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Weiß nach fast 7 Jahren keinen Ausweg mehr

9. März 2012 um 15:25

Hallo zusammen,
nachdem ich immer mal sporadisch bei euch reingeschaut habe, ist es jetzt soweit, ich brauche dringend eure Hilfe!
Hier erstmal meine Geschichte:
Mein Partner und ich leben jetzt seit 7 Jahren zusammen. Er hat aus erster Ehe 2 Kinder (Tochter jetzt 16 und Sohn jetzt 14 Jahre alt), ich habe drei Kinder (2 Söhne jetzt 25 und 22 und eine Tochter jetzt 15). Das 1. Jahr lebten seine Kinder bei der Exfrau und hatten keinen Kontakt zu uns, da die Mutter dies verbot. Seine Exfrau war psychisch krank und kam nach ca. 1 Jahr in die Psychiatrie. Die Kinder kamen praktisch über nacht zu uns, und zwar nur mit dem, was sie anhatten. Die erste Zeit war sehr schwierig, Die Tochter litt sehr unter der Trennung zur Mutter, besuchte sie in der Klinik usw., trotzdem gliederte sie sich gut bei uns ein, war willig auch mal Aufgaben zu übernehmen, war fleißig in der Schule und vertrug sich mit meiner Tochter gut. Der Sohn verweigerte jeden Kontakt zur Mutter, war mit 8 Jahren nicht in der Lage mit Messer und Gabel zu essen, sich richtig zu waschen, hatte große Probleme in der Schule ( nicht nur leistungsmäßig, sondern war/ist auch extrem verhaltensauffällig), kam jede Nacht in mein Bett und verlangte von anfang an meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Nach ca. 1/2 Jahr kam die Mutter zurück. Die Tochter besuchte sie sooft es ging und zog schließlich auf eigenen Wunsch wieder zu ihrer Mutter. Der Sohn verweigerte weiter jeden Kontakt. Ein Jahr später verstarb die Mutter unerwartet. Die inzwischen 13jährige Tochter lehnte es ab, zu uns ziehen zu wollen, da sie ihrem Vater die Schuld am Tod der Mutter gibt und zog mit Einverständnis vom Vater und vom Jugendamt zu einer Tante.
Der Sohn lebt nach wie vor bei uns. Er ist inzwischen 14 Jahre alt. Da es immer wieder Probleme gab, zB. Verhalten in der Schule, im Sportverein, zu Hause, aber auch Sachbeschädigungen (mit Vorladungen bei der Polizei) u.ä., drängte ich auf einen Termin beim Kinderpsychologen. Dort wurde ADHS diagnostiziert und er medikamentös eingestellt (Ritalin). Seitdem haben sich seine Leistungen in der Schule um ca. jeweils eine Note nach oben verbessert, und die Verhaltensauffälligkeiten zumindest in der Schule nachgelassen. Leider nicht zuhause, er bestiehlt uns und meine Kinder, sogar meine Eltern, die mit im Haus leben, hält sich immer noch nicht an die einfachsten Regeln des Zusammenlebens, lügt uns ständig an und versucht uns natürlich gegeneinander auszuspielen, wobei ich inzwischen immer die Böse bin. Spätestens seit ihm klar geworden ist, dass ich nicht bereit bin, alles zu tolerieren und von ihm verlange, dass er sich, wie alle anderen auch, an Regeln halten muss. Inzwischen ist es soweit, dass ich die Zimmer meiner Kinder und unsere Schafzimmer abschließe, wenn ich arbeite und er allein zu Hause ist, da sonst "Selbstbedienung" angesagt ist. Bei uns herrscht eine richtig vergiftete Atmosphäre. Wenn ich ihm etwas sage, hört er nicht mal mehr zu, wenn er gefragt wird, warum er diese Sachen macht, antwortet er nicht mal. Er hat keine Freunde, keine Hobbies und kann sich überhaupt mit nichts allein beschäftigen (außer natürlich Fernsehen und Computer, da aber am liebsten Gewaltspiele, die er sich heimlich besorgt und ich wenn ich dahinter komme wieder lösche). Sein Vater steht zum Gück zu mir, weiß aber auch nicht weiter. Er sagt, dass sowieso bei seinem Sohn weder Gespräche noch Verbote etwas nützen.
Ich bin auch schon über 1/2 Jahr zu einer Erziehungsberatung gegangen, die sagten mir am ende, dass sie mir nicht helfen können, aus ihrer Sicht mache ich alles richtig.
Ich weiß nicht, wie wir es noch mindestens 3 Jahre schaffen sollen, unter einem Dach zusammenzuleben!
Kann mir jemand helfen?
Kati

