Home / Forum / Meine Familie / Trotzphase oder mehr?

Trotzphase oder mehr?

30. Oktober 2012 um 8:35

Hallo ihr ieben,

ich habe mich hier registriert, weil eure Ansichten mir gefallen und es ein nettes Forum zu seien scheint.

Zu meinem (unserem) Problem: Unser Sohn (17 Monate) befindet sich derzeit in einer sehr merkwürdigen Phase, dies scheint die Trotzphase zu sein. Jedoch habe ich das Gefühl, dass es bei unserem Sohn besonders schlimm ist (obwohl das bestimmt viele von Ihren Kindern denken ).

In der Trotzphase ist er schon länger (1-2 Monate), damit konnten wir bisher gut umgehen. Aber seit letzter Woche ist es Nachts die Hölle. Es fing damit an, dass er um 23 Uhr abends wach wurde und aufstehen wollte und/oder Milch (Milch bekommt er nachts seit mehreren Monaten nicht mehr). Schnell wurde klar, dass er nichts hat und das er bockt. Leider schreit er sich dann in Rage und kreischt wie am Spieß. Dazu kommen noch laute "nein" von ihm sowie ab und zu "aua". Wahrscheinlich deswegen (das klingt echt als würden wir unser Kind misshandeln) klingelten die Nachbarn, machten uns Vorwürfe und drohten mit Jugendamt und Polizei. Das hat das ganze nicht besser gemacht.

Seit einer Woche ist das nun so, dass er mal 19 Uhr beim ins zu Bett gehen, mal 23 Uhr oder eben 4 Uhr einen Anfall bekommt.

Gestern abend war es richtig schlimm, 22 Uhr, schreite nach Milch. Ich habe nun hier im Forum öfter gelesen, dass es sehr wichtig ist, während dieser Phasen nicht einzuknicken, da es sich die Kinder merken. Jedenfalls schrie er sich in Rage. Ich war die ganze Zeit an seinem Bett, hatte ihn aufm Arm, bin durch die Wohnung gegangen, alles half nichts. Am Ende zitterte er richtig und wir entschieden ins Krankenhaus zu fahren, sicher ist sicher. Als wir ankamen machte er schon wieder Spaß. Aber auch dort zeigte er merkwürdige Bockattacken. Na ja Ärztin hat nichts gefunden. Also wieder ab nach Hause und ich habe dann an seinem bett gelegen und später hat er bei uns im Bett geschlafen (was eigentlich nur vorkommt wenn er doll krank ist).

Wir haben erst in 3 Wochen einen Termin bei einer psychologischen Familienberatung bekommen, aber ich fühle mich schon jetzt hilflos. Wir wissen überhaupt nicht wie wir damit umgehen sollen. Am Anfang haben wir nicht gut reagiert, hab immer wieder Fragen gestellt (die er natürlich alle bockig verneinte) und wir haben auch lauter gesagt dass nichts ist. Das war nicht richtig. Gestern saßen wir die ganze Zeit daneben und haben ruhig geredet, aber auch das half nix.

Wir haben nur Angst hier etwas falsch zu machen. Viele schreiben man muss in diesen Phasen konsquent mit viel Liebe sein. Die Liebe haben wir, aber die Konsequenz endet in sehr viel gekreische, was früher oder später auch wieder die Nachbarn hochtreiben wird, auch die Tagesmutter (die bei uns im Haus wohnt) möchte demnächst mit uns ein Gespräch. Ich merke dass wir leicht von unserer Erziehungsspur abdriften, weil wir dem Druck von außen nicht so gewachsen zu seien scheinen. Bei solchen Attacken nachts würde ich ihn normalerweise im Bett lassen und zureden. Wenn er sich nicht beruhigt für wenige Minuten rausgehen und wieder reingehen, ruhig reden usw. Das ganz bis er irgendwann schläft. Aber das kann ich nicht, da es gut und gerne mal 2-3h dauern würde.

Was meint ihr? War es bei euren auch sooo schlimm? Wie geht ihr mit dem Stress von Nachbarn und eurer Umwelt um? Sollten wir das ganze noch mal eine Woche beobachten und zurück auf unsere Spur kommen, oder lieber gleich einen Termin beim Jugendamt (Erziehungsberatung) machen?

Mehr lesen

31. Oktober 2012 um 19:37

Konsequenz?
Ich finde "Konsequenz" in der Erziehung immer so eine Sache, die wenn man nicht aufpasst ganz schnell in eine Sackgasse führen kann. Konsequent im Sinne von "nicht von meinem Standpunkt abrücken" wäre ich, wenns darum geht, dass das Kind auf die Straße/Bahnschienen rennen will oder mit dem Herd spielen will, soll heißen in Situationen, in denen man einfach nicht diskutieren kann oder Kompromisse schließen kann, weil es sonst zu gefährlich ist.

Bei euch ging/geht es ums nicht Schlafen können bzw nachts ne Milch haben wollen. Wenn meine Tochter nachts mal ne Milch haben will bekommt sie die und gut ist. Wenn ich nachts mal aus irgendeinem Grund irgendwas trinken möchte nehme ich mir das und fertig. Warum sollte ich das meiner Tochter vorenthalten wenn ich den Wunsch doch erfüllen kann und sie dann darauf hin weiter schläft? (Falls jetzt jemand kommt von wegen schlecht für die Zähne uws: ich glaube da gibts bei weitem schlimmeres für die Beisserchen...)

Versuche mal herauszufinden, warum dein Sohn nachts/beim ins Bett bringen einen Anfall bekommt. Und wenns wirklich nur um ne Milch geht: Warum soll er die nicht bekommen?
Vielleicht braucht er auch einfach ein wenig Nähe, du könntest versuchen, ihn mit zu euch ins Bett zu nehmen oder falls du das nicht magst eine Matratze ins Kinderzimmer legen und euch da drauf kuscheln. Versuche einfach, deinem Sohn, der aus irgendwelchen Gründen nicht Schlafen kann, ein wenig entgegenzukommen. Stell dir vor, du kannst nicht schlafen und wälzt dich ruhelos in deinem Bett rum. Da tut es doch gut, wenn man mal in den Arm genommen wird und jemandem zum Ankuscheln hat.

Eventuell kannst du auch versuchen, ihn später ins Bett zu bringen. Vielleicht ist er nicht müde genug, der Schlafbedarf nimmt ja immer weiter ab. Ich glaube allerdings eher, dass es eine "Ich brauch Mama/Papa gerade mehr als sonst"-Phase ist. Und die wird auch wieder vorbei gehen. Und wenn ihr eurem Sohn da ein wenig entgegen kommt habt ihr alle mehr davon als sinnlose Kämpfe auszufechten bei denen eigentlich alle verlieren.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram