist eben dass er sich total reinsteigert wenn er da gerade nicht rein will und dann schreit wie am Spiess, ich müsste ihn dann in den Wagen hineinzwingen, mit ganzer Kraft. Das will ich nicht. Ich trage ihn dann ein bisschen und dann setzt er sich nach einer Weile freiwillig in den Wagen, ganz ohne Geschrei.
An seinem ersten Tag als er Krabbeln gelernt hat ist er zielstrebig zur Toilettenbürste gekrabbelt und hielt die dann stolz in der Hand. Wir haben damals ein Foto davon an meine Familie geschickt weil wir das lustig fanden, und jetzt machen sie mir das zum Vorwurf (ich hätte nein sagen sollen). Inzwischen haben wir die Toilettenbürste natürlich hochgestellt. Aber selbst das reicht ihnen nicht, ich hätte sie wohl stehen lassen sollen und jedes Mal "nein" sagen damit er es lernt.
Natürlich sagen wir trotzdem ja dauernd "nein" wenn er zum Mülleimer geht, zur Steckdose etc. (macht er inzwischen nicht mehr) und meine Intuiton sagt mir eigentlich dass das so richtig ist wie ich das mache: er ist zu klein um von ihm Einsicht in Verbote zu verlangen! Ich finde dass ich bei wirklich wichtigen Dingen "nein" sagen muss (wenn meine eigene Grenze überschritten ist) und nicht an allen möglichen Ecken nur um ihn aus Prinzip erziehen zu wollen.
Trotzdem verletzt mich diese Kritik sehr und macht mich auch traurig und unsicher.
Ich würde gerne wissen ob ihr findes dass an der Kritik was dran ist und ich das einfach nicht akzeptieren kann oder ob meine Schwester und Mutter sich täuschen. Ich denke nämlich dass sie beide vergessen haben dass ein Einjähriger kein Kindergartenkind ist!?

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21. Juli 2008 um 13:07

Also...
meine Maus ist zwar erst 4 wochen alt, aber ich finde du machst das ganz richtig...
Wenn man den ganzen tag zu Allem und jedem was das Kind nicht soll/darf "nein" sagt kommt man doch aus dem Neinsagen gar nicht mehr raus und das Kind nimmt die "Verbote" doch gar nicht mehr ernst... Die sind halt noch klein und wissen nicht was sie tun dürfen und was nicht... und es ist bei dir ja nicht so dass er das überhaupt nicht mitbekommt sondern nur bei sachen die Dir wichtig sind... die sich ja mit der Zeit auch evtl verändern und er deswegen immer mehr mitbekommt was er tun darf und was nicht... Abgesehen davon macht es doch auch gar keinen "Spaß" das Kind den ganzen Tag mit Verboten einzudecken, weder Dir noch ihm!

Bei so sachen wie Macken im Tisch, gib ihm doch zB einfach nen Plastiklöffel, der sollte den Tisch n bißchen mehr schonen

Und ansonsten Ohren auf durchzug und gut, Du musst mit Deinem Sohn leben und wenn das für euch passt ist doch alles gut ...

LG
Anja & Emilia (29 Tage)

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21. Juli 2008 um 13:55

Hallöle
also ich finde auch das du das schon richtig machst.
man kann generell nie andere leute mit seinen erziehungsmethoden zufriedenstellen, jeder würde es anders machen. mache das was DU für richtig hälst. klar muss man den kinder auch mal NEIN sagen, aber will man denn zu allem und jedem wo ein kind dran geht nur noch NEIN sagen? dann blicken die dorch irgendwann gar nicht mehr durch. sind zur zeit auch in der phase, mein kleiner ist jetzt 8 monate alt, fängt an zu krabbeln und kommt natürlich überall dran, manche sachen muss man eben wegstellen und bei bestimmten sachen kommt eben ein NEIN.
und zu dem tragen: dein kind ist ein jahr alt, da darf man sie schonmal tragen, er ist bestimmt noch nicht so gut und weit zu fuss und immer kinderwagen ist halt doof, wenn er schon 2-3 wäre, dann wäre es schon was anderes. also mach dir keinen stress und lass dir da nix einreden, ich kenne das problem

