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Von meiner Mutter enttäuscht

5. Februar 2012 um 11:45

Ich bin sehr vom Verhalten meiner Mutter enttäuscht. Sie war früh geschieden und mit mir allein erziehend, was in den 50ger Jahren sicher nicht einfach war. Es ging uns finanziell sehr schlecht und ich bin deswegen mit 18 ausgezogen und ihr nie mehr zur Last gefallen. Es war aber auch so, dass wir nie miteinander wirklich zurecht gekommen sind. Wir wohnten immer weit voneinander entfernt. Meine Mutter hat dann später noch einmal geheiratet. Heute bin ich 60 und sie 84, aber wir sind beide noch körperlich fit.

Nun ist vor 2 Jahren mein Mann plötzlich verstorben, mit dem ich lange verheiratet war und zwei Kinder habe. Leider musste ich das Erbe ausschlagen, da sich nach dem Tod herausstellte, dass es überschuldet war. Alllerdings bekomme ich Witwenrente. Inzwischen bin ich auch noch arbeitslos geworden und finde einfach keinen neuen Job mehr.

Kurz nach dem Tode meines Mannes wurde auch meine Mutter Witwe und sie ist dann in ein Altersheim im Nachbarort gezogen, weil sie meine Nähe suchte. Ich denke mir, dass sie schließlich meine Mutter ist und kümmere mich viel um sie, wobei mich das sehr anstrengt, weil wir so verschieden sind. Sie ist so der Typ Gefühl Gefühl und die Hauptsache ist ihr, jeder findet sie nett, ich dagegen bin der nüchterne, direkte, sachliche Typ.

Sie ist finanziell sehr gut ausgestattet und bekommt viel Rente, das weiss ich, weil ich ihr bei ihren finanziellen Dingen helfe, mit denen sie allein nicht zurecht käme. Sie will mir immer etwas Geld zustecken, weil sie weiss, dass es mir nicht so gut geht, aber ich habe das immer abgelehnt und ihr gesagt, dass es aber sein könnte, dass ich Ihre finanzielle Hilfe einmal wirklich in größerem Rahmen brauchen könnte und sie dann darum bitten würde. Ich weiss, dass das eigentlich leicht möglich wäre. Und sie hatte mir das zugesagt.

Dieser Fall ist nun eingetreten und ich habe sie um Geld gebeten, aber sie hat abgelehnt, weil sie sagt, sie habe Angst, dass sie das Geld brauchen würde, falls sie einmal ein Pflegefall wird. Ich hatte mich auf ihre Hilfe im Notfall verlassen und weiss jetzt nicht, was ich machen soll. Ich kann sie ja nicht zwingen, aber ich bin masslos enttäuscht und weiss nicht mehr weiter.

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20. Februar 2012 um 2:39

Wie wichtig ist die Beziehung?
Aus deinem Text geht nicht ganz klar ob die Verzweiflung am Geldmangel liegt, oder am "Beziehungsmangel".
Du hast dich anscheinend sehr früh von ihr emanzipiert, standest früh auf deinen eigenen Beinen.
Da ihr euch eh nie gut verstanden habt muss das für dich wie ein Neuanfang gewesen sein, dass sie zu dir wollte, bzw in deine Nähe. Hast dann alles getan um deine "Tochterpflichten" zu erfüllen und sie zeigt an deiner Notlage nun wenig Interesse. Ich weiß nicht wie wichtig das Geld ist, aber Geld kann man im schlimmsten Fall auch auf Kredit bekommen, wenn auch nicht besonders angenehm. Hier steht vielleicht eher die Frage im Raum, wie du nun das Verhältnis zu deiner Mutter weiter führen möchtest. Vielleicht ist es ein Weg, sich das Geld woanders her zu holen und ihr im Nachhinein zu sagen wie traurig es dich macht, dich letztendlich doch nicht auf sie verlassen haben zu können. Damit läufst du nicht Gefahr, dass es sich nach betteln anhört, sondern es nur um euer Verhältnis zueinander geht. Sie ist jetzt auch schon älter- und egal wie fit sie grade ist, weißt du nicht wie viel Zeit ihr noch zusammen habt und es wäre schön, wenn du nicht irgendwann mit einem Haufen Fragen da stehst, die du niemanden mehr stellen kannst.

