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Trennung/Scheidung - ja, nein... hin- u. hergerissen

3. Juli 2005 um 13:56


Hallo Zusammen,

mein Mann und ich sind hin- und hergerissen, wie wir mit unserer Ehe weiter umgehen sollen.

Ich versuche mal, in Kurzform die Situation zu beschreiben.

Wir (ich 29, er 35) sind seit 10 Jahren zusammen, davon 4 Jahre verheiratet.

Schon seit einiger Zeit kriselt es bei uns. Wir hatten mit meinen Schwiegereltern ziemliche Probleme, die sich auch irgendwie heftig auf unsere Beziehung ausgewirkt haben (Geschichte ist zu lang, um sie jetzt hier zu beschreiben).

Jedenfalls haben wir nun so gut wie keinen Kontakt mehr zu Ihnen; mein Mann ist seit Anfang des Jahres arbeitslos.

Im Februar 2004 habe ich mich wahnsinnig in einen Arbeitskollegen verliebt, mit dem ich auch eine Zeitlang "was hatte" (kein Sex). Trotz noch stark vorhandener Gefühle füreinander haben wir uns dann im August 04 aufgrund der ganzen Umstände (er hat Familie, ich verheiratet) getrennt. Ich wollte versuchen, die Gefühle für meinen Mann wiederzufinden. Das ist mir leider bisher nicht gelungen, weil ich noch immer viel zu sehr für meinen Kollegen empfinde, auch wenn dies hoffnungslos ist...

Zwischen meinem Mann und mir schwankt es schon seit langer Zeit zwischen schönen und traurigen Momenten. Wir streiten oft (haben wir eigentlich schon immer), aber es ist "anders" geworden. Es geht manchmal oft "unter die Gürtellinie" und Freunde sagen schon, es wäre furchtbar, wie wir manchmal miteinander umgehen. Und im nächsten Moment können wir wieder super gemeinsam lachen, reden und uns toll verstehen - es ist ganz seltsam...

Kinder haben wir Gott sei Dank noch keine, allerdings vor 2 Jahren ein Haus mit großem Grundstück gekauft, an dem wir beide sehr hängen.

Im Januar hab ich meinem Mann von der Liebe zu meinem Kollegen erzählt, weil ich endlich ehrlich sein wollte. Er war sehr verletzt, sagte aber, aufgrund meines Verhaltens hätte er sich sowas schon gedacht. Wir waren uns aber dann einig, um unsere Ehe zu kämpfen - wg. dem Haus und auch wg. uns, denn 10 Jahre wirft man ja nicht so einfach weg... Eine Zeitlang gings gut, dann kam wieder der "Einbruch"...

Mittlerweile sind wir soweit, dass wir schon ab und an offen über Trennung reden...

Als Krönung von der ganzen Geschichte hat er mir nun vor ein paar Tagen eröffnet, dass er sich vor etwa 2 Monaten in unsere beste Freundin verliebt hat - er kennt sie seit 10 Jahren; sie ist seit der Kindergartenzeit meine beste Freundin. Hat Familie. Irgendwie wird alles immer komplizierter. Mein Mann hat ihr noch nicht von seinen Gefühlen erzählt, überlegt aber, ob er es tun soll. Zögert, weil er Angst hat, alle Freundschaften und ihre Familie kaputt zu machen.
Ich merke nun, dass ich doch noch ein wenig eifersüchtig bin und weiß auch jetzt, wie weh meinem Mann damals die Sache mit meinem Kollegen getan haben muss - dabei hat er ja gar nix mit unserer Freundin, aber es "piekt" schon ganz schön...

Bevor wir vor 10 Jahren "endgültig" zusammengekommen sind (ich war damals 17, er ist mein erster und einziger richtiger Freund), waren wir schonmal kurz zusammen und mein Mann hat damals 2 x mit mir Schluss gemacht. Einmal waren wir etwa 5 Monate zusammen, danach nochmal 2, dann war Funkstille, bis er ein halbes Jahr später "zurückkam". Seitdem sind wir zusammen.

1997 sind wir zusammengezogen. In der Zeit, die wir nun zusammen wohnen, waren wir 2 x kurz vor dem Aus, dass jeder schon in der Zeitung nach einer eigenen Wohnung schaute. Aber beide Male haben wir uns wieder zusammengerafft.

Manchmal frag ich mich, ob das damals "Vorzeichen" waren?