LG Shnuffi

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21. Juli 2008 um 14:29

Verstehe dich,aber auch
irgendwie deine verwandten...
eine badtür sollte geschlossen sein,so dass ein kind nicht reinkommt,da können gefährliche sachen mit duschbad und co passieren.

ihn beim essen einen löffel in die hand zu geben ist völlig ok-aber-wenn er damit dinge kaputt macht,solltet ihr den löffel wegnehmen.
sonst denkt er ,es sei normal überall draufzuhauen und dinge kaputt zu machen...

rumtragen auch ok...aber in maßen,sonst gewöhnt er sich dran und denkt das muss immer so sein.

lg

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21. Juli 2008 um 14:58

Grenzen sind wichtig
Eines habe ich 3 Jahren Kindererziehung gelernt: Grenzen ziehen (und diese Grenzen auch durchsetzen!) ist eigentlich das Wichtigste der Erziehung.

Ich weiß ja, wie man sich fühlt, wenn man "Nein" sagt - schnell fühlt man sich als autoritärer Spielverderber und fragt sich, ob das wirklich sein muss. Und die Kleinen lassen es einen ja deutlich hören, dass sie ganz anderer Meinung sind.

Aber nur wenn man Grenzen setzt, wissen die Kleinen, was gut und was nicht gut ist. Und nur so lernen sie, was sie dürfen und was nicht. Und nur so finden sie letztlich in eine normale Rolle in einer Gesellschaft, wo halt nicht alles nach ihrem Kopf gehen kann. Und dieses Grenzensetzen ist nun mal unser Job, denn die Kleinen können es nicht wissen.

Wir haben es daher bei unserer Tochter versucht, konsequent zu sein (versucht! Ganz schaffen tut man es nie). Natürlich gab es da mal Geschrei und "Ich will aber". Aber mit dieser Konsequenz ist sie zu einem freundlichen, ausgeglichenen Kind geworden, das mit Regeln leben kann.

Unsere Nachbarn haben gleichaltrige Zwillinge und sie sehr lax erzogen. Im Ergebnis sind sie viel unausgeglichener, weil sie eben ihre Grenzen nicht kennen und immer wieder neu austesten müssen. Ständig Geschrei wegen Kleinigkeiten, auf den Boden schmeißen etc. Kein Wunder, dass die Eltern inzwischen mit ihren Nerven am Ende sind.

Nehmen wir nur mal eine klassische Situation: Heehen vom Spielplatz. Wenn wir gehen müssen, sage ich zu meiner Tochter: "In 5 Minuten gehen wir nach hause". Und dann motzt sie vielleicht, geht aber letztlich ohne Probleme mit.
Bei unseren Nachbarn klingt das so: "Ich würde gerne nach Hause gehen, wollen wir mal zusammen packen?"
"NEIN!"
"Ach komm schon, ich möchte wirklich gehen. Bitte?"
"NEIN! NEIN! NEIN!"
Und irgendwann nach einer halben Stunde schaffen sie es dann mal, nach Hause zu gehen. Jedes Mal Stress für alle Beteiligten, nicht zuletzt auch für die Kinder.

Wo Du die Grenzen setzt, ist natürlich Deine Sache. Aber wenn Sachen kaputt gehen, würde ich immer "Nein" sagen.

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23. Juli 2008 um 13:03

Gesellschaftsfähig...
Also ich finde, Dinge die DU ausbaden musst (Tragen) kannst du handhaben, wie du möchtest. Jedoch sollten Verhaltensweisen, die dein Kind irgendwann mal in die Gesellschaft trägt doch anerzogen werden (wenn du Wert auf Eure gesellschaftsfäähigkeit legst) dazu würde ich das "Löffel auf Tisch schlagen" zählen. Weil irgendwann das Kind mal nicht auf deinem (dir unwichtigem Tisch) rumhämmert, sondern evtl. auf etwas wertvollerem. Auch fände ich es nicht sonderlich appetitlich, wenn mein Kind mit fremden Klobürsten spielt buäh....
Du schreibst:
"er ist zu klein um von ihm Einsicht in Verbote zu verlangen! Ich finde dass ich bei wirklich wichtigen Dingen "nein" sagen muss (wenn meine eigene Grenze überschritten ist)" das widerspricht sich - Sorry. Entweder ist dein Kind zu klein, dann keine Verbote, oder wenn schon dennschon. Aber Kinder sind nicht "zu klein". Wenn du jedoch keinen so großen Wert auf die Gesellschaft legst, dann kannst du das halten, wie du willst. Aber bedenke es wird schwerer irgendwann mal ein "nein" akzeptiert zu bekommen, wo es früher immer ein "ja" gegeben hat.

