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Wie funktioniert eine Patchworkfamilie?

16. Juli 2006 um 22:46

Hallo zusammen!

Mein Mann und ich sind seit einem Jahr getrennt, wir haben drei Töchter im Alter von 10, 9 und 6 Jahren. Wir beide haben seit längerem wieder einen neuen Partner. Derzeit bauen wir unser Haus in ein Zweifamilienhaus um. Ob unsere Partner hier beide jemals einziehen werden oder ob einer von uns mal auszieht wissen wir nicht.

Nun hab ich da mal eine Frage. Welche Erfahrung habt Ihr mit Patchworkfamilien? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, als noch mehr Kinder mit dem neuen Partner dazu kamen? Welche Erfahrungen habt Ihr bezüglich dem neuen Partner und den Kindern gemacht?

Besten Dank für Eure Antworten!

Kisha19

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21. Juli 2006 um 17:01

Patchworkfamilie
Hallo Kisha,
wir sind eine typische Patchworkfamilie. Mein Mann hat einen Sohn (10), ich habe 2 Kinder ( sohn 16, Tochter 8) und wir haben noch eine gemeinsame Tochter (3). Meine Kinder leben bei uns und haben meinen Mann erstaunlich schnell akzeptiert. Wir haben aber nie den neuen Vater rausgekehrt, sondern viel Toleranz gezeigt. Der Sohn meines Mann besucht uns regelmäßig in den Ferien, weil er ziemlich weit weg wohnt (600 km). Das klappt eigentlich auch sehr gut. Aber er hatte mit mir und ich mit ihm am Anfang große Probleme. Er wollte (was auch verständlich ist) seine Eltern wieder zusammen sehen. Seine Mami ist allein und verstand es auch am Anfang ziemlich gut, die Hoffnungen des Kindes hochzufahren. Ich habe eine Zeit lang den Kontakt zu ihr eingestellt und inzwischen scheint sie verstanden zu haben, dass ihre zeit abgelaufen ist. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass wir alle unter einem Dach leben, aber es gibt mit Sicherheit Familie, wo das prima klappt. Jedenfalls gibt es bei uns keine Halbgeschwister, sondern nur Geschwister. Und ich glaube, wir haben riesen Glück gehabt, dass alles so gut geklappt hat.
gruss anke

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29. Januar 2007 um 21:00

Hallo....
ich bin 35, meine Kinder sind 12,10 und 2 Jahre alt. Mein neuer "Mann" hat eine Tochter von 16J. Soweit so gut. Wir sind nun seit 1,5 Jahren zusammen und planen unsere Zukunft bis in das Rentenalter. Also schon etwas festes. Wir sind beide noch verheiratet aber getrennt lebend, sprich noch keine Scheidung ausgesprochen. Wir haben beide ein halbes Haus. Aber wissen beide, dass die Häuser nicht gemeinsam von uns genutzt werden können. Mein Haus will mein Ex haben, sein Haus ist zu klein und ein zu großer Umbau würde mehr verschlingen, als es Wert hat.
Wir sehen uns einmal die Woche abends für ein paar Stunden, ansonsten jedes zweite W-End ohne Kinder,ansonsten auch mal die Wochenenden mit den Kindern gemeinsam. Meine Stieftochter findet es genial so eine große "Familie" jetzt zu haben. wir verstehen uns mal besser, mal schlechter. Meine Kinder haben ihn akzeptiert und mögen ihn nun sehr. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass weder ich noch er, den anderen Expartner kennen lernen will. Da ist von der Vergangenheit zu viel im Spiel. Man bekommt zu viel mit, vielleicht auch parteiisch. Wir reden nicht negativ über den anderen Ex wenn die Kinder dabei sind. Aber mal im Ernst, willst du mit der neuen Partnerin von deinem Ex Wand an Wand, Schlafzimmer an Schlafzimmer wohnen? Morgens beim rausgehen vielleicht erzählt bekommen, von der neuen, wie "perfekt" dein Ex ist?-
Und soll dein neuer Partner die Hand deinem Ex schütteln und vielleicht noch ein gemeinsames Bier mit ihm trinken? Klar kann man sich erwachsen benehmen. Aber hier und da fallen doch ein paar nicht gerade harmlose Sätze, oder Anspielungen. Und dann? Wohnt ihr nebeneinander..... nein danke. Abstand ist immer gut. Wenn man zusammen zieht, dann müssen zuerst mal die Partner an den Tisch, Regeln untereinander festsetzen. Darf ich deinem Kind erlauben länger wegzubleiben? Darf ich deinem Kind auch mal Zimmerarrest geben? Dann kommen die Kinder mit an den Tisch, bei solch einer großen Familie müssen alle mitanpacken. Am besen hilft hier ein Wochenplan, individuell gestalt bar, selber basteln, mit Tonkarton und Pads zum wieder abziehen. Z. B. Tisch decken, Straße kehren, Müll rausbringen. Ansonsten bleibt "Frau", vor allen dingen wenn sie arbeiten geht, auf der Strecke und dann ist es perfekt, der Haussegen hängt dann schnell schief. Habe ich von vielen schon erlebt und mir deswegen Gedanken gemacht. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so gut gehen kann, aber ich denken mal, die Ansätze sind die richtigen, oder??

Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Glück und Erfolg auf diesem Weg.

LG

chris

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1. Februar 2008 um 18:53

Erfahrungen zu Patchwork
Hallo Kisha19

bin Autor (Sachbücher über Software und Fotografie) und wage mich an des Thema Patchwork heran, nachdem ich drei Jahre lang Erfahrungen gesammelt habe.
Nach einer stressigen Trennung habe ich über den Tanzsport eine neue Partnerin gefunden. Die Konstellation war und ist prima, die Chemie stimmt. Zwei Häuser, vier Kids (2 Mädels (15 und 16) 2 Jungs (18 und 19)) und viel pädagogische Erfahrung im Umgang mit Heranwachsenden (Bin an einem Berufskolleg seit 34 Jahren). Inzwischen weiß ich, dass ich diese Erfahrungen über Bord schmeißen kann.
Die drei Jahre lassen sich aufspalten:
1. Getrennt leben in 2 Häusern. Prima: man kann sich aus dem Weg gehen und zusammen sein, wenn man will. Das Verständnis ist klasse. Alles entspannt.
2. Zusammenleben in einem Haus inkl. Umbau desselben. Abenteuerlich, stressig und ab und zu romantisch (keine Küche, kein Wohnzimmer, Campingmöbel)
Trotzdem bin ich weit von dem verklärten Bild abgerückt, das in manchen TV-Sendungen (meistens 3. Programm) über die Patchwork-Situation berichtet wird. Absoluter Bullshit, ich möchte nicht wissen, was in diesen Familien nach Abschalten der Kameras passiert im Alltag.
Mein Frau und ich empfinden mehrfach am Tage die gesamte Situation als stressig (Motto: einer zickt immer). 2 und 2 sind mehr als 4, daran gibt es nichts zu rütteln. Alle versuchen ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen und sind sich total einig, wenn es darum geht, Interesen durchzusetzen. Alle beobachten einander argwöhnisch, damit das "Ich auch" rechtzeitig platziert wird.
Konflikte zwischen den Kids sind selten, da jeder sein eigenes Reich (Zimmer mit TV und LAN) hat, in das er sich zurückziehen kann. Konflikte mit uns, claro. ZB Aufgaben in der Wohnung, bitte nicht! "Immer muss ich Alles machen!" Wenn dann die anderen Elternteile auch noch die vermeintlichen Interessen der Kinder wahrnehmen wollen, dann brennt der Busch (ich ziehe aus zu meiner Mama - Papa).
Ich würde es trotzdem immer wieder machen, aber... klare Regeln und Aufgabenverteilung. Und... lernen wegzugucken, abzuwarten, nicht einzumischen bei Streitigkeiten, einfach mal egoistsich zu sein, denn sonst kommt die eigene Beziehung unter die Räder. Mein Frau und ich haben die bsiherige Zeit fast unbeschadet überstanden. Wenn die mal weg sind, sind wir allein und haben nur noch uns. Außerdem lassen wir uns nicht gegenseitig ausspielen. Hin und wieder büchsen wir aus, um Romantik zu tanken oder schicken die Kids zum anderen Elternteil (Kommentar: Ihr wollt uns nur abschieben).
Zurzeit sammele ich Material und Meinungen zu Patchworkfamilien, um darüber ein kritisches, aber auch humorvolles Buch zu schreiben. Denn ohne Humor kannst du Dich sofort in die Klappsmühle verabschieden.
Frdl. Gruß Udo

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