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Suche "Vollzeitstiefmütter" mit Rat

6. Februar 2013 um 19:33

Mein Freund ist 10 Jahre älter als ich, wurde vor 3 Jahren Witwer, seine Frau hatte lange Jahre Krebs, und hat einen 8 jährigen Sohn, Felix
Wir haben uns vor 2 Jahren im Büro kennengelernt.
So, das wären erstmal die Randbedingungen.
Eigentlich läuft alles gut.
Wir sind jetzt zusammengezogen, wir sind: mein Freund, sein Sohn, der Aupair Junge , meine Schwester und ich, haben eine lustige Haus WG gegründet.
Eigentlich kann ich mich über nichts beschweren, natürlich kämpfe ich mit der Eingewöhnung in ein Familienleben,
Felix nimmt mich ohne Kritik an, es scheint, als suche er gerade die weibliche Bezugsperson.
Lena hier Lena da, guck mal, liest du vor, das Diktat soll Lena machen.... Fakt ist, solange er wach ist und ich zuhause bin, habe ich einen Schatten... und das seit einem Jahr...
Ich weiss, es könnte alles viel schlimmer sein, er könnte mich ablehnen... Ich habe die letzten 10 Jahre in einer WG gewohnt und kämpfe gerade mit einem akuten Gefühl der Einengung..
Partnerzeit mit meinem Freund ist so gut wie gar keine mehr da, meine gesamte Aufmerksamkeit schenke ich Felix, es soll gar kein Gefühl von Eifersucht oder erneute Verlustangst aufkommen, davon hat er verständlicherweise schon genug nach dem Tod seiner Mutter.
Ich hoffe immernoch, dass irgendwann ein Alltag einkehrt und ich nicht mehr so dermassen interessant für ihn bin....
OK, aber das eigentliche Problem:
Wir wollen heiraten. Felix findets gut, dasrum gehts nicht.
Waren deshalb auf dem Standesamt.
Ich voller Vorfreude, das erste was passierte war, dass die Standesbeamtin mir einen Vortrag hielt, mein Freund müsse jetzt beim Familiengericht eine genaue Austellung alles Besitzes machen, man müsse das Kind vor mir schützen.... Ich war Sprachlos... Dazu gab es ein Merkblatt zu dem Thema 1493 Abs. 2 BGB und nochmal den Hinweis das das Familiengericht dann darüber entscheiden müsse, ob wir heiraten können.

Das Kind vor mir schützen..
Ich sitze jeden abend da, übe für die Schule, Hausaufgabenkontrolle, schneide Fingernägel... Liege abends im Bett kuschele mit ihm und lese vor.. und dann kommt sowas...eine Frechheit....
Als hätte ich nicht schon genug Gegenwind gehabt...
Mir ist echt zum heulen....
Freundinnen seiner verstorbenen Frau die gegen uns wettern, wie kann er nur so früh wieder... und dann so eine junge....die Schwiegereltern... meine Eltern.... Kolleginnen die immer: ach was weisst du schon von unserem stress, du bist ja nicht die Mutter...ja klar, aber die Aufgaben machen muss ich schon....
Ich gebe mir so viel mühe! Ich versuche ihm zu geben was er braucht...
Und werde ständig von aller Welt an den Pranger gestellt!
Und jetzt auch noch "Vor mir schützen".....
ich bin sooo wütend!
Ist da draussen irgendjemand in einer ähnlichen Situation?
Oder auch jemand, der Erfahrungen mit Kindertrauer in dem Alter gemacht hat?
Stimmt das wirklich, dass das Familiengericht über unsere Hochzeit entscheiden muss???

So hab ich mir meine Hochzeit nicht vorgestellt...

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8. Februar 2013 um 22:07

Ja sicher
schliesslich, hat dein Freund geerbt als seine Frau starb und das muss aufgelistet werden, damit du dich nicht unrechtmässig daran bereichern kannst, fall dein Freund stirbt oder ihr euch scheiden lässt. Es ist das Recht des Kindes und bei einem Halbweisen muss das Gericht nachprüfen, damit ihm später nichts abhanden kommt.

Du darfst dich nicht, an dem Vermögen, was dem Kind einmal zusteht bereichern...

oder falls ihr zusammen Kinder bekommt, das da genau getrennt wird, was von Seite seiner Mutter gekommen ist... steht ja dann nicht deinem Kind zu, sondern seinem Kind...

Jetzt sei nicht sauer, es ist schon richtig so.... es gibt auch so etwas wie Scheidungskriege und dann will keiner mehr von etwas gewusst haben.... So wird im Sinne der Mutter gehandelt...

Saraa

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14. Februar 2013 um 15:54

Habe auch zwei Stiefkinder
Hallo,
deine Heirat ist sicher nicht Sache das Familiengerichts - es geht wirklich nur um das Vermögen. Nimm das nicht persönlich. Allerdings hat die Dame sich wirklich sehr unglücklich und unprofessionell ausgedrückt, aber Schwamm drüber... Ich will eigentlich auf etwas andere hinaus...du engagiertst sich sehr für deinen Stiefsohn, und das finde ich auch ganz toll von dir, in allererster Linie. Um aber für die Zukunft dir nicht alles zu versauen, gebe ich dir erstmal einen Literaturtip, 100% empfehlenswert: kaufe dir von Jesper Juuls "Bonuseltern", lese sehr genau durch und drossele dein Engagement. Du bist auch nur ein Mensch, und momentan hört es sich ein bißchen so an, als würdets du sogar mehr für deinen Stiefsohn tun als es sein leiblicher Vater tut - suchst du dadurch vielleicht Anerkennung? Bitte nicht falsch verstehen, ich spreche aus eigener Erfahrung und kann dir nur raten, lass es locker angehen, übernehme auf gar keinen Fall die ganze Mutterrolle. Da du schon sehr dort drin steckt, bespreche mit deinem Freund, was er in Zukunft wieder alles alleine machen soll. Ich hatte selbst so einen hyperengagierten Start in meine Patchworkfamilie (2 Stieftöchter), nach 2 Jahren sind wir alle noch zusammen, aber es geht so weit, dass mein Freund die Wäsche für seine Kinder seperat wäscht, grundsätzlich für alles, was sie betrifft, in allererster Linie selbst zuständig ist und ich Dinge gerne für ihn übernehme, wenn er mich fragt. Alles andere führt zur chronischen Überlastung. Vor allem werde dir bitte bewußt, dass man für ein Kind, welches man sich nicht ausgesucht hat, wahrscheinlich nie echt Muttergefühle entwickeln kann. Und um all diese Dinge, die du da bereits tust, dauerhaft zufrieden tun zu können, muss etwas zu dir zurückkommen, was wahrscheinlich so nie passieren wird. Dein Freund wird es selbstverständlich finden, was du alles für ihn und seinen Sohn tust. Was es aber überhaupt nicht ist. Auch deine sehr lieb gemeinte Frage nch kindlichen Trauerphasen - ist es nicht in allererster Linie die Aufgabe des leiblichen Vater, sich für das psychische Wohlergehen seines Kindes zu kümmern? Sich vielleicht beratende Unterstützungsagebote zu suchen? Du kannst das bei ihm anstoßen, wenn we nicht alleine darauf kommt, dass sein Sohn so etwas braucht - abner er soll sich bitte kümmern.
Eine andere Sache, die mir aufgefallen ist: was ist mit dir und denem Freund? Wenn du mit seinem Sohn kuschelst und den großteil des Tages verbringst, wo bleibt denn deine Paarbeziehung?
LG
Casinchen2013

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