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Töchter meines Freundes - es ist fast nicht auszuhalten

26. Mai 2015 um 19:45

Hallo,
ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich einließ, als ich mit einem Mann zusammenzog, der zwei Töchter hat. Sie sind 9 und 12 und kommen alle zwei Wochen von Fr bis Montag früh zu uns. Ansonsten wohnen sie bei der mir unbekannten Mama. Eine Frau, die - es sei ihr wohl vergönnt - bei der Scheidung ordentlich abgesahnt hat und das alleinige Sorgerecht besitzt. Sie hat das Recht dazu gehabt und ich neide es ihr nicht. Nur, sie wollte es so. Und jetzt bin halt ich da, die beiden sind lang getrennt und ich möchte einfach fair mit meinem Partner ein eigenes Leben leben. Da sollen alle ihre alteingesessenen Rechte haben, aber halt innerhalb ihrer Rolle. Ich bin 43, geschieden auf eigenen Wunsch nach 13 Jahren Ehe, seh nicht so schlecht aus, hab meinen Beruf, Freunde, geh gern aus und bin recht selbstständig. Ich habe auch ein Haus dzt. vermietet und bin nicht abhängig von meinem Freund. Und dennoch fühle ich mich oft als Second Hand, Versagerin und letzte Wahl... Mein Freund ist als "Zwischenpuffer" zwischen seinen geliebten Kindern und mir echt überfordert. Sind sie nicht da, haben wir den Himmel auf Erden. Wenn sie da sind, tun sie alles, damit es ihm gut geht - er sagt dann auch kaum etwas aus Furcht sie zu verlieren - und mir schlecht.

Mein Problem ist, dass ich seit dem ersten Jahr von den Kindern subversiv - das heißt mit allen Mitteln, die nicht gleich auffallen - abgelehnt werde. Und dass ich nun an einem Punkt angelangt bin, wo sich einfach was ändern muss! Ich kann einfach nicht mehr!

Nun, was stört mich eigentlich? Generell fängt es meist so an: Sie tun genervt, arrogant, wichtigtuerisch, launisch und abfällig. Sie reden extralaut über eigene Erfahrungen und tun so, als ob sie alles wüssten. Ihr Vater ist dann froh, dass sie überhaupt was sagen, und korrigiert nichtmal den gröbsten Blödsinn.

Was mich betrifft gibt es oft auch nur - nebst absolut unhöflichem, mauligen Verhalten (normal bei Teenagern?) kaum etwas, was ich direkt ansprechen kann.

Zudem sehe ich es nicht an mir, sie zu kritisieren. Ich lege es nicht drauf an, erzieherisch zu sein - das ist des Vaters Aufgabe und das sieht er auch so. Nur tut er sich schwer damit. Ich komme mir dann oft fast verrückt mit meinen Gefühlen vor. Mir stösst es die Galle hoch, wenn sie sich unmöglich benehmen und es ihnen durchgeht. Es wird ihnen bei uns - von Herzen! - gutwillig seit über einem Jahr alles zum a.... getragen. Meine Fragen die ich dann oft leise bei mir während ihres Aufenthaltes entwickle: Ist es normal, dass die Große ständig stöhnt und seufzt wenn Essen aufgetragen wird und den Kopf auf den Tisch lehnt? Ist es normal, dass ständig entsetzt "wo soll ich sitzen" gegen mich gespielt wird wo immer wir hinkommen? Dass eine Zwölfjährige sprichwörtlich überall, wo es schön für Paare wäre, beginnt, Papas Rockzipfel zu packen (echt!) und drauf besteht, mit ihm händchenhaltend am Traumstrand / in der Innenstadt / auf der Promenade / etc. zu laufen wo sonst Paare gehen - und ich trab hintendrein und ernte von ihr abschätzige Blicke? Und sie hält ihm einfach laufend offen die Hand hin und klammert mit triumphierenden Blicken auf mich. Und wenn ich mich dann weigere, "Ringelreihen" mitzuspielen, sprich fünf Minuten mit ihr, fünf Minuten mit mir, dann werde ich von ihm für den REst des Weges ignoriert? Ich kann das einfach nicht, da würgt es mich richtig, ich bin doch nicht die Zweitfrau neben einem Kind!!!

