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Überfordert mit Kind

8. Februar um 15:12 Letzte Antwort: 10. Februar um 8:34

Hallo, 

Es fällt mir schwer, hier zu schreiben, da ich auch Angst habe verurteilt zu werden. Auf der anderen Seite erhoffe ich mir nützliche Tipps oder Mütter denen es auch so geht! 

Ich bin 23 Jahre, mache noch meine Ausbildung und habe einen 21 Monate alten Sohn. Schon kurz nach der Geburt lief es nicht so, wie es sein sollte. Viel Streit mit meinem Partner, Streit mit dem Vermieter, Angst um Ausbildung etc... Es war so schlimm für mich, dass Mein Sohn erstmal zu meiner Mama gezogen ist. Ich war in einer ambulanten Therapie und es sollte besser werden! Wir sind im Dezember umgezogen und wollten dann in unserer neuen Wohnung einen "Neustart" der Kleine kennt mich ja auch als Mama, wir waren jeden Tag dort, auch wenn es manchmal nur kurz ging! Aber er hat nie den Bezug verloren, natürlich merke ich das meine Mama, also seine Oma, die Nr. 1 ist. Aber das kann ich ihm schlecht übel nehmen, schließlich ist er dort zum Größtenteil. 
Es geht mir schon besser, dachte ich, und wir wollten nach dem Umzug Anfangen, den Kleinen das ganze Wochenende bei uns zu haben. Das lief auch alles super bis heute...mein Freund ist heute den ganzen Tag arbeiten, aber ich habe es die letzten Wochenenden auch alleine geschafft! Aber nun hatten die Nachbarn gestern eine Party gehabt und der Kleine ist ständig wach geworden und hatte Angst. Mein Freund ist zwar runter gegangen und hat gebeten etwas leiser zu sein, aber die Nachbarn hatten kein Verständnis und waren zudem auch noch sauer. Also haben wir es einfach ausgehalten. Ich hab kaum ein Auge zu bekommen und bin soo schnell gereizt! Ich bin plötzlich wieder mit allem überfordert. Der Kleine spürt das und wird auch quengelig, was mich noch mehr reizt.... dann schreibt mein Freund mir, dass heute beide Nachbarn feiern... und ich bin noch schlechter drauf! 
der Kleine hört nicht auf ein normales Nein, und ich muss immer lauter werden! Dann macht er nur Kleinigkeiten die mich zur Weißglut treiben! Ich habe ihn vorhin so angeschriehen und aus der Küche gezerrt, weil er immer und immer wieder die Spülmaschinen an und aus macht. Er war ganz erschrocken, so kennt er mich nicht und er kennt es überhaupt nicht, es tut mir so leid! Als er mich anschaute hätte ich mich selbst Ohrfeigen können, ich wollte ihn nicht so anschreien! Aus Angst vor mir selbst hab ich meine Mutter angerufen, die dann auch noch meinte: sag doch das du überfordert bist! Ich hole ihn, aber so geht es ja nicht und ich will das Sorgerecht. 
Na danke, ich möchte ihn ja bei mir haben, nur habe ich Angst, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe! Ich habe auch gedacht es geht mit wieder gut! Ich hatte aber schon gestern zu meiner Mama gesagt, dass es dieses Wochenende glaub ich keine gute Idee ist, da ich ja merke, dass ich nicht ganz so gut drauf bin. Da kam dann nur: du schaffst das schon. 

ich habe einfach Angst noch mehr die Bindung zu verlieren und das er nur noch Oma will. Deswegen möchte ich ihn ja auch wieder mehr bei mir haben, aber jetzt ist all das, was ich in der Therapie erarbeiten habe "weg", zumindest fühlt es sich so an. Ich bin wieder wie ein Häufchen Elend und kann nur noch weinen. 

Achso zu meinem Partner noch, er ist selbst so mit der Arbeit eingespannt, das es für ihn gar nicht möglich ist, mich mehr zu unterstützen, da tut er schon das Beste was er kann! Hätte er kein Schichtdienst würde er auch die Nächte etc. Machen, aber wir sind auch auf seinen Job angewiesen, da ich noch die Ausbildung mache... 

