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Umgang Vater - Sohn, wer kann uns helfen?

21. November 2007 um 8:44

Hallo,
ich bin nur indirekt betroffen von der folgenden Sache. Es geht hauptsächlich um die Trennung meiner Schwester von ihrem tunesischen Mann.
Und nebensächlich geht es um die Auswirkungen, die sein Verhalten auf unsere Familie hat.
Meine Schwester ist etwa 4,5 Jahre mit ihrem Mann aus Tunesien verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn (4). Meine Schwester brachte eine Tochter (8) mit in die Ehe.
Seit den Sommerferien (Juli 2007) sind die beiden getrennt. Sie wurde geschlagen, beschimpft. Sie durfte nicht allein das Haus verlassen. Vor zwei Jahren war ich bei ihr und habe die Polizei verständigt. Er wurde der Wohnung für 2 Wochen verwiesen. Allerdings hat er durch Drohungen, sie umzubringen oder ihr die Kinder wegzunehmen (nach Tunesien zu bringen, was lt. seiner Aussage sogar mit falschen Pässen möglich wäre), erreicht, dass sie die Anzeige zurück gezogen hat. Er wollte sich ändern, hat er aber nicht... Der Auslöser für die jetzt doch vollzogene Trenung war, dass er auch die Kinder angegriffen hat. Der Kleine war eine Woche im Krankenhaus, weil er unterernährt war. Er durfte zu Hause nur Wasserreis essen. Zum Ende verweigerte er die Nahrungsaufnahme komplett. Die Tochter tut alles, um bloß nicht aufzufallen. Wenn es ginge, würde sie wohl sogar aufhören zu atmen. Seit der Trennung haben meine Schwester und die Kinder eine Wohnung in unserer Stadt. Ihr Mann wohnt etwa 50 km entfernt. Eigentlich sollte nun langsam Ruhe einkehren, aber jetzt geht es erst richtig los. In der vergangenen Zeit hatte er betreuten Umgang mit seinem Sohn (der das eigentlich nicht will) bei der Caritas. Dieser wurde vom Jugendamt genehmigt und angeregt. Anfangs wollte er das wöchentlich, aber die Frau von der Caritas meinte, das ginge nur alle 2 oder 4 Wochen. Darauf hat er sich eingelassen. Erstmal, denn schon in derselben Woche kam ein Brief von seiner Anwältin an den Anwalt meiner Schwester, dass er den Jungen jetzt wöchentlich sehen will. Die Frau von der Caritas hätte das vorgeschlagen, nur meine Schwester stelle sich ja so stur an. Und was geschieht? Er sah seinen Sohn von da an wöchentlich. Er stellte meine Schwester und auch die Caritasfrau als Lügnerinnen hin und kam damit auch noch durch. Jetzt möchte der Vater den Sohn allein sehen, drei Sonntage im Monat, in den Winter- und Herbstferien eine Woche und in den Sommerferien zwei Wochen. Meine Schwester hat sehr große Angst, dass er den Kleinen mitnimmt nach Tunesien und sie ihn nie wieder sieht. Alle ihre Befürchtungen, ihre Ängste wurden vom Jugendamt abgewiegelt. Bei der Caritas hätte er sich immer sehr nett gezeigt. Er wäre nie unhöflich gewesen, immer sehr liebevoll zu seinem Sohn. Diese Auskunft hat die Caritas an das JA weitergeleitet. Am Montag war er beim Jugendamt und am Dienstag hatte meine Schwester dort einen Termin. Die Dame vom JA meinte, er hät alles abgestritten, die Schläge, die Drohungen, das Einsperren in der Wohnung. Das alles ist nicht passiert. Und er sieht noch große Chancen, dass die Ehe doch fortgeführt wird. Er hat also auch dort wieder rumgelogen und auch diese Frau um seinen Finger gewickelt. Meine Schwester ist verzweifelt. Dem Umgang ohne Betreuung wird zugestimmt. Wenn sie sich nicht beugt, geht alles vor Gericht und dann könnte es noch schlimmer kommen als jetzt. Und an den Tagen, wenn der Sohn bei Papa ist, könnte sie sich mehr um ihre Tochter kümmern. Ach ja, die Tochter möchte er in Zukunft auch sehen, nicht sein leibliches Kind, nicht adoptiert. Das Jugendamt wird auch diesen Antrag durchgehen lassen. Zwischen Stiefvater und -tochter hätte sich schließlich eine Verbindung aufgebaut. Das Kind will nicht? Egal!!! Danach fragen wir das Kind nicht. Dieses Kind hat aber erlebt, was der "Papa" mit der Mama gemacht hat. Dieses Kind hat selbst Schläge bekommen und wurde dauernd nur angeschrien. Interessiert nicht. Außerdem hat er versprochen, das Kind nicht nach Tunesien zu bringen. Ja nee, ist klar... versprochen... der hat schon so viel gelogen und ist immer damit durchgekommen, wir können das nicht glauben. Was sollen wir bloß tun? Das Amt steht voll auf seiner Seite. Alle Beweise, Bescheinigungen von Ärzten, Atteste aus den Kliniken nützen nichts.
Auf unserer Familie lastet ein so großer Druck, meine Mutter weint fast nur noch. Wenn meine Schwester bei meinen Eltern ist, verabschiedet sie sich von den Kindern, als würde sie diese nie wieder sehen. Mein Vater... der dürfte ihm nicht allein im Dunkeln begegnen. Meine Schwester ist ein seelisches Wrack. Und ich versuche, allen Trost zu spenden und stark zu sein. Aber auch an mir geht das nicht einfach so vorbei. Ich schwanke zwischen Verzweiflung, Wut und Trauer. Ich versuche die ganze Zeit, Infos zu bekommen, hab mich bei der Ausländerbehörde schlau gemacht, das Auswärtige Amt um Hilfe gebeten, beim Bundesgrenzschutz Auskünfte über Ausreiseprozeduren eingeholt. Sie können alle nichts machen... das kann doch nicht sein? Ich habe nichts gegen Ausländer, echt nicht. Aber ich habe das Gefühl, er braucht bloß anzudeuten, dass er sich auf Grund seiner Herkunft ungerecht behandelt fühlt und schon bekommt er seinen Willen. Und wir sind die Lügner. Nicht nur unsere Familie stellt er so hin, auch Freunde und Bekannte, sogar seine eigenen Arbeitskollegen.
Ich habe doch sehr viel geschrieben. Vielleicht habt ihr auch keine Hilfen für uns. Aber ich bin es erst mal los geworden, konnte mir mal alles von der Seele schreiben. Vielleicht hat schon jemand sowas erlebt. Vielleicht kann doch jemand helfen...
Vielen Dank
Zamia72