Muss ich es akzeptieren, dass mir die Kleine am Ende eines Kurztripps beim Check in am Flughafen mit den Worten "gibts da einen Mist" einen abgebissenen Keks (vom Nobelkonditor von mir geschenkt) und ein schmutziges Taschentuch bösartig grinsend in die Hand drückt? (Nein, es war definitiv nicht unschuldig oder unbedacht, es war Absicht um mir zu zeigen, wo mein Platz ist.) Und das nach drei Tagen wunderbarer Ausflüge, Verwöhnerei und viel Zurücksteckerei von mir? Und als ich dann einfach mal meine Meinung dazu sagte (und ihn davon abhielt, die Kleine unproduktiv am Flughafen anzuschreien) wurde ich von ihm den ganzen Flug über wie von ihm eiskalt ignoriert?

Was stört mich? Womit kann ich nicht umgehen? Alles einzeln geht gut, ich komm damit zurecht, ich bleibe ruhig, erwachsen, gelassen, aber wenn tagelang geblockt und absichtlich bösartig agiert wird, verliere ich einfach die Stimmung. Ich KANN humorig sein, versuchen die Laune zu halten, Spässe machen, fröhlich sein und auf sie eingehen. Sie sind eigentlich entzückende Mädels! Aber nach und nach bröckeln dann meine Nerven - und ab dem Moment wo es mir schlecht geht, werden sie umso netter zu Papa und triumphierend fröhlich.

Es geht auch oft um Millionen kleine Dinge die weh tun. Ein REstaurantbesuch mit mir (sie schwärmen danach nur beim papa ohne dass ich es höre, obwohl es meine Geburtstagseinladung an ihn war, sie waren eben da und somit machte ich vermeintlich allen eine Freude) wird mit der Mama wiederholt. Mir wird nicht gesagt, dass es toll war. Mir wird gesagt "da waren wir jetzt mit der Mama".

Was bedeutet unterschwellig? Laufendes boykottieren und "Platz zuweisen". Da werden schon einmal Zahnbürsten von Papa und seinen Schätzen auf ein Eck im Waschbecken und meine ins andere Eck hingelegt. Die neue elektrische Zahnbürste, die am ersten Wochenende total freudig angenommen wurde, wird nun abgelehnt. Mama scheint sich daran gestört zu haben, dass nach angemessener Putzzeit ein Smiley lockt. Die Kinder bekamen seither immer bunte Comiczahnbürsten (Qualität scheint wurscht zu sein, ebenso wie gesunde Ernährung...) mit. Vorm Heimfahren zur 1000 Mal vor mir zitierten Mama wird noch schnell überall etwas hingelegt, mit Vorliebe wo ich dekoriert habe ein Spielzeug, andere Blumensamen (letztes Jahr Vergissmeinnicht) im Beet, etc. Im Gang "muss" ein Kinderhut mit Feder und ein hässlicher Plastikschuhlöffel hängen (beides fällt mir immer beim Putzen xmal runter), damit zweimal im Monat damit "gekämpft" werden kann. sonst gibts entsetztes Drama. Schluchz, Heul, Papa muss immer an uns denken. Die Zimmer müssen so bleiben wie sie vor vier Jahren bei der Trennung waren. Aufräumen ist dann dort ein Fremdwort. Das macht Papa. Er putzt laufend hinter ihnen her und sie holen sich ncihtmal selber ein Eis. Geschweige denn helfen ohne Aufforderung in der Küche. Ich habe bei den Großeltern mit Staunen erkannt, wie gut und nett sie sich bei Tisch benehmen können, wenn dort Leute sitzen, die ihnen etwas bedeuten. Umso schlimmer war es dann für mich.