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8. Februar um 16:06
Beste Antwort

Es ist gut , dass Du Selber fühlst , was nicht richtig läuft .
Das Du überfordert bist , ist nicht so Selten ....gut ist  , das Du Hilfe suchst 

Das Zusammenleben als Familie ist ein Lernprozess, man muss Geduld haben , mit sich , dem Partner und dem Kleinen ...man wächst mit den Anforderungen , und vorAllem Familienleben macht auch Spaß...es ist lustig , mit einem Kleinkind zu spielen 
Außerdem knüpft man leichter Kontakte mit anderen Müttern zB am Spielplatz 

Ein  21. monatiges Kleinkind kennt die Bedeutung eines "Nein " noch gar nicht ,
also ist es am Besten , sowenig "Nein " wie möglich auszusprechen , um Ihm den Sinn dahinter zu lernen , jedoch konsequent sein ...

zB : Geschirrspüler :Nein , jedoch gibt es Kochlöffel und Topf zum trommeln 
Schreien bringt gar nichts , außer Angst zu erzeugen ....also Bitte Nicht schreien !
Lass Ihn mithelfen , viel loben und noch mehr gemeinsam lachen ...es wird schon 


Ich würde auch versuchen , mit Deiner Mama ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen , d.h : 
Du bist ihr dankbar , dass sie Dich und Deinen Sohn unterstützt ,
aber es ist Dein Kind und Du bist seine Mama ...

Das mit den Nachbarn ist schlimm ....soviel Rücksichtslosigkeit 
Da ihr erst frisch dort eingezogen seit , weiß ich wohl, dass man die Nachbarn nicht verärgern will ...jedoch gibt es sicher auch andere Mitbewohner , welche sich durch DauerLautstärke belästigt fühlen ...gemeinsam ist man stärker
Außerdem gibt es eine Hausordnung und eine Nachtruhe per Gesetz ...
Vorerst würde ich ein persönliches Gespräch vorziehen ,
dann jedoch zur Hausverwaltung ect...

Also, tief Luft holen ....immer wieder kleinere Auszeiten schaffen , und dann wird es täglich besser...

Alles Liebe 



 

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8. Februar um 17:24

Vielen Dank für deine Antwort! 

Wir werden zusammen zu einer Beratungsstelle gehen. Es sind bei mir viele Kleinigkeiten, die sich anhäufen... 
Ich fühle mich trotzdem sehr schlecht, der Kleine ist wieder mal bei Oma...Die Woche werde ich mir auf jeden Fall eine Beratungsstelle suchen und dann versuchen wir es nächstes Wochenende zu Zweit, denn da hat mein Freund frei und kann mich unterstützen. 
 

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8. Februar um 23:24

Aus Angst vor mir selbst hab ich meine Mutter angerufen, die dann auch noch meinte: sag doch das du überfordert bist! Ich hole ihn, aber so geht es ja nicht und ich will das Sorgerecht. Na danke, ich möchte ihn ja bei mir haben, nur habe ich Angst, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe!

Ich kann sie schon verstehen. Ein Kind ist ja kein "Ding" was man in und her schieben kann wie man gerade lustig ist und nerv dafür hat a la "Ich fühl mich gerade nicht, Mama nimm du es". So eine Therapie macht man selten 1x und dann ist alles super, Therapie parallel zum Kind wäre der bessere Weg denke ich. 

https://www.caritas.de/hilfeundberatung/ratgeber/familie/ueberforderteeltern/wer-hilft-bei-welchem-problem

Schau da mal unter "Erziehung und Alltag", ich denke eine Familienhilfe zum Beispiel kann dich sehr entlasten.

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9. Februar um 17:05

mit der Mutter zusammenwohnen ist keine Option?

und du solltest dringend deine Therapie weitermachen!

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9. Februar um 19:52
In Antwort auf carina2019

mit der Mutter zusammenwohnen ist keine Option?

und du solltest dringend deine Therapie weitermachen!

Nein mit meiner Mama kann ich nicht zusammen wohnen, dann würde es nur Streit geben. 

Die Therapie ist eigentlich abgeschlossen und es würde wieder eewig dauern einen Platz zu bekommen.. ich überlege auch eine Mutter Kind Kur zu machen...

Auf jeden Fall machen wir die Woche einen Termin bei der Beratungsstelle..

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10. Februar um 8:34
In Antwort auf kimi96

Hallo, 

Es fällt mir schwer, hier zu schreiben, da ich auch Angst habe verurteilt zu werden. Auf der anderen Seite erhoffe ich mir nützliche Tipps oder Mütter denen es auch so geht! 

