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Starke familiäre Probleme aufgrund des Vaters

13. Januar 2016 um 22:11

Hallo,

und zwar bin ich neu im Forum und möchte mich erst eimal vorstellen. Ich bin 20 Jahre alt und komme aus Hamburg und trage seit Monaten ein sehr starkes Stück mit mir, wo ich jetzt an meine Grenzen stoße und etwas Rat bräuchte....
Es geht darum, dass ich sehr, sehr stark mit meinem Vater zerstritten bin - meine Mutter ist es auch. Es gibt lediglich noch einen Bruder, der mit ihm problemlos klarkommt, wobei das auch eher flüchtig ist - es ist eher so ein neutrales Verhältnis.

Mein Vater war sein ganzes Leben immer auf Geschäftsreisen und in meiner ganzen Lebenszeit bis zum jetzigen Zeitpunkt sah ich in ca. nur 1 Jahr, was schon ein starkes Stück ist. Meine Mama hat uns großgezogen und sich um alles gekümmert gehabt. Mein Vater lernte meine Mutter auf einer Geschäftsreise kennen, wo damals meine Mama wohnte. Meine Mama kommt ursprünglich nicht aus Deutschland, wohnte aber vor der Ehe schon in Deutschland und lernte Stück für Stück langsam die Sprache.
Es gab in der gesamten Familiengeschichte, wenn er mal Zuhause war, nur Streit und Konflikte. Es ist so, dass er mit der Familie nie etwas unternahm. Er kam nach langen Auslandsaufenthalten nach Hause und zog sich in sein Zimmer zurück und demnach war auch abwesend - obwohl er Zuhause anwesend war.... Unternehmungen wie auf den Spielplatz gehen oder mit dem Sohn zusammen Fußball spielen, ins Schwimmbad gehen oder sonstige Sachen habe ich nie kennenlernen dürfen, weil er nie mit mir ging. Damals wollte er eine Runde mit dem Fahrrad fahren. Meine Mama sagte, dass er mich ja mitnehmen könne, dann können Vater und Sohn gemeinsam ne Runde fahren. Daraufhin sagte er dann sofort Ok, nein, ich fahr nicht mehr!. Tat schon weh, weil ich er sich irgendwie komplett aus dem Familienleben heraushält. Schon früh musste ich mir auch Beleidigungen, wie Hu***so**n, Wi***ser, Kana**e usw. usw. von ihm anhören - im Kindesalter von 7 Jahren...Weil mir ausversehen ein Glas Wasser oder eine Flasche Wasser runterfiel....

Ich hatte früher dann auch recht viel Konflikte in der Schule oder auch allgemein mit mir selbst, weil mich das irgendwie mitnahm, dass mein Vater so zu mir ist und ich quasi nie einen Vater hatte, weil er sich kaum für mich interessierte. Schulisch war ich gänzlich bis zur 8. Klasse schlecht, ging sogar auf eine Hauptschule. Mit dem 18. Lebensjahr erreichte ich dann aber einen Realschulabschluss mit einem 1er Schnitt. 1 Jahr war ich krank, 1 Jahr planlos, dann machte ich mich selbständig. Ich wohne nicht mehr Zuhause , aber vor meiner Selbstständigkeit gab es zwar auch schon familiäre Probleme - aber nicht solche Probleme, wie sie jetzt da sind. Ich habe vor einigen Monaten immer etwas Kontakt gehalten per e-Mail mit meinem Vater. Schilderte ihm sehr persönliche Dinge....Am Ende durfte ich von meiner Mama dann erfahren, dass er diese e-Mails an meinen Bruder weitergeleitet hat und die beiden sich dann darüber erfreuen und über mich herziehen....Ich offenbarte meinem Vater vor der Selbständigkeit schon, dass ich mich selbständig machen möchte in einem Bereich, wofür ich mich schon seit 5 Jahren interessiere und täglich darüber Lehrbücher und auch sonstiges Lernmaterial studierte....Dieser Bereich fasziniert mich auch und da wusste ich: Das will ich machen!
Daraufhin sagte mein Vater nur, dass ich es vergessen könne. Ich wäre doch nicht dafür gemacht und viel zu jung und ich hätte keine Ahnung und würde es sowieso nicht schaffen. Er bestand darauf, dass ich eine Ausbildung mache oder studieren gehe und somit noch das Abitur nachhole.

Nichts desto trotz ging ich meinen eigenen Weg und machte mich selbstständig. Die Firma lief die ersten Monate sehr, sehr, sehr gut. Seit einigen Wochen läuft es nicht mehr so gut, wie vorher, aber die Zeiten muss man überstehen. Als er dann davon Wind bekam, dass ich selbstständig bin, rastete er sofort aus. Er kam nach 2 Jahren wieder zurück nach Hause und schrie meine Mama sehr laut an und ließ seinen Frust über mich aus. Er wünschte mir den Tod, er wolle mir ein Paar Leute schicken, die mich kaputt machen, damit ich nicht mehr lebe und er hofft, dass ich ein Pen*** werde und auf den Boden falle - ich solle später nie wieder bei ihm ankommen, er hätte keinen Sohn mehr....Und noch andere Dinge durfte sich meine Mama anhören. Meine Mama war auch sehr schockiert und fragte ihm dann, wie er so sein kann zu seinem eigenen Sohn...Dann ging es soweit hinaus, dass ich mein Taschengeld was ich im Vorfeld bekam , zurückzahlen solle....Und all solche Schikanen.

Ich schrieb ihm schon einmal eine lange E-Mail, damit wir einen Weg finden und eine Lösung. Er antwortet aber dann nur mit Beleidigung und regt sich völlig über alles auf. Ich verstehe auch nicht wieso er ständig meine Mama dafür anmacht, denn wenn er ein Problem mit mir hat, dann bin ich der Ansprechspartner.
Ständig regt er sich Zuhause über alles auf und schiebt starke Hassparolen gegen ausländische Mitbürger (obwohl meine Mutter auch nicht gerade Deutsch ist....) und äußert zu allem mit einem lauten Ton seine Meinung und sein Verhalten ist dazu sehr aggressiv.In der Öffentlichkeit auf der Straße ist er aber ein ganz anderer Mensch. Bei Problemen oder Konflikten mit anderen Menschen ist er ganz ruhig und zurückhaltend - sogar sehr schüchtern.
Dazu ist er auch noch ein sehr geiziger Mensch. Sein Gehalt bezieht sich auf ca. 8500 Euro Netto im Monat. Meiner Mama gibt er lediglich nur 500 Euro und damit soll sie dann klarkommen. Urlaube oder sonstige Sachen sind somit kaum drin. Früher war das schon so eine Sache, weil wir mit 600 Euro auf 3-4 Personen auskommen mussten....Klar es gibt Leute, die auch nicht viel haben. Ich denke aber bei der Gehaltsgröße ist es doch möglich weitere Sprünge zu machen, sodass man nicht gerade so streng auf das Geld guckt.

Ein Auto hat er nicht, da er nie Zuhause ist, daher fährt er meistens mit dem Zug. Dort holt er sich eine Fahrkarte für eine Strecke - versteckt sich auf dem WC, damit der Schaffner die nicht abstempeln kann und er somit die Fahrkarte nochmal benutzen kann. Seine Klamotten holt er bei den günstigsten Läden und trägt oftmals Hosen, die über mehrere Jahre halten müssen und nur einmal im Jahr gewaschen werden, weil er Angst hat, dass die schnell kaputtgehen - auf sein Eigengeruch achtet er dabei aber nicht....Also er spart an jeder Ecke, wo es geht. Wenn jemand etwas besseres hat, dann bricht er sofort in Wutanfälle aus und wird sehr, sehr schnell eifersüchtig.
Mit meiner Mama hat er vor der Ehe einen Ehevertrag aufgesetzt, was Unterhalt sowie Zugewinn beiderseits nach der Ehe unmöglich macht. Daher stitzt meine Mama das aus, weil er sowieso selten Zuhause ist, weil sie nicht zum Sozialamt rennen möchte und davon abhängig sein möchte. Ihr Beruf / Ausbildung wird in DE leider nicht anerkannt. Sie spricht perfekt Deutsch, aber trotzdem treten oft Barrieren auf. Also bei ihr ist es auch alles dann nicht so einfach und daher verzichtet sie lieber wegen diesen Aspekt auf die Scheidung.

Ja....nun frage ich mich: Was soll ich machen? Ich mein.... Ich habe mehrmals versucht mit ihm zu reden. Eine Lösung zu finden und zu wissen, woran es liegt und wie man alles bessern kann. Leider kann man mit ihm nicht reden, da er sofort aggressiv wird und laut rumschreit und nicht sachlich bleibt oder er sein Recht um jeden Preis möchte und Kritik nicht abkann. Mich stören die Familienverhältnisse aber schon.....Nur..... was kann ich jetzt noch machen?

Viele liebe Grüßen und entschuldigung für den langen Text....

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19. Januar 2016 um 21:06

Schwierige Situation
Das tut mir sehr Leid und kommt mir auch leider sehr bekannt vor.
Wenn dein Vater nicht reden möchte, wirst du auch nicht mit ihm reden können. Auch wenn du nur Angelegenheiten regeln oder dich aussprechen möchtest. In der Theorie ist das einfach, aber bei manchen Menschen geht das einfach nicht.
Um sich auszusprechen, müssen beide Gesprächspartner dazu bereit sein, etwas an der Situation zu verändern. Das ist ja offensichtlich nicht der Fall.

Mir ging es genauso. Deswegen ging es dann (mit viel Überzeugungskraft gegenüber dem Vater) zur Familientherapie. Das half natürlich auch nicht, da er sich nicht aussprechen wollte und stattdessen nur den anderen Schuld in die Schuhe schieben wollte. Die Therapie wurde daher nach einer halben Sitzung abgebrochen. Die Therapeutin war sprachlos.

So wie es aussieht sind dir im Moment die Hände gebunden. Selbst wenn du helfen oder etwas ändern möchtest, wird das kaum möglich sein. AUSSER es kommt Einsicht von deinem Vater und endlich die Bereitschaft zu reden. Es kann sein dass er in einem Jahr dazu bereit ist, oder auch nie.

Meine persönliche Meinung, der du nicht zustimmen musst: Ich würde dir raten dich aus diesen giftigen Verhältnissen zurückzuziehen. Hilf dir selbst, als auch deiner Mutter und allen anderen Familienmitgliedern, die unter deinem Vater leiden. Eine Schlichtung / Aussprache mit deinem Vater scheint so nicht möglich zu sein. Bitte lass dich aber davon nicht herunterziehen. Unternimm was mit deiner Mutter und hab Freude am Leben. Lass dich nicht vom Hass deines Vaters herunterziehen!!!!
Alles Gute!

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