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Vater/Tochter und ich, die neue Freundin

18. Mai 2010 um 14:20

Hallo zusammen,

ich bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben, denn ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Mein Freund (45) lebt in Scheidung und er hat eine 15jährige Tochter. Wir sind nun ein Jahr zusammen und wohnen seit Februar auch in einer gemeinsamen Wohnung.
Die Tochter lebt bei der Mutter (einen Ort weiter) und kann ihren Vater jederzeit, wann immer sie will, besuchen. Sie hat einen Schlüssel zu unserer Wohnung. Ihr Vater und sie telefonieren jeden Tag mehrmals. Es gibt keine Regelung, wann sie kommen kann und wann nicht. Sie hat keine eigenen Freunde und hängt sehr am Papa. Mit der Mutter versteht sie sich nicht so gut. Mein Verhältnis zu ihr würde ich als ok bezeichnen, wir mögen uns, aber sind jetzt nicht unbedingt die "dicksten" Freundinnen.

Wenn sie bei uns ist, verhält sich mein Freund mir gegenüber immer sehr zurückhalten. Einen Kuss bekomme ich nur, wenn sie nicht guckt...er umarmt mich aber ab und zu.

Nun kommt sie am Wochenende wieder zu uns und am nächsten Dienstag fährt mein Freund mit seinem Kumpel ein paar Tage weg. Wenn er wieder zu uns kommt, dann ist seine Tochter wieder für 14 Tage bei uns. Und im Juli fliegt mein Freund für 14 Tage mit seiner Tochter in den Urlaub - ohne mich.

Der Urlaub wurde schon im letzten Jahr (bevor wir zusammenkamen) gebucht, und seine Tochter möchte einmal ganz alleine mit dem Papa Urlaub machen und ich sollte das doch verstehen.

Ich weiß auch nicht, aber je länger ich das Mädchen kenne, um so weniger mag ich sie. Mein Freund findet es immer ganz toll, wenn sie da ist, aber sie kann ja immer kommen, wenn sie will. Mir graut schon wieder vor dem Feierabend, vielleicht kommt sie ja heute wieder.... Und es ist ja auch meine Wohnung, nicht nur seine...

Dass ich im Urlaub alleine bleiben muss tut mir sehr weh. Ich habe mit meinem Freund schon des öfteren darüber gesprochen, dass ich mich ein wenig zurückgesetzt und wie das 5. Rad am Wagen fühle, aber er sagt, dass er mich über alles liebt und mich nicht verlieren will. Aber er liebt eben auch seine Tochter und im nächsten Jahr würde er auch nicht mehr mit ihr in den Urlaub fahren und mich alleine lassen...

Das ist ja auch weniger das Problem. Viel mehr stört es mich, dass sie kommen kann, wann immer sie will... und diese ständige Telefoniererei mit ihr... Was soll ich bloß tun?

Habt Ihr einen Tipp?

Viele Grüße
Regenschirm.

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18. Mai 2010 um 20:44

Hi,
getrennt lebende Väter finden es offenbar in den meisten Fällen ganz normal, dass das die jugendlichen Kinder vorbeikommen können, wann sie wollen. Sie wollen das handhaben wie in einer intakten Familie und kommen gar nicht auf die Idee, dass das jemanden stören könnte. Als Partnerin sieht man das naturgemäß etwas anders, da man nicht die Mutter ist, die das "Kind" am liebsten immer um sich haben möchte und für sich Privatsphäre braucht.

Also braucht es einen Kompromiss, da man es in so einem Fall nie beiden ganz recht machen kann.

Ich würde erwarten, dass sie sich meldet, bevor sie vorbeikommt. Eine SMS oder auch ein Anruf. Lebt man als Familie, kommen und gehen die Kinder ja auch nicht, wann sie wollen. Man sagt Bescheid, dass man jetzt geht und wann man ungefähr gedenkt, wiederzukommen. Es spricht also nichts dagegen, dass sie Bescheid gibt, da bricht niemandem ein Zacken aus der Krone. Von dem Freund würde ich erwarten, dass er mir dann Bescheid sagt, wenn seine Tochter kommt. Dann kannst du dich wenigstens drauf einstellen, ob du einen Abend für dich hast oder nicht.

