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Wie können wir das lösen?

30. März um 21:52

Mein Freund und ich sind seit 7 Jahren zusammen und haben drei gemeinsame Kinder (5, 4 und 11 Monate). Vor 5,5 Jahren sind wir für sein Studium hierhergezogen, mindestens 200km entfernt von jeglicher Verwandtschaft. Hier kamen unsere  drei Kinder zur Welt und ich sorgte abwechselnd durch Arbeit in der Wissenschaft (bin promovierte Ingenieurin) bzw. Elterngeld für unseren Lebensunterhalt. Zudem kümmerte ich mich nahezu alleine um Haushalt und Kinder, damit er ganz in Ruhe studieren konnte.
Ende des Jahres konnte mein Freund sein Studium erfolgreich beenden und trat im Januar eine Stelle 500km von hier entfernt an. Wir hatten im Vorfeld ausführlich darüber gesprochen, in welchen Regionen er sich bewerben könnte, wo es für uns beide gute Stellenangebote gäbe, und diese Gegend gehörte nicht dazu. Allerdings wohnt der Vater meines Freundes mit Familie vor Ort (über den hat mein Freund auch seine Stelle bekommen) und der hat mir immer erzählt, wie toll der Ort sei, da man in 20 Minuten in der Landeshauptstadt und auch in anderen größeren Städten wäre mit der Bahn, also alles ganz toll und einfach für mich dann auch von da zu arbeiten. Ich gab meinem Freund also das OK sich auf die Stelle zu bewerben und dann natürlich auch anzutreten, unter der Prämisse dass es einerseits schon genau das sein sollte was er möchte und nicht nur „irgendein“ Job, denn den würde er auch in Gegenden bekommen wo ich es einfacher hätte mit der Arbeitssuche. Zudem habe ich meinem quasi-Schwiegervater geglaubt, dass es für mich von da aus zeitlich gut machbar wäre zu pendeln.
Tja, jetzt habe ich mir mal selber die Bahnverbindungen zu potentiellen Arbeitgebern angeguckt, und mich hat fast der Schlag getroffen: 1:15 bis 1:30 Stunden pro Strecke alleine mit der Bahn, die Wege von und zum Bahnhof gar nicht gerechnet. Da habe ich mir ja schön was erzählen lassen! Für mich heißt das: pendeln von genau dem Ort aus ist, gerade auch mit drei kleinen Kindern, ist nicht möglich.
Für mich gäbe es jetzt grundsätzlich zwei Optionen:
-          Wir suchen uns einen Wohnort nicht genau in dem Ort wo mein Freund arbeitet und der Opa wohnt, sondern etwas näher an für mich möglichen Arbeitsstätten, so dass wir zwar beide fahren müssen, es aber für uns beide zeitlich im Rahmen bleibt
-          Wir wohnen tatsächlich im selben Ort wie der Opa und der Arbeitgeber meines Freundes und ich pendle täglich mehrere Stunden, dann muss aber auch mein Freund einen Teil an Haushalt und Kinderbetreuung mit übernehmen
Beide Optionen sind für meinen Freund nicht tragbar, er will dass wir am Ort seines Arbeitgebers wohnen, obwohl ihm der Job eigentlich gar nicht gefällt und er sich in spätestens fünf Jahren mit einem eigenen Unternehmen selbständig machen möchte. In Sachen Haushalt und Kindern kann bzw. will er sich nicht engagieren, da er ja auch täglich neun-zehn Stunden auf der Arbeit wäre. Ich wiederum sehe nicht ein, unter den Voraussetzungen jetzt mit den Kindern schnellstmöglich in den besagten Ort zu ziehen. Mittlerweile bin ich auch auf dem Standpunkt, dass wir uns erst wieder eine gemeinsame Bleibe suchen sollten, wenn wir beide eine Stelle in der Gegend haben, damit wir Wohnort und Kindergarten etc. eben an beiden Arbeitsstellen und nicht nur an seiner ausrichten.
Für meinen Freund klingt das alles nicht machbar, er wird jedes mal laut wenn ich versuche ihn von einem Kompromiss zu überzeugen, so dass ich gar keine Lust mehr habe mit ihm darüber zu diskutieren und Zukunftspläne zu machen.  
Ich wäre dankbar mal andere Meinungen zu dem Thema zu hören, da ich mir mittlerweile schon Gedanken mache, ob das so mit uns überhaupt eine Zukunft hat. Was würdet ihr mir raten?  Vielen Dank für Denkanstöße jeglicher Art 😊
 
