Home / Forum / Meine Familie / Wenn ich meinen Sohn besuche, soll ich in einer Pension übernachten

Wenn ich meinen Sohn besuche, soll ich in einer Pension übernachten

13. Februar 2013 um 23:55

Mein Sohn wurde von Thüringen nach Bayern versetzt und hat dort eine nette Frau kennengelernt, mit der wir uns auch gut verstehen. Ich habe sie ehrlich gesagt ins Herz geschlossen. Letztes Jahr wurde geheiratet und in wenigen Wochen werden wir Großeltern. Die Besuche waren immer schön. Mein Mann und ich blieben immer nur eine Nacht, damit sie dann wieder ihre Ruhe hatten. Mehr als 3 Mal im Jahr war es nie, weil wir 350 km fahren müssen.Ich habe jede Minute mit den beiden genossen. Damit sie nicht so viel Arbeit haben, brachten wir immer viel Essen mit, bzw. wir haben sie ins Restaurant eingeladen. Ein Essen haben Sie immer für uns liebevoll zubereitet. An dem gemeinsamen Abend haben wir immer einen Spieleabend gemacht. Sie kamen auch 3-4 Mal zu uns im Jahr.
Während der Schwangerschaft fühlte sich meine Schwiegertochter oft nicht wohl und sie konnte uns nicht mit besuchen. Dafür habe ich Verständnis.
Nun sind sie in ihr neues Haus gezogen. Bei unseren letzten Besuchen hatte die Schwiegertochter immer am Abend was vor und war 2-3 h weg, was sie meiner Meinung nach hätte verschieben können.
Sie sieht ja die Leute regelmäßig. Ihr war auch jedes Mal unpässlich, auch schon vor der Schwangerschaft.
Nun sollen wir auch bei den nächsten Besuchen in einer Pension schlafen. Die beiden wollen nicht, dass wir auf Luftmatratzen nächtigen. Wir haben unser ganzes Nachtzeug immer mitgebracht und alles selbst hergerichtet. Das Haus hat 180 m Wohnfläche. Ich hatte so gehofft, dass ich mein Enkelkind dann auch in der Nacht in den Schlaf wiegen kann.
Es wäre für mich eine Freude, ein Fläschchen zuzubereiten und das Baby mal zu windeln.

Ich bin sehr enttäuscht. Ich fahre doch nicht den weiten Weg,
um dann in eine Pension abgeschoben zu werden.
Die beiden wissen, dass wir uns sowieso nur alle 8-10 Wochen sehen. Ihre ganze Verwandtschaft wohnt im Umkreis von 10 km. Die können heimfahren.
Sehe ich das alles zu verbissen?
Warum lässt sie keine Nähe zu?


Mehr lesen

14. Februar 2013 um 10:35

Das ist leider der Nachteil, wenn man selbst einen Sohn hat...
man bekommt eine Schwiegertochter.

Diese Probleme kenne ich aus unserem gesamten Bekanntenkreis. Mit Schwiegersöhnen gibt es nur einen Bruchteil der Probleme, die man mit Schwiegertöchtern hat.

Keine Ahnung, warum das so ist und warum sich die Söhne da nicht durchsetzen können. Ich finde das einfach nur traurig.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

14. Februar 2013 um 11:16

In der Pension schlafen
Vielen Dank für die einfühlsamen Worte. Ich denke auch, dass meine Kinder (Sohn und Schwiegertochter) einfach nur überfordert sind. Ein neues Kapitel in ihrem Leben steht an: sie erwarten in wenigen Wochen (Tagen) ein Baby.
Sie wollen ja auch ein Gästezimmer herrichten. Das dauert eben noch, bis es fertig ist.
Mein Mann hat es wegen der Pension auch sehr getroffen.
Wir haben zu Familienfeiern oft das Haus voller Gäste, weil alle so weit entfernt wohnen.Sie bleiben dann eine Nacht und fahren nach dem Frühstück. Für meine Eltern und Schwiegereltern mache ich es immer schön und ich arbeite auch 32 h in der Woche. Ich genieße, trotz Stress, dass wir alle zusammen sind.
Zur Hochzeit haben wir selbstverständlich im Gasthaus übernachtet und werden es auch zur Taufe und kirchlichen Trauung tun.
Ich habe meine Schwiegertochter herzlich in die Familie aufgenommen und ich finde auch, dass sie zu uns passt.
Sicher hat sie momentan wirklich mit der Schwangerschaft zu tun und da stört eben alles.
Ich vergesse vielleicht auch, dass sie nicht meine Tochter ist. Vielleicht fühlt sie sich überfordert, wenn wir kommen.
Ich habe ihr oft gesagt, dass sie meine Traumschwiegertochter ist und dass ich sie sehr gern habe.
Sie sagte auch, dass wir die perfekten Schwiegereltern sind.

Bei meinem anderen Sohn geht es mit der Freundin unkomplizierter zu. Sie ist Thüringerin und wohnt seit 2 Jahren auch so halb bei uns.

Sicher sehe ich Probleme, wo keine sind. Ich glaube jetzt auch, dass beide sehr unsicher sind, wegen des Babys.

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mich mit Ihnen austauschen konnte! Man hört ja in den Foren nur von bösen Schwiegermüttern. Ich hoffe, dass ich keine bin und werde.

