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Unglückliches Kind

13. Dezember 2005 um 0:25 Letzte Antwort: 13. Dezember 2005 um 22:13

meine nichte ist 4 jahre alt, wird im nächsten märz 5. sie ist einzelkind. nina ist permanent unzufrieden.
ständiges genörgel und jammern tragen nicht gerade dazu bei, dass man sich auf einen besuch der kleinen maus freut, das muss ich zugeben..
meine schwester und ihr mann erfüllen nina eigentlich jeden wunsch.
ich habe vor kurzem bei meiner schwester und ihrer familie übernachtet und habe den kompletten tagesablauf mitbekommen. abends vor 23 uhr hat die kleine nicht geschlafen. sie war in ihrem zimmer und hat sich beschäftigt. der vater kam um 22 uhr vom spätdienst, da drehte sie nochmal richtig auf. sie hörte kein stück darauf, was meine schwester ihr sagte.
am nächsten morgen hat sie ca 3o minuten geheult, weil sie sich nicht anziehen wollte. (alles noch vor dem frühstück) das hat mich ziemlich geschockt, den tag so anzufangen.
sie ist frech und respektlos zu ihrer mutter. ich empfinde es so, dass die kleine nina unglücklich ist. meine schwester ist völlig überfordert mit der erziehung der tochter. ich würde so gern helfen, dass nina glücklich und zufrieden wird und meine schwester und nina entspannt und schön ihre zeit zusammen verbringen.
meine schwester ist hausfrau.

manchmal hab ich schon verzweifelt an eine rtl-supernanny gedacht *scheeerz*

wer hat erfahrungen mit solchen familiensituationen und kann einen rat geben?



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13. Dezember 2005 um 10:04

Erklärung
Du hast die Erklärung für ihr Verhalten, meiner Ansicht nach gleich mitgeliefert in der Beschreibung der Situation.

Hör mal hin:
"meine schwester und ihr mann erfüllen nina eigentlich jeden wunsch"

Mir scheint, die kleine Nina "schwimmt" haltlos herum, es gibt wenig Regeln und wenn man sich ein bißchen anstrengt, sind auch sie zu übergehen...

Wieso läßt Deine Schwester ihre kleine Tochter überhaupt so lange aufbleiben?
Ich stelle mir die Situation gerade so vor:
Nina spielt in ihrem Zimmer, es ist 21:30Uhr (was macht Deine Schwester in der Zeit???), dann denkt sich die Mama "oweh die Kleine muß ja mal ins Bett" und sagt ihr, sie soll sich umziehen (das ist aber langweilig, denkt sich Nina - außerdem haben wir ja Besuch, da leg ich nochmal extra was drauf )

Nina braucht einen strukturierten Tagesablauf (geht sie in den KiGa?) und abends eine feste "zuBettgehZeit".
Es muß klar sein, daß sie in ihrem Bett ist um ... sagen wir: 21:00 Uhr(ist in meinen Augen noch zu spät aber sie haben offensichtlich eine andere Lebensführung, als wir - später in KiGa, wenn überhaupt, später am Abend die letzte Mahlzeit vermute ich usw)
Nach dem Abendessen kann Deine Schwester noch mit ihrer Tochter spielen oder wahlweise etwas vorlesen. Danach ist Schluß und das Nina-Kind geht ins Bett.

Zum Anziehen hab ich einen Tipp, der bei uns gewirkt hat:
wenn es morgens "das falsche" ist: 2 Outfits vorbereiten (am besten schon abends) komplett verschieden und die werte Prinzessin darf sich eines aussuchen (hat bei uns die morgendliche Anziehzeit um 20min. verkürzt, als meine Tochter mit 3-4 Jahren das "klamottenTheater" einführte) SO hat sie die Wahl und zieht zufrieden das an, was SIE WILL! (Mama darf lächeln)
Wenn das NinaKind sich nicht anziehen will, geht es eben im Schlafanzug und erklärt ihren KiGa-Freunden dann, wieso. (Oder dem Kinderarzt, oder wemauchimmer)
Morgens muß man eben Zeiten einhalten und es geht nicht an, daß eine Vierjährige bestimmt, wann die Familie das Haus verlassen kann.

Alles in allem scheint mir Nina einfach (seit Jahren vermute ich mal) Regeln einzufordern, Grenzen zu erfahren.
Man kann nur sicher sein, wenn man weiß innerhalb welchen Rahmens man sich bewegt. Der regelt das tägliche Leben und gibt so Sicherheit.

Zum Frechsein:
es ist normal, daß Kinder austesten, wie weit sie gehen können (wie reagiert Mama darauf, daß ich sie "doof" nenne oder ... , wenn ich "Scheiße" sage, oder wasauchimmer?).
Ich finde es wichtig, daß man
1. ein gutes Beispiel ist
2. deutlich macht, daß es einen verletzt, traurig macht
3.konsequent immer gleich zu reagieren, nicht einmal drüber lachen und beim 10.Mal losbrüllen - wieso war es dann 9x lustig?

Ich habe meine Kinder bei "Klowörtern" gesagt, daß sie gerne auf die Toilette gehen können, dort soviele "Klowörter" sagen können, wie sie wollen, aber, daß ich sie in keinem Fall im Wohnzimmer oder beim Essen gar, hören möchte (und auch die nette Omi in der Staßenbahn mag das gar nicht - dann wird ausgestiegen und gelaufen - wirkt Wunder )

Is eh schon lang genung, also nochmal zusammengefaßt das Wichtigste:
-Rhythmen
-gemeinsame Zeiten, aber auch Ruhezeiten bestimmen
-liebevolle Konsequenz
-vorausschauend Denken (Deine Schwester kennt Situation, die erfahrungsgemäß "kribbelig" sind - da kann man vorher meist schon was tun)

Alles Gute
Phyllis

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13. Dezember 2005 um 19:28
In Antwort auf leta_12706627

Erklärung
Du hast die Erklärung für ihr Verhalten, meiner Ansicht nach gleich mitgeliefert in der Beschreibung der Situation.

Hör mal hin:
"meine schwester und ihr mann erfüllen nina eigentlich jeden wunsch"

Mir scheint, die kleine Nina "schwimmt" haltlos herum, es gibt wenig Regeln und wenn man sich ein bißchen anstrengt, sind auch sie zu übergehen...

Wieso läßt Deine Schwester ihre kleine Tochter überhaupt so lange aufbleiben?
Ich stelle mir die Situation gerade so vor:
Nina spielt in ihrem Zimmer, es ist 21:30Uhr (was macht Deine Schwester in der Zeit???), dann denkt sich die Mama "oweh die Kleine muß ja mal ins Bett" und sagt ihr, sie soll sich umziehen (das ist aber langweilig, denkt sich Nina - außerdem haben wir ja Besuch, da leg ich nochmal extra was drauf )

Nina braucht einen strukturierten Tagesablauf (geht sie in den KiGa?) und abends eine feste "zuBettgehZeit".
Es muß klar sein, daß sie in ihrem Bett ist um ... sagen wir: 21:00 Uhr(ist in meinen Augen noch zu spät aber sie haben offensichtlich eine andere Lebensführung, als wir - später in KiGa, wenn überhaupt, später am Abend die letzte Mahlzeit vermute ich usw)
Nach dem Abendessen kann Deine Schwester noch mit ihrer Tochter spielen oder wahlweise etwas vorlesen. Danach ist Schluß und das Nina-Kind geht ins Bett.

Zum Anziehen hab ich einen Tipp, der bei uns gewirkt hat:
wenn es morgens "das falsche" ist: 2 Outfits vorbereiten (am besten schon abends) komplett verschieden und die werte Prinzessin darf sich eines aussuchen (hat bei uns die morgendliche Anziehzeit um 20min. verkürzt, als meine Tochter mit 3-4 Jahren das "klamottenTheater" einführte) SO hat sie die Wahl und zieht zufrieden das an, was SIE WILL! (Mama darf lächeln)
Wenn das NinaKind sich nicht anziehen will, geht es eben im Schlafanzug und erklärt ihren KiGa-Freunden dann, wieso. (Oder dem Kinderarzt, oder wemauchimmer)
Morgens muß man eben Zeiten einhalten und es geht nicht an, daß eine Vierjährige bestimmt, wann die Familie das Haus verlassen kann.

Alles in allem scheint mir Nina einfach (seit Jahren vermute ich mal) Regeln einzufordern, Grenzen zu erfahren.
Man kann nur sicher sein, wenn man weiß innerhalb welchen Rahmens man sich bewegt. Der regelt das tägliche Leben und gibt so Sicherheit.

