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Tochter (14) will zum Vater - Ich als Mutter komme einfach nicht damit klar.

28. August 2011 um 20:50

Meine Ehe war seit 5 Jahren nur noch ein Schlachtfeld, und vor 1,5 Jahren ist mein Mann nun wieder zu seinen Eltern gezogen (die im gleichen Ort wohnen), meine Tochter (14) und ich blieben in der alten Wohnung.
Es gab keine feste Regelung wegen dem Besuchen, wir waren ja auch nur "inoffiziell" getrennt, weil wir damals gehofft hatten, dass alles wieder wie früher wird. Meine Tochter schien aber trotzdem damit zufrieden zu sein, sie hat ihren Vater ja auch mehrmals die Woche gesehen.
Nun ist inwischen klar, das nix mehr "wie früher wird", auch wenn unser Verhältnis sich seit der Trennung wieder enorm verbessert hat. Mein Mann will in seine Heimat zurückziehen, ich bleibe wegen der Arbeit hier.
Wir dachten beide, es wäre klar, dass unsere Tochter bei mir bleibt.

Kurz zum Eltern-Kind-Verhältnis: Meine Tochter hat ihren Vater früher nie viel gesehen, er hat meist von früh bist spät gearbeitet, zu Kindergartenzeiten sagte sie sogar oft, "Papa ist tot", weil sie es sich anders nicht erklären konnte.
Wir haben ein enges Verhältnis, nur ist mir in den letzten Jahren aufgefallen, dass sie mit ernsten Themen, wie z.B. Stress, Verliebtheit oder Ängsten eher zu Papa kommt als zu mir. Ehrlich gesagt muss ich sagen, dass mich das sehr verletzt. Ihrem Vater, über den sie viel schimpft ("Er ist unordentlich, vergesslich, braust so schnell auf..."), und der nie viel Zeit mit ihr verbracht hat, vertraut sie mehr an als ihrer Mutter, die es als erste bemerkt, wenn sie schlecht drauf oder von etwas belastet ist.

Unserer Tochter war es aber so gar nicht recht, dass sie bei mir bleiben soll. Sie möchte zu ihrem Vater und dieser ist natürlich hocherfreut darüber.
Dabei bedeutet das für sie Umzug, Schulwechsel, ihre alten Freunde wird sie nur noch sehen, wenn sie bei mir zu Besuch ist ... also eine riesige Umstellung.
Warum? Ich bin doch ihre Mutter, ich kenne sie besser als er sie. Ich hätte viel mehr Zeit für sie, was bewegt sie dazu, soviel zurückzulassen, um bei ihrem Vater statt bei mir zu bleiben?
Gerade bei Bekannten höre ich oft, dass Mädels in ihrem Alter oft Rat bei der Mutter suchen - was mach ich nur falsch? Ich rede mit ihr, ich liebe sie über alles ... und sie will mich nicht ...

Ich will sie eigentlich auch nicht fragen, denn ich denke, das würde sie nur hin- und herreißen zwischen mir und meinem Ex, denn sie ist immer sehr darauf bedacht, es auch ja allen Recht zu machen und kam auch nur sehr zögerlich damit heraus, dass sie zu Papa will.

Kennt ihr das von euren Kindern? Soll ich sie darauf ansprechen? Warum tut sie mir das an?

'Tschuldigung für den langen Text, aber mir schwirren so viele Gedanken durch den Kopf ...

