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Stark cholerische mutter

12. Juli 2006 um 14:57 Letzte Antwort: 14. Juli 2006 um 17:59

hallo,
hat jemand erfahrungen mit cholerischen menschen gemacht bzw. ist jemand mit einem cholerischen elternteil aufgewachsen?
zb ist der choleriker nett und von einer minute zur anderen ist er/sie ein total anderer mensch voll mit hass, wutausbrüchen und schlimmen unterstellungen wie zb das er/sie sich umbringen sollte damit ihr glücklicher seit und so ein ähnlicher mist das die person dir unterstellt du würdest sie total hassen? und immer wird dir psychisch ein schlechtes gewissen eingeredet? du hasst deinen bruder du wolltest jedesmal das ich ihn schlage und nur deshalb hab ichs gemacht!! kennt jemand so etwas in der art? ist das 'NUR' cholerisch? bei kleinigkeiten flippt die person aus und wird total wütend/hat sich nicht mehr unter kontrolle sachen fliegen durch die gegend, türen knallen, tische und stühle werden umgehauen. was mir aber am meisten zu schaffen macht ist das es mir so vorkommt als wären zwei verschiedene personen in einer?
bitte um austausch von erfahrungen
was noch seltsam ist , ist das sie von anderen menschen immer als sehr nett gesehen wird auch engere verwandte und bekannte. bei mir zeigt sie sich so bzw. lässt das aus
lg und danke für jede antwort

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12. Juli 2006 um 23:03

Cholerisch? Da ist mehr ...
Hallo Annamary,

was Du hier schilderst von Deiner Mutter weist nicht nur einen "cholerischen" Charakter auf. Ein Choleriker braust mal auf, er schreit rum, beruhigt sich aber auch sehr schnell.

Wenn jemand mit Selbstmord droht innerhalb der eigenen Familie, um etwas zu erreichen, dann liegt definitiv eine Persönlichkeitsstörung vor.

Deine Schilderungen legen die "histrionische" Persönlichkeitsstörung nahe, im Volksmund auch besser bekannt unter Hysterie. Hysterie wird oft Frauen zugeschrieben (leider), aber auch Männer können davon betroffen sein. Nun haben wir es mit Deiner Mutter halt mit einer Frau zu tun )

Wenn jemand so agiert, ist das eigene Selbstwertgefühl zutiefst gestört. Hier wird Anerkennung im Außen gesucht, alle Anderen werden manipuliert um sie zu dem Verhalten zu bringen, dass die Hysterische braucht: ANERKENNUNG !

Das Paradoxe daran ist, dass man sich von solchen Erpressungsversuchen wie der (vermeintlichen) Drohung mit dem eigenen Selbstmord absolut distanzieren muss.

Ich unterscheide hier zwischen wirklicher Selbstmordgefährdung (die wird dann nicht so ausdrücklich und manipulativ geäußert, da nimmt einfach einer sein Auto und fährt auf die Autobahnbrücke, springt hinunter) und dem, was Deine Mutter macht:

Sie will unterwerfen. Sich selbst erhöhen. Anerkennung finden.

Ich empfehle Dir

Heinz-Peter Röhr
Die Angst vor Zurückweisung - Hysterie verstehen.
ISBN 3-530-40188-0

Liebe Grüße
Cantadora44

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13. Juli 2006 um 8:40

Hallo
Hallo,

ich kenne zwei Personen in meinem Umfeld, bei denen es ähnlich ist.
Mit dem einen ist ein wunderbares auskommen, seitdem er trocken ist. Seine Anfälle waren immer an den Alkohol gekoppelt. Jetzt kann man prima mit ihm reden ohne dass er ausflippt (vorher war nach ca. 2 Sätzen der Anfall parat).
Daher würde ich dir erstens raten, nachzudenken, ob Alkohol im Spiel sein könnte.

Die 2.Person ist meine Mutter. Ich denke nicht, dass sie cholerisch ist, aber extreme PMS hat. Das war ein ewiges auf und ab. So wie du es auch beschreibst. (Seitdem sie in den Wchseljahren ist, ist sie deutlich ruhiger geworden )
Wie du damit umgehen kannst?
Also ich hab meistens schon bemerkt, wenn sie mal wieder ganz übel drauf war. Habe sie dann eben nicht gefragt, ob ich weg kann etc. weil ich die gebrüllte, schimpfende Antwort ja eh kannte. Bin ihr in solchen Momenten aus dem Weg gegangen. Da sie auch ungemein verletztend werden konnte.
Ich denke aber, dass dennoch sie am meinsten darunter leidet. Weil sie auch oft danach -nicht verbale wohlgemerkt- "Versöhnungsangebote" gemacht hat. Oder dann noch schlechter drauf war, nach einem Ausbruch.
Als ich ausgezogen bin, und ich sie seltener sah, wurde es von mal zu Mal besser, da sie sich ja immer auf die Begegnung einstellen konnte.

