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Wie behaltet ihr eure Nerven? Thema: KiGa-Kinder

21. Januar 2009 um 15:37 Letzte Antwort: 22. Januar 2009 um 12:39

Hallo ihr lieben, Mütter und Väter,

habe gerade nicht viel Erfahrung in der Sache Erziehung und hätte gern einen Ratschlag. Die/demjenigen, die/der Zeit hätte, um mir zu antworten, wäre ich sehr dankbar.

Mein älterer ist drei und seit ca. 8 Monaten im KiGa. Er ist eher ein ruhiger Typ, kann aber gut sprechen, singt und spielt mit Autos gern, weint relativ schnell, wenn es um Konflikte geht, kann sich (noch) nicht wehren, wenn es um Schubsen o.ä. geht. Im Großen und Ganzen geht es ihm im KiGa prima, er versteht sich mit allen gut und geht gerne hin.

Das Problem ist (ich sehe das leider schon als Problem): wenn er im KiGa weint, der Auslöser ist immer wieder das gleiche Mädchen (auch drei Jahre alt). Mal mag sie ihn, mal nervt sie ihn, wenn er ihr nicht genug Aufmerksamkeit gibt. Die meisten Tage spielen sie friedlich miteinander, es ist nun immer mehr Tage geworden sind, wo sie ihre Launen an ihm ablässt. Ich habe nie so ein Kind in dem Alter gesehen, das so auffällig dem anderen hinterher läuft, auch auf der Straße. Warum interessiert sie sich für die anderen Kinder nicht? Vielleicht weil sie mit ihrer Aufdringlichkeit besser "umgehen" können?

Wir wohnen in einem kleinen Ort (ca.1000 Einwohner), jeder weiß Bescheid, dass sie ein wenig "verrückt" nach ihm ist. Alle sehen das mit Lächeln an, mich langsam nervt. Ich kenne ihre Mutter gut, ihr sollte man lieber nichts Schlechtes über das Mädchen sagen (sie kann sehr unangenehm sein). Ich weiß das, weil ich schon die Erfahrung gemacht habe. Meine ganz freundliche Versuchung in ihrer Anwesenheit mit dem Mädchen zu sprechen war mehr als falsch.

Ich zu unseren Kindern: "Könntet ihr euch bitte vertragen, spielt bitte bitte bitte auch mit anderen Kindern, nicht nur miteinander". Ich hätte das nicht machen sollen, ich weiß. Die Antwort von der Mutter war: "Misch dich nicht ein, lass die Kinder Kinder sein, mein Kind ist kein Monster, dein Sohn sollte sich wehren, ich verbiete dir so mit meinem Mädchen zu reden".
Ich bin müde, ich mische mich in Zukunft nur ein, wenn mein Kind wirklich ernst geschlagen wird mit Blut u.a. Ich möchte nun euch fragen, wie behaltet ihr eure Nerven? Wie hättet ihr in solcher Situation reagiert? Soll ich mit den Erzieherinnen reden, trotz dass sie die "Freundschaft" einfach toll finden?

ps Ich erziehe keinen Mutti-Söhnchen, ich puste ihm nicht auf jeden Pups, besonders jetzt, wo ich für ihn noch weniger Zeit wegen der jüngeren Schwester habe.

LG
Annette

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22. Januar 2009 um 12:02

Das ist wirklich nicht einfach!
Einerseits sollen die Kinder ja lernen, sich selbst zu helfen. Aber wenn die Sutution für Deinen Sohn rein gar nicht zu händeln ist und bei der Mutter nichts zu erreichen ist, kann nur ein Gespräch mit den Erzieherinnen helfen. Es ist ja nett, dass sie diese "Freundschaft" positiv sehen, aber sie sollten auch wahrnehmen, dass Dein Sohn sich in dieser Situation einfach unwohl fühlt und Probleme damit hat. Da muss man ihm auch mal helfen.

Von der Mutter ist nicht viel zu erwarten; und wenn sie so reagiert, wundert mich auch nicht, dass das Kind noch keine Grenzen kennengelernt hat!
Da darst Du Dir nicht den Mund verbieten lassen; schließlich geht es um das Wohlergehen Deines Kindes! Du hast ganz richtig reagiert, indem Du mit dem kleinen Fräulein geredet hast! Es ist schließlich nicht Deine Schuld, dass ihre Mutter ihr Fehlverhalten duldet und sogar noch entschuldigt! Da ist es Dein gutes Recht, die Sache klären zu wollen!

Lass Dich da nicht einschüchtern! Dein Kind vertraut darauf, dass seine Mama für ihn da ist. Erst Recht in solchen Situationen, in denen es schwierig wird.

Liebe Grüße
Trulla

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22. Januar 2009 um 12:39

... kenn ich auch ...
... allerdings in etwas abgeschwächter Form.

Paul kam auch in den Kiga und wurde von 2 Mädels (Schwestern) "auserwählt". Er war auch ein eher ruhiges Kind, das sich Sachen wegnehmen (z.B. auf dem Spielplatz) oder sich ärgern ließ, ohne sich zu wehren. So hatte er zu Beginn auch einen recht schwachen Stand an der Seite dieser kleinen Ladies. Ich sah es wie du mit besorgter Miene, wie er immer wieder einstecken musste und hab schwer an mich halten müssen, nicht dazwischen zu funken. Manchmal ist es mir nicht gelungen ....
Nun hat sich das Blatt gewendet: Paul ist selbstbewusster geworden, wehrt sich auf körperliche Angriffe und auch, wenn ihm etwas weggenommen werden soll, mit dem er gerade spielen möchte. Zwischenzeitlich kann es durchaus auch passieren, dass er einen Streit vom Zaun bricht.
Ich glaube, dass Kinder anders denken als wir Erwachsene - wir "suchen" uns unsere Freunde meist nach Gemeinsamkeiten aus, während ich bei Kindern den Eindruck habe, dass sie toleranter, neugieriger, toleranter und offener sind. Sie suchen vielleicht sogar Konflikte, um daraus zu lernen, daran zu wachsen und/oder, weil sie "hinter der groben Fassade" noch etwas anderes sehen, das unseren Augen zwischenzeitlich verschlossen ist.

Aus deinen Worten schließe ich, dass dein Sohn schon auch gerne mit dem Mädchen spielt, wenn du die beiden bitten musst, doch auch mit anderen Kindern zu spielen ?! Schwierig ist natürlich, dass du mit der Mutter des Mädchens offensichtlich nicht wirklich klar kommst, weil sie ihr Töchterchen absolut nicht kritisch sehen kann. Das ist natürlich ein Problem, das ich (glücklicherweise) weniger kenne.
Die Mutti von Pauls Freundinnen (ja, das sind sie wirklich - er betont es immer wieder) ist zu einer echten Freundin geworden - daher ist es auch ok, wenn ich ihre Mädels oder sie meinen Sohn "rügt", wenn irgendetwas richtig schief läuft. Allerdings müssen die Kinder auch lernen, Konflikte auszutragen, ohne dass Mamis helfende Hand oder Stimme ihnen "dieses Problem" abnimmt. Ist schwer anzusehen, auszuhalten und zu beherzigen, ich weiß es zu gut - aber es ist ein wahrer Kern drin !
Daher vermute ich, dass du von den Erzieherinnen eher weniger Rückendeckung erhalten wirst - zumal sie sicher auch nicht die Zeit haben, nur auf diese zwei Kinder zu achten.

Gib euch noch ein wenig Zeit - und wenn es sich überhaupt nicht positiv(er) entwickeln sollte, kannst du noch immer auf Kiga oder die Mutter zugehen.

Good luck!

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