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12. März 2012 um 9:17

Ich kann verstehen wie es Dir geht
Hallo Kati,
ich kann verstehen wie es Dir geht! Bei mir ist es nicht ganz so schlimm aber genau vor der von Dir beschriebenen Situation habe ich auch Angst. Da ich mit dem Sohn meines LG auch schon viele Probleme hatte die du beschreibst, habe ich mit auch Beratung gesucht und ähnliche Erfahrungen gemacht. Für mich steht fest, sollte es bei uns je so kommen wie bei Dir, geht der Sohn in eine betreute Wohngruppe. Das wird auch vom hiesigen Jugenamt bei Bonn empfohlen. Ich würde das auf Dauer nicht so aktzeptieren, auch auf die Gefahr hin das mein Partner das nicht mitträgt. Dann müßten wir getrennt wohnen oder es würde Trennung bedeuten. Er weiß das ich das so sehe. Ich hoffe aber immer noch das es sich bessert. Viel Zeit ist nicht mehr. Der Sohn meines Freundes ist 11 Jahre alt. Also mein Tipp versucht es mit so einer Wohngruppe für Jugendliche. Wenn ihr keine Entspannung in die Familie bekommt geht ihr daran kaputt. Habe hier auch einen Beitrag geschrieben.Pa... - zu schnell zusammengezogen? Also lasst Euch in der Hinsicht beraten, oft hilft es wenn die Jugendlichen von Dritten ihre Regeln bekommen. Er kann Euch ja am Wochenende besuchen oder erst einmal seinen Weg gehen. Manchmal müssen Eltern sich auch von ihren Kindern abgrenzen und abnabeln. Auch wenn es weh tut. Am Ende kann es aber für Alle eine große Hilfe sein. Ich drücke Dir die Dauemn.
VG
boddenweg

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16. März 2012 um 17:20
In Antwort auf jyoti_12823638

Ich kann verstehen wie es Dir geht
Hallo Kati,
ich kann verstehen wie es Dir geht! Bei mir ist es nicht ganz so schlimm aber genau vor der von Dir beschriebenen Situation habe ich auch Angst. Da ich mit dem Sohn meines LG auch schon viele Probleme hatte die du beschreibst, habe ich mit auch Beratung gesucht und ähnliche Erfahrungen gemacht. Für mich steht fest, sollte es bei uns je so kommen wie bei Dir, geht der Sohn in eine betreute Wohngruppe. Das wird auch vom hiesigen Jugenamt bei Bonn empfohlen. Ich würde das auf Dauer nicht so aktzeptieren, auch auf die Gefahr hin das mein Partner das nicht mitträgt. Dann müßten wir getrennt wohnen oder es würde Trennung bedeuten. Er weiß das ich das so sehe. Ich hoffe aber immer noch das es sich bessert. Viel Zeit ist nicht mehr. Der Sohn meines Freundes ist 11 Jahre alt. Also mein Tipp versucht es mit so einer Wohngruppe für Jugendliche. Wenn ihr keine Entspannung in die Familie bekommt geht ihr daran kaputt. Habe hier auch einen Beitrag geschrieben.Pa... - zu schnell zusammengezogen? Also lasst Euch in der Hinsicht beraten, oft hilft es wenn die Jugendlichen von Dritten ihre Regeln bekommen. Er kann Euch ja am Wochenende besuchen oder erst einmal seinen Weg gehen. Manchmal müssen Eltern sich auch von ihren Kindern abgrenzen und abnabeln. Auch wenn es weh tut. Am Ende kann es aber für Alle eine große Hilfe sein. Ich drücke Dir die Dauemn.
VG
boddenweg

Hallo,
wir haben diese Diskussionen über Wohngruppe/Heim schon geführt und sowas kommt für meinen LG nicht in Frage, er meint, irgendwann wird sein Sohn schon noch vernünftig und "irgendwas wird schon aus ihm werden". Das seit Jahren immer alles schlimmer wurde, sieht er auch, ist aber nicht in der Lage sich einzugestehen, das wir eigentlich nicht mehr wissen, was wir noch versuchen sollen. Er kennt natürlich auch passende Beispiele, die er dann anführt, wo es in einer Wohngruppe schlimmer anstatt besser wurde und ist der Meinung eine Familie könne die sowieso nicht ersetzen. Ich kann ihn auch nicht vor die Wahl stellen: sein Kind oder ich, diese Entscheidung würde ich bei meinen Kindern ja auch nicht treffen wollen.
Unser Kinderpsychiater hat uns auch schon empfohlen, den Jungen in die stationäre oder ambulante Therapie zu geben, das geht aber nur, wenn er selber will und er will natürlich nicht. Ich habe ihm sowieso nichts zu sagen, ich bin ja nicht mal seine Mutter (sagt er) und sein Vater ist eigentlich hilflos, der kann (glaube ich) gar nicht autoritär sein, das hat er nie gelernt und so tanzt ihm sein Sproß auf der Nase rum...
Im Moment kann ich nur von heute auf morgen denken und froh sein, wenn der Junge mal nicht da ist, was selten genug der Fall ist, da er nicht zu Freunden oder Verwandten kann, keiner will ihn mehr haben, da er nur lügt, die Leute beklaut und sich unmöglich benimmt. Nur die Mutter meines LG nimmt ihn manchmal, aber nur um ihm klarzumachen, wie böse ich bin und das ich schlecht für ihn und natürlich auch für ihren Sohn bin, aber das weiß das Kind ja schon..
Manchmal hab ich einfach keine Kraft mehr, aber meine große Liebe lasse ich mir nicht von so einem Bösewicht kaputt machen.
LG Kati