Während man mich im Bestfall ignoriert bei meinen "Dienstleistungen", wird beim Papa - wohlweislich immer dann wenn ich nicht dabei bin - betont wie toll es bei IHM ist. Sie genießen Kurzausflüge, die ich organisiere,essen was ich stundenlang gekocht habe (und zwar ohne mir etwas davon überzulassen falls der Vater nicht eingreift, da wird dann einfach die Platte genommen und mit bösen Blicken hineingeschaufelt), etc. Wenn ich wage, mir vorher eine Portion abzuzweigen, wird dann nichts davon angerührt und ich mit abfälligen Blicken bedacht. Ich bekomme nur starre Blicke, oder wenn der Vater ab und an doch etwas sagt ein absolut übertriebenes, fast bösartiges "dankeschön" mit gestelltem Grinsen und abfälliger Handbewegung. Der Vater bekommt vieles davon nicht mit, Abfälliges und Subversives wird geschickt untergebracht. Die Tochter macht so lange auf armes Opfer, schlechtes Gewissen und Trauer (unser Hund, damals als die Mama noch hier war, kannst du dich erinnern - zum 1000mal, und wenn gar nichts mehr hilft irgendein Wehwehchen dass zum Drama stilisiert wird ...) bis er weich wird und wir dann bei Ausflügen hinter ihm und ihr wie sie händchenhaltend sparzierengehen hinterherlaufen können. Die zweite Tochter benachteiligt er gern ein wenig. Die reagiert dann mit noch mehr Bauchiweh.

Eine Sache hat mich total fertig gemacht: Im ersten Urlaub war es ein Drama, von mir und dem Vater ein Foto machen zu sollen - ein Heulkrampf und Vorwürfe an mich, das sei schwierig und ich hätte daran denken sollen, waren die Folge. Ich hatte nur gebeten "macht doch auch eins von uns". Was für ein Verbrechen. Der Urlaub war überhaupt der Horror. Wir mussten das hässlichere Zimmer nehmen weil die Kleine sonst Terror gemacht hätte. Da war keine Beleuchtung und ich fiel - es war ein Geräusch unheimlich und wir machten uns über die Kinder im Nebenraum Sorgen weil ebenerdig, über die geländerlose Treppe mit Kopf und Arm auf einen harten alten Marmorfußboden. Anstatt mich zu schnappen und mir ärztliche Versorgung zukommen zu lassen - ich stand unter Schock und bestand leider selber nicht drauf - wurde erstmal gemütlich geschlafen und am nächsten Tag das Frühstück gemacht. Es war die kommenden Tage wichtiger, was die Mädels essen und dass man Spaß am Strand hatte, als dass ich mir täglich x Schmerztabletten einwarf. Zu Hause schickte mich die Ärztin total besorgt sofort zum Röntgen und es war dann gott sei Dank "nur" eine schwere Prellung. 6 Wochen Schmerz bei jeder Bewegung waren die Folge. Dass ich da laufend arbeiten ging, auto fuhr und mitspielen sollte, war klar.

Der Vater ist recht großzügig. Jedes Mal, wenn ich mich z.B. im Urlaub abends ein wenig schick gemacht hatte und wir ausgingen, spielte eines der Kinder "krank". Bauchiweh, das und das mag ich nicht, mama, etc. Wir waren sogar einmal mitten in der Nacht in der Intensivstation - die Ärzte haben uns ausgelacht und nach einer Stunde Untersuchungen (ich hatte Angst es wäre Blinddarm, nachdem sehr überzeugend Bauchweh vorgetäuscht wurde) meinten sie, es wären maximal Blähungen.

und so könnte ich noch tausende Stories schreiben, sorry, ich weiß es ist lang, aber ich kann grad nicht aufhören.

Mein Problem sind nicht die vielen einzelnen Vorfälle. Keine Fotos? OK, machen wir selfies. Kein Ausgehen? OK, Pizza und Spaghetti oder "Broti und Safti" (O-Ton 12jährige ihrem Vater gegenüber)... Zimmer sollen so bleiben wie sie sind? Kein Thema, mir wurscht, ich hab mein Haus und die restlichen Räume und richte ihre lieb für ihr Wiederkommen her damit sie checken, dass ich einfach nur möchte, dass wir uns alle auch in dieser Konstellation irgendwie miteinander wohlfühlen. Sie mögen meine Restaurantvorschläge? Kann man ja auch gut finden ....

Was ich nicht weiß, was ich tun soll, ist wie ich mit dem mittlerweise hypermiesen Gefühl umgehen soll, nicht die (zeitlich gesehen ist es in dieser Familie ja so), sondern DAS UNGESCHÄTZTE LETZTE zu sein.