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29. August 2011 um 3:20


Du machst nix falsch, und sicher will sie Dich auch.....
Meine Tochter wollte damals mit fast 13 auch lieber zum Vater, bzw. mit der "Gross/Gesamtfamilie" leben, als mit mir...und das wo ihr Vater 2 Jahre in Florida gelebt hat, hoechsten alle 6 Wochen die kids mal holte...
Bitte sag' nicht so etwas" Warum tut sie mir das an?"...sie ist eine eigenstaendige Persoenlichkeit....vielleicht denkt sie, dass der Vater sie mehr braucht? Du kommst ja klar? Was geht in so einem Kopf einer 14jaehrigen vor? Sicher ist es sehr schwer fuer sie auch, und ich denke, Du solltest vorsichtig mit ihr sprechen und sie ruhig fragen nach dem Warum.
Bei uns kam damals eine Dame vom Jugendamt, denn es ging dann vor's Gericht....
Wenn sie es wirklich moechte, dann befuerchte ich, musst' Du sie gehen lassen. Ist natuerlich doof mit dem Umzug, doch vielleicht kommt sie ja auch wieder zurueck -irgendwann- ....
Bitte beziehe die Schuld nicht auf Dich und schiebe sie auch nicht Deiner Tochter zu.
Versucht in Ruhe zu sprechen und sei auch ehrlich mit Deinen Gefuehlen.
Alles Gute und viel viel Kraft wuensche ich Euch!

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30. August 2011 um 6:33

Du machst nichts falsch,
Kinder wollen eigentlich beide Elternteile, werden aber bei Trenunngen danach nicht gefragt. Man verlangt diesen Kindern viel ab. Ihr könnt das Für und Wider höchstens noch bei einer Familienberatung abklären. Bleibt Eltern dieses Kindes und sie muß nicht entscheiden, wen sie lieber hat.
Vielleicht hat ihr dieser Vater nur über weite Strecken gefehlt und sie möchte das nun nachholen. Wenn du vernünftig und normal damit umgehst, dann werdet ihr ein gutes Verhältnis behalten und versperr ihr bitte den Rückweg nicht, sollte sie merken eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Gruß Melike

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16. September 2011 um 12:25

Ich kann dich sehr gut verstehen...
ich habe 5 Jahre mit der Angst leben müssen meine Kinder(12 und 10 ) zu *verlieren* ....da mein Ex Mann die Kinder ständig manipuliert und gegen mich aufgehetzt hat . Und da meine Tochter schon immer mehr Papakind war ...was wohl viele Mädchen sind ...hat er es nun geschafft ...auch wenn er dafür über *Leichen* gegangen ist !
Ich habe im entsprechendem Forum meine Geschichte gepostet : http://forum.gofeminin.de/forum/f82/__f139_f82-Suche-verwaiste-Mutter-nach-Scheidung.html

Fakt ist das deine Tochter alt genug ist selber entscheiden zu dürfen bei wem sie wohnen möchte und du daran leider nicht viel ändern kannst.
Würdest du es ihr verbieten, bist du nachher die *böse* ...was dem Verhältniss zu deiner Tochter nicht gut tun würde !

Zeige ihr das du Verständniss für ihre Entscheidung hast, du sie trotzdem liebst und immer für sie da bist...auch wenn sie zum Vater zieht ! Damit nimmst du ihr den seelischen Druck unter dem sie sicherlich auch steht. Kinder lieben beide Eltern ...und wollen keinem weh tun !

Ich weiß wie schwer das ist ...aber es ist der einzige Weg sie nicht ganz zu verlieren...

Versuche auf jedenfall den Kontakt zu ihr nicht zu verlieren ....
Voraussetzung ist natürlich das ihr Vater sich korrekt und Verantwortungsbewusst verhält und sie nicht gegen dich aufhetzt ...so wie es bei mir der Fall ist.
Aber ich will den Teufel nicht an die Wand malen ... es sind nicht alle Menschen gleich.

Ich wünscher dir ganz viel Kraft und alles erdenklich Gute !

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20. September 2011 um 13:18

Druck
Lieber Malvenfalter

Ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Nicht, weil ich deine Situation kenne, sondern die deiner Tochter. Die Situation war dieselbe (ausser dass ich damals 12 war). Mein Vater war nie da, hat viel gearbeitet und meine Mutter war oft zuhause und wollte für mich da sein - sie hat sich mir auch nicht aufgedrängt, ich habe aber immer gespürt, wie sehr sie mich liebt.
Als es dann zur Scheidung kam, habe ich mich mit Händen und Füssen gewehrt, mit meinem Bruder zur Mutter zu gehen. Viel wehren musste ich mich nicht, meine Eltern haben die Entscheidung schnell akzeptiert (ich denke, weil sie einfach keinen Scheidungskrieg führen wollten). Die Ehe war längst am Boden und keiner der beiden hatte noch die Kraft, eine Riesensache daraus zu machen. Auch wenn es zu der Zeit noch unüblicher war als jetzt: Mein Bruder wohnte nach der Scheidung bei meiner Mutter, ich bei meinem Vater (der übrigens auch dann nicht mehr Zeit hatte). Meiner Mutter habe ich damit sehr weh getan. Das weiss ich. Es tut mir weh, dass ich sie damit verletzt habe aber es war mein Bedürfnis, bei meinem Vater zu bleiben. Auch ich habe mich lange gefragt, wieso das so war.

Zum einen ist es sicher so, dass in dieser Phase des Lebens ein ganz starkes Gefühl aufkommt, unabhängig sein zu wollen. Und du weisst ja, wie überwältigend diese Gefühle bei einem Teenager sein können... Die Fürsorge meiner Mutter hätte das nicht in dem Masse zugelassen, wie ich das wollte. Der Vater ist ja selten da, ist auch nicht fürsorglich, gibt keine Tipps und Ratschläge über dies und das. Will nicht kuscheln, will nicht "über Jungs quatschen"... und, und. Also das perfekte Umfeld, um meine Identität zu finden - ohne "überfürsorgliche" Einflüsse. Und glaube mir, dieses Bedürfnis war enorm stark. Die Liebe zu meiner Mutter hat darunter nicht gelitten. Du bist und bleist die Mutter deiner Tochter - und sie spürt deine Liebe auch so!

Vielleicht geht es deiner Tochter so, wie es mir ergangen war. Vielleicht nicht. Ich sage übrigens nicht, dass die Lösung (beim Vater bleiben) gut war - ich sage nur, dass dieses Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Identitätsfindung schnell alles andere in den HIntergrund drücken lässt. Selbst die bedingungslose Liebe deiner Mutter. Suche doch das Gespräch mit ihr und versichere ihr, dass du ihre Entscheidung respektierst (so zeigst du ihr auch, dass du ihr zutraust, selbstständig Entscheidungen zu treffen) und versuchst, sie zu verstehen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Kraft. Nicht vergessen: Auch eine vorübergehende Phase der Distanz kann zu umso mehr Nähe in der Zukunft führen.

Liebe Grüsse
LJ

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2. Oktober 2011 um 21:01

....
Ich kann dir aus eigener Erfahrung erzählen, wie man sich als Kind in so einer Situation fühlt: Man ist überfordert und will es beiden Elternteilen recht machen (wie du ja auch geschrieben hast) und man erträgt es nicht, wenn man sieht, wie sehr eines der Elternteile leidet. Ich bin zwar damals bei meiner Mutter geblieben, aber ich habe mich sehr von ihr abgewandt und mehr mit meinem Vater unternommen. Heute denke ich, dass es daran lag, dass ich die Verzweiflung meiner Mutter bei der Scheidung miterlebt habe. Ich denke, sie hat auf mich lange Zeit sehr verletzlich gewirkt, wie jemand, den man schützen muss und nicht wie eine Person, die die Kraft hat, mich zu schützen obwohl ich das Kind war/bin. Ich brauchte meinen Vater, um Halt zu finden und ich brauchte Abstand zu meiner Mutter, um ihre Verzweiflung zu ertragen.
Aber ich kann dir sagen, dass das vorbei geht. Als ich das Gefühl hatte, dass meine Mutter wieder sicher im Leben steht, kam auch die Nähe zu ihr wieder und heute (ca. 7 Jahre nach der Trennung meiner Eltern) verstehen wir uns besser als je zuvor.

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