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Verzweifelt...Erziehung

2. Dezember 2002 um 17:20 Letzte Antwort: 5. Dezember 2002 um 11:40

Hallo,

unser Kleiner ist 14,5 Monate alt.

Den ganzen Tag reisst er Sachen herunter,schmeisst sie umher, zieht den Telefonstecker, und und und...

auf ein Nein hört er nicht. Auch nicht, wenn wir es schon regelrecht brüllen...

Ich bin mittlerweile schon total genervt und kraftlos...

Wie kommen wir da weiter?

vielleicht habt ihr ja eine Idee?

liebe Grüsse

Glasregen

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3. Dezember 2002 um 23:11

Hallo Glasregen,
ich hab Dir nen guten Buchtip, lohnt sich zu lesen. Steve Biddulph "Das Geheimnis glücklicher Kinder" kostet, glaube ich, 7,95€. Da stehen ein paar nützliche Sachen drin bezüglich Erziehung etc.. Es ist leicht lesbar geschrieben.

Seid konsequent, wenn Du zu etwas bestimmten "nein" sagst, muss es heute, morgen und in 14 Tagen auch noch Gültigkeit haben. Die Kleinen testen das gerne immer wieder aufs Neue aus. Wenn alles nichts hilft, sorge für eine Platzveränderung. Setze ihn in sein Zimmer, gib ihm ein kleines "Timeout",1-2 Minuten genügen völlig. Nach ein paar Wiederholungen, weiß er, wenn er nicht auf Dein "nein" hört, kommt er in sein Zimmer. Das ist manchmal ziemlich anstrengend, weil man nicht immer den Nerv für solche Auseinandersetzung hat. Aber ich denke, alles was Du ihm jetzt vermittelst, sparst Du Dir in späteren Tagen an Auseinandersetzungen.
Verbiete ihm nur die Dinge, die wirklich wichtig für Dich oder gefährlich für ihn sind. Alles andere sollte er ausprobieren dürfen. Denn wie unten schon erwähnt, wollen Kinder ausprobieren, testen und kennenlernen.
Wenn Du ihn in Deine Arbeit mit einbeziehst, dann hat er was sinnvolles zu tun und Du mußt nicht ständig hinterher rennen. Gib ihm beim Kochen eine Schüssel und etwas zum Rühren, lass ihn den Salat "waschen". Gib ihm einen Lappen zum "Putzen",lass ihn Löffel auf den Tisch legen, Kissen ausschütteln oder die Wäsche aus der Waschmaschine holen. Es gibt eine Menge Möglichkeiten die kleinen Zwerge so zu beschäftigen und sie mögen es.
Natürlich dauert auf diese Weise alles viel länger .

Gruss lele

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4. Dezember 2002 um 11:09

...kommt noch schlimmer
Hallo Glasregen,

Deine Schilderungen kommen mir sehr bekannt vor!
Es ist richtig, das Kleinkind wird mobil und kann dadurch endlich seine kleine Welt erforschen...
Das er bei seinen neuen "Spielen" so vertieft ist, dass er sich dabei durch Mamas "Nein" nicht stören lassen will, ist klar. Meine Kleine ist zwar aus dieser ersten Phase der "Bodenerforschung" schon heraus, doch nachwievor räumt sie mir regelmässig den Lebensmittelvorratsschrank aus und versteckt die "Beute" in ihren Kinderkästen. Eigentlich süß.. Früher habe ich auch gedacht, ich sollte ihr das nicht erlauben, doch ich denke, es ist ein harmloses Vergnügen und sie ist eine Zeit beschäftigt. Mama braucht ja auch mal eine Verschnaufpause. Doch dafür ist sie jetzt schon eine Stufe weiter: sie klettert!
Schiebt den Sessel zu den Schränken und öffnet dort (meist in meiner Abwesenheit) alle Läden, die nicht "zugenagelt" sind. Dort gibt es Scheren zu finden und Kugelschreiber (-ganz toll!), mitunter auch Schraubenzieher usw. Sie beobachtet einfach, wo wir bestimmte Sachen hinräumen und sucht sie dort... (eigentlich clever!) Die anschließende "Diskussion" mit ihr endet meist mit einem Quiiieetsch- bzw. Heulkonzert. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich alle meine Dinge hinräumen soll, weil ich sie ja selbst brauche und nicht immer in irgendwelchen Verstecken kramen will... Auch das Waschbecken ist ein herrlicher Spielplatz: Sessel hinschieben und losgeht´s: Hahn bis zum Anschlag aufdrehen und alle Spielsachen drin baden. (Manchmal erwischt sie leider auch ihre Schuhe...) Und da sie den WC-Deckel schon selbt öffnen kann ist auch das Wasser darin zum Herumplanschen gut geeignet...
Ich könnte den ganzen Tag hinter ihr herlaufen und ihr dauernd irgendetwas verbieten! Das zerrt schon an den Nerven! Idee habe ich zwar keine, aber ich weiß, das es anderen Müttern auch nicht anders geht und man durch diese Phase einfach durchmuss! Es ist schließlich unser Job - als Mutter!
Ich wünsche Dir weiterhin gute Nerven,

