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Warum es nicht...

11. Juni 2012 um 19:36

... funktioniert hat.

Ich habe hier früher geschrieben und vor allem gelesen. Vieles half mir sehr. Deshalb möchte ich hier ein paar Erfahrungen aufschreiben, vielleicht hilft es ja jemandem weiter.

Meine Beziehung ging vor einiger Zeit in die Brüche. Das Patchwork-Thema war nicht der einzige Grund oder der Hauptgrund, aber es spielte natürlich eine Rolle.

Rückblickend sehe ich, was das betrifft, vor allem eines: Stress. Stress, der von mir ausging und Stress, der durch die Umstände kam. Einerseits konnte ich mit dem natürlichen Gefühl der Eifersucht auf das Kind einer anderen Frau nur oberflächlich gesehen gut umgehen. Im tiefen Inneren nie. Andererseits gab es durch die Umstände bedingt ein kompliziertes und höchst anstrengendes Konstrukt, das den regelmäßigen Kontakt mit dem Kind ermöglichte. Stress. Dazu kam, dass ich mir vieles von Anfang an erkämpfen musste, das man mit einem Wort zusammenfassen kann: Verstândnis. Dafür, dass ich mich nicht völlig der "Familie" unterordnen wollte, dass ich keine große Familie mit der Kindsmutter bilden wollte, dass dass ich keine Muttergefühle hatte. Stress und viel, viel Streit von Anfang an. Bauchweh vor den Wochenenden und - oje - vor den gemeonsamen Ferienwochen mit Urlaub. Dauerstress. Klingt hart, ja, war es auch. Irgendwann läuft man Gefahr, sich in dem Ganzen selbst zu verlieren. Weil man es ja trotzdem allen recht machen will: Mann, Kind, Schwiegereltern und sowieso allen.

Das Sonderbare: Ich hatte mich irgendwann an den Dauerstress gewöhnt, dass ich ihn als normal empfand. Dazu kommt der nicht unwesentliche Stress, den man durch den Beruf hat, doch das ging irgendwie unter dabei. Es war wie eine Spirale - nach unten.

Ich hatte vergessen, dass Beziehungen nicht so sein müssen, das es auch ganz anders gehen kann. Das Ganze hatte mich so sehr eingenommen, auch gedanklich, und jetzt kommt das große ABER: ich habe es zugelassen. Es gab jene, die forderten und es gab mich, die mitspielte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine höllische Gratwanderung war zwischen dem, was schön war und dem, was mich kaputtzumachen drohte.

Und irgendwann kam dann das Ende. Wie gesagt, nicht nur wegen der Patchwork-Problematik. Aber plötzlich wusste ich: Das ist nicht das, was ich will für mein Leben. Ich habe viel gelernt über mich selbst, vor allem aber eines: Man sollte immer auf die innere Stimme hören, die einem zweifelnd zuflüstert. Und vor allem: Man hat nur ein Leben.

Ich wünsche euch allen hier, dass ihr den für euch richtigen Weg geht und immer bei euch selbst bleibt!

Liebe Grüße

Apfelzimt

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