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Trennung der Eltern

26. August 2012 um 16:37

Hallo zusammen,

(Achtung, langer Text...!!)


meine Eltern (m52, w50) werden sich trennen bzw. mein Vater ausziehen weil er seit knapp einem Jahr eine Neue hat (35J). Er wird diese Woche noch bei meiner Mutter im Haus wohnen bleiben und sich dann eine Wohnung nehmen. Mein Bruder und ich (er 24, ich 23, männlich) wohnen beide nicht mehr bei den Eltern sondern studieren in anderen Städten (130 km entfernt).
An sich lief hier wirklich alles prima, oder das war zumindest mein Eindruck, aber gut, wenn man soweit weg ist kriegt man wohl nicht alles mit und jetzt ist der Zug abgefahren, wie man so blöd sagt.
Für meinen Bruder und mich ist das natürlich ein großer Schock aber wir sind alt und reif genug um damit klar zu kommen und das verarbeiten zu können (das kann ich zmd von mir behaupten, er ist zu introvertiert...).

Das EIGENTLICHE Problem ist, dass meine Mutter damit vollkommen überrascht wurde. Von jetzt auf Gleich. Und sie ist tottraurig und verzweifelt, will kämpfen um die Ehe aber mein Vater möchte das nicht und lässt sie auch nicht kämpfen. Seine Entscheidung steht. Jetzt ist es aber so, dass meine Mutter eine sehr starke Seh- und Hörschwäche hat, d.h. sie kann im dunkeln nichts sehen (trotz Brille, Nachtblindheit heißt das) und hört durch die (schon sehr starken 120db) Hörgeräte kaum etwas. Man kann z.b. das Wohnzimmer betreten während sie ein Buch liest und sie kriegt es einfach nicht mit (obwohl man z.b. ganz normal die Tür öffnet). Oder wenn meine Mutter weiß, dass jemand in einem Raum ist und diesen betritt brauch sie erst ein paar Sekunden um den Raum vollends "erspäht" zu haben um dann zu wissen wo die Person steht.
Mit meinem Vater an der Seite war das alles halb so wild, weil er sich halt um sie gekümmert hat. Aber wenn er nun auszieht weiß ich einfach, dass sie nicht in der Lage ist das große Haus hier alleine zu managen geschweige denn alleine (groß) einkaufen gehen zu können (sie übersieht halt teilweise die anderen Menschen zwischen den Regalen im Supermarkt etc).
Langfristig gesehen wird auch meine Mutter das Haus hier räumen (müssen) weil es einfach zu groß ist und ja auch viel zu viele Gedanken daran verknüpft sind. Ergo wird sie später in einer Wohnung leben (was ja an sich auch kein Problem ist), nur KANN sie das alleine halt einfach alles nicht mehr.
Und ich wäre ja auch sehr gerne für meine Mutter da aber ich bin 23, lebe weit weg und kann nicht jede Woche zu Hause sein. Davon mal abgesehen, dass ich auch noch mein Leben leben möchte/muss.

Diese "Randsituation" macht die Trennung halt noch beschissener und meine einzige Sorge gilt halt echt meiner Mutter. Wie das ganze weitergehen soll, wie sie schlicht "leben" kann. Ob es überhaupt auch für sie möglich ist einen neuen Partner zu finden usw usw.... Ich mein, klar, das meiste ergibt sich mit der Zeit, aber ... kein Plan.... weiß auch nicht was ich noch alles denken soll. Irgendwie habe ich gerade eine große Wut auf meinen Vater, andererseits ist das seine Sache und ich muss das akzeptieren.
Kein Plan wie ich jetzt am besten helfen kann. Ist ja auch dämlich einfach hier zu sitzen und Däumchen zu drehen... -.-

Grüße

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27. August 2012 um 0:39

Es gibt...
...z. B. das "Betreute Wohnen" in unterschiedlichen Varianten. Man könnte es "wohnen mit erweitertem Service" nennen. Deine Mutter hätte dort ganz normal eine eigene Wohnung mit allem drum und dran und würde eigenständig leben. Wenn sie allerdings in irgend einer Form Hilfe braucht wäre die vor Ort. Medizinisch, handwerklich ode einfach Hilfe bei alltäglichen Dingen wie Einkaufen, etc.

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