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Unterschiedliche Gefühle gegenüber den Kindern

27. August 2007 um 14:27 Letzte Antwort: 27. August 2007 um 21:11

Hallo,

meine Söhne sind 20 Monate auseinander, der Große wird bald 26, der Kleine 6 Monate alt. Wie sicherlich fast jede Mutter habe auch ich mich bei der zweiten SS gedacht, ob ich den Kleinen genau so lieben kann wie den Großen, zumal die zweite SS nicht geplant war und ich dementsprechend nicht besonders glücklich war.

Der Große ist und war immer ein recht anstrengendes Kind, braucht immer "Publikum", ist sehr aktiv, absolut nicht in der Lage allein zu spielen und insgesamt ist es manchmal einfach mühsam, zumal wir uns natürlich auch gerade in der Trotzphase befinden. Deshalb wahrscheinlich auch die negativen Gefühle hinsichtlich der zweiten SS.

Als der Kleine dann geboren wurde, waren diese negativen Gefühle wie weggeblasen. Ich habe bei ihm sofort dieses absolute Mutterglück empfunden, was beim Großen am Anfang überhaupt nicht der Fall war (wahrscheinlich weil einfach alles irgendwie neu war). Er ist ein extrem liebes Kind, lacht viel, weint sehr wenig, ist ruhig, liegt und spielt auf dem Boden und ist einfach "brav". Viele Dinge empfinde ich sicherlich auch als einfacher, weil ich sie schon kenne.

Ich habe dem Großen gegenüber manchmal ein schlechtes Gewissen, denn wenn - wie heute morgen - wieder mal ein Tag ansteht, der fast nur aus Kampf besteht und der mir fast den letzten Nerv raubt, wohingegen mir das Herz aufgeht, wenn der Kleine mich anlächelt.

Dann wiederum denke ich, wenn wir erst einmal ein Jahr weiter sind, wird es wahrscheinlich mit dem Kleinen anstrengend werden und der Große ist etwas pflegeleichter.

Ich liebe meine beiden Kinder. Wirklich! Und ich möchte eigentlich nicht die Gefühle davon abhängig machen, wie brav oder lieb ein Kind ist, aber ich merke dass ich einen unterschiedlichen Zugang zu meinen Kindern habe.

Kennt das jemand?

lg
Stefanie

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27. August 2007 um 21:11

"du musst aber drauf bestehen"
Liebe Jessy,

zunächst einmal vielen Dank für deine sehr hilfreiche Antwort.

Es ist nämlich so, dass ich heute (mal wieder ) einen Versuch gestartet habe hinischtlich des alleine spielens. Wir haben Bücher geschaut, ich habe direkt gesagt, dass ich danach etwas in der Küche erledigen muss und er im Wohnzimmer spielen soll. Das Spielen klappte erwartungsgemäß mittelmäßig, aber ich habe die Türschwelle als Grenze genommen und sobald er die Küche betreten hat, habe ich ihn wieder ins Wohnzimmer geschickt. Es hat wirklich halbwegs funktioniert! Wahnsinn! *glücklichbin* Er war schon immer ein extremes Rockzipfelkind und deshalb war es immer schwierig.

Ich kann natürlich nicht genau sagen, ob er unterschwellig etwas merkt, ich weiß aber, dass ich ihm - vielleicht ein wenig aus einem schlechten Gewissen heraus - extrem viel Aufmerksamkeit schenke. Damit eben nicht die Eifersucht aufkommt (das ist bei ihm kein Thema, zumindest bislang) habe ich mich ihm immer mehr gewidmet als dem Kleinen. Der lief so nebenher und ist ja hinischtlich des Spielens auch sehr zufrieden, wenn ich mit dem Großen spiele und er zusehen kann.

Die Liebe direkt ist zu meinem zweiten Kind nicht größer, es nur so, dass ich irgendwie das Gefühl habe zu ihm ein "normales" Mutter-Kind-Verhältnis zu haben, was ich irgendwie beim Großen nicht so recht hatte. Das Stillen klappte nicht, was mir ziemlich zugesetzt hat, die Beziehung zu meinem Freund war damals extremst schlecht, er hat andauernd gefremdelt, war ein totales Mama-Kind, hat aber dennoch die direkte Nähe (z.B. kuscheln, schmusen etc.) total gehasst. Dann diese stets und ständige Unzufriedenheit, wenn nicht genug tamtam gemacht wurde.... Das hört sich jetzt in der Zusammenfassung vielleicht extrem an, man muss das Ganze aber auf zwei Jahre hin betrachten.

Vielen Dank und liebe Grüße
Stefanie

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