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Was tun? Hochbegabt?

20. November 2009 um 22:28 Letzte Antwort: 30. Mai 2010 um 19:44

Hallo zusammen,

ich bin alleinerziehende Mutter eines 7 jährigen Jungen.
Mein Sohn ist ein kleiner überflieger und ich weiß nicht wo er es her hat...

Naja nun hab ich folgendes Problem... mein Sohn kann nicht lernen oder hat Angst davor. Ach ich weiß nicht genau wie ich das formulieren soll.

Er ist wie gesagt 7 Jahre. Ein kleiner klugscheißer und weiß so ziemlich alles.
In der regel muss man ihm nur einmal was erklären und er versteht es.
Als er noch im Kindergarten war, hat er mich mal gefragt wie man rechnet. Ich hab gesagt wenn du einen Finger hast und noch einen finger, dann hast du 1+1 was ist das? 2!
So hat es damals angefangen als er 4 war.

Nun ist es aber so das er wurzeln zieht...

Die Lehrerin hat mich vor ein paar Monaten darauf angesprochen das mein sohn im Unterricht nur stört, alles babyleicht sei und er manchmal bemerkungen in den Raum wirft, wo selbst die lehrerin überlegen muss und mein Sohn meistens recht hat. Selbst bei der Hausaufgabenbetreuung sagt er auch gerne mal wie man etwas viel einfacher machen könnte....

Nun ja nun will die Schule und ich auch, meinen Sohn am Mittwoch in die 3. Klasse tun. Er muss bis dahin natürlich etwas Stoff aufholen... Schreibschrift muss er bis dahin beherrschen und das kleine 1x1 muss er auch etwas können, zumindest das er weiß wie es geht.

Mein Sohn kann es nur leider ist er so, das wenn ich ihm sage, so schatz jetzt über malnehmen... dann fängt er an zu weinen und sagt ich weiß doch nicht was 243x12 ist.... ich hab ihm dann vorgeschlagen das wir dann erst mal mit 3x3 anfangen... also 3+3+3= naja wenn er das dann raus hat, dann hat er auch ziemlichen spaß daran und freut sich nach jeder richtigen aufgabe wie ein kleiner schneekönig.

Eben haben wir mit geteilt angefangen... wieder erst das große heulen.... aber dann klick!

Er hat eine so geringe Frustgrenze. Er ist auch seit 3,5 Torwart und wenn er ein Tor kassiert und seine Kameraden dann mit ihm schimpfen, steckt er am liebsten den Kopf in den Sand und am liebsten fängt er dann an zu weinen.

Dadurch das er springen kann, muss er jetzt was aufholen und er ist teilweise sehr frustriert und fühlt sich bestraft weil er mehr machen muss als seine klassenkameraden. Wenn ich ihm dann sage das es eine Belohnung ist und er dafür in die 3, klasse kann während die anderen in der 2. bleiben versteht er es nicht.

Bereits im 1. schuljahr hat er die hausaufgaben meiner nichte gemacht, die damals in der 3. klasse war und sagte immer das er in die 2. Klasse will, also eine Klasse höher.

Ich weiß nicht was ich machen kann, damit er nicht immer den kopf in den sand steckt, denn er kann es. Er ist absolut nicht dumm. Ich möchte ihm Mut machen.
Spaß hat er am lernen wenn er selber merkt das er was verstanden hat. Also ich stehe nicht mit dem knüppel hinter ihm und zwing ihn.

Ich weiß nicht ob er dem gewachsen ist.
Von der intelligenz denke ich auf jedenfall... aber wegen dem ewigen weinen bin ich mir nicht so sicher.

Hat vielleicht jemand ähnliche erfahrungen mit solchen Kindern oder Überspringen lassen?

Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand einen Rat geben kann.