Jedenfalls ist die Situation jetzt ganz seltsam.
Er hat sich in unsere Freundin verliebt, ich komme gefühlsmäßig noch nicht von meinem Kollegen weg.
Gleichzeitig macht uns aber der Gedanke Angst, uns gegenseitig und auch das Haus zu verlieren. Wir haben uns die letzten Tage, seit alles "immer ernster" wird, oft im Arm und weinen (zumindest ich) und sind einfach ratlos, was tun...

Haben überlegt, mal irgendwie Distanz reinzukriegen. Z.B., dass wir mal getrennt voneinander Urlaub machen - ich 2 Wochen; wenn ich wiederkomme, er... Damit jeder Mal wirklich Zeit für sich hat, sich Gedanken zu machen und zu schauen, ob ihm der andere fehlt oder wie es einem geht....
Nur - wie sollen wir das finanzieren???

Diese Möglichkeit scheidet also schon fast aus. Einer Freundin möchte ich nicht zur Last fallen, indem ich mich dort 2 oder 3 Wochen einquartiere...

Andere Möglichkeit: Wir machen weiter wie bisher und warten / hoffen drauf, dass es mal wieder besser wird. Sind uns allerdings einig, dass diese Möglichkeit eine schlechte ist und haben sie schon abgehakt.

Dritte Möglichkeit: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"... Trennung.
Aber das ist dann endgültig - das Haus ist weg, was ist mit den Freunden? Wir haben uns dann wirklich ganz verloren...

Was wir halt sagen, ist, dass man sich besser trennen sollte, solange man noch vernünftig miteinander umgehen bzw. reden kann, als dass nachher nur noch schmutzige Wäsche gewaschen wird. Vielleicht hat dann auch der Freundeskreis mehr "Verständnis" und es geht nicht alles kaputt...
Vielleicht hätten wir dann auch die Möglichkeit, weiterhin Freunde zu bleiben...

Denn ich empfinde es mittlerweile mehr als gute Freundschaft denn als Liebesbeziehung; ich glaube, mein Mann sieht es ähnlich. Zu einem Freund hat er gesagt, wir wären eine gut funktionierende Wohngemeinschaft und hat mich schonmal als "Mitbewohnerin" bezeichnet.
Auf der anderen Seite haben wir uns doch irgendwo auch beide noch sehr lieb...
Nur - "lieb haben" und "lieben" sind ja doch zwei verschiedene Dinge...
Und ich will ihn nicht im Stich lassen - wg. seiner Arbeitslosigkeit, er hat im Prinzip "keine Familie mehr" wg. dem Kontaktabbruch...

Ich - besser gesagt, wir - sind absolut ratlos, was wir tun sollen...

Besser endgültig trennen, damit jeder für sich allein von vorn beginnen kann?
Oder lohnt es sich noch, zu kämpfen??

Aber wenn beide für jemand anderen empfinden (auch, wenns "hoffnungslos" ist) ist es doch eher unwahrscheinlich, den Knacks überhaupt nochmal zu kitten, oder?

Ich wäre sehr dankbar für ein paar Ratschläge, Denkanstöße oder vielleicht auch eigene Erfahrungsberichte...

Weiß nur, dass es so nicht mehr weitergeht - es macht uns beide kaputt und wir wollen beide endlich mal wieder richtig glücklich sein...

Wahrscheinlich hört sich das alles ein bischen durcheinander an, aber ich wusste nicht, wie bzw. wo ich anfangen sollte...

Schonmal Danke für Eure Hilfe!

Lg
Sha

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3. Juli 2005 um 15:26

Schönes Chaos
...bei euch!

Ihr habt ja gedanklich schon einige Möglichkeiten, wenn nicht sogar alle, "durchgespielt", die Situation zu klären und einen Weg zu finden. In solch einer Situation zu raten ist schwierig, eigentlich unmöglich. An jedem Weg ist etwas, was euch nicht passt oder natürlich weh tut, aber klar ist doch, dass es nirgendwo geradeaus und ohne Schrammen geht!
Deshalb müsst ihr euch einfach entscheiden für einen der möglichen Wege, den ihe beide dann gehen könnt mit Kompromissen.
Das Haus verkaufen wäre eine schmerzvolle aber sinnvolle Idee, denn das ist es offensichtlich, was euch noch wirklich bindet (einfacher gesagt, als getan, weiß ich aus eigener Erfahrung!). Aber ihr würdet beide zu gleichen Teilen etwas aufgeben und hättet einen Ausgangspunkt für alles weitere, jeder für sich (neue eigene Wohnung, die "gewisse" Freiheit,
a u c h gemeinsam etwas zu machen oder eben nicht, neue Wege mit neuen Partnern oder eben nicht...).
Und so gäbe es einfach Klarheit, die jeder von euch wohl braucht!