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20. Februar 2012 um 9:19
In Antwort auf amaya_12451988

Wie wichtig ist die Beziehung?
Aus deinem Text geht nicht ganz klar ob die Verzweiflung am Geldmangel liegt, oder am "Beziehungsmangel".
Du hast dich anscheinend sehr früh von ihr emanzipiert, standest früh auf deinen eigenen Beinen.
Da ihr euch eh nie gut verstanden habt muss das für dich wie ein Neuanfang gewesen sein, dass sie zu dir wollte, bzw in deine Nähe. Hast dann alles getan um deine "Tochterpflichten" zu erfüllen und sie zeigt an deiner Notlage nun wenig Interesse. Ich weiß nicht wie wichtig das Geld ist, aber Geld kann man im schlimmsten Fall auch auf Kredit bekommen, wenn auch nicht besonders angenehm. Hier steht vielleicht eher die Frage im Raum, wie du nun das Verhältnis zu deiner Mutter weiter führen möchtest. Vielleicht ist es ein Weg, sich das Geld woanders her zu holen und ihr im Nachhinein zu sagen wie traurig es dich macht, dich letztendlich doch nicht auf sie verlassen haben zu können. Damit läufst du nicht Gefahr, dass es sich nach betteln anhört, sondern es nur um euer Verhältnis zueinander geht. Sie ist jetzt auch schon älter- und egal wie fit sie grade ist, weißt du nicht wie viel Zeit ihr noch zusammen habt und es wäre schön, wenn du nicht irgendwann mit einem Haufen Fragen da stehst, die du niemanden mehr stellen kannst.

Das habe ich nicht verstanden
Von "Verzweiflung" war nicht die Rede, sondern von maßloser Enttäuschung.
Selbstverständlich versuche ich alles, um mein Problem selbst zu lösen, was allerdings sehr schwierig wird. Es ist ja nicht das erste Problem in meinem Leben, wenn auch eins der größeren und wirklich unverschuldet, auch das gibt es ja.

Womit ich nicht umgehen kann, ist vor allem dieTatsache,dass meine Mutter ihre Hilfe kategorisch verweigert hat.Trotzdem telefonieren wir täglich mindestens ein Mal und sehen uns mindestens ein Mal die Woche und wir spielen Friede, Freude, Eierkuchen. Ich lasse mir meine Enttäuschung nicht anmerken, aber sie frisst in mir.

Meine Mutter gibt Unsummen für Klamotten aus dem Versandkatalog aus (z.B. 88 Teile in einem halben Jahr) und verteilt übergroßzügige Trinkgelder an alle möglichen Leute. Es ist ihr,wie gesagt,wichtig,dass alle sie nett finden. Das ist alles in Ordnung,es ist ihr Geld, ich gönne es ihr. Sie sagt immer, dass ihr niemand geholfen hat, als sie mit mir allein dastand und das Geld so knapp war (was nicht ganz stimmt) und dass Sie so glücklich ist, jetzt im Alter Geld zu haben.

Sie ist noch nicht dement,aber in manchen Dingen schon recht lebensuntüchtig, sie weiss und versteht vieles einfach nicht, oder nicht mehr und deshalb helfe ich ihr mit Rat und Tat. Das bedeutet aber auch,dass ich fast alles über sie inzwischen erfahren habe. Das lässt sich nicht ändern, ist ihr aber manchmal unangenehm.Sie hat vielleicht den Grund für mein finanzielles Problem gar nicht verstanden, aber darum geht es doch nicht.

