Home / Forum / Meine Familie / Wie kann ich mich schützen?

Wie kann ich mich schützen?

8. Dezember 2012 um 15:16

Hallo ihr Lieben,

ich bin total verzweifelt.
Ich befinde mich in einer mega schwierigen Situation:
Meine Mutter ist schwer herzkrank, sie wird im Januar operiert, chancen stehen so 50:50 ca. Ich wohne schon seit ich 17 bin nicht mehr bei meinen Eltern. Trotzdem macht sie mich fertig. Sie hat Angst zu sterben (verständlich), lässt in jedem Telefonat mindestens 3 mal fallen: "wenn ich dann noch nicht tot bin..." oder " Papa muss sich eine neue Frau suchen...". Sie schenkt mir dauernd ihren Schmuck, weil "sie ja eh bald tot ist..".
Ich kann ihre Angst ja objektiv verstehen, aber ich komme garnicht klar. Als ich mit 17 ausgezogen bin, habe ich mir selbst geschworen NIEMALS wieder flehend darauf zu warten, dass sie lebend wieder nach Hause kommt und dass es mir EGAL sein wird wenn sie abkratzt.
Meine ganze Kindheit habe ich mich NUR um sie gekümmert, ich habe immer versuct alles richtig zu machen, damit es IHR gut geht. Ich habe sie getröstet, in Arm genommen, gestreichelt, immer ALLES fürsie gemacht. Und das schon mit 7 Jahren! Und trotzdem saß ich oft im Flur und habe gebetet und gefleht, dass sie nochmal wieder kommt, weil sie mal wieder zusammengebrochen ist und mit den Worten" du bist so gemein zu mir, du hast mich überhaupt nicht lieb, ich fahr jetzt mit dem Auto gegen einen Baum, dann kannst du mal sehen wo du bleibst, wenn ich tot bin!" aus der Tür gestürmt ist und mit 100 sachen die Straße runter gefahren ist. So oft habe ich im Flur gelegen und geschrien und gefleht noch einmal die Chance zu bekommen alles besser zu machen, mehr für sie da zu sein, damit sie nicht sterben muss .
Ich habe JEDEN Tag Angst gehabt nach Hause zu kommen und sie tot aufzufinden.
Ich habe mir damals mit 17 geschworen NIE WIEDER sowas durchzumachen. Ich will das es mir EGAL ist.

Aber es ist mir nicht egal. Ich hasse diese Frau unglaublich und trotzdem ist es mir nicht egal.
Ich weiß nicht mehr wie ich mich schützen soll. Wenn ich den Kontakt abbreche, dann würde ich es mir nie verzeiehn, wenn sie stirbt. Und vor allem hat sie dann recht damit, dass ich die gemeine Missgeburt bin, die sich nicht um sie kümmert.
Aber ich kann auch nicht für sie da sein..bei den Voruntersuchungen musste ich schon mit ihr warten, sie trösten, sie in den Arm nehmen in dem leichten Hemdchen was sie trug ( ich ekel mich auch körperlich, da gabs auch sexuelle Aspekte mit ihr früher -.- ).
Ich kann das nicht....was soll ich bloß tun? Ich hab auch schon so Panik vor Weihnachten. Sie wird nur heulen...und ich werd sie nur immer wieder in die Grenzen weisen müssen.
Hilfe!?

Was würdet ihr machen?

Viele Grüße,
Gwenny

Mehr lesen

14. Dezember 2012 um 11:10


Den Kontakt abzubrechen wird aber die einzige Lösung sein fürchte ich...sie wird sich kaum in psychologische Behandlung begeben wollen nehm ich mal an....

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

14. Dezember 2012 um 12:55

Abstand...
Hallo Gwenny,

die Situation ist sehr verzwickt. ich bin kein Arzt, aber für mich hört es sich so an, als ob deine Mutter psychologische Hilfe bräuchte (wie auch von evaleena angedeutet). Da ich aber annehme, dass sie dies nicht so sieht bzw. wohl derzeit auch nicht willens und/oder in der Lage wäre, diese Hilfe anzunehmen, bleibt dir da nur der "Abstand" - und damit meine ich jetzt den emotionalen Abstand.
Das kann man natürlich leicht sagen, wenn man selbst nicht in der Situation ist und du steckst ja schon seit vielen, vielen Jahren in diesem Muster fest. Aber du hast das eigentlich schon selbst erkannt, indem du nämlich fragst "Wie kann ich mich schützen"?

Vielleicht kannst du selbst versuchen, mal bei einem niedergelassenen Psychologen einen Gesprächstermin zu vereinbaren, in dem du besprechen kannst, wie man es am besten bewerkstelligt, einen solchen "emotionalen Abstand" zu gewinnen, denn du bist wirklich in einer Zwickmühle. Du hast auf der einen Seite Schuldgefühle (willst beweisen, dass du keine "Missgeburt" bist und dich um sie kümmerst), aber auf der anderen Seite gibst du einen Teil von dir selbst auf, indem du nämlich ständig auf der Flucht bist.