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24. Juli 2008 um 21:13

Ich
vertrete eine ganz andere ansicht
kann dir das buch "warum unsere kinder tyrannen werden" empfehlen...da wird total gut erklärt, wie wichtig es ist, dem kind grenzen zu setzen.

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25. Juli 2008 um 10:59

Du musst wissen was das beste ist für dein Kind
Lass dich nicht durch die Meinung anderer verunsichern.

Ich finde das hört sich nicht sonderlich schlimm an, eben ganz normal so wie ich es von meiner Kindheit kenne.

Warum soll man das Kind mit Erziehungsmethoden durcheinander bringen? Kinder in dem Alter wollten entdecken, stecken sich Dinge in den Mund und versuchen nachzuahmen was sie sehen.

Wenn du nein sagst dann nur wenn du es wirklich für angebracht hälst.

Klar Kinder sollen von der Steckdose weg bleiben, nicht auf die Straße rennen etc. das sind Dinge, die Lebensgefährlich sind und da ist ein Nein auf jeden Fall immer angebracht.

Aber warum solltest du dein Kind nicht auf den Arm nehmen dürfen wenn es nicht in den Kinderwagen will? Oder was soll das mit der Toilettenbürste? Es war doch witzig gemeint.
Deine Mutter und deine Schwester sollten mit den Ansichten eine Sekte Gründen die "Immer Nein Sagen Sekte"

Nein zum Entdecken
Nein zum Spaß
Alles Nein

Du machst das gut so, für die Erziehung deines Sohnes bist du zuständig nicht deine Geschwister oder Eltern, die können die gerne Ratschläge geben und ob du drauf eingehst ist dann auch deine Sache

lg
Kathy

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26. Juli 2008 um 13:37

Teils, teils...
ich bin der Meinung, dass man ein "nein" durchziehen sollte, aber eben auch, dass man die Häufigkeit gering halten sollte.

Es bringt niemandem etwas "Fallen" aufzustellen und dann den ganzen Tag "nein" zu sagen. Warum also die Klobürste nicht hochstellen. Man muss eines bedenken, Kinder machen uns alles nach. Kinder verstehen nicht, warum du an die Steckdose darfst, sie aber nicht. Warum du an den Mülleimer darfst, sie aber nicht usw usw. Um es mal überspitzt zu formulieren, ist so ein Verhalten nicht fair (du darfst es, sie aber nicht).

Damit beantwortet sich m.E. auch die Frage mit dem Tisch. Haut ihr Löcher in den Tisch? Ich denke nein . Auch wenn es dir egal ist, sowas muss echt nicht sein und stell dir vor, er macht es woanders...dann ist Holland in Not!

Die Sache mit dem Kinderwagen ist allein deine Sache, geht niemanden etwas an. Ich wüsste auch nicht, wo jetzt nun wirklich der Vorteil liegt. Ist ein schreiendes Kind besser als ein getragenes Kind

lg
Stefanie

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26. Juli 2008 um 13:45

Warum sollten denn
Eltern/Verwandte/Freunde keine Ratschläge mehr geben dürfen? Natürlich ist es eine Frage des "wie" und der Menge, aber selbst wenn diese Ratschläge schlecht sind, tragen sie doch dazu bei, dass man sich mal Gedanken macht (sieht man ja an diesem Thread ).

Ich bin, ehrlich gesagt, immer froh, wenn mir jemand mal ein Feedback gibt; ob nun positiv oder negativ.

Meine Mutter hat mir beispielsweise mal gesagt, dass ich aufpassen solle, dass mein Sohn nicht bei einer Frage in so einen Jammerton verfällt. Mir war das gar nicht aufgefallen.

lg
Stefanie

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