Zum Frechsein:
es ist normal, daß Kinder austesten, wie weit sie gehen können (wie reagiert Mama darauf, daß ich sie "doof" nenne oder ... , wenn ich "Scheiße" sage, oder wasauchimmer?).
Ich finde es wichtig, daß man
1. ein gutes Beispiel ist
2. deutlich macht, daß es einen verletzt, traurig macht
3.konsequent immer gleich zu reagieren, nicht einmal drüber lachen und beim 10.Mal losbrüllen - wieso war es dann 9x lustig?

Ich habe meine Kinder bei "Klowörtern" gesagt, daß sie gerne auf die Toilette gehen können, dort soviele "Klowörter" sagen können, wie sie wollen, aber, daß ich sie in keinem Fall im Wohnzimmer oder beim Essen gar, hören möchte (und auch die nette Omi in der Staßenbahn mag das gar nicht - dann wird ausgestiegen und gelaufen - wirkt Wunder )

Is eh schon lang genung, also nochmal zusammengefaßt das Wichtigste:
-Rhythmen
-gemeinsame Zeiten, aber auch Ruhezeiten bestimmen
-liebevolle Konsequenz
-vorausschauend Denken (Deine Schwester kennt Situation, die erfahrungsgemäß "kribbelig" sind - da kann man vorher meist schon was tun)

Alles Gute
Phyllis

Genau!!
Hi Phyllis,

dem von Dir Geschriebenen habe ich absolut nichts hinzuzufügen, bin genau Deiner Meinung.

Kinder brauchen Grenzen, PUNKT!! Das hat nix mit Lieblosigkeit oder Faulheit zu tun, denn Erziehnung ist anstrengend. Ich denke mal, dass die Mutter keine Kraft und Lust mehr hat sich gegen ihr Kind zu behaupten, aber wehe wehe, wenn zehn Jahre verstrichen sind, dann hatt`se "Spass"!!! Dann tanzt ihr das "Gör" auf der Nase rum.

Ich hatte ein paar Leitsprüche bei meinen Kids (bin mittlerweile Oma, bisschen früh,aber es ist schön)also:

1.Spreche nie Verbote und Regeln aus, deren Einhaltung Du nicht 100%ig überwachst Überlege vorher, was du wann sagst oder verbietest.

2.Gebe niemals ein Versprechen und halte es dann nicht ein. Das ist genauso eine Sicherheit die Kinder brauchen, wie die Sicherheit, dass wenn Mama sagt, es ist Bettzeit, es auch wirklich Bettzeit ist. Das nennt man Glaubwürdigkeit und Vertrauen schaffen.

Bei meinen Kindern hat das super geklappt, ohne Schläge (brrrrrrrr) oder sonstigen Liebesentzug (auch brrrrrrrrr) sondern mit Liebe und Vertrauen. Klar hab ich die auch mal zusammengesch........bin ja auch nur ein Mensch, aaaaaber......Meine Kindern konnten sich auf mich 10000%ig verlassen, das tun sie auch heute noch.

Jetzt hab ich doch noch was hinzugefügt.....mmmmh....

Lieben Gruß und viel Glück für Nina-Mama...jetzt ist noch Zeit zur Umkehr...

Chrissi

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13. Dezember 2005 um 19:35
In Antwort auf elyas_11986409

Genau!!
Hi Phyllis,

dem von Dir Geschriebenen habe ich absolut nichts hinzuzufügen, bin genau Deiner Meinung.

Kinder brauchen Grenzen, PUNKT!! Das hat nix mit Lieblosigkeit oder Faulheit zu tun, denn Erziehnung ist anstrengend. Ich denke mal, dass die Mutter keine Kraft und Lust mehr hat sich gegen ihr Kind zu behaupten, aber wehe wehe, wenn zehn Jahre verstrichen sind, dann hatt`se "Spass"!!! Dann tanzt ihr das "Gör" auf der Nase rum.

Ich hatte ein paar Leitsprüche bei meinen Kids (bin mittlerweile Oma, bisschen früh,aber es ist schön)also:

1.Spreche nie Verbote und Regeln aus, deren Einhaltung Du nicht 100%ig überwachst Überlege vorher, was du wann sagst oder verbietest.

2.Gebe niemals ein Versprechen und halte es dann nicht ein. Das ist genauso eine Sicherheit die Kinder brauchen, wie die Sicherheit, dass wenn Mama sagt, es ist Bettzeit, es auch wirklich Bettzeit ist. Das nennt man Glaubwürdigkeit und Vertrauen schaffen.