Wenn die Kids da sind, gehen wir nicht mal fünf Minuten allein spazieren. Letztlich war ein großes Firmenevent wo man mit Begleitung eingeladen war. Ich musste hin. Aufgrund unserer Situation war ich schon bei zu vielen Events nicht und facewashing war angesagt. Mein Freund "vergaß" den Babysitter zu organisieren. Ich ging dann mit einem Kollegen. Und nun kommts: Auch das war weder den Kindern (die mich offen bewunderten und ihnen rutschten sogar Komplimente zu meinem Outfit raus) noch ihm recht. Die Kinder fragten den ganzen Abend nach mir, warum, wieso warum ich nicht dabliebe, ob das sein müsse, etc. Natürlich war mein Freund dann geknickt. Er entschuldigte sich fürs nicht Mitgehen (die vielen Male,, wo ich nichts gesagt hatte waren ihm ja entgangen).

Was soll ich nur tun, um das alles - für alle - einwenig erträglicher zu gestalten? Ich kann bald nicht mehr. Ich bkeomme Lust, alles hinzuhauen. ich bin doch auch etwas wert und ein freier Mensch und wenn ich nun schon geschieden bin und keine eigenen Kinder haben werde.

Romantische Urlaube in Paris, Venedig, Griechland's Stränden? Irrtum - hat er mit den beiden Mädels gemacht. Für mich gibts Canyoning und Wandern und Radfahren. Romantische Waldspaziergänge, Kaffeetrinken und Lieblingskuchen aussuchen? Irrtum - macht er mit den MÄdels. Für mich gibts abends nach 21 Uhr schnell was trinken gehen.

Wenn ich dann was sage gibts sofort eine Alibiaktion was mich noch wütender macht.

Bitte - wenn nach diesem Langen post noch möglich - um ernstgemeinte Ratschläge. Ich schwöre, ich will nicht kleinlich oder so sein, aber ich bin nun nach 1,5 Jahren am Ende meines LAteins. Echt.

danke!
Eure Ella

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7. Juni 2015 um 2:54

Um gottes willen
Hallo,

Das liest sich ja grausig. Die mädels sind alt genug, um zu kapieren, dass ihr vater eine freundin hat. Du scheinst mir zu "lieb" zu sein. Wenn sich mein stiefsohn auch nur die hälfte trauen würde und mein mann es tolerieren würde, wäre er ganz schnell wieder single!

Du musst auf dich schauen, es macht sonst keiner. Dein partner weiß sicherlich, wie schlecht es dir damit geht, aber er sieht auch, wie du das alles mit dir machen lässt. Hau mal auf den tisch!

Klare regeln aufstellen. Wenn die mädels beim essen maulen, gibts halt nix. Pech! Sie fassen dss essen nicht an, wenb du dir was nimmst? Perfekt. Bleibt mehr für dich übrig. Niemals würde ich solch undankbaren gören irgendeinen service erweisen. Entweder dein freund weist seine gören in ihre schranken oder du machst dich am we rar und lässt den vater alleine mit ihnen!

Soll er sich doch mit denen rumschlagen.

Tu endlich erwas!

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23. Juni 2015 um 23:51

...
Also, erstmal:

Red mit deinem Freund. Die Töchter sind ja nicht dauernd da, da sollte ein Venedigurlaub nur mit dir auch mal drin sein.

Ansonsten, lass dich nicht zur Dienstbotin degradieren. Wenn ihnen das was du für sie tust nicht passt, dann mach eben nichts mehr.

Dass du mit einem Kollegen weggegangen bist, scheint ja eine deutliche Reaktion hervorgerufen zu haben ... würde ich an deiner Stelle öfter tun, einfach nicht da sein. Die Kinder wollen ihren Papa offenbar für sich haben - du könntest in der Zeit ja mal ein Wellnesswochenende für dich alleine buchen, mit Freundinnen weggehen, etc.
Vielleicht behandlen sie dich dann auch besser wenn du da bist. Sobald sie merken, dass deine Anwesenheit nicht selbstverständlich ist.

Die Töchter würde ich mir an deiner Stelle in Zukunft nur noch in kleinen Dosen antun - so wie du es eben aushältst. Verwandte wird man nicht so leicht los, aber ich habe auch einen angeheirateten Onkel den ich mir nur an Weihnachten antue.

Lass dich nicht zu sehr stressen - es sind Kinder, und sie leiden sicher noch unter der Scheidung. Das hat mit dir persönlich nichts zu tun. Aber es ist viel leichter, Feindseligkeit nicht persönlich zu nehmen, wenn man die Dosen in denen man sie sich antut reduziert.

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