Clementine

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Februar 2013 um 17:40

Freiräume
Es liest sich so, als würdest du keine Freiräume lassen sobald du anwesend bist.

Hast du schon angekündigt, dass du das Baby in den Schlaf wiegen möchtest und ihm ein Fläschchen etc geben möchtest? Hast du vielleicht schon viel geschwärmt, wie das alles sein wird, was du alles mit dem Enkelchen machen möchtest, etc? In so einem Fall wäre ich auch auf Abstand gegangen. Deine Schwiegertochter hat sicher auch eigene Vorstellungen. Hast du versucht zu erfragen, was diese sind? Hast du an ihren Vorstellungen Interesse gezeigt? Heutzutage stillen zB wieder viele Mütter sehr viel länger. Vielleicht will sie überhaupt keine Fläschchen geben. Leider erntet man dafür in deiner Generation selten Verständnis. Da wurde Fertigflaschennahrungspulver als erleichternde Errungenschaft gefeiert.

Hinzu kommt, dass du für das Baby eine Fremde sein wirst. Vergiss das nicht! Ja, du bist die Oma, aber es ist noch ein Baby. Eine Person, die es nur alle zehn Wochen zu Gesicht bekommt ist eine Fremde! Ich kann verstehen, wenn deine Schwiegertochter es lieber selber 'in den Schlaf wiegen' möchte.

Viele Mütter sitzen gerade auf dem ersten Kind wie eine Glucke, daher könnte es sich beim zweiten Kind relativieren, wenn du Glück hast.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

2. März 2013 um 19:12

Das Baby ist da
Das Baby ist da und alles ist ganz entspannt. Wir haben es schon besucht: morgens hin und abends zurück. Die Fahrt war sehr anstrengend, da die Autobahnen zugeschneit waren. Die beiden wollen ein Gästezimmer für uns einrichten. Sie waren sehr lieb zu uns. Das wird aber noch eine Weile dauern, da das Baby vorgeht. Das Familienleben muss sich erst einspielen. Die beiden meistern alles sehr gut und mein Sohn zeigte mir stolz, wie er sein Baby versorgt. Die nächsten Besuche werden wir in einer Pension übernachten oder beide Touren an einem Tag fahren. Jetzt wird es Sommer. Da ist es länger hell. Bis zum Winter ist hoffentlich das Gästezimmer fertig. Vielleicht dürfen wir auch helfen beim Renovieren.

Alles wird gut!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. Juli 2013 um 22:54

Liebe Clementine,
du klingst, als wärest du eine sehr sympathische Frau, liebevolle Mutter und umsichtige Schwiegermutter.

Ich möchte dir hier antworten, auch wenn dein Beitrag schon einige Wochen alt ist. Mache dir keine Sorgen, dass ihr erstmal in einer Pension schlaft. Ich würde das nicht gleich als Abschieben empfinden. Ich bin selbst erst vor zwei Jahren Mutter geworden und denke, sie wissen einfach noch nicht, was auf sie zukommt, wie anstrengend es wird und wie das Baby reagiert, wenn Besuch da ist. Außerdem stillt sie wahrscheinlich (das ist heute wieder üblich), die Babys werden oft in den Schlaf gestillt. Und ja, möglicherweise hast du sie mit deiner Vorfreude aufs Enkelchen etwas verschreckt. Was aber nicht heißt, dass sich das nicht wieder legt. Sei ihr eine Freundin, eine liebevolle Unterstützung und weniger auf das Baby konzentriert, das braucht anfangs eh mehr nur seine Mutter. Wie hier schon geschrieben, bist du natürlich die Oma, aber das weiß das Baby ja nicht. Es muss dich erst kennenlernen. Das funktioniert am besten, wenn es spürt, dass Mama es von sich aus in deine Arme legt, also Vertrauen hat.

Mein Sohn wäre nicht bei der Oma oder sonstigen selbst Nahestehenden eingeschlafen und er war immer sehr aufgeregt und überreizt, wenn lange Besuch da war.

Meine Familie besucht uns auch vierteljährlich und so sehr ich sie liebe und die Tage mit ihnen genieße (sie fehlen mir sonst sehr), bin ich doch froh, wenn sie abends in ihrer Ferienwohnung schlafen und ich auch mal etwas runterfahren kann. Es ist schön, sie hier zu haben, wir sind den ganzen Tag zusammen, unternehmen was usw.. Aber abends brauch ich etwas Ruhe für mich. Auch meinem Mann ist das so lieber und ich nehme es ihm nicht übel. Auch meine Leutchen sehen das nicht eng und verstehen uns total. Da bleiben sie lieber ein paar Tage länger, weil es so (in unserem Fall) für alle entspannter ist. Und ich freue ich, wenn sie länger bleiben und mein Sohn mehr Gelegenheit hat auch meine Familie kennenzulernen, zu Zeiten, wo er auch aufahmefähig ist und Lust auf andere hat.

Ich hoffe, dass es dir und deinen Kindern gut geht, ihr euch gut versteht und die ansonsten sehr harmonisch und liebevoll klingende Beziehung nicht wegen einem kleinen bisschen Rückzug in einer stressigen und augregenden Lebensphase beschadet wird.

Liebe grüße

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen