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Vater oder Freund - Wie helfe ich ihr ?

5. Juli 2011 um 11:48

Hallo Community.

Ich bin seit längerem gelegentlicher Leser dieser Community. Oft beatwortet sie mir Fragen zum Thema Erziehung, die sich mir seit einiger Zeit stellen. Nun hab ich aber ein Problem und Fragen, die sich selbst mit der gründlichsten Recherche nicht so einfach und nur unzureichend beantworten lassen.

Seit einigen Wochen habe ich eine Freundin nebst fast 3 jähriger Tochter. Mit Melina (der Tochter) habe ich schnell ein gutes Verhältniss aufgebaut. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit ihr und der ein oder anderen dazu gehörenden Recherche hier und andernorts denke ich, daß ihre Entwicklung und unser Umgang miteinander als normal bezeichnet werden kann, daher ist es nicht nötig hier weiter auszuführen.

Bei der Mama von Melina (Ann-Kathrin) ist das aber nicht so einfach. Deswegen beschreibe ich erst einmal unsere Situation.
Ich (75er Baujahr) bin 13 Jahre älter als Anni. Daran ist erst mal nichts schlimm, zumindest nicht aus meiner Sicht. Wie aber das Thema dieses Threads schon sagt, bin ich mir nicht sicher ob Anni mich als ihren Freund oder vielleicht doch eher als ihren Vater sieht, zumal ich weiß, das Ihr Vater schon lange nicht mehr zur Familie gehört.

Anni wird bald aus ihrem Elternhaus in eine eigene Wohnung ziehen. Sie bekommt zwar vom Jugendamt eine Familienhilfe, jedoch sehe ich schwarz was ihre Zukunft und die von Melina anbelangt. Denn Anni ist nicht sehr selbstständig, unordentlich und auch ihre Umsicht und Fähigkeit zum Nachdenken sind nicht sehr ausgeprägt. Um es auf den Punkt zu bringen, wird sie in ihrer Wohnung keine Ordnung und Sauberkeit halten können, ihre Tochter ist jetzt schon viel zu stark für sie und sie wird Melina über kurz oder lang verlieren, da sie (aufgrund eines traumatischen Erlebnisses in ihrer Kindheit) unter psychologischer Beobachtung und Betreuung steht und als nur begrenzt erziehungsfähig eingestuft wird.

Das eigendliche Problem besteht darin, daß sie m.E. selbst noch ein Kind und mit der Erziehung Ihrer Tochter maßlos überfordert ist. Sie bekommt zwar von mir, ihrer Mutter und auch vom Jugendamt alle erdenkliche Unterstützung, doch scheint mir, daß niemand wirklich an sie herantreten und ihr helfen kann. Derzeit lebt sie bei mir und ich hab versucht ihr zu zeigen, worauf sie achten muss, welche Pflichten sie als Mutter hat, was wichtig in ihrem Leben ist. Mit gutem Zureden hab ich's versucht. Mit Liebe und Geduld, mit der Wahrheit (das sie Melina verlieren wird, wenn sie nichts an sich ändert) und mit einigem mehr. Wenn wir miteinander reden scheint sie zwar einsichtig und nachdenklich, doch hat sie am andern morgen alles vergessen. Wenn ich ihr zeige wie sie mit Melina umgehen kann freut sie sich zwar, daß Melina glücklich ist und sich bei mir geborgen fühlt. Selbst macht sie aber bei ihr alles mögliche falsch, ist schnell gereizt, inkonsequent und teilweise (vorallem wenn sie ihre Medikamente genommen hat) aphatisch.

Zudem kommt noch, das Anni von Handy und ihrem Computer scheinbar abhängig ist und wenn sie mit einem davon beschäftigt ist schottet sie sich ab. Facebook & Co sind ihr dann wichtig, nicht selten spielt sie Browsergames. Melina muß dann teilweise schon schreien um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Leider all zu oft ist diese dann aber nur ein patziges und lautes "WAS WILLST DU?" worauf Melina verständlicherweise verängstigt und verwirrt reagiert. Sage ich ihr dann, was sie gerade falsch gemacht hat stellt sie ab und kommt mit Argumenten wie "Warum müssen alle nur auf mir herumhacken?" Mir scheint als empfindet Anni häusliche Pflichten als eine Pein, die sie nur wiederwillig, halbherzig und wenn überhaupt nur dann erledigt wenn ich sie darauf hinweise, das etwas zu tun ist. Ähnlich ist es auch mit ihrer Erziehung ihrer Tochter.

