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Stieftochter 14 neu eingezogen und Neugeborenes

7. November 2007 um 23:50 Letzte Antwort: 22. November 2007 um 17:03

Ich habe gerade ein Kind bekommen, das zudem 3 Monatskoliken hatte. Dies war eine sehr starke Belastung für mich, die wir aber erfolgreich überstanden haben. Jetzt habe ich ein sehr schönes Verhältnis mit meinem Baby.
Nun ist aber andererseits die Tochter meines Freundes bei uns eingezogen.
Sie wurde von ihrer eigenen Mutter "verstossen". Das heisst, ihre Mutter rief meinen Freund an und sagte "kümmere dich um deine Tochter, sonst stecke ich sie in ein Heim". Da sie im "bösen" Berlin aufwächst, war es laut meines Freundes logisch sie zu uns zuholen. Ich muss dazu sagen, dass ich unser neues Glück (=super Job, super Gehalt, neues Haus usw.)hart erkämpft habe. Jetzt nach 10 Jahren ernte ich die Früchte meines Erfolges. Mein Freund hat sich scheiden lassen, nachdem er seit 8 Jahren getrennt lebt. Ich habe ihne erst vor 5 Jahren kennengelernt, habe also nichts mit der Zerbrechung seiner Beziehung zu tun. Ich fühle mich total erdrückt und kann und will die Erziehung seiner Tochter nicht übernehmen.

Ich finde, dass seine Tochter sehr verzogen ist. Sie lügt, klaut,raucht, treibt sich mit 20 jährigen rum, hat nur ihr Aussehen und Sex im Kopf. Sie tut mir leid und wenn ich mir die Zeit nehmen würde, könnte ich es mit viel Anstrengung schaffen sie auf die gerade Bahn zu bringen. Sie will nicht auf ihren Vater hören, folgt aber, wenn ich ihr in Ruhe etwas sage und erkläre. Ich habe aber nicht immer Zeit dafür, da ich erstens mit meiner neugeboren Tochter beschäftigt bin und zweitens mein Beruf sehr anspruchsvoll ist und ich trotz Mutterschaftsurlaubes noch an meinem Laptop arbeiten muss.

Normalerweise hätte ich kein Kind zur Welt gebracht, nur in meinem neuen Job ist es mir möglich mit Kind meine Karriere weiter zu machen, da ich einen verständnisvollen Chef habe.

Ausserdem denke ich, dass mein Freund sie zu uns geholt hat und sich dann auch um sie kümmern soll und nicht nur ich. Ich fühle mich wie ein Müllschlucker. Ich mag es nicht die Dinge/Probleme von anderen zu erledigen.

Ist es meine Aufgabe, seine Tochter zu erziehen, weil ich seine Lebenspartnerin bin? Bin ich einfach nur zu egoistisch? Ich wäre euch für eine ehrliche Meinung sehr sehr dankbar.

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8. November 2007 um 9:06

Klingt ...
...im ersten Moment sehr egoistisch.
Und Dein Luettes? Warum hast Du es denn dann bekommen? Junge oder Maedchen?

Ihr muesst das auseinander dividieren, Dein Freund und Du. Grenzen setzen.
Vorher besprechen inwieweit wer wo wann zustaendig ist, nicht erst, wenn es dann Dir oder auch ihm zuviel wird,nicht erst wenn dann alles ploetzlich SCHe...e ist, weil Du offensichtlich ueberfordert bist.
Sie ist auch die Schwester von Deinem Baby. Binde sie doch dort bisserl mit ein. Bau` Vertrauen auf, scheinbar hoert sie ja schon Dir zu.

Sicher sind die Umstaende nicht die Besten. Doch versuche das Beste draus zu machen, Garantien gibt Dir keiner..fuer was?

Meine 13jaehrige lebt jetzt auch seit knapp `nem Jahr mit ihrem 10jaehrigem Bruder bei Papa mit dessen neuer Frau und fast 2jaehrigem Sohn, ich wuerde auch gerne mal Maeuschen spielen, doch andererseits auch lieber nicht. Ich haette sie lieber bei mir! Ich denke, da muss jeder mal mit rechnen, dass, wenn kids aus vorherigen Beziehungen da sind, diese vielleicht mal "auftauchen" und nicht nur zum am WE Eis schlecken bleiben.

Nun ja, diese Kinder haben in der Hirarchie vielleicht Vorrang, doch it`s your place und da gelten Deine Regeln, setzt euch zusammen an einen Tisch, macht Tagesablaeufe, Pflichten und Rechte klaeren, damit jeder zu seinem Recht kommt und alle in Frieden zusammenleben koennen.