Die Entscheidung kann euch keiner abnehmen; denke,das wisst ihr auch. Also reden ,reden, reden und dann...ab in die zukunft!
Alles Liebe
Papillon

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3. Juli 2005 um 17:31

Die Trennung fällt mir schwer
Hallo ihr, die diesen Beitrag lesen
Ich muß nochmal schreiben, denn ich bin mit den Nerven restlos am Ende.Mein Nochehemann tut mir sehr viel Leid zufügen.Ich stehe hier allein auf weiter Flur und habe niemanden mit dem ich reden kann.Er provoziert mich und bringt eine schreckliche Arroganz an den Tag. Ihr müßt wissen er hat schon wieder eine neue Freundin und ich bleibe auf der Strecke, weil ich zur Zeit nicht in der Lage sein kann eine neue Partnerschaft einzugehen.Freunde und Familie sind weit weg von mir.Er versucht mit allen Mittel mich irgendwie klein zu kriegen.Wir hatten gemeinsame Vereinbarungen aufgestellt,wohnen derzeit leider noch zusammen) die er aber ignoriert.Er sagt das wären meine Vereinbarungen, die ich aufgestellt hätte.Blos irgendwie muß man doch einen sauberen Mittelweg finden, solange unser Mietvertrag läuft.Ich bin ihm jedes mal entgegen gekommen und was macht er?Jedes mal,wenn er von seiner Freundin kommt, hat er Plessuren am Körper.Er merkt aber nicht, daß er mir damit sehr weh tut.Kann er denn nicht mal Rücksicht auf mich nehmen.Er weiß das er mir sehr weh tut.Er ist darauf noch stolz und sagt es wäre sein Leben.Ich weiß nicht wie lange ich dieses Spiel noch aushalte.

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3. Juli 2005 um 22:08

Ach Shahni....
das ist alles sooo traurig.
Nein, es hört sich nicht durcheinander an, was Du schreibst. Aber ich finde, es klingt, als hättet Ihr Euch schon getrennt. Ihr wollt es nur nicht wahrhaben, weil es so weh tut, das aufzugeben, was Euch verbindet. Es schmerz, die gemeinsame Vergangenheit in Kisten zu packen um sie in den Keller zu tragen und es schmerzt, sich vom Traum der gemeinsamen Zukunft zu verabschieden. Wenn Ihr die Wahl hättet, würdet Ihr beide diese gemeinsame Zukunft noch wollen, aber es geht nicht, weil sich die Gefühle geändert haben. Das einzig Gute daran ist, dass sie sich bei Euch beiden geändert haben. Euch beiden ist klar, dass Ihr schon bald nicht mehr zusammen sein werdet, aber Ihr habt Euch lieb genug, um darüber gemeinsam traurig zu sein. Ihr verletzt einander nicht und versucht gemeinsam einen Weg zu finden.
Es wäre vielleicht am besten, das Haus zu verkaufen. Nach dem, was Du schreibst, kann es einer alleine nicht finanzieren. Und wenn doch einer von Euch dort wohnen bleibt (aber wer ?), hat der noch alle Erinnerungen um sich. Es wäre vielleicht besser, wenn Ihr beide neu anfangt.
Ich wünsche Dir alles Gute.

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7. Juli 2005 um 16:26

Tja
so tief im Sumpf waren wir auch. Aber wir haben angefangen an uns zu arbeiten -erst jeder für sich- und dann gemeinsam und jetzt ist unser gemeinsamer Baum der Liebe schon ganz schön gewachsen. Er ist zwar noch nicht so groß wie der den wir vorher hatten aber der Stamm ist kräftiger weil dieser aus Liebe und nicht nur aus Verliebtsein besteht. Ihr müßt nur wollen und erkennen das nicht der andere einem weh tut sondern nur man sich selber verletzt.
Es geht -glaube mir- mit viel Verständnis, Liebe und Geduld und Wollen.
Wenn Ihr nicht BEIDE wollt ist trennung wahrscheinlich die bessere Lösung , wobei ich Euch versprechen kann das die nächste Beziehung noch kürzer wird.

