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Vater-Tochter Hass/Trauer/Verzweifelung..

8. November 2014 um 3:43

Hallo Leute,

Dieser Brocken hier wird lang, aber ich muss mich hier einmal ausheulen..
Vielleicht liest sich das ja einer durch..

Zu mir: Ich bin momentan noch 17 Jahre alt, werde aber in ein paar Tagen 18 und alleine schon bei dem Gedanken an meinen Geburtstag könnte ich schon heulen.

Meine "Geschichte": Als ich 7 war haben sich meine Eltern getrennt, da mein Vater fremdgegangen ist [meine Mum & mein Vater sind aber beide der Meinung, dass die Beziehung auch sonst zerbrochen wäre]. Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen und anfangs jedes zweite Wochenende zu meinem Vater gegangen. Nach einem Jahr hat er eine neue Frau kennengelernt. Sie haben ein Jahr darauf geheiratet. Seine neue Frau war eifersüchtig auf mich, weil ich Kontakt zu meinem Vater hatte und sie nicht und sie hat mich deutlich spüren lassen, dass ich nicht erwünscht war, mein Vater hat sie natürlich immer in allem was sie getan hat unterstützt.
Weil ich zum Beispiel mit 12 keine Karte geschickt habe, als ich 4 Tage im Urlaub war, hat eine Postkarte, als sie im Urlaub war, geschrieben auf der erst halt drauf stand, was die alles so im Urlaub machen und unten drunter "PS: Schön wäre es gewesen wenn ich auch etwas von dir gehört hätte. Weder eine Karte noch ein Anruf. Traurig macht mich dein Verhalten schon"
Das war in ihrer Handschrift geschrieben und da drunter kam dann mit der Handschrift meines Vaters "Ich hab dich lieb Dein Papa" [ich hab die Karte so oft gelesen, dass ich sie auswendig kann]
Na ja ich wusste nicht, dass Karten schreiben so wichtig sein soll, da ich nach wie vor jedes zweite Wochenende da war und wir sonst ja auch nie zwischendurch telefoniert haben oder sonstiges. Ich bin jedoch ziemlich sensibel, deshalb hatte ich am Tag danach erstmal ne Magenschleimhautentzündung.
Oder ein anderes Beispiel: Jedes Jahr Weihnachten war ich am ersten Weihnachtstag bei meiner Familie mütterlicherseits und am zweiten halt bei der Familie väterlicherseits. Mein Onkel [also der Bruder meiner Mutter] wohnte zu der Zeit in Hamburg [ich war zu dem Zeitpunkt 10 oder 11] und somit habe ich ihn nur an Weihnachten gesehen. Am zweiten Weihnachtstag war ich dann wie immer bei meinem Vater und habe mit seiner Familie und meiner Oma etc. gefeiert. Auf dem Rückweg nach Hause hat die neue Frau meines Vaters dann zu mir gesagt, wie traurig ich meinen Vater gemacht habe, weil ich am ersten Weihnachtstag nicht auch bei denen war sondern lieber meinen Onkel gesehen habe.
Zack, Magenschleimhautentzündung.
Ich verstehe bis jetzt noch nicht, wieso ich dafür fertig gemacht wurde, dass ich mit 10 oder 11 Jahren das getan habe, was jedes Weihnachten war und wieso mein Vater mich nur angeguckt und genickt hat zu dem was seine Frau mir alles gesagt hat
Mein Vater hat zudem noch seine Kinder, die er mit der Frau zusammen bekommen hat alleine schon angebrüllt, wenn die nicht essen wollten und denen Prügel angedroht und das hat dafür gesorgt, dass ich auch noch Angst vor meinem Vater hatte.
Irgendwann habe ich angefangen jedes Mal zu weinen, wenn ich wieder zu meinem Vater musste, aber meine Mum wollte, dass ich trotzdem hingehe, weil sie selbst überfordert war, da ich zu der Zeit schwer depressiv war [Gründe waren unter Anderem: Übergewicht, mein Vater und seine Frau, meine einzige Freundin ist weggezogen, ich hatte panische Angst, dass meine Mutter stirbt, weil alles was mir wichtig war immer irgendwann weg war]
Dann habe ich eine Therapie gemacht.
Nach dieser ging es mir wirklich besser, das einzige Problem was geblieben ist, war das Problem mit meinem Vater.
Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten, weil meine Oma dann auch noch bei meinem Vater über mich gelästert hat, dass ich nur kommen würde, um Geld zu bekommen [würde sie mich richtig kennen, wüsste sie, dass das nicht stimmt..] und mein Vater meinte dann zu mir, dass ich ja auch nur meinen Vater besuche, um Geld zu bekommen [ich habe von meinem Vater weder Taschengeld, noch Geld für Klausuren, Geld für Zeugnisse oder sonst was an Geld bekommen. Nur Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten und Kleinigkeiten zu Ostern und Nikolaus und das wars. Und ich war da jedes zweite Wochenende]. Nach der Unterstellung hatte ich, wie immer, eine Magenschleimhautentzündung [Oh ja ich war Stammpatient bei meinem Arzt]