Viel Glueck!
Charly

alles wird gut

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8. November 2007 um 9:51

Ganz viel Kraft!
Ich finde es schon ganz schön krass, dass Du so übergangen worden bist. Ihr seid eine Familie und müßt solche Dinge doch gemeinsam beschließen und auch gemeinsam dahinterstehen, sonst sehe ich Eure Beziehung gefährdet. Ich finde nicht, dass Du für die Erziehung des Mädels verantwortlich bist, wenn Du es nicht möchtest. Der Vater hat das Mädchen zu sich geholt. Er trägt die Verantwortung für das Mädchen, nicht Du, also muß er doch vorher mit Dir abklären wie alles laufen soll und nicht nach dem Motto "die Alte macht das schon". Natürlich ist es für ein Familienleben wesentlich besser beide übernehmen Verantwortung, haben was zu sagen, aber das müssen natürlich auch beide wollen und kann nicht erzwungen werden. Nun wo Du vor vollendete Tatsachen gesetz worden bist, bleibt Euch nichts anderes übrig als dass Ihr Euch zusammensetzt. Du hast sicher klare Vorstellungen wie die Dinge laufen sollen. Er hat ganz klar Aufgaben, die er nun übernehmen muß. Feste Ziele ung Grenzen setzen. Ihr seid ein Paar und müßt Euch darüber unbedingt einig sein, sonst bleibt Ihr auf der Strecke. Egoistisch bist Du nicht. Diesen Part sehe ich eher bei Deinem Freund. Ich kann auch verstehen, dass das alles nicht einfach ist. Anders ist es, wenn man einem vier, fünf jährigen gegenübersteht, als einem pubertierenden Mädel. Da ist es schon schwieriger eine Beziehung zum Kind aufzubauen. Für das Mädchen ist es sicherlich auch nicht einfach, verstoßen von der Mutter, Wechsel der Haushalte, auch das Mädel muß lernen, Dich zu akzeptieren, aber das funktioniert ja schon ganz gut. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und dass Ihr es schafft zu einer Familie zusammenzuwachsen.

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8. November 2007 um 11:58

Ich glaube, da muß man verschiedene Dinge
anschauen. Ein Mädchen in diesem Alter sollte sich an einer Frau orientieren, die Mutter scheint das nicht zu wollen oder zu können.Dieses Kind gehört zu deinem Partner und war vor dir da. Er ist aufgefordert, sich um die Tochter zu sorgen. Ich kann dich verstehen, dass es nicht einfach ist, zu diesem eigenen KInd nun so ein Problemkind in diesem Alter zu haben. Versuch dich aber vielleicht auch mal in dieses Mädchen, auch noch Kind, hinein zu versetzen. Wie muß sie sich fühlen, bestimmt nicht gut. Sie ist nirgends willkommen. Vielleicht könnt ihr
es gemeinsam mit deinem Partner mit Hilfe
von einer Beratungsstelle schaffen. Du
schreibst ja auch, dass du einen positiven
Einfluß auf sie haben kannst. Du hast Recht,wenn du sagst, es kann nicht deine Aufgabe alleine sein. Weil auf einen Schlag
zwei Kinder,das geht ohne Unterstützung
nicht.Es gibt auch ganz tolle Einrichtungen
von Betreutem Wohnen, auch daran könntet ihr
denken, nur denke ich ist es wichtig, das
Mädchen nicht einfach nur abzuschieben. Ich
bin immer fürs Reden und das ist mit einer
14 Jährigen durchaus möglich, wenn man ein wenig versucht sie zu verstehen und nicht nur tadelt.
Ich wünsche euch alles Gute
Gruß Melike

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11. November 2007 um 16:33
In Antwort auf

Klingt ...
...im ersten Moment sehr egoistisch.
Und Dein Luettes? Warum hast Du es denn dann bekommen? Junge oder Maedchen?

Ihr muesst das auseinander dividieren, Dein Freund und Du. Grenzen setzen.
Vorher besprechen inwieweit wer wo wann zustaendig ist, nicht erst, wenn es dann Dir oder auch ihm zuviel wird,nicht erst wenn dann alles ploetzlich SCHe...e ist, weil Du offensichtlich ueberfordert bist.
Sie ist auch die Schwester von Deinem Baby. Binde sie doch dort bisserl mit ein. Bau` Vertrauen auf, scheinbar hoert sie ja schon Dir zu.

Sicher sind die Umstaende nicht die Besten. Doch versuche das Beste draus zu machen, Garantien gibt Dir keiner..fuer was?

Meine 13jaehrige lebt jetzt auch seit knapp `nem Jahr mit ihrem 10jaehrigem Bruder bei Papa mit dessen neuer Frau und fast 2jaehrigem Sohn, ich wuerde auch gerne mal Maeuschen spielen, doch andererseits auch lieber nicht. Ich haette sie lieber bei mir! Ich denke, da muss jeder mal mit rechnen, dass, wenn kids aus vorherigen Beziehungen da sind, diese vielleicht mal "auftauchen" und nicht nur zum am WE Eis schlecken bleiben.