 

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31. März um 0:03

Dein Freund ist egoistisch! Punkt! 3 Kinder zeugen, aber nicht einsehen wollen, dass diese auch Zeit kosten, ist völlig daneben! Seinen Kopf gegen jegliche Vernunft durchsetzen zu wollen ohne auf dich Rücksicht zu nehmen und mit dir ernsthafte lösungen zu diskutieren, ist auch total daneben.

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31. März um 8:35

Ich finde, dein Freund sollte sich was schämen. DU bist wegen seinem Studium gemeinsam mit Kind und Kegel weg von deiner Familie gezogen, hast ihn jahrelang ernährt und auch noch zu Hause entschuldige bitte, aber den Arsch gepudert. Im Grunde hast du dich die letzten Jahre neben deinem Job nicht nur um 3, sondern 4 Kinder gekümmert. Und jetzt ist der feine Herr zu keinerlei Kompromiss, der euch beide weiterbringt in der Lage? Ich bin normalerweise nicht jemand, der gleich nach Trennung schreit, aber wenn es mein Freund wäre und er sich weiterhin so egoistisch und idiotisch verhalten würde, dann könnte er von mir aus nach Timbuktu ziehen, ich würde mit den Kindern dort bleiben, wo es für mich am Einfachsten funktionieren würde. Eure 3 Kinder bekommst du auch alleine groß, hast du die letzten Jahre ja auch geschafft. Entschuldigung, aber manche Kerle lernen es nur auf die harte Tour, wenn sie die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen.

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1. April um 10:37

Vielen Dank für eure Sichtweisen hierzu

@coquette: ja, da hast du sicher recht. Genau diese fehlende kompromissbereitschaft geht in einer Beziehung, in der eben fünf Leute von Entscheidungen abhängen, gar nicht.

@juko: auch dir kann ich nur zustimmen, und ganz leise im Hinterkopf hatte ich auch schon das Szenario, dass wenn er sich keinen Milimeter auf uns zubewegt, dass ich dann eben gucke was für die Kinder und mich die beste Lösung wäre. Wenn ich mir nicht immer sicher gewesen wäre, dass ich das mit den Kindern notfalls auch alleine schaffe, hätte ich niemals Kinder bekommen, mit niemandem. Aber schöner ist es natürlich, wenn es auch als Familie funktioniert.

@ingrid: nun ja, also er meinte halt dass seine jetzige Arbeit keinerlei Raum für Haushalt und Kinder lassen würde. Hat sein Studium aber irgendwie auch schon nicht Ich habe diesbezüglich aber auch nie was von ihm gefordert. Er hat von sich aus immer kleinere Reparaturen im Haushalt übernommen, etwa an der Spülmaschine, oder kaputte Spielsachen geklebt.

@zweigestreifte Quelljungfer: auch dir kann ich nur zustimmen.

Momentan ist mein Freund für ein verlängertes Wochenende hier. Als ich meinen Post am Samstag Abend geschrieben habe, hatten wir einen Tag mit Diskussionen hinter uns, bei denen es von seiner Seite aus immer laut und mit Null kompromissbereitschaft endete, so dass ich eigentlich schon keine Hoffnung mehr hatte, dass wir da irgendwie gemeinsam die Kurve kriegen könnten. Samstag Abend war er bei einem Kumpel, und anscheinend hat dann doch ein Umdenken stattgefunden. Jedenfalls wollen wir uns jetzt heute mal zusammensetzen und aufschreiben, welche Szenarien für uns als Familie denkbar wären und wie wir entsprechend eine Zukunft planen können. Ich bin gespannt, welche Optionen er jetzt für machbar  hält

 

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1. April um 14:58

Es ist für mich auch OK mich um alles zu kümmern; nur muss ich das auch irgendwie mit einer Arbeitsstelle vereinbaren können. Und das geht mit allzu langen Pendelzeiten eben nicht

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