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Was ist das schwierige an einer Patchwork Familie

20. Juli 2018 um 15:57

Ich frage mich woran es liegt, dass das Zusammenleben in einer Patchwork Familie so schwierig ist. Schon nach kurzer durchsicht des Forums wird einem klar, dass viele damit Schwierigkeiten haben.

Ich bin 35 J, haben einen 11j Sohn und lebe mit meinem Freund seit gut drei Jahren zusammen. Der vollständigkeits halber; er ist 30 J älter, ich habe aber nicht das Gefühl, dass das die Ursache des Problems ist.

Das Problem lässt sich einfach umschreiben: Mein Sohn und mein Freund können sich nicht ausstehen.
Logischerweiss führt das im Zusammenleben zu argen Reibereien.

Mein Sohn ist nicht gerade einfach. Weiss ich auch aus meinem und seinem Umfeld. Er ist kompliziert und daraus resultiert häufig eine Unzufriedenheit. Er kann aber auch sehr liebens würdig sein und ein richtiger Spassvogel und hat eine unbändige Energie. Er neigt dazu alles was in ihm vor geht nach aussen zu tragen. Daher redet er ununterbrochen und äussert seine Meinungen und Befindlichkeiten laut stark und hat gerne Gesellschaft. Dazu ist er sehr kreativ aber ungeduldig.

Mein Freund ist ein gewissenhafter, preziesser, arbeitswütiger Mensch mit Humor. Sehr liebevoll zu denen, die auch anständig mit ihm sind. Dafür umso harthärziger mit jenen die nur schon etwas schlechtes über ihn denken. Es ist ihm sehr wichtig was andere über ihn denken und er hat einen Hang zum Besserwissen. Wobei auch gesagt werden muss, dass er vieles weiss und vieles auch gut kann. Er hat auch sehr klare Vorstellungen wie etwas zu sein hat. Er mag Kinder, hat selber keine eigene, wollte aber immer welche. Er führte früher Lager und Kurse mit Kindern.

Mein Freund hasst eigentlich meinen Sohn. Die Abneigung hat sich schon früh entwickelt noch bevor wir zusammen lebten. Verbergen kann er das nicht. So wie mein Sohn ist, entspricht er nicht seinen Vorstellungen. Gerne hätte er ein Kind, dass viel mit ihm oder uns zusammen "arbeitet", sprich tüchtig ist und gelehrig. Nett und anständig sollte er auch sein, respektvoll vor dem Alter und gehorsam (nicht dreimal etwas sagen einmal genügt). Es hat sich schnell gezeit, dass das mit dem Zusammenarbeiten schwierig ist weil mein Sohn eher lebhaft ist und zu wenig Geduld hatte, sprich nicht bei der Sache ist und es nicht besonders mag wenn man ihn kritisiert, resp. ihm sagt wie er es besser machen könnte.
Das sie etwas zusammen machen gibt es eigentlich nicht mehr.
Alles geht besser wenn ich nicht dabei bin. Bin ich mit dabei sind die zwei sofort gereizt aufeinander und plagen sich.

Ich persönlich habe mir überlegt, dass die Problem ursprünglich davon kommen, dass sie für einander Konkurenten sind und, dass mein Freund angst hatte, dass mein Sohn ihn ablehnte und er als "Trottel" da gestanden wäre. Deswegen hat er vorsorglich die Situation gleich umgedreht und mein Sohn zum Trottel gemacht.

Ich persönlich find das Zusammenleben mit meinem Sohn braucht sehr wohl viele Nerven. Denke aber, dass durch die belastende Situation das Verhalten von meinem Sohn negativ verstärkt wurde. Das heisst, dass er dadurch noch viel eher unzufrieden ist und, dass sich so der Kreislauf von "Kompliziert sein und Unzufrieden sein" sehr verstärkt hat.

Im Alltag wirktsich das so aus, dass mein Sohn schnell mal wütend wird oder frustriert ist. Was natürlich sein Benehmen nicht gerade fördert. Auch nicht seinen Willen zur Gemeinschaftskeit, sei es nun, dass wir zusammen eine Aufgabe erledigen oder etwas unternehmen.
Es hat sich vielmehr die Gewohnheit breit gemacht, dass er irgend etwas sucht woran er sich stören kann um damit die Situation zu kontrollieren und mit seinem Frust die Situation zu etwas Schlechtem werden zu lassen. Unsere Energie konzentriert sich dann total auf das negative und es ist dann nicht mehr schön oder spassig, ... .

