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Streit mit meiner Mutter / Schuldgefühle

26. Februar 2008 um 9:06 Letzte Antwort: 26. Februar 2008 um 19:46

Hallo an alle hier im Forum,

habe mir gerade diverse Diskussionen angeschaut und mich nun dazu entschlossen mein Problem hier zu schildern.

Ich bin 25 Jahre alt, habe studiert und Arbeite seit April 07 und verdiene somit mein eigenes Geld.

Meine Eltern haben sich getrennt als ich 5 war und meine Mutter hat wieder geheiratet als ich 8 war. Nach der Trennung ist sie Arbeiten gegangen und ich habe den größten Teil meiner Kindheit bei meinen Großeltern verbracht. Trotz allem hat sich zwischen mir und meiner Mutter ein sehr inniges Verhältnis aufgebaut, dass jetzt aber immer schlechter wird. Meine Großeltern sind vor etwa 6 Jahren zu Pflegefällen geworden und meine Mutter hat beide zu sich genommen und ich habe, auf Wunsch meiner Großeltern und aus der Situation heraus, die Wohnung der beiden bezogen. Eine "häusliche" Trennung zwischen mir und meiner Mutter besteht also schon. Während meines Studiums hat sie mich dann mit Wäsche waschen und ab und an etwas Geld unterstützt. Was ich ihr auch hoch anrechne.

Letztes Jahr im Oktober habe ich nun die Wohnung renoviert und möchte mein eigenes Leben beginnen. Nun ja meine Mutter hat sich immer noch bereit erklärt meine Wäsche zu waschen, solange ich noch keine Waschmaschine habe. Nun habe ich jedoch am Wochenende etwas blödes getan. Mein Freund hat seinen Fernseher sehr günstig hergegeben und ich habe ihn gekauft. Gestern hat mir nun meine Mutter gesagt, wie sehr sie sich verletzt fühlt, da ich für so etwas wie einen Fernseher Geld habe und für eine Waschmaschine nicht. Ich weiß auch das sie Recht hat und es tut mir auch leid. Am Wochenende habe ich einfach unbedacht gehandelt. Ich werde mir auch diese Woche noch eine Waschmaschine kaufen.

Was jedoch sehr verletzt hat, ist das andere das Sie mir in dem Streit - Gespräch gesagt hat. Sie hat mir vorgehalten, dass ich überhaupt nicht mehr für meine Familie da sei. Ich würde alle nur ausnutzen und niemanden unterstützen. Man muss dazu sagen, dass meine Mutter nicht so viel Geld verdient und mein Stiefvater sie auch nicht wirklich finanziell unterstützt (obwohl er das könnte). Auf jeden Fall hat sie mir dann vorgeworfen, dass ich ihr ja öfters mal Geld geben können hätte, für das Waschen der Wäsche und für das was sie für mich getan hat. Nachdem ich meinen Job hatte, hatte ich sie gefragt ob sie etwas Geld für das Waschen will und sie entgegnete nur "Nein das mache ich doch gerne für Dich". Aus meiner Sicht (die ich hier ja nur schildern kann) habe ich aber auch schon vieles getan. Wenn sie zu mir gekommen ist und gefragt hat, ob ich zum einkaufen gehen oder meine kleine Schwester irgendwo hin fahren könnte, habe ich das auch meistens gemacht. Ich habe ihr auch immer zugehört, wenn Sie Probleme hatte und eine Schulter zum ausweinen brauchte. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie diese Dinge nicht zu sehen scheint.
Irgendwie komme ich jetzt mit der ganzen Situation nicht klar. Gedanken wie, du musst ihr alles zurück zahlen was sie für dich getan hat, usw. gehen durch meinen Kopf. Ich weiß nicht ob ich nun ein schlechter Mensch bin oder ob es vielleicht auch daran liegt, dass ich jetzt einfach mein eigenes Leben beginnen möchte und sie nicht damit klar kommt. Ich frage sie eben auch nicht mehr so oft bei Entscheidungen die mein Leben angehen.

Es würde mich sehr freuen, wenn jemand seine Meinung zu meinem Problem schreiben würde und vielleicht eine kleine Diskussion entsteht.

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26. Februar 2008 um 12:21

Du brauchst kein Schuldgefühle haben
Meiner Meinung nach wirst du flüge, es ist dein Recht und es ja auch schon an der Zeit. Deiner Mutter hat ein Problem damit los zulassen, ist aber verständlich. Denke es ist bei jeder Mutter-Sohn-Beziehung ähnlich. Das Problem habe ich ja jetzt bei dem meinigen und der ist 36!

Also keine Schuldgefühl, versuche mit deiner Mutter darüber zu reden, denn wie es aussieht hat sie das Problem und will dir ein schlechtes Gewissen einreden! Sei aber bei dem Gesprech bitte behutsam und taste dich vorsichtig vor. Möchte noch dazu sagen, das ich noch keine Kinder habe, bekomme jetzt erst meinen Sohn! Aber ich habe schon zahlreiche Therapien hinter mir, mit ähnlichen Themen!

Es ist auch leichter gesagt als getan, aber versuche bei dem Gespräch, objektiv zu sein, halte deine emotionen nach möglichkeit raus! Versuch sie auch zu verstehen. Hilf ihr!

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26. Februar 2008 um 13:00
In Antwort auf abbie_12566493

Du brauchst kein Schuldgefühle haben
Meiner Meinung nach wirst du flüge, es ist dein Recht und es ja auch schon an der Zeit. Deiner Mutter hat ein Problem damit los zulassen, ist aber verständlich. Denke es ist bei jeder Mutter-Sohn-Beziehung ähnlich. Das Problem habe ich ja jetzt bei dem meinigen und der ist 36!