Daher mein Rat: Suche dir einen Gesprächstermin mit einem Psychologen / Therapeuten, bevor du selbst noch größere Probleme bekommst. Je nachdem übernehmen auch die Krankenkassen die Kosten für einen solchen Termin.
Es geht darum, dass du nicht andere Probleme zu deinen machst und dich damit nicht kaputt machst - auch wenn es deine Mutter ist. Du musst dich abgrenzen und bestimmen, welchen Teil an Zuwendung du ihr zu geben bereit und fähig bist.

Alles Gute!
Marie

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

16. Dezember 2012 um 10:48

Abgrenzung
Also für mich hört sich das an, als wenn Zeit deines Lebens unter ständiger Einschüchterung standest. Sicher ist es furchtbar, dass deine Mutter so krank ist. Trotzdem darf es nicht sein, dass ein Kind so unter Druck gesetzt wird. Ich ziehe den Hut vor dir, dass du das all die Jahre durchgehalten hast. Du solltest aber nicht dich und dein eigenes Leben in den Hintergrund stellen. Hol dir psychologische Hilfe ! Grenze dich ab und sag nein ! Du bist das Kind nicht deine Mutter !
Alles Güte und ganz viel Kraft.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Dezember 2012 um 9:23

Eine wirklich schwierige Situation!
Du hast wohl wirklich eine Menge durchgemacht, warst und bist noch heute das Opfer einer anscheinend geltungssüchtigen, egoistischen und skrupellosen Mutter, die nur Mitleid mit sich selber empfinden kann, weder Rechts- noch Unrechtsempfinden zu verspüren scheint. Einen solchen Menschen nun liebevoll zu unterstützen scheint mir fast unmöglich, zumal Du Hass und körperlichen Ekel für sie empfindest. Andererseits bist Du in dem Irrglauben gefangen, nie eine gute Tochter gewesen zu sein, Deiner Mutter keine Freude bereitet zu haben, ihr das Leben erschwert zu haben. Genau das hat sie Dich all die Jahre glauben lassen.
Ich fürchte, Du hättest ihr in ihren Augen gar keine gute Tochter sein können, egal, wie sehr Du dich abmühst!
Der Tipp, einen Psychologen aufzusuchen, ist sehr sinnvoll in meinen Augen. Allerdings ist es manchmal sehr schwierig, einen zeitnahmen Termin zu bekommen. Schau Dich mal um nach einer Stelle der Diakonie in Deiner Nähe. Dort kannst Du mehrere (so viele, wie für Dich notwendig) kostenlose Beratungsgespräche mit Psychologen bekommen, die in der Regel etwas schneller Zeit haben, sich Dir zu widmen.
Ich selbst habe in einer Lebenskrise diesen Dienst in Anspruch genommen und bin dem Therapeuten (es war ein therapeutisch geschulter evangelischer Pfarrer im Rollstuhl) noch heute sehr dankbar für seine Denkanstöße. Nie hätte ich gedacht, dass genau dieser Mensch, mir so gute Ratschläge geben könnte, aber er konnte mir genau die richtigen Fragen stellen, die mir meine Situation in kurzer Zeit sehr anschaulich verdeutlicht haben, so dass wir dann gemeinsam Lösungsansätze suchen konnten. Dieser Mensch hat mich gestärkt und bestärkt, nicht alle Schuld bei mir zu suchen und mir verdeutlicht, dass die Person, um die ich mich bis zur Selbstaufgabe gesorgt habe, mein Mitgefühl auf eine Art auch schamlos ausgenutzt hat, also genau auf meine Schwäche gebaut hat. Das musste ich erstmal erkennen. Vielleicht hilft Dir eine solche Beratung auch, versuch es doch einfach.
Ich wünsche Dir viel Stärke, Dich selbst schützen zu können, ohne gegen Dein inneres Gefühl handeln zu müssen. Vielleicht findest Du einen Mittelweg, mit dem Du Dich vereinbaren kannst, ohne Dich Deiner Mutter seelisch wieder ausliefern zu müssen. Viel Glück dabei!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Dezember 2012 um 15:27
In Antwort auf jayne_12347131

