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Sturheit - wie würdet ihr damit umgehen?

10. August 2012 um 13:20

Hallo,
ich bin total verzweifelt. Meine Tochter ist jetzt 28 Monate alt, Trotzanfälle kenne ich inzwischen zur Genüge, das bringt mich auch gar nicht mehr so aus der Ruhe. Aber was ich gestern mit ihr erlebt habe bringt mich echt an meine Grenzen. Wir haben im Moment das Problem, dass die Kleine wie ein Tornado durch das Haus fegt und eine Spur der Verwüstung hinterlässt - sie wirft einfach alle Spielsachen, Kleidung etc. auf den Boden.
Nun habe ich sie gestern, nachdem sie einen ihrer Pullover auf den Boden geworfen hat, gebeten diesen wieder aufzuheben. Ich habe ihr erklärt, dass ich nicht möchte dass der am Boden liegt und sie solle ihn bitte aufheben und auf das Sofa legen. Sie hat mich mehr oder weniger ignoriert, ein wenig gelacht und irgend etwas anderes gemacht. Ich habe sie dann an der Hand genommen, bin zum Pullover hin und habe noch einmal mit Nachdruck gesagt sie solle den jetzt aufheben, worauf sie nur "Nein, mag nicht" sagte. Dann habe ich sie genommen und in die Ecke des Sofas gesetzt und gesagt, dass sie dort sitzen bleiben muss bis sie den Pullover aufhebt. So - ca. 20 Minuten lang hat sie nur schmollend da gesessen. Dann fing sie an zu jammern, sie wolle wieder aufstehen, sie wolle spielen, dieses und jenes. Ich bin dabei geblieben und hab abwechselnd versucht sie liebevoll zu überzeugen, dann bin ich auch mal laut geworden.... Das ganze "Spiel" zog sich über 90 Minuten. Ich war innerlich am durchdrehen, wollte aber nicht aufgeben. Irgendwann hat sie gesagt, sie will ein bestimmtes Spiel spielen, ich sagte wieder "erst wenn du den Pullover aufgehoben hast" dann hat sie ganz lieb gesagt "mhm", ist aufgestanden und hat den Pullover auf`s Sofa gelegt. Ich war natürlich so erleichtert, hab sie gelobt und dann mit ihr das versprochene Spiel gespielt. Hab mir gedacht "gut, dass du durchgehalten hast, das wird sie sich merken".
Pustekuchen - heute hatten wir exakt das selbe noch mal - nur diesmal musste ich das Ganze nach einer Stunde abbrechen, da es im Garten meiner Mutter war und es anfing zu regnen. Aber das wäre sicher noch ewig so weiter gegangen. Meine Mutter, meine Großeltern die auch da waren und ich haben wirklich alles versucht, sie dazu zu bewegen etwas auf zu heben das sie auf den Boden geworfen hat. Wir haben ihr alles versprochen was sie gerne hat aber anstatt einfach aufzugeben hat sie nur geschrien und geweint "mag nicht". Wir sind ratlos. Wie kann so ein kleines Kind nur sooo stur sein??? Machen wir das mit der "Konsequenz" falsch? Wie sollen wir reagieren?? Ich brauche wirklich dringend Hilfe.
Liebe Grüße Cupcake

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11. August 2012 um 16:05


Nimm das ganze nicht so ernst. Klar muss dein Kind lernen, bestimmte Sachen auch wieder aufzuräumen, aber mit solchen Machtspielchen kommt ihr nicht weit. Machtspiele sind immer blöd!
Wenn meine Tochter so ne Verwüstungsphase hat, hilft die Drohung "Wenn du das nicht wieder aufhebst frisst es der Staubsauger" sehr gut. *gg* Zumindest bei Spielzeug klappt das super...
"Konsequenz" in der Erziehung finde ich auch immer schwierig, das kommt leicht so gekünstelt rüber. Zumindest wenn es um etwas komplexeres geht als z.B. "nicht auf den Tisch klettern".
Wenn du mal was tolles lesen willst guckt dir mal "Dein kompetentes Kind" von Jesper Juul an. Beruhigt ungemein die Nerven der Eltern indem es den Druck nimmt, man müsse Kinder "erziehen".

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11. August 2012 um 17:35

Eine bitte
ist nur eine bitte, wenn der gebetene sie freiwillig gern erfüllt.
durch deine reaktion nach der bitte ist eine forderung aus der bitte geworden. ich werte das nicht- ich möchte dir das nur klarmachen.
ich denke, dass die beste reaktion auf so ein verhalten ist, dass man dem kind mitteilt, dass es einen stört (genauso, wie du es getan hast) und wenn das kind es nicht tut, es ohne großen kommentar einfach freundlich wegräumt.
ein kind lernt durch nachahmung und wird logischerweise aufräumen als negativ und nervig empfinden, wenn du das vorlebst.wenn du gerne aufräumst, wird dein kind (auf dauer gesehen) auch gerne aufräumen. wenn du unwillig aufräust, wird dein kind unwillig aufräumen. wenn du ein kind zwingst oder erpresst oder bestichst, wird es nur aus zwang oder druck aufräumen.
also- versuch, es langfristig zu sehen: was möchtest du erreichen? dass dein kind gerade jetzt aufräumt? oder dass es langfristig lernt gerne und von sich aus aufzuräumen.
dass sind meine gedanken dazu (stark inspiriert von den "kloeters briefen" mit deren erziehungstipps ich bisher nur positives erfahren habe)

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