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Väterlicher Umgang = schlecht für die Kinder

27. März 2009 um 15:49 Letzte Antwort: 31. März 2009 um 13:40

Hallo,

also ich halte mich kurz mit der Vorgeschichte. Ist auch ein anderes Thema, welches sich sinnlos in die Länge ziehen würde.

Ich habe meinen Sohn und meine Tochter über 2 Jahre nicht gesehen und auch nichts von ihnen gehört. Sie waren damals 5 und fast 3, jetzt 7 und 5 Jahre alt.
Sie kamen damals zu ihrem Vater, nachdem ich nicht mehr da war. Ungefähr 1 Jahr später in eine Pflegefamilie.

Nun habe ich seit kurzem Kontakt zum Jugendamt und auch zur Pflegefamilie. Die zwei konnte ich inzwischen auch sehen.

Ich erfahre immer mehr "Bruchstücke" über Dinge, die vorgefallen sind.

Bsp:

Mein Sohn wurde von seinem Vater mehrmals geschlagen. Man konnte Spuren danach an seinem Körper (auch ärztlich) feststellen. Auch hat der Kleine erzählt, was passiert ist. Er war wohl immernoch erst 5 Jahre alt, als das passiert ist (vielleicht war's auch schon immer so..?)

Der Vater schaut mit seiner Freundin Pornofilme an, während die Kinder anwesend sind (kam wohl raus, als die zwei eine Blas-Szene nachspielten beim baden. Sofern ich richtig verstanden habe, dürfen sie nicht mehr zusammen baden..? Außerdem gabs danach wohl eine 10-wöchige Kontaktsperre zum Vater) Wohl bemerkt, falls ichs richtig verstanden habe.. Ich schließe nicht aus, evt. ein paar Dinge durcheinander zu bringen, es war doch etwas viel in letzter Zeit!

Der Vater der zwei hat wohl eines der Kinder (oder beide?) mal übern Balkon gehalten (das habe ich wirklich nur sehr am Rande mitbekommen, da ich mit den zwei beschäftigt war, während meine Mutter mit den Pflegeeltern redete) -> die Kinder haben Angst, auf den Balkon zu gehen. Davon abgesehen ist es lebensgefährlich, zumal er wohl im obersten Stockwerk wohnt.

Als die Kinder zur Pflegefamilie kamen, konnte mein Sohn anscheinend kaum mehr sprechen. Auch nicht laufen bzw wie die Pflegemutter mir erzählte "er konnte garnichts mehr". Dazu muss ich sagen, dass ich nun, nach den 2 Jahren Trennung, kaum einen Unterschied feststellen konnte. Mir wurde gesagt, es hätte sich wieder gebessert. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es gewesen sein muss. Zumal ist er alles andere als dumm. Er hatte schon immer leichte Probleme mit dem Sprechen, auf Grund dessen wurde damals ein nonverbaler IQ Test im KiGa gemacht, das Ergebnis war sogar für mich überraschend.. der Wert war 130+ (alles andere als dumm oder "nicht intelligent")

Die Kinder lebten bei ihrem Vater fast 3 Wochen ohne Strom, da er die Rechnung nicht bezahlte. Ich selbst weiß, dass auch mit Hartz 4 das Geld doppelt bis dreifach reicht.. Ihre Kleidung wurde in der Zeit nicht gewaschen, es wurde nur aus Dosen gegessen etc etc.. Wo ist nun das ganze Geld hin? Es kam dadurch raus, weil meine Tochter der Pflegemutter (damals wohl noch Tagesmutter) davon erzählte (ja, es ist richtig erleichternd, dass meine Tochter gut und viel und gerne "plabbert")

Zudem hat der Vater ein Alkoholproblem und ist meiner Meinung nach psychopatisch veranlagt, wenn man das so nennen kann..

Es gibt noch viele andere Fakten, glaube aber, das reicht für hier..


Der Punkt der ganzen Geschichte ist, die Kinder wollen ihren Vater besuchen (zur Zeit darf er sie alle 14 Tage bei sich haben)
Es wurde schon vermutet, dass es eigentlich nur daran liegt, weil sie niemand anderes haben. Die Pflegemutter selbst hofft wohl, dass sich das ändert, wenn sie wieder regelmäßig Kontakt zu mir haben.

Das Jugendamt zeigt erstaunlich viel Geduld mit dem Vater..

Ich selbst habe viel mitgemacht in der Ehe damals, allerdings war er einigermaßen "korrekt" den Kindern gegenüber.. Vielleicht habe ich damals auch einiges abgefangen, dass es garnicht erst zu solchen Situationen kommen konnte.
Hatte auch oft "Mitleid" mit ihm.

Seit ich nun diese Dinge nach und nach erfahre, ist davon jedoch nichts mehr übrig. Empfinde nur Hass und Ekel und wünschte mir, er würde langsam und qualvoll "krepieren".
Vielleicht versteht das einer.. wenn man bedenkt, was er den Kindern angetan hat.
(Das ist keine Lossprechung meiner Schuld, ich gebe mir in vielem die Schuld, es ist allerdings nicht Thema hier denke ich..)

Man erwartet von mir, dass ich ein persönliches Gespräch mit ihm führe (begleitet). Dies ist momentan das Letzte, was ich mir vorstellen kann. Zudem sehe ich null Sinn darin - eher das Gegenteil.

Das Jugendamt ist in allen Dingen unterrichtet.
Der Umgang ist geregelt auf alle 14 Tage.
Sowohl den Pflegeeltern, wie auch mir, wäre ein begleiteter Umgang lieber. (oder garkein Umgang)
Der Vater der Kinder möchte sie sogar wieder bei sich haben. Er hat daraufhin einige Auflagen bekommen. Wenn er die erfüllen kann, würde er sie wohl wieder bekommen (wobei ich persönlich mir sicher bin, dass er das nicht schafft)
Ich denke, er möchte sie aus finanziellen Gründen wieder. (Kinder kosten Geld, aber er hätte mehr Geld auf der Hand, wofür ers letztendlich ausgibt....)

Evt. könnte ich Anzeige gegen ihn wg mehrfacher Körperverletzung stellen (verjährt das?)
und vllt auch für meinen Sohn, da dieser noch nicht volljährig ist.
Sorgeberechtigt sind wir beide..
Ich gehe davon aus, dass er noch Bewährung hat. Zudem ist er mehrfach vorbestraft.
Würde eine Verhandlung zustande kommen, gehe ich davon aus, dass man ihn einige Zeit hinter Gitter sperren würde.
Er war wohl auch in den 2 Jahren mal für 13 Monate inhaftiert.

Die Sache ist jedoch die, schade ich damit nicht evt. meinen Kindern? Im Prinzip haben sie Angst, ihren Vater nicht mehr sehen zu dürfen, denn trotz allem ist die Liebe zum Vater ja da. Ich kanns auch nachvollziehen.. Vater ist und bleibt Vater. Kinder lieben bedingungslos..

Außerdem habe ich Bedenken.. ich war 2 Jahre nicht da. Würde ich durch sowas das Vertrauen nicht komplett zerstören?


So.. und warum schreibe ich hier..
- ich schlafe kaum mehr. Ich bin manchmal totmüde, gehe ins Bett, aber dann liege ich wach, finde keine Ruhe.
- Möchte den zwei jegliche weiteren Aggressionen (ob nun gegen sie selbst oder auch "nur" als Zeugen) ersparen, und auch jegliches weiteres traumatisches Erlebnis
- suche ähnliche persönliche Erfahrungen (muss ja nicht in der eigenen Familie sein, aber bitte nicht aus den Medien.. aus dem persönlichen Umkreis wäre hilfreich)
- wäre am rechtl. Standpunkt interessiert, wenn sich da jemand auskennt
- mache mir große Sorgen um sie
- bin besorgt wegen ihrem Vater (zB geht es mir nicht aus dem Kopf, dass er ins Krankenhaus kommen könnte, wenn ich nächste Woche den KS habe, sich als Vater ausgibt, um mich "besuchen zu können"; und schließe auch nichts aus, was passieren könnte, auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr sehr gering ist, ich schließe es nicht aus und es lässt mir keine Ruhe)

Vielleicht übertreibe ich auch.. es ist halt nun alles meine Sichtweise.
Vielleicht ist es gerade deswegen nicht gerade verkehrt, andere Meinungen zu hören.

Sorry, für den langen Beitrag im übrigen.

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29. März 2009 um 15:43

...
@goc42
Schade, dass sich das so anhört. Ist aber nicht so - obwohl ich auch bei Nachbarskindern sehr betroffen wäre. Darf ich fragen, wo du heraus liest, ich wollte sie nicht wieder haben? Ich denke mir nunmal, ich kann nicht einfach 2 Jahre garnicht da sein und sie dann auf einmal aus der Pflegefamilie reißen (wo sie sich im Prinzip ja auch wohl fühlen und gut aufgehoben sind). Wenn die beiden den Wunsch äußern, dass sie das wollen, bin ich die letzte, die nein sagt. Ich weiß im Übrigen was ich falsch gemacht habe. Ich toleriere das auch nicht - nur weils hier gerade kein Thema ist.. "den Vater kritisieren", nein.. das wäre untertrieben. für mich ist er absolut das Letzte. Mal ganz von der Ehe abgesehen - da ging es nur um uns. Aber das mit den zwei.. er tut ihnen vorsätzlich weh.. Warum ich 2 Jahre nicht da war.. sehr langes Thema.. Allerdings kann ich dir jetzt schon sagen, dass es weder an Drang zu persönlicher Selbstverwirklichung lag (soll es ja geben) noch an irgendeinen anderen Kerl oder sonst ähnlichen Gründen..