Da ist noch viel mehr passiert, was ich jetzt aber nicht alles noch schreibe, da das hier eh schon viel zu lang wird. Na ja jedenfalls hat es mir als ich 14 war gereicht. Ich hatte kein Bock mehr der Prellbock zu sein und habe beschlossen meinem Vater einen Brief zu schreiben, in dem ich erkläre, wieso ich den Kontakt abbreche [ich war zu der Zeit echt seeeehr schüchtern und hatte wirklich krasse Angst vor meinem Vater, deshalb war das für mich schon das mutigste, was ich jemals getan habe].Ich habe geschrieben, dass ich nicht will, dass er sich zwischen mir oder seiner Frau entscheiden muss und habe deshalb die Entscheidung übernommen. Ich wusste, dass er sich eh niemals für mich entschieden hätte, ist auch verständlich, er hat eine Familie gegründet & das nehme ich ihm auch nicht übel. Ich hätte mich nur gefreut, wenn er zum Beispiel vorgeschlagen hätte sich zwischendurch alleine mit mir zu treffen oder so.
Okay das einzige mal, das wir dann noch Kontakt hatten war dann an meinen Geburtstagen. An meinem 15. Geburtstag sind wir ins Kino gegangen, als ich 16 wurde sind wir erst 2 Monate nach meinem Geburtstag ins Kino gegangen, da er mir 3 Mal vorher abgesagt hat.
Obwohl er mich als wir uns nur 1 Mal im Jahr gesehen haben auch noch n paar mal versetzt hat, habe ich mich an den Tagen, als wir im Kino waren, echt gut mit ihm verstanden, habe angefangen ihn zu vermissen und wollte wieder mehr Kontakt zu ihm.
In der Zeit in der wir uns nur einmal im Jahr gesehen haben, habe ich mich ziemlich verändert. Ich bin um einiges selbstbewusster geworden und hatte keine Angst mehr vor meinem Vater.
Kurz vor meinem 17. Geburtstag habe ich mit meinem Vater geredet und ihn gefragt, ob es okay wäre, wenn wir einmal im Monat telefonieren, oder uns treffen.
Er meinte das wäre möglich.
Okay.
Seit dem Tag hat er sich nur an Feiertagen per Whatsapp bei mir gemeldet, während ich ihn zwischendurch per Whatsapp angeschrieben habe und gefragt habe, ob wir uns treffen können.. Er meinte "wir telefonieren" weil er nicht wusste, ob er Zeit hatte. Ich dachte, dass er anruft, weil er ja eigentlich nur noch bescheid sagen sollte, ob er nun Zeit hat oder nicht. Er hat sich aber über 2 Monate nicht bei mir gemeldet.
Einen Monat vorm Vatertag dieses Jahr ist mir klar geworden, dass ich ihm anscheinend wirklich nicht besonders wichtig sein kann. Er hat sich nur an Feiertagen gemeldet denn das gehört sich so und ich hatte die Hoffnung, dass er sich vielleicht auch mal bei mir meldet, was aber außer halt an Feiertagen nie geschehen ist und dann habe ich angefangen jede Nacht wegen ihm zu weinen.
Dann war Vatertag und ich hab mich ziemlich mies gefühlt, weil die Abmachung mit dem einmal im Monat treffen oder telefonieren schon über ein halbes Jahr her war.
Ich habe ihm dann "Alles Gute an alle guten Väter " geschrieben und dachte er würde kapieren, dass das pure Ironie war. Er hat sich bedankt und meinte "wir hören uns"
Oh ja wir hören uns. Ich lach mich schlapp :'D
Joa wie schon gesagt. Ich bin jetzt anders als damals und halte sicher nicht mehr meine Klappe, während er sich so fühlt, als wäre er der beste Typ auf der großen weiten Welt.
Dann habe ich ihm geschrieben, dass ich das echt sch**** von ihm finde, dass er immer sagt, dass wir "voneinander hören" von ihm aber nichts kommt und er gar kein Interesse daran zeigt mich überhaupt richtig kennen zu lernen.
Er meinte darauf nur, dass das respektlos sei, was ich geschrieben habe und dass ich mich ja nicht mehr zu denen nach Hause traue und ja sonst alles so leicht sein könne.
Daraufhin habe ich geschrieben, dass ich aber nicht so funktioniere, wie er es gerne hätte und dass ich zu denen nicht mehr hin kann, weil ich nicht will, dass sich das ganze von damals nochmal abspielt. Außerdem finde ich nicht, dass einmal im Monat wenigstens zu telefonieren zu viel verlangt ist..
Dann hab ich erstmal auf eine Antwort gewartet. Er war jeden Tag bei Whatsapp on. Mehrmals. Nach einigen Tagen habe ich dann nur noch geschrieben, dass ich ihm für seine Ignoranz danke, da mir das zeigt, wo ich bei ihm stehe und dass ich es schade finde, dass er sich für eine neue Frau [also die mit der er fremdgegangen ist] von mir ohne Probleme loseisen konnte, er sich aber nicht von seiner jetzigen Frau für 2-3 Stunden im Monat loseisen kann.. Ich wusste, dass er mich weiter ignorieren würde und damit ich nicht vergeblich auf eine Antwort warte habe ich darunter gesetzt: Schönes Leben noch und melde dich nie wieder bei mir.