Es geht um Gefühle: Was kann man von einer Mutter erwarten und was muss man ihr entgegenbringen?

Ich weiss nicht, ob ich selbst eine gute Mutter bin,aber zu meinen eigenen Kindern habe ich ein sehr inniges Verhältnis und meine beiden Kinder ertragen ihre Oma eigentlich nur mir und des lieben Friedens willen, mögen sie aber nicht. Meine Tochter hat mir schon angeboten,mir finanziell zu helfen,aber ich tue alles dafür, dass ich das nicht in Anspruch nehmen muss. Für meine Kinder würde ich alles geben.

Was soll das heissen: "es wäre schön, wenn du nicht irgendwann mit einem Haufen Fragen da stehst, die du niemanden mehr stellen kannst"? Welche Fragen sollten das denn sein?????



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20. Februar 2012 um 12:16
In Antwort auf erma_12170949

Das habe ich nicht verstanden
Von "Verzweiflung" war nicht die Rede, sondern von maßloser Enttäuschung.
Selbstverständlich versuche ich alles, um mein Problem selbst zu lösen, was allerdings sehr schwierig wird. Es ist ja nicht das erste Problem in meinem Leben, wenn auch eins der größeren und wirklich unverschuldet, auch das gibt es ja.

Womit ich nicht umgehen kann, ist vor allem dieTatsache,dass meine Mutter ihre Hilfe kategorisch verweigert hat.Trotzdem telefonieren wir täglich mindestens ein Mal und sehen uns mindestens ein Mal die Woche und wir spielen Friede, Freude, Eierkuchen. Ich lasse mir meine Enttäuschung nicht anmerken, aber sie frisst in mir.

Meine Mutter gibt Unsummen für Klamotten aus dem Versandkatalog aus (z.B. 88 Teile in einem halben Jahr) und verteilt übergroßzügige Trinkgelder an alle möglichen Leute. Es ist ihr,wie gesagt,wichtig,dass alle sie nett finden. Das ist alles in Ordnung,es ist ihr Geld, ich gönne es ihr. Sie sagt immer, dass ihr niemand geholfen hat, als sie mit mir allein dastand und das Geld so knapp war (was nicht ganz stimmt) und dass Sie so glücklich ist, jetzt im Alter Geld zu haben.

Sie ist noch nicht dement,aber in manchen Dingen schon recht lebensuntüchtig, sie weiss und versteht vieles einfach nicht, oder nicht mehr und deshalb helfe ich ihr mit Rat und Tat. Das bedeutet aber auch,dass ich fast alles über sie inzwischen erfahren habe. Das lässt sich nicht ändern, ist ihr aber manchmal unangenehm.Sie hat vielleicht den Grund für mein finanzielles Problem gar nicht verstanden, aber darum geht es doch nicht.

Es geht um Gefühle: Was kann man von einer Mutter erwarten und was muss man ihr entgegenbringen?

Ich weiss nicht, ob ich selbst eine gute Mutter bin,aber zu meinen eigenen Kindern habe ich ein sehr inniges Verhältnis und meine beiden Kinder ertragen ihre Oma eigentlich nur mir und des lieben Friedens willen, mögen sie aber nicht. Meine Tochter hat mir schon angeboten,mir finanziell zu helfen,aber ich tue alles dafür, dass ich das nicht in Anspruch nehmen muss. Für meine Kinder würde ich alles geben.

Was soll das heissen: "es wäre schön, wenn du nicht irgendwann mit einem Haufen Fragen da stehst, die du niemanden mehr stellen kannst"? Welche Fragen sollten das denn sein?????



Na solche Fragen wie
warum hast du mich da alleine gelassen( also jetzt in diesem Moment den du beschreibst)?, warum haben wir es den größten Teil unserer Zeit nicht geschafft mit einander gut zurecht zu kommen? War es dir egal? "Es ging uns finanziell sehr schlecht und ich bin deswegen mit 18 ausgezogen und ihr nie mehr zur Last gefallen" hört sich an, als wenn sie dir dieses Gefühl auch vermittelt hätte.

