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Sozialverhalten 1. Klasse

2. September 2017 um 8:03

Hallo zusammen,

mein Sohn (6) wurde vorgestern eingeschult. Wir (einschließlich mein Sohn) hatten uns sehr auf den Tag gefreut - mein Sohn war allerdings schon vorher relativ unaufgeregt, nach dem Motto, "ich geh jetzt halt in die Schule". Das fand ich bis dahin auch okay.

Vorgestern war es dann soweit und ich bin nach den zwei Tagen ziemlich ernüchtert und fühle mich hilflos.

Hier die Vorgeschichte: in den letzten Monaten hatte mein Sohn häufig Probleme Kontakte zu schließen weil niemand mit ihm spielen wollte. Warum die Kinder nicht mit ihm spielen möchten kann ich schon auch irgendwo verstehen - mein Sohn versteht das aber leider nicht. Er ist sehr aufdringlich in seinem Verhalten, wenn er in eine größere Gruppe Kinder dazustößt verhält er sich sehr aufgedreht, albert herum (pups, kack, furz, ich stopf alles in mich rein) und merkt überhaupt nicht dass er die anderen Kinder damit verschreckt. Dazu ist seine Frustrationstoleranz gleich null. Wenn ihn jemand nur aus versehen anrempelt, schupst er direkt oder haut auch mal. Wenn die anderen Kinder nicht mit ihm spielen möchten ist er natürlich sehr traurig und versteht selbst nicht richtig woran es liegt. Ich versuche es ihm zu erklären ohne ihn nieder zu machen aber er versteht es einfach nicht und sein Verhalten bleibt gleich.

Zurück zur Einschulung: der erste Tag war soweit schön bis er dann aus der Klasse kam, sein erster Kommentar war direkt, dass es langweilig war. Als ich ihn dann fragte was sie denn gemacht haben, erzählte er dass jeder sagen sollte was er/sie schon besonders gut kann. Er erzählte dann auch, dass er zum Abschluss gesagt hat "und natürlich furzen" - ich kann ihn mir richtig vorstellen wir er da ganz hinten gelangweilt auf seinem Stuhl sitzt und sowas sagt und meint es sei lustig. Das hat mich direkt ziemlich entmutigt. Ich habe aber versucht dem nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken und erstmal ruhig zu bleiben weil es ja nur ein dummer Kommentar war.
Gestern dann der zweite Tag: ich habe ihn um 13 Uhr von der Schule abgeholt, dieses mal erzählte er auch dass es toll war. Auf dem Schulhof trafen wir dann eine andere Mutter mit ihrem Sohn. Die Mutter ging auf uns zu und wir kamen ins Gespräch. Mein Partner fragte die Kinder dann "Hattet ihr Spaß an eurem ersten Tag?". Daraufhin sagte der andere Junge: Ja, und der Elyas (mein Sohn) hat nur Quatsch gemacht und andere Kinder gehauen". Diese Situation war mir extrem peinlich, man will natürlich Kontakte knüpfen und in dem Moment habe ich gemerkt, dass es einfach schon wieder total falsch läuft. Wir haben dann danach mit ihm darüber gesprochen und er hat die Situationen berichtet. Ich muss mich schütteln wenn ich mir vorstelle wie er sich direkt am zweiten Tag verhalten hat: Keine Ehrfurcht, kein Respekt vor einer komplett neuen Situation. Er weiß gar nicht was er sich mit seinem Verhalten versaut.

Mein Sohn ist natürlich nicht immer so. Er kann so vieles gut und wenn er zu Hause in Ruhe spielt macht er das so toll. Er will es aber immer allen zeigen und macht sich teilweise einfach zum Affen.

Ich weiß nicht ob ich das jetzt verständlich dargestellt habe. Vielleicht kennt ja sogar jemand eine ähnliche Situation/Phase (Ich hoffe, dass es eine Phase ist!!!) Ich habe einfach das Gefühl, wenn wir jetzt nicht eingreifen, kriegen wir echte Probleme mit ihm.

Deswegen meine Fragen: Kennt jemand ähnliche Verhaltensweisen? Habt ihr Tipps/Ideen wie wir damit umgehen können? Was kann ich ihm sagen damit er versteht, dass es besser ist sich eine Situation erstmal anzuschauen und abzuwarten was passiert? Damit er versteht, dass jetzt die Zeit ist Freunde zu finden (Dazu kommt, dass wir erst vor kurzem umgezogen sind und er in der Schule niemanden kennt - viele andere Kinder in seiner Klasse aber auch)?

Vielen Dank schon mal für eure Antworten!!!

LG

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2. September 2017 um 8:22

Kenn ich vom Großen. 
In der 1. Klasse nur gekaspert. Er wusste nicht, wie er mit den anderen in Kontakt treten soll und es kam gar nicht gut. Es wurde immer schlimmer, denn die Kinder beschwerten sich. So umarmte er z.B. alle Jungs. Er konnte einfach nicht verstehen, dass es für diese unangenehm ist. Auch rannte er wohl einmal fröhlich mit einer Eisenstange auf Kinder zu, da er mit ihnen spielen wollte. Er hat nicht gecheckt, warum alle so entsetzt sind. Wir gingen in eine gute KJP, denn ich hatte meinen Verdacht, der sich bestätigt: Asperger Autismus.
Trotz der Diagnose waren er und auch ich ziemlich isoliert. Die Eltern reden und die Blicke merkt man. DA kann man nichts machen und ich war dann eben auch gehemmt.
Sehr schlimm war die 4. Klasse. Er hatte einen Einzelplatz direkt vorm Lehrerpult. Anschluss hatte er gar nicht mehr.
Jetzt geht es aufs Gymnasium. Die Lehrer dort freuen sich auf ihn, denn er ist nicht das einzige Kind, das in dieser Richtung ein Problem hat. Die Klasse ist extra klein und die Lehrer sind geschulter.
Zu deiner Situation:
Schau genau hin, ob dein Sohn provozieren will oder ob er die Situationen wirklich nicht rafft. Ev. hilft euch dann wirklich eine Abklärung in einer guten KJP

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