Ich könnte hier fortfahren, doch das nötigste ist dazu gesagt. ...
Wie kann ich Ann-Kathrin helfen Frau und Mutter zu werden? Welche Möglichkeiten hab ich um sie zum Lernen zu bewegen? Was muß ich beachten, was kann ich tun, was muß ich lassen? Ich hoffe ihr könnt mir einige Denkansätze geben die mir helfen ihr zu helfen, denn so langsam bin ich mit meinem Latein am Ende.

mit dankbarem Gruß
Steve

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5. Juli 2011 um 21:18

Willst du helfen oder erziehen?
Hallo Steve,
ich habe deinen Beitrag ehrlich gesagt mit Entsetzen gelesen! Warum bist du überhaupt mit Anni zusammen? Scheinbar hat sie keinerlei Qualitäten, ist selbst noch ein Kind und es lohnt sich in keiner Weise, Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten zu haben! Dass sie sich überfordert in ihre Online-Games flüchtet und das Gefühl hat, jeder hacke nur auf ihr rum, kann ich gut verstehen. Ja, sie wird "nur" als begrenzt erziehungsfähig eingestuft und hat deinen Worten nach zu urteilen im Alltag große Probleme, doch den Ansatz zur Hilfe kann ich deinem Text nirgendwo entnehmen. Du willst sie zur Frau und Mutter machen. Aber will sie das überhaupt? Und was die Erziehung der Kleinen angeht, scheint ja alle Welt bestens darüber informiert zu sein, wie das "richtig" zu laufen hat. Anstatt ihr den Rücken zu stärken und situativ einzugreifen, scheinst du dich aufs hohe Ross zu schwingen und ihr von oben herab Anweisungen zu geben. Lobt denn jemand Anni auch mal, wenn sie es endlich mal geschafft hat, alles recht zu machen? Wahrscheinlich nicht!
Entschuldige bitte meine deutlichen Worte, aber wir reden hier von einer erwachsenen Frau, der es untersagt wird, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und die - um Himmels Willen - bloß keine Fehler machen darf! Hand aufs Herz: Weißt du denn in jeder Situation, was das Beste für Melina ist???? Bist du fehlerfrei?
Ich lese in deinem Text kein bisschen Sorge um deine LEBENSGEFÄHRTIN heraus, das ist ganz schön traurig...

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5. Juli 2011 um 23:00
In Antwort auf hailee_12144352

Willst du helfen oder erziehen?
Hallo Steve,
ich habe deinen Beitrag ehrlich gesagt mit Entsetzen gelesen! Warum bist du überhaupt mit Anni zusammen? Scheinbar hat sie keinerlei Qualitäten, ist selbst noch ein Kind und es lohnt sich in keiner Weise, Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten zu haben! Dass sie sich überfordert in ihre Online-Games flüchtet und das Gefühl hat, jeder hacke nur auf ihr rum, kann ich gut verstehen. Ja, sie wird "nur" als begrenzt erziehungsfähig eingestuft und hat deinen Worten nach zu urteilen im Alltag große Probleme, doch den Ansatz zur Hilfe kann ich deinem Text nirgendwo entnehmen. Du willst sie zur Frau und Mutter machen. Aber will sie das überhaupt? Und was die Erziehung der Kleinen angeht, scheint ja alle Welt bestens darüber informiert zu sein, wie das "richtig" zu laufen hat. Anstatt ihr den Rücken zu stärken und situativ einzugreifen, scheinst du dich aufs hohe Ross zu schwingen und ihr von oben herab Anweisungen zu geben. Lobt denn jemand Anni auch mal, wenn sie es endlich mal geschafft hat, alles recht zu machen? Wahrscheinlich nicht!
Entschuldige bitte meine deutlichen Worte, aber wir reden hier von einer erwachsenen Frau, der es untersagt wird, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und die - um Himmels Willen - bloß keine Fehler machen darf! Hand aufs Herz: Weißt du denn in jeder Situation, was das Beste für Melina ist???? Bist du fehlerfrei?
Ich lese in deinem Text kein bisschen Sorge um deine LEBENSGEFÄHRTIN heraus, das ist ganz schön traurig...

Willst du helfen oder erziehen? - Entscheide Selbst.
Hmm ...

Das Wort "Freundin" ist in diesem Sinne vllt etwas falsch verstanden worden. Ich meine weder meine zukünftige oder jetzige Lebenspartnerin. Sondern eben eine - oder besser - "nur" eine Freundin.

Zu Ihrer Verteidigung ... ich habe nicht den Eindruck das sie sich in Online Games flüchtet und das ist auch nicht der springende Punkt, denn sie spielt meißt nur aus Lange Weile.