LG desmin30

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22. Dezember 2009 um 0:59

Test
Lass auf jeden Fall einen IQ-Test in einem Hochbegabtenzentrum machen, dann weisst Du genau, in welchem Bereich Dein kleiner Großer hochbegabt ist. Die eute dort werden Dich auch beraten, wie und wo Du ihn fördern kannst und wie Du seine soziale Kompetenz festigen kannst. Ein pauschales Überspringen halte ich persönlich nicht unbedingt für den besten Weg. Meine Tochter zum Beispiel ist auf der sprachlichen Seite hochbegabt, sie geht halt in eine bilinguale Schule. Dort ist sie sehr gut aufgehoben.
Mit dem Weinen und der geringen Frustgrenze - das kenne ich auch zur Genüge ! Hochbegabte Kinder fühlen sich aufgrund ihrer Intelligenz und der völlig anderen Wahrnehmung vieler Dinge oft unverstanden, deshalb "ticken" sie so schnell aus - manche weinen sehr schnell, andere können auch agressiv werden oder mimen den "Klassenclown".
Wenn du googelst, findest Du bestimmt Adressen von Hochbegabten-Zentren in Deiner Nähe.
Viel Erfolg und erholsame Weihnachtsferien !

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21. Januar 2010 um 23:15

Antwort
Liebe Desmin,
ich habe nur persönliche Erfahrungen als sogenannter hochbegabter Mensch. Problematisch ist für jene einerseits, dass der gestellte Erwartungshorizont nach Kenntnisnahme der Hochbegabung deutlich den der anderen Menschen übersteigt und dadurch der Anspruch an die eigene Leistung höher ist. Ergebnis dieser Situation ist, dass Anforderungen, welche auch auf völlig geringwertige, d.h. eigentlich leicht erreichbare Ziele ausgerichtet sind, anders als von durchschnittlich begabten Menschen betrachtet werden.
Konkret: Anforderungen werden als - ich formuliere abstrakt - Bedrohung des eigenen Ansehens verstanden und daher sind diese - sofern eine angenommene Bewältigung derselben als nicht sicher betrachtet wird - oft als unüberwindliche Hürde zu verstehen. Erfahrung und Selbstvertrauen können mit zunehmendem Alter dieses Problem lösen, ganz allerdings nie.
Noch eine Schock am Ende: Meine vielseitigen Interessen für welche ich Privatlehrer aller Fachbereiche im Leben engagiert habe, kosteten meine lieben Eltern rund 2 Millionen Deutsche Mark. Viel Spaß mit ihrem Sohn,
Raffael

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30. Mai 2010 um 19:44

Antwort
Hallo !
Ich bin selbst vor kurzem erfahren, dass ich hochbegabt bin und habe mich deshalb viel informiert. Auch habe ich einen Freund, ebenfalls hochbegabt, der nun 12 Jahre alt ist und die 8. Klasse besucht. Dieser hatte auch häufig Wein-attacken.
Das Verhalten deines Sohnes kann ich mir so erklären:
1. Hochbegabte überschätzen sich oft, und wenn er nun plötzlich etwas tun soll, das er nicht kann ist er frustiert von sich selbst.
2. Vielleicht fühlt er sich auch etwas "beleidigt". (Das soll jetzt auf gar keinen Fall Kritik an ihrer Erziehung sein, denn sie gehen sehr gut mit der Situation um !) Es war bei mir zumidest so, dass ich es gar nicht ausstehen konnte/kann, wenn mir jemand (außer Lehrern) etwas erklären will. Nach dem Motto "Ich bin ja nicht doof, ich kann das alleine !" Was mir früher gut gefallen hat, war mir Dinge selbst zu erarbeiten. Vielleicht sollten sie ihm ein Arbeitsheft oder Ähnliches kaufen, das er selbst bearbeiten soll. Dabei sollte er sie immer nach Hilfe fragen können (auch wenn er es nur ungern macht.)

Zurück zu meinem Bekannten: Er hat einen Psychologen zu Rat gezogen (Schrecken sie nicht vor dem Wort "Psychologen" zurück) und eine Art Therapie gemacht. Hat gut gewirkt.

Hoffe ich konnte ihnen etwas helfen !

LG

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