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Vater auf Unterhalt verklagen?

21. April 2011 um 17:45

hi ihr lieben,

ich habe eine blöde gewissensfrage...

ich bin 21 jahre alt, im 2. semester und studiere geographie in hamburg. da hamburg bekanntlich ein teures pflaster ist, bleibt mir ein nebenjob natürlich nicht erspart, um miete und studiengebühren und und und abdecken zu können. ich verdiene dort 300 euro im monat und bekomme zusätzlich das kindergeld. da ich kein bafög bekomme (weil mein vater zu viel verdient) bin ich theoretisch auf meinen vater angwiesen.
wir hatten leider mehrere jahre lang kein kontakt (probleme in der vergangenheit, er ist alkoholiker und hat meiner mutter und mir eigentlich das leben zur hölle gemacht), bis ich ihn irgendwann einfach anschrieb, ob er mich nicht finanziell unterstützen kann. er zahlte anfangs auch monatlich, stellte das dann aber schon nach 2 monaten ein. ich rief ihn daraufhhin oft an, schrieb ihm, telefonierte sogar mit seinem chef, weil er sich einfach nicht bei mir meldete und ich mir wirklich schon sorgen machte, ihm sei was zu gestoßen. ich erhielt dann nach wochen eine sms: "bitte lasse mich in ruhe, er ist zu viel passiert wegen geld. ich melde mich." er hat sich bis heute nicht gemeldet, was mir im prinzip unmissverständlich klar macht, wieviel ich ihm bedeute...

und nun mein problem: ich hab nun notgedrungen einen studienkredit aufnehmen müssen, da meine mutter mich auch nicht unterstützen kann. ich hab lange mit mir gehadert, weil ein solcher kredit kein pappenstil ist und...ja... weil ich enorm verschuldet sein werde am ende meines studiums. aber was blieb mir anderes übrig?

und nun habe ich mit guten freunden aus der uni gesprochen, die alle meinen ich soll meinen vater verklagen auf unterhalt, es sei mein gutes recht.

er verdient auch gut, hat theoretisch viel geld, aber auch seine schulden zu begleichen. trotzdem wohnt er allein in einem großen reihenhaus (er zahlt normal miete) und fährt einen mercedes. es ist natürlich sein gutes recht, er arbeitet hart und viel.
ich will ihn nicht ausnehmen wie eine weihnachtsgans....aber es ist doch auch nicht ok, dass ich mit ende 20 hoch verschuldet sein werde, weil er meint in solchen umständen leben zu können ohne sein einziges kind finanziell unter die arme greifen zu müssen?

ich weiß nicht, was ich machen soll...auch wenn er mir früher sehr oft weh getan hat...er ist doch mein vater....


ich würde mich über jede meinung freuen.

danke im vorraus.

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22. April 2011 um 20:11

Schreib einen Brief,
per Einschreiben und Rückschein und erzähle deinem Vater , wie es dir geht und was du von ihm erwartest. Und kündige ihm an, welche Schritte du einleiten wirst. Wie ich höre hast du ja auch ein gewisses Verständnis für ihn und möchtest ihn nicht nur abzocken. Ich fände es auch richtig, wenn er dich als einzigen Sohn unterstützt. Ich finde auch es ist dein Recht und du darfst dafür kämpfen. Dein Vater ist kein armer Mann und jeder Euro, den du nachher nicht zurückzahlen mußt , tut dir gut.
Und du verlangst in meinen Augen nichts Unmögliches.
Manchmal muß man für seine Rechte leider etwas kämpfen.
Gruß Melike

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24. Mai 2011 um 13:11

Das verklagen der eltern ...
... ist moralisch wirklich tückisch gelöst.
im umkehrfall muss ein vater auch seine unterhaltsberechtigten kinder verklagen, wenn er am bestehenden unterhaltstitel etwas ändern möchte.
sieh es mit praktischen augen: es ist halt so.
geh zum familienanwalt und klage den dir zustehenden unterhalt ein. wenn die luft zwischen euch sowieso dünn oder raus ist, kann es dir ja noch mehr egal sein.
lg marqueena

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