Laut deiner Beschreibung hört es sich so an, als wäre sie zu dir gekommen, als sie deine Hilfe brauchte. Hilft dir jetzt aber nicht, was natürlich enttäuschend ist.

" Ich kann sie ja nicht zwingen, aber ich bin masslos enttäuscht und weiss nicht mehr weiter." hattest du geschrieben- " ich weiss nicht weiter" ist für mich die Definition von Verzweifelt.

Mir ist absolut klar, dass nicht jede Notlage selbstverschuldet ist, falls das irgendwie so rüber kam tut mir das Leid, das ist gar nicht meine Ansicht!.

Mir war es wichtig klar zu stellen, dass es, glaube ich, ratsam ist die Probleme jetzt voneinander zu trennen. Sie gibt dir kein Geld- das hat dich enttäuscht ( zu Recht), das ist das erste Problem.
Das zweite, du musst irgendwie an Geld ran kommen.

Wenn du aber mit ihr jetzt noch darum "streitest" ob sie dir das Geld gibt, dann denkt sie es ginge dir nur um das Geld, aber es geht dir ja um ihre Einstellung zu dir- das ist ja das was dich enttäuscht.

Warum lässt du dir die Enttäuschung nicht anmerken?

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20. Februar 2012 um 12:30
In Antwort auf amaya_12451988

Na solche Fragen wie
warum hast du mich da alleine gelassen( also jetzt in diesem Moment den du beschreibst)?, warum haben wir es den größten Teil unserer Zeit nicht geschafft mit einander gut zurecht zu kommen? War es dir egal? "Es ging uns finanziell sehr schlecht und ich bin deswegen mit 18 ausgezogen und ihr nie mehr zur Last gefallen" hört sich an, als wenn sie dir dieses Gefühl auch vermittelt hätte.

Laut deiner Beschreibung hört es sich so an, als wäre sie zu dir gekommen, als sie deine Hilfe brauchte. Hilft dir jetzt aber nicht, was natürlich enttäuschend ist.

" Ich kann sie ja nicht zwingen, aber ich bin masslos enttäuscht und weiss nicht mehr weiter." hattest du geschrieben- " ich weiss nicht weiter" ist für mich die Definition von Verzweifelt.

Mir ist absolut klar, dass nicht jede Notlage selbstverschuldet ist, falls das irgendwie so rüber kam tut mir das Leid, das ist gar nicht meine Ansicht!.

Mir war es wichtig klar zu stellen, dass es, glaube ich, ratsam ist die Probleme jetzt voneinander zu trennen. Sie gibt dir kein Geld- das hat dich enttäuscht ( zu Recht), das ist das erste Problem.
Das zweite, du musst irgendwie an Geld ran kommen.

Wenn du aber mit ihr jetzt noch darum "streitest" ob sie dir das Geld gibt, dann denkt sie es ginge dir nur um das Geld, aber es geht dir ja um ihre Einstellung zu dir- das ist ja das was dich enttäuscht.

Warum lässt du dir die Enttäuschung nicht anmerken?

Gute Frage!
Zum Einen: die Frage der Geldbeschaffung habe ich schon abgekoppelt.
Zum Anderen ist die letzte Frage gut und ich denke gerade darüber nach, weiß aber noch keine Antwort.

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20. Februar 2012 um 19:21

Es ist anstrengend
so zu tun als ob. Sei einfach mal ehrlicher , schau , was du brauchst und überprüfe mal in wie weit dein Tun an Erwartungen gekoppelt ist.
Ihr seid beide frei, deine Mutter darf tun , was sie möchte und du eben auch. Tu das, was du vom Herzen tun möchtest und alles andere lass. Denn wenn deine Mutter noch klar im Kopf ist, dann spürt sie , was von all dem zu halten ist.
Gruß Melike

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