Nun ja, diese Kinder haben in der Hirarchie vielleicht Vorrang, doch it`s your place und da gelten Deine Regeln, setzt euch zusammen an einen Tisch, macht Tagesablaeufe, Pflichten und Rechte klaeren, damit jeder zu seinem Recht kommt und alle in Frieden zusammenleben koennen.

Viel Glueck!
Charly

alles wird gut

Vielen Dank
für eure Antworten und Hilfe. Sie machen mir Mut es zu schaffen.
Habe einen "Wohnvertrag" mit Rechten und Pflichten abgeschlossen und
im Moment klappt es gut. Ich habe zumindestens die Einsicht des Mädchen dass sie es alleine von sich aus wollen muss, ein ordentliches Leben zu führen und sie mir auch entgegen kommen muss. Wir wollen es gemeinsam schaffen. Eure Tipps sind sehr wertvoll für mich.
Also dankeschön nochmals

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22. November 2007 um 17:03

Ich wurde auch "verstoßen"
Hallo,
deine Beschereibung passt sehr gut zu meiner Vergangenheit. Ich erzähle sie dir kurz:
Meine Mutter hat sich von meinem vate rgetrennt als ich 3 war. Dann hat meine Mutter nochmal geheiratet und 2 Kinder bekommen jetzt 10 und 8. Aber vor 4 Jahren hat sie sich auch von ihm getrennt und ist mit uns allen ausgezogen. Ich fand das echt gut denn ich wurde von ihrem EX Mann nur ignoriert. Angeblich habe es mal funktioniert zwischen uns, sie lernte ihn kurz nach der Trennung von meinem Vater kennen. Als aber mein 1 Bruder auf die Welt kam war ich für ihn Luft. Er ignoerierte und schikanirte mich total. Redete über mich als wär ich ein Stück Müll. Sprach mich am Schluss nicht mal mehr persönlich an. Das lief dann zb so ab : Er zu meiner Mutter: Du kannst DEINER Tochter mal sagen das sie mir bitte die Butter geben soll. Es war wirklich schlimm für mich.
Zu meinem Vater bin ich alle 14 Tage das WE hingenagen.

Als meine Mutter also nun auszig war ich richtig froh. Wir zogen sehr weit weg. Ich blieb zwar auf meiner Schule (es gab keine Nähere) musste aber über 2 Stunden mit dem Bus fahren. Freude wollten nicht mehr zu mir.
Irgend wann sagten meine Brüder dann das sie wieder zu ihrem Vater wollten, grund war angeblich das sie wieder in ihre alte umgebung wollten (er ist im Haus wohnen geblieben)
also zogen meine Brüder aus. Meine Mutter arbeitete den ganzen Tag und abends kam dann ihr neuer Freund den sie kurz nach der Trennung kennenlernte. Da war sie dann auch beschäftigt ....
Mein Vater hatte auch wieder geheiratet. Nach langen überlegungen zog ich zu meinem Vater. Seine Frau sagte damals nichts. Ich habe zu ihr eher ein Distanziertes Verhalten. Es gab auch tierischen Krach da sie es mit Ordnung und Essen nicht so ernst nimmt und ich doch wenigstens etwas gewöhnt war. Ich hatte permanent streß mit ihr. Mein Vater war in ihrer gegenwart auch total komisch. Ist er heute auch noch.
Es kam dann irgend wann dazu das ich mit 15 Jahren komplett alleine lebte. Ich musste meine eigene Wäsche waschen und bügeln, musste mir selbst essen kochen und war auf mich alleine gestellt. Hatte auch eine schwere Zeit habe mich geritzt und war total am Boden.
Naja auf jeden Fall wohne ich jetzt wieder bei meiner Mutter und meine Brüder.

Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass auch wenn die Tocher deines Mannes sich nicht so verhält wie du es gerne hättest. Nimm sie doch wenigstens liebenswürtig auf. Sehr wichtig finde ich aber auch dass, du mit deinem Mann redest. Er sollte auch mitreden. Gib ihr sooft du kannst das gefühl geliebt zu werden. Da sie es von ihrer Mutter nicht bekommt gebe du es ihr zumindest soviel du kannst. Vllt kannst du sie auch mal in die Pflege deines Kindes einbeziehen das heißt du könntest dich etwas erholen und sie würde mit dem Kind klarkommen.

Sorry ist einwenig viel geworden aber ich wollte dir echt nur sagen das es schon wichtig ist eine bezugsperson zu haben. Gib ihr einfach bitte so viel wie du von dir aus geben kannst.
Ich wünsche dir wirklich sehr viel Kraft.
Saskia

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