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Strafarbeiten noch Zeitgemäß

15. Juni 2005 um 21:54 Letzte Antwort: 21. Februar 2008 um 23:31

Sind Nachsitzen und Strafarbeiten an Schulen noch zeitgemäß, wie zum Beispiel, Texte abschreiben oder auch mal die Hausordnung wenn es sein muss.

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15. Juni 2005 um 22:19

Hallo Saelly,
es kommt natürlich immer darauf an, wofür eine Strafarbeit bzw. das Nachsitzen angeordnet wird. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass so etwas bei einigen Schülern mehr bewirkt als z.B. ein Eintrag/ Tadel o.ä. Dies ist dann etwas, was auf dem Papier steht, wenn es nicht abgefangen wird oder ggf. vernichtet, gibt es vielleicht Ärger mit den Eltern, tut aber im Allgemeinen nicht "weh". Nachsitzen geht aber von der Freizeit ab, Schreiben der Hausordnung ist mühsam und macht keinen Spaß, vielleicht hat es somit einen indirekten Erziehungswert. Im Falle des Nachsitzens müssen die Eltern aber vorher darüber informiert werden, d.h. die Kids müssen vielleicht auch mit der Frage der Eltern nach dem "Warum" leben und das wirkt meistens auch! Viele Lehrer scheuen aber solche Maßnahmen, denn es bedeutet auch für sie Überstunden
Liebe Grüße, finki.

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15. Juni 2005 um 22:25

Wird noch praktiziert...
aber die Lehrerinnen meines Sohnes haben es aufgegeben, da mein Sohn Nachsitzen nicht als Strafe ansieht. Hausordnung abschreiben ist schon weniger beliebt, aber immerhin kennt er diese mittlerweile auswendig. Hat auch was für sich.

Bei uns in der Schule wird das Verbannen in den *Sozial Raum* sehr erfolgreich angewandt. Bei 3 Mal Sozial Raum fliegt man von der Schule ! Das ist äußerst effektiv und die Kinder halten sich ziemlich gut an die Regeln.

Kaffeemaus

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16. Juni 2005 um 15:57

Naja ich meine
zeitgemäss hin oder her,aber die lehrer können sich ja net von den kindern auf der nase herumtanzen lassen!und es ist in der heutigen zeit doch schon ziemlich ausgeartet wie sich die jugendlichen/kinder erwachsenen und vor allem lehrern gegenüber verhalten....

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16. Juni 2005 um 16:42

Also angehende Lehrerin,
solltest du der deutschen Rechtschreibung aber schon mächtig sein...

Sorry, konnte ich mir grad nicht verkneifen...

Ich kann mir jetzt schon bildlich vorstellen, wie du den Eltern gegenüberstehst und ihnen erklären willst, wie Kinder zu funktionieren haben...

Kaffeemaus

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16. Juni 2005 um 16:44
In Antwort auf an0N_1211626799z

Also angehende Lehrerin,
solltest du der deutschen Rechtschreibung aber schon mächtig sein...

Sorry, konnte ich mir grad nicht verkneifen...

Ich kann mir jetzt schon bildlich vorstellen, wie du den Eltern gegenüberstehst und ihnen erklären willst, wie Kinder zu funktionieren haben...

Kaffeemaus

Ein O ist in der Überschrift zuviel...
es sollte als heißen, denn sonst macht der Satz keinen Sinn.

Kaffeemaus

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16. Juni 2005 um 21:56
In Antwort auf an0N_1211626799z

Ein O ist in der Überschrift zuviel...
es sollte als heißen, denn sonst macht der Satz keinen Sinn.

Kaffeemaus

Hallo Illja,
das hört sich in der Theorie ja nicht schlecht an, aber: Was machst du, wenn mehrere Schüler durch permanentes Reden den Unterricht stören? Stellst du die dann alle raus? Wie sicherst du für den/die Betreffenden die Aufsicht ( denn Aufsichtspflicht hast du) ab? Was machst du, wenn ganz Hartnäckige auch im dritten Fall die Mehrarbeit genauso wenig erledigen wie die eigentliche Hausaufgabe? Irgendwann summiert sich das ins Unendliche und du kommst mit der Kontrolle nicht mehr hinterher, denn es betrifft selten nur einen Schüler
Mit den Überstunden hast du schon Recht, wenn ich aber einen Schüler zum Nachsitzen verdonnere, dann bedeutet dies, NACH seinem und logischerweise meinem Unterricht, also eine 7. oder 8. Stunde. Und das überlegst du dir dann schon ganz genau, aber manchmal lohnt es eben doch!
Wie gesagt, häufig gehen im deutschen Schulalltag Theorie und Praxis ganz weit auseinander!
LG, finki.

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18. Juni 2005 um 8:51

Guten Morgen,
diesen Eindruck erhielt ich einfach, als ich deinen Beitrag las.

Mittlerweile kenne ich sehr viele Lehrer, die meine Kinder unterrichtet und noch mehr Lehrer die mich auf meinem Schulweg begleitet haben.

Es gibt unglaubliche Unterschiede zwischen einem Lehrer und einem Lehrer.