Meine Mutter hat ihn seitdem noch einmal angerufen und sie hat irgendwann nur noch geweint, weil mein Vater meinte, dass ich schon irgendwann vor seiner Haustür stehen würde und dass er auf das was ich geschrieben habe nicht antworten muss, weil das unter der Gürtellinie sei.
Ich gebe zu, die letzte Nachricht, die ich ihm geschrieben habe, war nicht unbedingt die netteste, aber er hat mich schon vorher ignoriert, als ich ihm geschrieben habe, wie verletzt ich bin.
Er ignoriert mich jetzt also schon seit 5 Monaten.

Das dumme ist nur, dass er ein Typ ist, der alles macht, weil es sich so gehört.
Ich denke es gehört sich so seiner Tochter zum 18. Geburtstag zu gratulieren..
Ich weiß, dass ich ihm geschrieben habe, dass ich nie wieder etwas von ihm hören will, aber ich wäre trotzdem enttäuscht, wenn er sich nicht mal da meldet.
Ich wäre aber auch enttäuscht, wenn er sich meldet und meinen würde, dass er das nur macht, weil es sich halt so gehört.
Aber ich glaube, wenn er mich anrufen würde und irgendwelche falschen Versprechen, wie er es immer getan hat, machen würde, würde ich ihm direkt die ganzen schlaflosen Nächte in den Jahren verzeihen und wieder den gleichen Fehler machen, wie letztes Jahr, als ich geglaubt habe, er würde Kontakt zu mir wollen..
Ich weiß einfach nicht was ich tun soll oder was ich denken soll oder was ich fühlen soll, denn egal was passieren wird, ich werde traurig sein. & ich bin schon so lange traurig wegen ihm
Egal wie sehr er mich verletzt.. Ich hasse ihn.. Aber ich habe ihn trotzdem irgendwo lieb und wünsche mir einfach nur einen Vater.

Ich wette, dass sich hier eh niemand diesen Brocken durchgelesen hat. Kann ich auch verstehen, ist ziemlich lang geworden. Ich musste nur alles einmal runter schreiben, um das ganze irgendwie zu verarbeiten. Da es bald 4 Uhr morgens ist und ich nicht schlafen kann und ich meinen Freund wegen sowas nicht wecken will, ist mir nichts Anderes eingefallen, als das hier zu schreiben.

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