Gruß Hartmut

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3. August 2006 um 14:25

Schmunzel
Liebe Sha,
ich habe mir Deine Zeilen sehr genau durchgelesen und das schmunzeln ist kein NICHT-ERNST-NEHMEN sondern eher, ich stecke genau in der gleichen Situation und wir sind an dem Punkt "EINE TOLLE WG!!!" - wir können nicht mit und auch nicht ohne einander! Jeder hat sein Zimmer - jeder lebt irgendwie sein Leben - wir sind seid 15 Jahren verheiratet - haben eine schöne große Wohnung mit viel Mühle und Kraft eingerichtet. Auch ich habe mich mal flüchtig verliebt - man verhält sich dann anders - kann aber 15 Jahre nicht einfach so ausradieren und letztendlich kenne ich meinen Mann schon seid 20 Jahren und dies bedeutet man kennt jede Bewegung und Reaktion, Vorlieben, Schwächen, Macken usw.
Er hat mir gerade vor 2 Tagen gesagt: kein Mensch kennt mich so gut wie Du! Und kann so damit umgehen. Es ist zwar keine echte Liebe mehr da (Witt hat mal gesungen:"...und sie quälten sich im Liebesschmerz, nichts mehr da, nicht mal das Herz" trotzdem gibt es so viele Gemeinsamkeiten.
Manchmal weiß ich auch nicht mehr weiter ... wie soll das gehen - nüchtern betrachtet ist so eine WG sehr vorteilhaft, man teilt sich die Miete usw. und kommt dadurch gut zurecht - und wenn man sich wie ein vernunftbegabtes Wesen verhält - müßte es eigendlich rein theoretisch funktionieren. Du schreibst Du bist einversüchtig auf Deine beste Freundin - ich denke mal bei Dir ist noch ein wenig mehr echte Liebe vorhanden als bei mit. Ich fühle momentan nichts - wie leergefegt und ausgebrannt. Kann mich trotzdem anlehnen - nur nicht mehr heulen - das ist auch weg!
Dieser "Knacks" wie Du so schön sagst der ist da und der geht auch nicht wieder weg!
Bleib also ruhig und versuche innerlich Abstand zu gewinnen, ich bin gerade dabei. War voriges Wochenende bei meiner Schwester, fahre nächstes Wochenende zu Freunden an die Ostsee und versuche einfach mich selber zu finden.
Liebe Scha ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und solltest Du Lust haben würde ich mich über ein paar Zeilen freuen!

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28. März 2016 um 3:23

Hallo
eben habe deinebeschreibune zu deiner ehe Duch gelesen..... und dann habe ich gesehen das dieser Text Ja Jahre her ist.

Ich Persöhnlich Befunde mich in einer ahnlichr Situation wie du.als du das schriebst mich würde sehr interessieren was daraus geworden ist.

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28. März 2016 um 3:57
In Antwort auf klava_12875577

Ach Shahni....
das ist alles sooo traurig.
Nein, es hört sich nicht durcheinander an, was Du schreibst. Aber ich finde, es klingt, als hättet Ihr Euch schon getrennt. Ihr wollt es nur nicht wahrhaben, weil es so weh tut, das aufzugeben, was Euch verbindet. Es schmerz, die gemeinsame Vergangenheit in Kisten zu packen um sie in den Keller zu tragen und es schmerzt, sich vom Traum der gemeinsamen Zukunft zu verabschieden. Wenn Ihr die Wahl hättet, würdet Ihr beide diese gemeinsame Zukunft noch wollen, aber es geht nicht, weil sich die Gefühle geändert haben. Das einzig Gute daran ist, dass sie sich bei Euch beiden geändert haben. Euch beiden ist klar, dass Ihr schon bald nicht mehr zusammen sein werdet, aber Ihr habt Euch lieb genug, um darüber gemeinsam traurig zu sein. Ihr verletzt einander nicht und versucht gemeinsam einen Weg zu finden.
Es wäre vielleicht am besten, das Haus zu verkaufen. Nach dem, was Du schreibst, kann es einer alleine nicht finanzieren. Und wenn doch einer von Euch dort wohnen bleibt (aber wer ?), hat der noch alle Erinnerungen um sich. Es wäre vielleicht besser, wenn Ihr beide neu anfangt.
Ich wünsche Dir alles Gute.

Das trift denn nagel auf den Kopf
Beim lesen deiner Antwort empfand ich Tiefen Schmerz. meine Situation ist ziemlich ähnlich nur noch viel verworener und (unschöner).
ich habe große Angst mir vor zu stellen was du zu meiner Situation sagen würdest
.

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