Eine wirklich schwierige Situation!
Du hast wohl wirklich eine Menge durchgemacht, warst und bist noch heute das Opfer einer anscheinend geltungssüchtigen, egoistischen und skrupellosen Mutter, die nur Mitleid mit sich selber empfinden kann, weder Rechts- noch Unrechtsempfinden zu verspüren scheint. Einen solchen Menschen nun liebevoll zu unterstützen scheint mir fast unmöglich, zumal Du Hass und körperlichen Ekel für sie empfindest. Andererseits bist Du in dem Irrglauben gefangen, nie eine gute Tochter gewesen zu sein, Deiner Mutter keine Freude bereitet zu haben, ihr das Leben erschwert zu haben. Genau das hat sie Dich all die Jahre glauben lassen.
Ich fürchte, Du hättest ihr in ihren Augen gar keine gute Tochter sein können, egal, wie sehr Du dich abmühst!
Der Tipp, einen Psychologen aufzusuchen, ist sehr sinnvoll in meinen Augen. Allerdings ist es manchmal sehr schwierig, einen zeitnahmen Termin zu bekommen. Schau Dich mal um nach einer Stelle der Diakonie in Deiner Nähe. Dort kannst Du mehrere (so viele, wie für Dich notwendig) kostenlose Beratungsgespräche mit Psychologen bekommen, die in der Regel etwas schneller Zeit haben, sich Dir zu widmen.
Ich selbst habe in einer Lebenskrise diesen Dienst in Anspruch genommen und bin dem Therapeuten (es war ein therapeutisch geschulter evangelischer Pfarrer im Rollstuhl) noch heute sehr dankbar für seine Denkanstöße. Nie hätte ich gedacht, dass genau dieser Mensch, mir so gute Ratschläge geben könnte, aber er konnte mir genau die richtigen Fragen stellen, die mir meine Situation in kurzer Zeit sehr anschaulich verdeutlicht haben, so dass wir dann gemeinsam Lösungsansätze suchen konnten. Dieser Mensch hat mich gestärkt und bestärkt, nicht alle Schuld bei mir zu suchen und mir verdeutlicht, dass die Person, um die ich mich bis zur Selbstaufgabe gesorgt habe, mein Mitgefühl auf eine Art auch schamlos ausgenutzt hat, also genau auf meine Schwäche gebaut hat. Das musste ich erstmal erkennen. Vielleicht hilft Dir eine solche Beratung auch, versuch es doch einfach.
Ich wünsche Dir viel Stärke, Dich selbst schützen zu können, ohne gegen Dein inneres Gefühl handeln zu müssen. Vielleicht findest Du einen Mittelweg, mit dem Du Dich vereinbaren kannst, ohne Dich Deiner Mutter seelisch wieder ausliefern zu müssen. Viel Glück dabei!

Danke
an euch alle für eure Worte und Ratschläge. Ich bin schon lange in psychotherapeutischer Behandlung, ich glaube sonst wäre ich schon lange nicht mehr hier
Momentan wird alles immer schlimmer. Zu Heiligabend hat meine Tante sich das Leben genommen. Als wäre das nicht traurig genug, war das natürlich DER Aufhänger für meine Mutter. Unter Tränen stand sie da und sagte: " Wenn die Kinder sich nicht um einen Kümmern und man so einsam ist, dann kann ich verstehen dass man nicht mehr leben will...." Ich bin einfach ins Auto gestiegen und gefahren.. Ich weiß ich bin eh Schuld wenn sie stirbt, EGAL was ich mache oder nicht mache Wenn diese OP im Januar vorbei ist, werde ich den Kontakt zu ihr komplett abbrechen. Ich kann und will das nicht mehr.
@Katrin1963 : du sprichst, als hättest du selbst sowas durchgemacht? Danke für deine Worte, sie haben mir sehr geholfen!

LG, Gwenny

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Juli 2013 um 17:41

Tja,boese mama.
du solltest ihr mal sagen das es so nicht weiter geht mit ihrem selbstmitleidsgeschwafel.was will sie von dir hoeren das du am telefon weinst.
du solltest mal mit der faust auf den tisch hauen und ihr sagen das schluss ist das es so nicht weiter gehen kann mit ihren spruechen. sie will von dir die absolute aufmerksamkeit du sollst wohl nur ihre hand halten weil sie mit ihrem selbstmitleidsding nich klar kommt. ich haett meiner mutter schon laengst gesagt das schluss ist mit dem gespraech wenn sie wieder mit papa soll neue frau und wenn ich nicht mehr da bin bla bla bla.
meine mutter hatte luempfdruesenkrebs und hat es genommen wie ein kerl aus ihrem munde habe ich nie son piss gehoert da sie auch uns erstens keine angst und schlechtes gewissen machen wollte, wenn wir sie im kranken haus besucht haben.also ich war 3 mal die woche da dann wollte sie wissen ob die wohnung sauber ist bund ob in der lehre alles klar ist. ueber ihre krankheit hat sie nur gesprochen wenn WIR gefragt haben ansonsten suchten wir uns nur lustige sachen aus zum reden und nicht son scheiss wie papa solll und hier und da. sage ihr das du es nicht mehr hoeren kannst das es dich kaputt macht wenn sie damit nicht aufhoert musst du halt auflegen oder gehen damit sie lernt nicht ihre psychoscheise bei euch kinder ab zu laden. nun dann ... ich hoffe das es ihr bald besser geht halte die ohren steif und bleib sauber. das ich

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Natural Deo

Teilen

Das könnte dir auch gefallen