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21. November 2007 um 11:46

Schnellstens Handeln
Hallo,

das Jugendamt kann Vorschläge machen wie es will, das heißt noch lange nicht, dass diese rechtsverbindlich sind und Deine Schwester sich daran halten muß. Dafür gibt es das Gericht, welches vorschreibt was Deine Schwester zu tun oder zu lassen hat. Das Gericht schaut sich sämtliche ärztlich Atteste an, Polizeiberichte, Stellungnahmen und und und. Und es schaut sich vor allem die Kinder an. Ein acht jähriges Kind wird dann auch aussagen können. Es werden mitunter psychologische Gutachten vom Gericht angefordert. Und dann wird sich zeigen, dass die Kinder und Deine Schwester nicht lügen.

Deine Schwester sollte nicht so leicht aufgeben. Sie wurde Jahrelang eingeschüchtert. Jetzt ist Schluß. Deine Schwester sollte weiterhin auf betreuten Umgang bestehen zum Wohl des Kindes. Gehe mit Deiner Schwester sofort zu einem Anwalt für Familienrecht. Hat Deine Schwester wenig Geld, gibt es Prozesskostenbeihilfe. Es scheitert also nicht an den Kosten. Der Anwalt wird Deiner Schwester helfen, Stellungnahmen fürs Gericht vorbereiten und so weiter. Womöglich schlägt er auch vor das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Wichtig ist natürlich wirklich, dass Beweise vorliegen. Ärztlich Gutachten über blaue Flecken.... Der Polizeibericht existiert bestimmt noch und auch wenn er aus Angst zurückgezogen wurde, ist auch dieser ein Beweis. Habt Ihr Zeugen für Zwischenfälle die aussagen würden, nach Möglichkeit natürlich keine Verwandtschaft.