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22. März 2012 um 8:29
In Antwort auf salome_12342767

Hallo,
wir haben diese Diskussionen über Wohngruppe/Heim schon geführt und sowas kommt für meinen LG nicht in Frage, er meint, irgendwann wird sein Sohn schon noch vernünftig und "irgendwas wird schon aus ihm werden". Das seit Jahren immer alles schlimmer wurde, sieht er auch, ist aber nicht in der Lage sich einzugestehen, das wir eigentlich nicht mehr wissen, was wir noch versuchen sollen. Er kennt natürlich auch passende Beispiele, die er dann anführt, wo es in einer Wohngruppe schlimmer anstatt besser wurde und ist der Meinung eine Familie könne die sowieso nicht ersetzen. Ich kann ihn auch nicht vor die Wahl stellen: sein Kind oder ich, diese Entscheidung würde ich bei meinen Kindern ja auch nicht treffen wollen.
Unser Kinderpsychiater hat uns auch schon empfohlen, den Jungen in die stationäre oder ambulante Therapie zu geben, das geht aber nur, wenn er selber will und er will natürlich nicht. Ich habe ihm sowieso nichts zu sagen, ich bin ja nicht mal seine Mutter (sagt er) und sein Vater ist eigentlich hilflos, der kann (glaube ich) gar nicht autoritär sein, das hat er nie gelernt und so tanzt ihm sein Sproß auf der Nase rum...
Im Moment kann ich nur von heute auf morgen denken und froh sein, wenn der Junge mal nicht da ist, was selten genug der Fall ist, da er nicht zu Freunden oder Verwandten kann, keiner will ihn mehr haben, da er nur lügt, die Leute beklaut und sich unmöglich benimmt. Nur die Mutter meines LG nimmt ihn manchmal, aber nur um ihm klarzumachen, wie böse ich bin und das ich schlecht für ihn und natürlich auch für ihren Sohn bin, aber das weiß das Kind ja schon..
Manchmal hab ich einfach keine Kraft mehr, aber meine große Liebe lasse ich mir nicht von so einem Bösewicht kaputt machen.
LG Kati

Hallo
Ja ich weiß es ist sehr schwer und ich bewundere Dich für die Zeit die du/ihr geschafft habt. Das hat ganz viel mit Geduld und Hoffnung zutun. Ich für meinen Teil muß nach den letzen Tagen feststellen das wir es wohl nicht schaffen werden. Inzwischen haben wir nicht nur ein Thema wegen seinem Sohn sondern ein ganz massives in der Beziehung. Ich bin soweit aufzugeben. Wenn wir uns streiten geht es von seiner Seite inzwischen so verletzend auf die persönliche Ebene das immer mehr zerbricht. Er sagt z.B. ich nehme die Schule, die Lehrer und was weiß ich in Schutz und sehe nicht das dass alles Mist ist in NRW. Wo anders wäre alles Besser. Er ist mit seiner persönlichen Situation unzufrieden, ja es läuft im Moment vieles schief. Er ist auch noch wegen Krankheit gekündigt und seit 4 Monaten zu Hause, ein Ende ist nicht abzusehen. Aber es gibt wirklich schlimmeres, ich versuche ihn aufzubauen wo es geht und bleibe selbst auf der Strecke. Aber es kommt einfach nur noch falsch an. Ist man nicht seiner Meinung und sagt, sicher die Schule macht nicht alles richtig, aber dein Kind ist auch kein Engel den es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte. Geht er sofort an die Decke, collerische Züge. Ich versuche nur zu vermitteln, aber es ist inzwischen so voller Vorurteile und geht auf alles nur noch agressiv zu und versteht nicht das die Menschen dann auch unfreundlich reagieren. Das ist mir inzwischen schon richtig peinlich wenn ich dabei bin. Ich stecke teilweise so in einem Loch das ich alles nur noch persönlich nehme und da dann ganz schwer raus komme. Gestern Abend haben wir uns wegen einer Lapalie so gestritten und er hat mir gedoht zu gehen. Sollte es heute noch einmal so laufen dann lasse ich mich nicht länger emotional erpressen sondern dann sage ich ihm er soll gehen. Ich will auch nicht mehr immer nachgeben, ich habe keinen zum reden der mich versteht außer evtl. ein bischen hier.
Warum schreibe ich Dir das Alles. Ich wollte Dir Mut machen und weiß wie unendlich schwer es ist wenn man sich alleine fühlt. Ihr habt aber soviel schon geschafft und Du liebst ihn noch. Bei mir bin ich mir nicht mehr sicher und zusammenbleiben um jeden Preis werde ich nicht. Ich habe schon einmal bitter dafür bezahlt alles versucht zu haben. Das schlimmste sind die Verletzungen im Herzen!!!!!
VG

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