Mein Freund handkehrum sitzt wie ein Geier auf seinem Ast und nutzt jede Regung von meinem Sohn um ihn schlecht zu machen. Er gibt ihm unverohlen zum verstehen, wie blöd er ihn findet. (Was eigentlich wirklich nicht geht)
Ob es nun ist, dass er findet mein Sohn spreche zu viel (was vermutlich einfach so ist und wirklich nerven kann) oder weil er zu oft zur Tür ein und aus gegangen ist, oder den WC- Deckel nicht schliesst. Es sind Kritiken die Teils berechtigt sind und andere die einfach ...
hm, vielleicht Sachen die ja auch nerven können aber auf die man nicht mit so viel Verachtung reagieren sollte und die nicht so dramatisch sind.

Ich persönlich bin eigentlich der Meinung, dass man den Kinderen gegenüber eine grosse Portion Nachsicht braucht und dass wenn einem etwas stört, dies eher liebevoll gesagt werden sollte. Was ich zwar häufig auch nicht schaffe. Ich bin aber auch der Meinung, dass man sehr wohl auch mal ausrufen darf.
Mein Freund wirft mir zwar immer vor, dass ich genau das viel zu wenig mache. Nur meisten rufe ich dann aus wenn er nicht da ist. Weil so lange er da ist, ruft er schon genug aus. Ich bin dann eher immer in einer Art Alarmstimmung und auf deeskalation programiert.

Eigentlich möchte ich meinem Feund immer sagen, dass er etwas nachsichtiger und lockere sein soll. Dass er versuchen soll ein Ausgleich zu seinen negativen Reaktionen zu machen. Also Sachen sagen ab denen mein Sohn lachen muss oder ihn loben. Das will er aber "partu" (hat es auch schon kurz probiert) nicht verstehen.
Nun ist es eigentlich schon so weit, dass egal was mein Freund sagt, mein Sohn reagiert negativ darauf, wird eigentlich immer frech und will eigentlich lieber gar nichts mehr von meinem Freund hören.

Mich würden mal eure Meinungen hören.

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21. Juli 2018 um 10:53

Patchwork ist dann schwierig, wenn nicht viel Toleranz geübt wird.
Eigentlich machst du viel Worte um ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist.
Du lebst mit einem Mann, der deinen Sohn hasst. Das kann nicht funktionieren. Und ich finde es furchtbar, dass du deinem Sohn zumutest, in so einer lieblosen, ihn ablehnenden und abwertenden, Atmosphäre zu leben.
Du findest ihn schwierig ? Er hat es schwer !

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21. Juli 2018 um 12:40

Dein Sohn ist 11... der kommt jetzt in die Pubertät und beginnt natürlich, völlig zurecht und im Prinzip auch völlig normal, Grenzen zu testen. 
Dein Freund ist 65 und sollte nicht mehr als Vater Grenzen setzen müssen, sondern als Opa entspannt auf die Entwicklung des Enkels schauen.
Und wenn so ein verschobenes System dann noch von Beginn an mit falschen Vorstellungen, Erwartungen und negativen Gefühlen gefüttert wird, wie sollte das denn dann jemals funktionieren?!?
Was sagt denn dein Sohn, was er braucht, um entspannter und ruhiger zu sein? Was sagt dein Freund? Und was brauchst du wirklich? Seid ihr schonmal wirklich ohne Vorurteile und vorgefasste Meinung zum Ausgang an einem Tisch gesessen und habt zu dritt miteinander gesprochen?

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21. Juli 2018 um 15:38

Danke für eure Kommentare. Die ich so weit nachvollziehen kann.
Vorne weg. Der Hass war nicht von anfang an da.
Weiter finde ich, dass doch viel pauschalisiert wird oder Klisches als Argumente verwendet werden. So habe ich z. B. eine Feundin, die als Vater einen Mann hatte der auch etwa so alt war wie mein Freund jetzt und die Mutter ganz jung. Der Vater war super toll. Und alle starten als Kinderlose Eltern ein mal, wohl gemerkt. Es stimmt aber vermutlich schon, dass man mit dem Alter tendenziell weniger tolerant oder flexibel wird.
Für mich ist das Problem, dass eigentlich in dieser Beziehung und alles drumm und dran super passt, nahe zu perfekt ist! Wenn nur dieses Problem zwischen Sohn und Freund nicht wäre. Und ich aber auch mein Sohn haben sonst hier vieles das toll ist und das wir sonst ganz sicher nicht hätten.
Es ist wahnsinnig schwer zu verstehen warum das es einfach nicht geht und auch wahnsinnig schwer für mich zu akzeptieren. Zumal ich diesen Mann sehr liebe und er sonst wirklich ein ganz netter normaler Mensch ist.
Also er ist sonst nicht böse und es gibt Menschen die als Kinder häufig bei ihm waren (Stiefenkel und noch was ähnliches) die fande es bei ihm super toll. Einer hat ihm so gar mal ein Dankesbrief geschieben, in dem er schreibt wie toll, dass es immer bei ihm war.