Meine Tochter hatte nie zwischenmenschliche Probleme mit ihren Lehrern, während ich und mein Sohn permanent mit Autoritäten zusammen prallten.

Mein Sohn geht in die Hauptschule, allergings gibt es bei uns keinen Sozialen Brennpunkt und somit bleiben uns diese Ausnahmesituationen, wie in anderen Schulen erspart. Nichtsdestotrotz habe ich gelernt, dass Kinder nur in dem Maße lernwillig und integrierfähig sind, wie Lehrer in der Lage sind auf die Kinder einzugehen.

Für mich ist das wichtigste Kriterium bei einem Lehrer, dass er Kinder fasziniert, indem er nicht nur Fachwissen vermitelt, sondern (auch) über ein großes Maß an sozialer Kompetenz verfügt.

Viele Lehrer haben das nunmal nicht und es kann dadurch sehr viel in den Kindern schädigen. Letztes Jahr hat die Elternschaft der Klasse meiner Tochter erreicht, dass die Englischlehrerin, wegen sozialer Inkompetenz, die Klasse nicht mehr unterrichten durfte.

Bis wir zu diesem entgültigen Entschluss kamen, wurden sehr viele Elterngespräche geführt, was die Lehrerin nicht davon abhielt, die Kinder im selben Schema F zu unterrichten. Der Notendurchschnitt war unter aller Kanone, was nur dadurch zu erklären war, dass die Kinder mit dieser Lehrerin nicht klar kamen.

Auch sie wollte uns erklären, dass nur ihre Sicht- und Vorgehensweise die Richtige war. Dass sie ihr Fach sicherlich gut beherrschte, wollten wir nie anzweifeln, aber sie konnte nicht mit Kindern umgehen.

Und genau das wurde ihr zum Verhängnis. Ich fand es sehr gut, dass Eltern einer ganzen Klasse hier zusammen gehalten haben und darauf drängten, dass ihre Kinder etwas besseres bekommen.

Dass Studenten fachlich gut ausgebildet werden, bezweifle ich keineswegs, aber ich bin immer sehr vorsichtig mit Theoretikern. Die Klassenlehrerin meiner Tochter ist schlappe 10 Jahre jünger als ich und im gewissen Sinne kann sie, was die praktische Erfahrung anbelangt, mit mir und meinem Mann nicht das Wasser reichen. Gut, wir haben nicht viel mit ihr zu tun, da meine Tochter zu den Besten ihrer Klasse zählt und sie meine Tochter persönlich sehr schätzt, aber meine Tochter mag sie nicht, eben weil sie ( noch ) nicht die Größe erreicht hat, die ihre früheren Klassenlehrerinnen hatten. Diese waren nicht nur älter, sondern auch Lehrerinnen, die eine natürliche Autorität ausstrahlten, was sich dann auch im zwischenmenschlichen zwischen Lehrer, Schüler und Eltern widerspiegelte.

Ich will dir damit nur sagen, dass Studenten oft ein völlig falsches Bild dessen haben, was sie im realen Leben erwartet.

Es ist aus meiner Erfahrung immer eine Rechnung mit zwei Unbekannten und Lehrer neigen dazu, sehr unflexibel zu agieren bzw. zu reagieren. Was sich dann wieder in den großen Krankheitszahlen und Frühpensionierungen der Lehrer niederschlägt.

Beruf kommt von Berufung und viele Lehrer sind einfach zu diesem Beruf, nicht berufen.

Das ist meine Meinung, die ich in den letzten ca. 30 Jahren bilden konnte. Denn die schulischen Noten stehen und fallen mit dem Lehrer.

Grüße Kaffeemaus

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21. Februar 2008 um 23:31

Disziplinschwierigkeiten
Disziplinarische Maßnahmen sollten meiner Meinung nach immer einen Sinn machen.
Für mich ist das Aufbauen von tragfähigen Beziehungen ein wichtiger Schwerpunkt des alltäglichen Unterrichtsgeschehens. Eine solche Arbeit erfordert in der Regel Zeit und ein gewisses Maß an Vertrauen und vor allem Tolleranz gegenüber den individuellen Unterschieden eines jeden Einzelnen.
Auch Lehrer sind keine Übermenschen und sollten deshalb nicht verurteilt werden, wenn sie mal gerade nicht den Idealvorstellungen einzelner Eltern entsprechen. Ich finde darüber können sowohl Eltern als auch Lehrer miteinander ins Gespräch kommen und in diesem Rahmen nach tragfähigen Lösungen suchen. Fehler macht ein jeder Mensch irgendwann einmal in seinem Leben. Eine konstruktive Konfliktlösung sollte dabei im Sinne der Kinder immer an erster Stelle stehen, alleine schon deswegen, um unserer Vorbildfunktion gerecht zu werden.
Also, bitte hören Sie mit derartigen Kinderspielen wie mit dem Anwalt drohen oder Repressionen aufgrund der eigenen Meinungsäußerung zu befürchten auf und konzentrieren Sie sich besser auf das Wesentliche, nämlich Ihr Kind und dessen bestmögliche Förderung unter den gegebenen Umständen.

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