Desweiteren entwehre ich mir den Ausruck <zitat>Ja, sie wird "nur" als begrenzt erziehungsfähig eingestuft ...</zitat>!
Wer diese Einstufung gemacht hat verschweige ich bitte, doch war ich es nicht und ich werde es auch nicht tun.

Und Ja ich will helfen. Denn ich habe beide zu Gast in der Wohnung in der ich selbst lebe. Wie es zu diesen Umständen gekommen ist behalte ich bitte ebenfalls für mich. Dennoch erwarte ich meinerseits, das mein Lebensraum sauber bleibt, auch wenn ich ihn mit anderen teile. Und dafür trage ich auch selbst Sorge, jedoch allein - nicht nur was meine Bereiche betrifft.

Gestatte mir das ich - ihre Zukunft betreffend - mein persönliches Urteil in den Bericht fließen ließ. Meine Sorge galt aber nicht hauptsächlich ihr, sondern, und ich widerhole mit Nachdruck, ihrer drei-jährigen Tochter. Denn im Gegensatz zu ihrer Mutter ist sie durchaus lernfähig und zu positiven Änderungen gerne bereit, denn sie fühlt sich hier mehr als wohl, was Anni mir selbst bestätigte. Und wenn ich einem Wort Glauben schenken darf ist es nicht ein gedruckter Text auf einem Papier, sondern das ehrlich gesprochene Wort einer Mutter, die es nicht erfahren durfte eine Frau zu werden.

Natürlich lobe ich sowohl Tochter auch Mutter wenn eine Sache positiv verlief. Ich würde es mir nicht anders wünschen. Sie leben hier aus freien Stücken und hätten jederzeit wieder das Recht und die Möglichkeit zur Mutter zurück zu kehren, bis ihre eigene Wohnung - bei deren Intstandsetzung ich selbst aktiv bin - bereit zum Bezug ist. Mein Problem aber ist, das sie nicht etwa unter meinen Entscheidungen zu leiden haben, sondern Anni gar keine eigenen selber fällt. Immer fragt sie, als eines von vielen Beispielen, ob sie Melina Apfelschorle machen darf obwohl sie weiß das ich diese Nur für die beiden kaufe. Ich selbst trinke seit Jahren Wasser und Kaffee und das weiß sie ebenso.

Daher besteht ja die Frage: Warum bleibt sie hier ? und, Was sieht sie in mir? Einen Freund? oder den Vater, den beide nicht gehabt haben?

Ich muß gestehen das ich von Erziehung keine Ahnung hab. Ebenso wenig bin ich selbst perfekt. Doch wenn meine 3 jährige Tochter, der Aufforderung protestierend 'jetzt endlich schlafen zu gehen', destikutierend im Bett der Mutter steht und sagt "ich dusche ...." dann weiss ich als Mensch, dieses Kind möchte gereinigt werden. Mein Problem ist, daß ich Mama _erneut_ darauf hiweisen musste. Daß sie auch Zähne putzt liegt nur daran weil sie selbst ihre Ma daran erinnert.

Aus diesem Grunde wand ich mich an diese Community, den hier dreht sich alles um das Eltern werden. Ich bin bereit von bereits seienden Eltern zu lernen. Denn ich möchte das auch für Melina, sie ist so wissensdurstig . Und daß all das auch auf Anni zutrifft sei hier nur als besonderes Problem angesprochen, denn kümmern werde ich mich dennoch um die beiden, Als Freund. Und dabei brauch ich Hilfe.

Gruß
Steve

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6. Juli 2011 um 15:24

Danke
Hey

Ich danke euch beiden für die Antworten. Sie geben neue Denkanstösse und eine interessante Betrachtungsweise auf die ich selbst nicht im Traum gekommen wär, drea .

So long
Steve

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6. Juli 2011 um 16:17
In Antwort auf diogo_12859262

Danke
Hey

Ich danke euch beiden für die Antworten. Sie geben neue Denkanstösse und eine interessante Betrachtungsweise auf die ich selbst nicht im Traum gekommen wär, drea .

So long
Steve

Bitteschön!
Hallo Steve,
Ich stimme Klitzekleineelfe voll zu! Es ist auch für dich persönlich wichtig, dich ein bisschen abzugrenzen. Ob man vielleicht wirklich mal über eine Pflegefamilie nachdenken sollte, muss natürlich auch mit Anni selbst besprochen werden.
Ich hoffe sehr, dass Anni ihren Weg findet und Melina die Mama sein kann, die die kleine Maus braucht.
Es ist in meinen Augen auch keine Schande, dafür Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Dafür wird diese Hilfe ja angeboten
Alles Liebe,

Drea

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