Und mein Sohn, der ist auch toll. Ein normales Kind so wie sie sein sollen. Ausser das, was ich als anstrengend empfinde und wo ich auch denke, dass er selber damit zu kämpfen hat, diese "Kopliziert sein - Unzufrieden sein" Zeug, wo er manchmal in ein Fahrwasser kommt.

Mein Sohn mag meine Freund auch nicht. Wär zuerst angefangen hat, weiss nicht. Aber ja klar, so kann es nicht gehen. Sage ich auch immer. Aber das müsste doch nicht sein?

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21. Juli 2018 um 21:31

Ob Abneigung oder Hass.... kein neuer Partner dürfte mir nahe sein.... wenn er meine Kinder nicht mag und akzeptiert. Sie sind ein Teil von mir.... Wer sie ablehnt, lehnt auch mich ab. So ein Mann hat keinen Platz in meinem Leben und in meinem Herzen schon gar nicht

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24. Juli 2018 um 13:36

Ich würde dir raten, die Beziehung aufrecht zu erhalten aber getrennte Wohnungen zu beziehen. 

Dein Partner kann nicht mit Kindern, dein Sohn mag ihn nicht. Sie beide zwanghaft weiterhin in einer Lebensgemeinschaft sitzen zu lassen bringt niemandem was.
Auf lange Sicht wird das entweder deine Beziehung zum Kind oder zum Partner zerstören.

Die einzig andere Möglichkeit wäre wohl eine Familientherapie. Die Situation klingt für mich aber eher negativ - ich weiß nicht, ob die beiden überhaupt ein Interesse an einer Lösung miteinander hätten.

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18. August 2018 um 19:49
In Antwort auf naelet

Ich frage mich woran es liegt, dass das Zusammenleben in einer Patchwork Familie so schwierig ist. Schon nach kurzer durchsicht des Forums wird einem klar, dass viele damit Schwierigkeiten haben.

Ich bin 35 J, haben einen 11j Sohn und lebe mit meinem Freund seit gut drei Jahren zusammen. Der vollständigkeits halber; er ist 30 J älter, ich habe aber nicht das Gefühl, dass das die Ursache des Problems ist.

Das Problem lässt sich einfach umschreiben: Mein Sohn und mein Freund können sich nicht ausstehen.
Logischerweiss führt das im Zusammenleben zu argen Reibereien.

Mein Sohn ist nicht gerade einfach. Weiss ich auch aus meinem und seinem Umfeld. Er ist kompliziert und daraus resultiert häufig eine Unzufriedenheit. Er kann aber auch sehr liebens würdig sein und ein richtiger Spassvogel und hat eine unbändige Energie. Er neigt dazu alles was in ihm vor geht nach aussen zu tragen. Daher redet er ununterbrochen und äussert seine Meinungen und Befindlichkeiten laut stark und hat gerne Gesellschaft. Dazu ist er sehr kreativ aber ungeduldig.

Mein Freund ist ein gewissenhafter, preziesser, arbeitswütiger Mensch mit Humor. Sehr liebevoll zu denen, die auch anständig mit ihm sind. Dafür umso harthärziger mit jenen die nur schon etwas schlechtes über ihn denken. Es ist ihm sehr wichtig was andere über ihn denken und er hat einen Hang zum Besserwissen. Wobei auch gesagt werden muss, dass er vieles weiss und vieles auch gut kann. Er hat auch sehr klare Vorstellungen wie etwas zu sein hat. Er mag Kinder, hat selber keine eigene, wollte aber immer welche. Er führte früher Lager und Kurse mit Kindern.

Mein Freund hasst eigentlich meinen Sohn. Die Abneigung hat sich schon früh entwickelt noch bevor wir zusammen lebten. Verbergen kann er das nicht. So wie mein Sohn ist, entspricht er nicht seinen Vorstellungen. Gerne hätte er ein Kind, dass viel mit ihm oder uns zusammen "arbeitet", sprich tüchtig ist und gelehrig. Nett und anständig sollte er auch sein, respektvoll vor dem Alter und gehorsam (nicht dreimal etwas sagen einmal genügt). Es hat sich schnell gezeit, dass das mit dem Zusammenarbeiten schwierig ist weil mein Sohn eher lebhaft ist und zu wenig Geduld hatte, sprich nicht bei der Sache ist und es nicht besonders mag wenn man ihn kritisiert, resp. ihm sagt wie er es besser machen könnte.
Das sie etwas zusammen machen gibt es eigentlich nicht mehr.
Alles geht besser wenn ich nicht dabei bin. Bin ich mit dabei sind die zwei sofort gereizt aufeinander und plagen sich.