Ich bin 23 Jahre, mache noch meine Ausbildung und habe einen 21 Monate alten Sohn. Schon kurz nach der Geburt lief es nicht so, wie es sein sollte. Viel Streit mit meinem Partner, Streit mit dem Vermieter, Angst um Ausbildung etc... Es war so schlimm für mich, dass Mein Sohn erstmal zu meiner Mama gezogen ist. Ich war in einer ambulanten Therapie und es sollte besser werden! Wir sind im Dezember umgezogen und wollten dann in unserer neuen Wohnung einen "Neustart" der Kleine kennt mich ja auch als Mama, wir waren jeden Tag dort, auch wenn es manchmal nur kurz ging! Aber er hat nie den Bezug verloren, natürlich merke ich das meine Mama, also seine Oma, die Nr. 1 ist. Aber das kann ich ihm schlecht übel nehmen, schließlich ist er dort zum Größtenteil. 
Es geht mir schon besser, dachte ich, und wir wollten nach dem Umzug Anfangen, den Kleinen das ganze Wochenende bei uns zu haben. Das lief auch alles super bis heute...mein Freund ist heute den ganzen Tag arbeiten, aber ich habe es die letzten Wochenenden auch alleine geschafft! Aber nun hatten die Nachbarn gestern eine Party gehabt und der Kleine ist ständig wach geworden und hatte Angst. Mein Freund ist zwar runter gegangen und hat gebeten etwas leiser zu sein, aber die Nachbarn hatten kein Verständnis und waren zudem auch noch sauer. Also haben wir es einfach ausgehalten. Ich hab kaum ein Auge zu bekommen und bin soo schnell gereizt! Ich bin plötzlich wieder mit allem überfordert. Der Kleine spürt das und wird auch quengelig, was mich noch mehr reizt.... dann schreibt mein Freund mir, dass heute beide Nachbarn feiern... und ich bin noch schlechter drauf! 
der Kleine hört nicht auf ein normales Nein, und ich muss immer lauter werden! Dann macht er nur Kleinigkeiten die mich zur Weißglut treiben! Ich habe ihn vorhin so angeschriehen und aus der Küche gezerrt, weil er immer und immer wieder die Spülmaschinen an und aus macht. Er war ganz erschrocken, so kennt er mich nicht und er kennt es überhaupt nicht, es tut mir so leid! Als er mich anschaute hätte ich mich selbst Ohrfeigen können, ich wollte ihn nicht so anschreien! Aus Angst vor mir selbst hab ich meine Mutter angerufen, die dann auch noch meinte: sag doch das du überfordert bist! Ich hole ihn, aber so geht es ja nicht und ich will das Sorgerecht. 
Na danke, ich möchte ihn ja bei mir haben, nur habe ich Angst, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe! Ich habe auch gedacht es geht mit wieder gut! Ich hatte aber schon gestern zu meiner Mama gesagt, dass es dieses Wochenende glaub ich keine gute Idee ist, da ich ja merke, dass ich nicht ganz so gut drauf bin. Da kam dann nur: du schaffst das schon. 

ich habe einfach Angst noch mehr die Bindung zu verlieren und das er nur noch Oma will. Deswegen möchte ich ihn ja auch wieder mehr bei mir haben, aber jetzt ist all das, was ich in der Therapie erarbeiten habe "weg", zumindest fühlt es sich so an. Ich bin wieder wie ein Häufchen Elend und kann nur noch weinen. 

Achso zu meinem Partner noch, er ist selbst so mit der Arbeit eingespannt, das es für ihn gar nicht möglich ist, mich mehr zu unterstützen, da tut er schon das Beste was er kann! Hätte er kein Schichtdienst würde er auch die Nächte etc. Machen, aber wir sind auch auf seinen Job angewiesen, da ich noch die Ausbildung mache... 

Woah, das hast du sehr offen und ehrlich geschrieben. Dass dir das weh tut und du dir Vorwürfe machst, ist verständlich. Es hilft aber weder dir noch dem Kind. Deine Überforderung ist gar nicht so selten wie du glaubst, andere junge Mütter äußern das nur nicht so offen weil die Gesellschaft erwartet  dass Mamas glücklich, gut organisiert und erfüllt sind.
Du hast sehr reflektiert erkannt, dass es wie eine Spurale ist, der Kleine merkt, dass du gereizt bist und ist verunsichert. So verhält er sich und das macht dich noch gereizter. Deine Mama wird da keine dauerhafte Lösung sein. Sie ist zur Zeit die Nummer eins aber...... dein Sohn ist inzwischen auch ihre Nummer eins. Sie wird immer mehr Bindung empfinden und dementsprechend weniger loslassen, wenn du das nicht stoppst. Jeder weitere Hilferuf wird sie darin bestätigen, dass dein Kind besser bei ihr groß wird.

Hast du mal daran gedacht, dich an ein Mutter-Kind- Haus zu wenden. Dort könntest du lernen, wie du es mit Kind  schaffst . Du hättest Betreuer für die Ausbildungszeit und kleine Freiräume, ohne aus der Verantwortung genommen zu werden. Dort wärst du die erste Bezugsperson für dein Kind. Es wäre immer jemand da, der dich unterstützt, berät und anleitet. Das könnte dir helfen, bis du auf eigenen Beinen mit Kind stehst und deine Mama könnte wieder als Oma handeln.  Sie kann nur an erster Stelle stehen, wenn du es zulässt. Vielleicht ist es für dich auch eine Lösjng ihn dort groß werden zu lassen, dann darf und muss auch das offen ausgesprochen werden.
Ich wünsche euch einen guten Weg..... vor allem für den Kleinen 

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