Da es hier ja scheinbar auch um deine Mutter geht, würde ich zunächst beobachten, ob die "Anfälle" zyklisch kommen oder generell vorhanden sind. Es stellt sich auch die Frage, inwieweit deine Mutter frustriert ist, und dadurch ihre Aggresionen auslassen muss (Dampfkessel explodiert). Für eine eigentlich kontrollierbare Aggression spricht auf alle Fälle, dass sie sich im Alltagsumfeld beherrschen kann. Und es nur an "ihrem Blut" auslässt. das ist ja auch ganz typisch. Wie bei Männern, die Lämmmchen sind aber ihre Frauen demütigen. Es sind oft die nahestehendsten, die betroffen sind.

Schau, ob du und der Rest der Famile (?) sie auf irgend eine Art entlasten kannst. Vielleicht ganz zögerlich mal fragen, warum sie immer ausflippt (aber DAS weiß sie ja selber!). Und ansonsten aus dem Weg gehn, soweit möglich und warten bis der Sturm vorbei ist.

Lg

Carla

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14. Juli 2006 um 17:59

Hallo
Also wenn ich deinen Beitrag lese kommt es mir so vor, als würdest du meine Mutter beschreiben.
Ich bin 23 und bald fertig mit der Uni, wohn also nur noch halb zu Hause. Während des Semesters bin ich eben an der Uni, in den Ferien zu Hause bei meiner Mutter und ihrem Freund. Ich lebe eigentlich nur noch da, weil ich finanziell abhängig bin (ja, ich könnte auch neben der Uni arbeiten, aber dann würde ich doppelt so lange brauchen um fertig zu werden) und weil der Rest meiner Familie es nicht verstehen würde, wenn ich ausziehen würde. Im Frühjahr war es soweit, da bin ich einfach weg zu meinem Freund, und dan nhat die ganze Familie einen Aufsatnd gemacht, von wegen so was schicke sich nicht, etc. Ich häng sehr an meiner Oma, und ihr ging es sehr schlecht dewegen, deshalb nin ich dann nach en paar Monaten wieder zurück. Sobald ich fertig bin mit der Uni und einen Job hab bin ich weg...
Wegen jeder Kleinigkeit wird sie total wütend und macht mich total fertig. Ob es nun ein kleiner Fleck im Vorhang ist, eine Freundin, die mir ihr Auto leihen will, oder einfach wenn ich nicht ihrer Meinung bin oder einen ihrer (manchmal wirlich sinnlosen) Vorschläge nicht akzeptiere, flippt sie total aus. Das kann dann wirklich Stunden dauern, bis hin zu mehreren Tagen. Es geht sogar so weit, dass sie nach einem Streit, der am Nachmittag war, mitten in der Nacht in mein Zimmer kommt, wenn ich schon lange schlafe, und noch mal von vorne anfängt.
Jedesmal droht sie mit Selbstmord, mittlerweile bin ich soweit dass ich ihr sag sie sollte es doch nur machen, dann hötte ich meine Ruhe, und sie würde sich ja sowieso nicht trauen.
Sie wirft mir vieles vor, z.B. dass sie sich von meinem Vater hat scheiden lassen, dass ihr erster Freund nach der Scheidung sie verlassen hat, etc., obwohl ich damit echt gar nix zu tun hatte. Mit meinem Vater hatte ich nie eine gute Beziehung bis vor etwa 2 Jahren. Seitdem hat er mir sehr geholfen, eigentilch in allen Lebenslagen. Wenn er auch mal schlecht gelaunt ist, entschuldigt er sich wenigstens danach, er ist nett und respektiert mich. Meine Mutter kann das überhaupt nicht leiden. Sie sieht es als Verrat an ihr, wenn ich mit meinem Vater mal essen gehe oder so.
Naja, eine wirkliche Lösung habe ich noch nicht gefunden. Meine Freunde sagen mit ständig, ich sollte mich mal um mioch kümmern, anstatt meiner Mutter, die mich nur fertig macht, alles recht zu machen. Aber sie tut mir halt leid und ich tu es auch meiner Oma wegen. Mal sehen wie das noch wird...

Eigentlich wollte ich dir nur sagen, dass du nicht alleine bist...
Viel Glück und Geduld ,
lg, Vermelha

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