Ich persönlich habe mir überlegt, dass die Problem ursprünglich davon kommen, dass sie für einander Konkurenten sind und, dass mein Freund angst hatte, dass mein Sohn ihn ablehnte und er als "Trottel" da gestanden wäre. Deswegen hat er vorsorglich die Situation gleich umgedreht und mein Sohn zum Trottel gemacht.

Ich persönlich find das Zusammenleben mit meinem Sohn braucht sehr wohl viele Nerven. Denke aber, dass durch die belastende Situation das Verhalten von meinem Sohn negativ verstärkt wurde. Das heisst, dass er dadurch noch viel eher unzufrieden ist und, dass sich so der Kreislauf von "Kompliziert sein und Unzufrieden sein" sehr verstärkt hat.

Im Alltag wirktsich das so aus, dass mein Sohn schnell mal wütend wird oder frustriert ist. Was natürlich sein Benehmen nicht gerade fördert. Auch nicht seinen Willen zur Gemeinschaftskeit, sei es nun, dass wir zusammen eine Aufgabe erledigen oder etwas unternehmen.
Es hat sich vielmehr die Gewohnheit breit gemacht, dass er irgend etwas sucht woran er sich stören kann um damit die Situation zu kontrollieren und mit seinem Frust die Situation zu etwas Schlechtem werden zu lassen. Unsere Energie konzentriert sich dann total auf das negative und es ist dann nicht mehr schön oder spassig, ... .

Mein Freund handkehrum sitzt wie ein Geier auf seinem Ast und nutzt jede Regung von meinem Sohn um ihn schlecht zu machen. Er gibt ihm unverohlen zum verstehen, wie blöd er ihn findet. (Was eigentlich wirklich nicht geht)
Ob es nun ist, dass er findet mein Sohn spreche zu viel (was vermutlich einfach so ist und wirklich nerven kann) oder weil er zu oft zur Tür ein und aus gegangen ist, oder den WC- Deckel nicht schliesst. Es sind Kritiken die Teils berechtigt sind und andere die einfach ...
hm, vielleicht Sachen die ja auch nerven können aber auf die man nicht mit so viel Verachtung reagieren sollte und die nicht so dramatisch sind.

Ich persönlich bin eigentlich der Meinung, dass man den Kinderen gegenüber eine grosse Portion Nachsicht braucht und dass wenn einem etwas stört, dies eher liebevoll gesagt werden sollte. Was ich zwar häufig auch nicht schaffe. Ich bin aber auch der Meinung, dass man sehr wohl auch mal ausrufen darf.
Mein Freund wirft mir zwar immer vor, dass ich genau das viel zu wenig mache. Nur meisten rufe ich dann aus wenn er nicht da ist. Weil so lange er da ist, ruft er schon genug aus. Ich bin dann eher immer in einer Art Alarmstimmung und auf deeskalation programiert.

Eigentlich möchte ich meinem Feund immer sagen, dass er etwas nachsichtiger und lockere sein soll. Dass er versuchen soll ein Ausgleich zu seinen negativen Reaktionen zu machen. Also Sachen sagen ab denen mein Sohn lachen muss oder ihn loben. Das will er aber "partu" (hat es auch schon kurz probiert) nicht verstehen.
Nun ist es eigentlich schon so weit, dass egal was mein Freund sagt, mein Sohn reagiert negativ darauf, wird eigentlich immer frech und will eigentlich lieber gar nichts mehr von meinem Freund hören.

Mich würden mal eure Meinungen hören.

 

Es gibt keine schwierigen Kinder. Sie spiegeln, was ihnen zugemutet wird. 
Wenn mein Partner mein Kind "hassen" würde (eine der krassesten Emotionen überhaupt), würde ich ihn vor die Tür setzen. Was mutest du einen 11jahrigen, der kurz vor der Pubertät steht, zu?? Er musste schon die Trennung bzw Abwesenheit von seinem Vater ertragen (dazu weiß ich natürlich nichts, aber das hat immer Auswirkungen auf Kinder) und jetzt lebt er unter einem Dach mit einem Ersatzvater, der ihn hasst?? Prost Mahlzeit. Kein Wunder, dass die Kinder heutzutage immer auffälliger werden. 
Sorry für meine krassen Worte, aber dein Kind tut mir echt leid. 

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