Memory

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4. Dezember 2002 um 12:40

Vielen lieben dank
für eure Antworten,

dazu folgendes:

1.er kann sehr gut hören
2.das mit dem Timeout im Zimmer haben wir auch schon probiert, nachher kam ich mir aber wie eine Rabenmutter vor. Hatte auch noch nie gehört, dass andere Mütter das auch so machen.
3.Es ist schon richtig, dass die Kleinen neugierig sind, aber zu diesem Zweck haben wir unserem Schatz in der Küche ein Schränkchen mit all unseren Tubberdosen und anderem Plastikkram eingeräumt, dass er ausräumen darf wenn er mit der Mama in der Küche ist. Er hat ein eige Schüssel mit Klammern usw. Alles andere haben wir zugeklebt, hochgestellt usw. aber die ganze Wohnung kann man nicht zustellen und zu kleben. Außerdem klettert er ja auch überall hoch.

Wir werden wohl die Timeoutmethode nochmal probieren. Vielleicht hilft es ja wirklich.

Ich danke euch

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4. Dezember 2002 um 14:12

Liebe Temptress,
ich habe nicht von Stunden gesprochen, sondern von 1-2 Minuten. Das funktioniert auch, wenn man zusammen mit dem Kind das Timeout verbringt (z.B. auf dem Schoss,wo man auch erklären kann wieso und weshalb). Ich bin eben der Meinung, dass man den Kleinen gewisse Regeln beibringen sollte. So sanft wie möglich und so konsequent wie nötig. Ich halte ebenfalls nichts von Dressur. Aber mir ist es eben sehr wichtig, dass meine Kinder auf ein Nein hören und das beim ersten mal und auch ohne Erklärungen. Ich möchte nicht erleben, dass sich mein Kind losreißt und auf die Strasse rennt, weil es nicht gelernt hat auf "Nein" zu hören.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, um seine Kinder zu erziehen. Es gibt sicher viele falsche Wege, aber auch ne Menge richtige Dinge, die man eben erst für sich selber finden muss.

Gruss lele

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5. Dezember 2002 um 11:40

Liebe Temptress,
1.ich will meinen Sohn nicht dressieren, aber wenn er auch nach dem zwanzigstem oder sogar dreißigstem energischem Nein wieder dasselbe tut, weiß ich mir manchmal nicht anders zu helfen, als ihn mal zwei Minuten in sein Zimmer zu setzen um meine Nerven zu beruhigen.
(Außerdem ist es ja nicht, als würde ich ihn in den Flur setzen, denn sein Zimmer ist hell und freundlich mit seinen Lieblingsspielsachen)

2.Ich wohne keineswegs in einem Porzellanladen, aber es gibt in einer Wohnung immer ein zwei Ecken, die man nicht vollstellen oder zukleben kann. Ich kann schliesslich zb. meine Waschmaschine nicht in einem Meter Höhe aufstellen und er dreht bei laufender Maschine die Temperatur auf 95° sobald ich nur mal kurz aufs Klo gehe. Sollte ich die Badtür verschliessen wenn ich aufs Klo muss? Da würde er ja weinend im Flur sitzen.

3.da kann ich mich ne stunde hinstellen und ihm das tausendmal erklären, aber er versteht mit 14 Monaten noch nicht, dass die Wäsche davon eingeht!

4.Ich liebe ihn! aber ich brauche meine Nerven um auf ihn aufzupassen und für ihn zu sorgen.

PS: ich setz ihn ja auch nicht gleich in sein Zimmer - wir sind schon sehr sehr geduldig

liebe Grüsse

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