Das mit dem Urlaub ist blöd, aber da er schon gebucht war und whs. als Vater-Tochter-Reise geplant war, steckt er natürlich in einer Zwickmühle. Allerdings, sieh es doch mal von der anderen Seite: Zwei Wochen zu dritt mit einem Teenager auf Reisen... ähm, da reiß ich mich nicht drum. Und wenn ich dann nichtmal einen Kuss bekomme... nö danke.

Allerdings würde ich erwarten, dass er dann auch Urlaub mit mir macht. Dass er dann auch noch mit seinen Kumpels fährt, kann ich nicht verstehen.

Dass sie sich mit der Mutter nicht so gut versteht, ist klar. Bei ihr wohnt sie und da gibt es sicher bescheuerte Regeln. Papa ist da sicher wesentlich nachgiebiger.

Ihr versteht euch, das ist doch schon viel wert bei einem Teenager, in dessen Revier du eingedrungen bist. Mehr muss ja nicht sein, geht in diesem Alter eh kaum noch. Und die Zeit spielt doch für dich: In absehbarer Zeit hat sie einen Freund und Papa wird dann plötzlich ziemlich nebensächlich.

LG



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19. Mai 2010 um 11:57

... nicht die Tochter ist das Problem ...
Hallo, der Anfang Deines Posting klang ja fast perfekt. Ja ich finde das Kinder jederzeit kommen können und sich bei beiden Eltern zuhause fühlen. Allerdings finde ich auch, dass man sich untereinander Bescheid sagt - das machen wir Erwachsenen ja auch. Regeln sind auch Freiheiten für alles Seiten. Ich kann nichts herauslesen, das Deinen Stieftochter sich falsch verhält, evt neue Absprachen müßten ihr beiden!!! Erwachsenen ja erstmal mitteilen. Es liest sich so, als ob Dein Partner noch Hemmung hat, seine Liebe zu zeigen. Aber die junge Dame ist 15, da wird sie harmlose Küsse und Umarmungen wohl verkraften. Vielleicht findet sie Vaters Verhalten sogar albern, ihr ist sicher klar, das ihr euch anders verhaltet wenn sie nicht dabei ist. Vielleicht kannst du ja mal vorsichtig mit ihr drüber reden. Bist du eigentlich der Trennungsgrund? Wenn nicht würde es das Gespräch vielleicht vereinfachen. Nicht der intensive Kontakt zwischen Vater und Tochter ist das Problem, dass Dein Partner Euch beiden nicht gleichwertig nebeneinander sehen kann, ist es. Mache ihm das klar - es geht hier auch um Deine Selbstachtung ihm und ihr gegenüber - sag ihm wie sehr er dich verletzt. Und fordere ein gemeinsames Familienleben ein. Auch wird bald das Mädchen ihre eigene Liebe leben und keine Rücksicht auf Papa nehmen.
Dass es bei ihrer Mutter schwieriger ist, ist normal: Hier gibt es bestimmt auch notwendige Regeln - und welcher Teeny mag das schon. Da besteht eher die Gefahr, dass sie sich den letzten Erziehungsversuchen entzieht ... vielleicht sollte auch hier Papa mal drüber nachdenken. Und mit der Kindesmutter an einen Strang ziehen.

Der Vollständigkeit halber erwähnt: Nach meiner Erfahrung lebt Dein Mann ein Traummodell der Sozialpädagogen. Das ganze Vertrauen gilt den Kindern.

Ich persönlich glaube, dass Kinder sehr viel Aufmerksamkeit brauchen, aber auch, dass es Trennungskinder nicht gut tut, sie nur als Opfer zu behandeln. Das nimmt ihn die Chance eigenverantwortlich erwachsen zu werden ....



LG

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