@prinzessinleia1
Im Ganzem hat mir deine Antwort schon geholfen..
Zum Thema 3. Kind.. es ist nunmal passiert, er war nicht geplant. Auch ich dachte erst, wie kann ich denn jetzt(!?!) noch ein Kind bekommen? Es war nach Monaten/Jahren das erste Mal, dass ich überhaupt wieder Verkehr hatte.. Es kam mehr als überraschend. Habe eine ganze Weile mit mir selbst gerungen, wie ich mich entscheiden solle. In der Zwischenzeit hat sich vieles geändert. Nun ist er bald auf der Welt und ich freue mich genauso, ihn zu sehen, wie meine anderen 2 Kinder.
Wegen Kinder zurück holen.. Habe das weiter oben erklärt.. Aber um es genauer zu sagen, ich wäre sehr glücklich, wenn sie wieder zu mir möchten. Dennoch traue ich es mir momentan nicht alleine zu. Denke, sie sind jetzt noch sensibler, nach allem was passiert ist. Bin schon so sehr vorsichtig im Umgang mit ihnen, um sie nicht zu überfordern. Aber gut, bezweifle ja nicht, dass in diesem Falle betreffende Stellen Unterstützung geben würden..
Über die ganze Situation letztendlich.. die Situation damals kann sich wohl keiner vorstellen. Ich hätte es als Nicht-Betroffene auch nicht können, ganz ehrlich. Wie auch immer.. die Pflegemutter hat ja Kontakt mit dem Vater der Kinder.. und nur allein dadurch versteht sie mich schon, warum das alles so gekommen ist. Wobei ich dennoch sagen muss, dass für mich dieses Verständnis sehr überraschend kommt. Verständnis, das ich nichtmal selbst mir gegenüber hatte.

@sternennacht2
danke für deinen Beitrag, haben ja bereits schon über PM darüber weiter geredet.

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29. März 2009 um 22:26

Hm..
Also ich selbst war nicht wg. einer Gefängnisstrafe abwesend..
Dass er die Kinder misshandelt hat, ist nachgewiesen.. Er hatte es dann auch mal zugegeben (später wieder abgestritten..) naja.. mein Sohn hat auf jeden Fall erzählt wie's war..
Das Sorgerecht hat bei mir geruht, während ich weg war. Ich wusste nicht, dass ich es automatisch wieder habe, sobald ich wieder in der Nähe bin, jedoch so hat es mir der zuständige Sachbearbeiter beim Jugendamt gesagt. Und der Vater hat es ebenfalls, auch wenn der Umgang zur Zeit eingeschränkt ist..
Wegen der Entbindung.. ich entbinde in derselben Klinik wie bei meinen ersten 2 Kindern auch. Nun trägt er immernoch meinen Nachnamen (hatte er damals bei der Heirat angenommen) und ich mache mir Gedanken, ob er sich nicht einfach als Vater des Kleinen ausgeben würde oder sonstiger naher Verwandter. Wann ich entbinde, werden ihm sicher die Kinder erzählt haben. Möchte ihnen ja auch nicht verbieten, gewisse Dinge auszusprechen (das macht der Vater schon genug).
Ja, waren vorher schon geschieden. Habe die Scheidung eingereicht, während er eine längere Gefängnisstrafe absaß. Nun hat ihn das nicht vor manchen Dingen gehindert.

Ob die Kinder besser bei der Pflegefamilie bleiben oder wieder zu mir kommen.. ich weiß im Moment wirklich nicht, was besser für sie ist. Vielleicht stellt sich das innerhalb der nächsten Monate noch heraus.. Denke mal, vor allem die Kleine muss mich erst wieder kennen lernen, auch wenn sie wirklich sehr sehr anhänglich war, bei unserem ersten Treffen.. Der Große.. ich schätze ihn so ein, er würde es nie so deutlich aussprechen, doch bei ihm bin ich mir sicher, es würde ihm guttun.. Jedoch ist es mir sehr wichtig, dass die beiden zusammen bleiben.. also sollen beide dazu bereit sein..
Ich möchte einfach keine Fehler mehr machen - die gab es genug.
Denke auch, ich bräuchte dann auch Hilfe in Erziehungsfragen.. Glaube, das wird nicht leicht bei traumatisierten Kindern. Ich selbst wäre wahrscheinlich oft zu nachgiebig zb. Einfach, weil ich immer denke, die haben jetzt nach allem den Himmel auf Erden verdient. Aber sicher, Kinder brauchen ja Regeln.. naja, das ist zB eine Sache, worüber ich mir Gedanken mache.
Auch möchte ich mal beim Jugendamt eine Familientherapie ansprechen..

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31. März 2009 um 13:40

Väterradio-Sendung vom 19. März
Ich empfehle einmal, auch eine andere Seite zu hören und verweise auf die im Interbet anhörbare Sendung unter:

www.vaeterradio.de -> Sendearchiv -> 2009 -> 19.03. -> (Lautsprechersymbol)

LG, Kater

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