Und dann rede mit Deiner Schwester. Sie selber sollte sich in therapeutische Behandlung begeben. Sie braucht Hilfe und Stärke. Sie hat zugelassen, dass ihr Sohn fast verhungert wäre, so sehr hat sie sich unterdrücken lassen, da braucht sie meines Erachtens unbedingt Hilfe. Es gibt Fälle von Kindesvernachlässigung da werden die Kinder in eine Pflegefamilie gegeben, weil so etwas darf nicht passieren. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, wie sich jemand so unterdrücken lassen kann. Ihr solltet schnellstens handeln.
Liebe Grüße

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21. November 2007 um 15:41
In Antwort auf laure_11973997

Schnellstens Handeln
Hallo,

das Jugendamt kann Vorschläge machen wie es will, das heißt noch lange nicht, dass diese rechtsverbindlich sind und Deine Schwester sich daran halten muß. Dafür gibt es das Gericht, welches vorschreibt was Deine Schwester zu tun oder zu lassen hat. Das Gericht schaut sich sämtliche ärztlich Atteste an, Polizeiberichte, Stellungnahmen und und und. Und es schaut sich vor allem die Kinder an. Ein acht jähriges Kind wird dann auch aussagen können. Es werden mitunter psychologische Gutachten vom Gericht angefordert. Und dann wird sich zeigen, dass die Kinder und Deine Schwester nicht lügen.

Deine Schwester sollte nicht so leicht aufgeben. Sie wurde Jahrelang eingeschüchtert. Jetzt ist Schluß. Deine Schwester sollte weiterhin auf betreuten Umgang bestehen zum Wohl des Kindes. Gehe mit Deiner Schwester sofort zu einem Anwalt für Familienrecht. Hat Deine Schwester wenig Geld, gibt es Prozesskostenbeihilfe. Es scheitert also nicht an den Kosten. Der Anwalt wird Deiner Schwester helfen, Stellungnahmen fürs Gericht vorbereiten und so weiter. Womöglich schlägt er auch vor das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Wichtig ist natürlich wirklich, dass Beweise vorliegen. Ärztlich Gutachten über blaue Flecken.... Der Polizeibericht existiert bestimmt noch und auch wenn er aus Angst zurückgezogen wurde, ist auch dieser ein Beweis. Habt Ihr Zeugen für Zwischenfälle die aussagen würden, nach Möglichkeit natürlich keine Verwandtschaft.

Und dann rede mit Deiner Schwester. Sie selber sollte sich in therapeutische Behandlung begeben. Sie braucht Hilfe und Stärke. Sie hat zugelassen, dass ihr Sohn fast verhungert wäre, so sehr hat sie sich unterdrücken lassen, da braucht sie meines Erachtens unbedingt Hilfe. Es gibt Fälle von Kindesvernachlässigung da werden die Kinder in eine Pflegefamilie gegeben, weil so etwas darf nicht passieren. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, wie sich jemand so unterdrücken lassen kann. Ihr solltet schnellstens handeln.
Liebe Grüße

Vielen Dank
für diese schnelle Reaktion auf mein doch sehr langes Schreibwerk.
Ich habe vorhin mit meiner Schwester gesprochen. Sie hat Unterlagen und Belege bei ihrem Anwalt, der zwar kein Fachanwalt für Familienrecht ist, aber auch schon lange Zeit für Frauenhäuser gearbeitet hat.
Sie war schon etwas beruhigt, als ich ihr sagte, dass das JA lange nicht die Macht hat, die es jetzt zu haben scheint. Durch die jahrelange Einschüchterung fällt es der Dame im Amt natürlich leicht, sie unter Druck zu setzen.
Das mit der therapeutischen Hilfe habe ich auch angesprochen, ganz vorsichtig. Sie ist nicht weiter darauf eingegangen. Wer gibt schon gerne zu, dass er ein solches Problem hat. Bei mir hat es auch mehr als 10 Jahre gedauert, bis ich mir nen Traumatherapeuten zu Hilfe nahm. Aber bei dem Thema bleibe ich auch dran. Immerhin hat mir die Therapie geholfen. Ich weiß, welches Ergebnis eine Therapie haben kann. Aber drängen möchte ich sie dazu nicht. Ich laß das langsam angehen. Sie meint auch, wenn das JA mitbekommt, dass sie jetzt auch noch ne Therapie macht, nehmen sie ihr die Kids vielleicht ganz weg. Sie ist so ängstlich, sie wirkt wie ein zitterndes Häschen in der Ecke. Ich hab sie so noch nicht erlebt.
Danke nochmal für die schnelle Antwort. Zumindest weiß ich jetzt, was zu tun ist und kann meine Familie auch ein wenig beruhigen.
Vielen Dank

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