Also keine Schuldgefühl, versuche mit deiner Mutter darüber zu reden, denn wie es aussieht hat sie das Problem und will dir ein schlechtes Gewissen einreden! Sei aber bei dem Gesprech bitte behutsam und taste dich vorsichtig vor. Möchte noch dazu sagen, das ich noch keine Kinder habe, bekomme jetzt erst meinen Sohn! Aber ich habe schon zahlreiche Therapien hinter mir, mit ähnlichen Themen!

Es ist auch leichter gesagt als getan, aber versuche bei dem Gespräch, objektiv zu sein, halte deine emotionen nach möglichkeit raus! Versuch sie auch zu verstehen. Hilf ihr!

Erst mal Danke
Hallo Mabbit,

ich möchte mich zunächst für Deine Antwort danken. Wie ich ja schon in meiner Problemschilderung geschrieben habe, habe ich auch das Gefühl, dass sie Probleme damit hat, dass ich eben mein eigenes Leben lebe und in jeder Hinsicht nun auf eigenen Beinen stehe. Es gibt eben auch keine Abhängigkeiten mehr von mir her gesehen.

Worüber ich eben Nachdenke ist der finanzielle Aspekt. Ich verdiene mittlerweile nicht schlecht und möchte mir aus diesem Grund eben auch was leisten. Da sie, meiner Meinung nach, etwas Probleme hat mit dem Geld umzugehen und nun sieht das ich mir eben etwas Luxus leisten kann, denke ich manchmal, dass auch etwas "Neid" dabei ist.

Ein großer Faktor ist glaube ich auch die Beziehung zwischen ihr und meinem Stiefvater. Er geht jeden Abend in eine Kneipe und trinkt dort zwei oder drei Bier (was ja auch so seine 6-8 kostet und das auf den Monat gerechnet ca 240 macht). Er und sie haben getrennte Konten und jeder zahlt einen Teil der laufenden Kosten. Wenn dann meine Mutter mal wenig Geld hat, weil eben ein paar Rechnungen aufgelaufen sind, bekommt sie von ihm keinerlei zusätzliche Unterstützung. Dieses Verhalten finde ich persönlich nicht in Ordnung, da er ja der Partner meiner Mutter ist und sie zusammen das Leben meistern sollten. In diesen Situationen habe ich oft das Gefühl, dass meine Mutter unterbewusst von mir verlangt, seine Stelle als Partner einzunehmen und ihr die Unterstützung zu geben, die eigentlich seine Aufgabe wäre.

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26. Februar 2008 um 19:46
In Antwort auf ryo_12651261

Erst mal Danke
Hallo Mabbit,

ich möchte mich zunächst für Deine Antwort danken. Wie ich ja schon in meiner Problemschilderung geschrieben habe, habe ich auch das Gefühl, dass sie Probleme damit hat, dass ich eben mein eigenes Leben lebe und in jeder Hinsicht nun auf eigenen Beinen stehe. Es gibt eben auch keine Abhängigkeiten mehr von mir her gesehen.

Worüber ich eben Nachdenke ist der finanzielle Aspekt. Ich verdiene mittlerweile nicht schlecht und möchte mir aus diesem Grund eben auch was leisten. Da sie, meiner Meinung nach, etwas Probleme hat mit dem Geld umzugehen und nun sieht das ich mir eben etwas Luxus leisten kann, denke ich manchmal, dass auch etwas "Neid" dabei ist.

Ein großer Faktor ist glaube ich auch die Beziehung zwischen ihr und meinem Stiefvater. Er geht jeden Abend in eine Kneipe und trinkt dort zwei oder drei Bier (was ja auch so seine 6-8 kostet und das auf den Monat gerechnet ca 240 macht). Er und sie haben getrennte Konten und jeder zahlt einen Teil der laufenden Kosten. Wenn dann meine Mutter mal wenig Geld hat, weil eben ein paar Rechnungen aufgelaufen sind, bekommt sie von ihm keinerlei zusätzliche Unterstützung. Dieses Verhalten finde ich persönlich nicht in Ordnung, da er ja der Partner meiner Mutter ist und sie zusammen das Leben meistern sollten. In diesen Situationen habe ich oft das Gefühl, dass meine Mutter unterbewusst von mir verlangt, seine Stelle als Partner einzunehmen und ihr die Unterstützung zu geben, die eigentlich seine Aufgabe wäre.

Ich glaube, da gibt es verschiedene Aspekte zu sehen.
Du solltest vorallem mit deiner Mutter das offene ehrliche Gespräch suchen. Deine Mutter hat dir mit Sicherheit viel geholfen und viel ermöglicht. Und sie hat es offensichtlich nicht einfach mit deinem Stiefvater und der Pflege der Eltern. Du solltest auf der einen Seite nun wirklich für dich sorgen mit aller Konsequenz auch Wäsche und ähnliches. Dir darf es gut gehen und du darfst auch dein Leben leben, das ist dein tiefstes Recht, aber vielleicht kannst du doch das eine oder andere auch für deine Mutter tun, aber wenn du es tust, dann tu es aus Liebe. Und die Starken sollten nach ihren Möglichkeiten den Schwachen helfen ganz besonders wenn es sich um die eigene Familie handelt, natürlich nur im Rahmen deiner Möglichkeiten.
Gruß Melike

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