Bei meinen Kindern hat das super geklappt, ohne Schläge (brrrrrrrr) oder sonstigen Liebesentzug (auch brrrrrrrrr) sondern mit Liebe und Vertrauen. Klar hab ich die auch mal zusammengesch........bin ja auch nur ein Mensch, aaaaaber......Meine Kindern konnten sich auf mich 10000%ig verlassen, das tun sie auch heute noch.

Jetzt hab ich doch noch was hinzugefügt.....mmmmh....

Lieben Gruß und viel Glück für Nina-Mama...jetzt ist noch Zeit zur Umkehr...

Chrissi

Liebe Chrissi
gebe Dir 100% tig Recht. Habe aber noch etwas hinzuzufügen:

Nur Konsequenzen ansprechen, die auch wirklich durchgeführt werden. Also nicht nach dem Motto: "Wenn Du Dich jetzt nicht benehmen kannst bei Tante Frieda fahren wir heim!" und es dann doch nicht machen.

Und was ich noch wichtiger finde: Den Kindern Einsicht in die Regeln verschaffen. Begründen, warum man etwas verbietet oder warum eine Regel besteht. Sonst ist es für das Kind Willkür. Sie verstehen es einfach nicht. Aber wenn sie es verstehen, sorgen die Meisten selbst dafür, dass die Regeln auch wirklich eingehalten werden.

Liebe Grüsse, Penny

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13. Dezember 2005 um 20:34
In Antwort auf belda_12670253

Liebe Chrissi
gebe Dir 100% tig Recht. Habe aber noch etwas hinzuzufügen:

Nur Konsequenzen ansprechen, die auch wirklich durchgeführt werden. Also nicht nach dem Motto: "Wenn Du Dich jetzt nicht benehmen kannst bei Tante Frieda fahren wir heim!" und es dann doch nicht machen.

Und was ich noch wichtiger finde: Den Kindern Einsicht in die Regeln verschaffen. Begründen, warum man etwas verbietet oder warum eine Regel besteht. Sonst ist es für das Kind Willkür. Sie verstehen es einfach nicht. Aber wenn sie es verstehen, sorgen die Meisten selbst dafür, dass die Regeln auch wirklich eingehalten werden.

Liebe Grüsse, Penny

Das hab ich gemeint...
Hi Penny

1..........Spreche nie Verbote und Regeln aus, deren Einhaltung Du nicht 100%ig überwachst Überlege vorher, was du wann sagst oder verbietest...........

genau das wollte ich damit sagen, auch dass Strafen immer im Zusammenhang mit dem "Vergehen" stehen müssen. z.b. du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht also musst Du sie jetzt machen und kannst kein Fernsehen gucken. Und nicht, Du hast ein Klowort benutzt, also darst du morgen deine Lieblingsjeans nicht tragen....

So, jetzt muss ich mal was essen, der PC ist echt ein Zeitfresser, schlimm......

Bis dann.....
LG Chrissi

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13. Dezember 2005 um 22:13
In Antwort auf elyas_11986409

Das hab ich gemeint...
Hi Penny

1..........Spreche nie Verbote und Regeln aus, deren Einhaltung Du nicht 100%ig überwachst Überlege vorher, was du wann sagst oder verbietest...........

genau das wollte ich damit sagen, auch dass Strafen immer im Zusammenhang mit dem "Vergehen" stehen müssen. z.b. du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht also musst Du sie jetzt machen und kannst kein Fernsehen gucken. Und nicht, Du hast ein Klowort benutzt, also darst du morgen deine Lieblingsjeans nicht tragen....

So, jetzt muss ich mal was essen, der PC ist echt ein Zeitfresser, schlimm......

Bis dann.....
LG Chrissi

Vielen dank
für eure antworten!
gedacht habe ich schon oft in diese richtung, konnte es aber nicht in worte fassen. es ist schon ein unterschied, ob man so eine situation bei fremden beobachtet oder wenn so "ein fall" in unmittelbarer nähe ist. dann ist man vielleicht sooo nah dran, dass man das wesentliche, den kern, nicht erkennt.
ich bin beruhigt, dass es ein lösbares problem zu sein scheint.
mal sehen, ob wir die tollen tipps in kleinen schritten in die tat umsetzen können.
viele grüße von schnittchen

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