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Sorge um die Mutter - Irgendetwas läuft verdammt schief

11. November 2011 um 14:25

Hallo Zusammen,

ich möchte einfach mal meine Gedanken an neutrale Personen loswerden:


Es geht um meine Mutter und eigentlich auch um meinen Bruder.

Meine Mum hat mich (23) und meinen Bruder (25) alleine großgezogen.
Meine Eltern haben sich schon sehr früh getrennt (ich war ca. 3 Jahre) was aber so nie das Problem war.
Sie sind zwar nicht die besten Freunde, können aber auch Spaß an Familiengeburtstagen usw. haben.

Mein Vater hatte schon einige Freundinnen bzw. mitlerweile seine 3. Frau.
Meine Mutter hingegen war sehr lange alleine.

Vor einigen Jahren hat sie sich dann neu verliebt. Allerdings ein ganz schöner Griff ins Klo.
Der Kerl hatte nicht mal sein Leben im Griff.
Er hatte keine Arbeit und lag mehr oder weniger nur im Bett und hat gekifft. (Meine Mutter allerdings nicht!)

Da meine Mutter auch nie eine Ausbildung gemacht hat, hält sie sich seitdem wir in die Grundschule gegangen sind mit einigen Putzjobs über Wasser.
Dementsprechend konnten wir uns nie viel leisten. Dazu gehört auch die Wohnung.
Damals lebten wir so zu viert in einer 3 Zimmer Wohnung, wobei meine Mutter und ihr Freund das Wohnzimmer nutzen. Dieses war durch Durchbrüche mit dem Essbereich und der Küche verbunden.
Weil die beiden natürlich nicht wollten, dass wir alles mitbekommen ( wenn sie Besuch hatten, er mal wieder gekifft hat usw. was alles mehrmals täglich war) haben sie die Türe zum Flur und somit zu unseren Zimmern geschlossen.
Somit fing alles an

Wir haben meist das Essen alleine in unseren Zimmern gegessen, viel TV geschaut und waren halt die meiste Zeit für uns.
Zu dieser Zeit war ich ca. 11 Jahre und habe angefangen sehr, sehr viel Zeit mit einer damaligen besten Freundin zu verbringen.
Ich habe mehrmals in der Woche bei ihr geschlafen und bin mit ihr und ihrer Familie in den Urlaub gefahren usw.
Mein Bruder hingegen hat sich sehr für sich zurückgezogen.
Das Verhältnis zu dem Freund meiner Mutter war auch nicht so gut, da er leicht reizbar war und in meinen Augen einfach kein Gespür für kindliche Bedürfnisse hatte.

Mein Bruder ging auf die Hauptschule und fing an fast täglich zu schwänzen.
Das hat sich natürlich auf die Noten bemerkbar gemacht und er hat sich den Abschluss versaut.
Er besuchte dann eine extra Schule die auf solche Fälle spezialisiert ist und schaffte mehr schlecht als recht seinen Abschluss.
Zu dieser Zeit habe ich auch gerade meinen Realschulabschluss gemacht.
Mein Bruder hat danach fast 3 Jahre lang nichts gemacht.
Er war nur zu Hause an der Playstation oder am PC, beteiligte sich nicht am Haushalt oder sonst an allgemeinen Tätigkeiten die der Gemeinschaft dienten.
Er war und ist sehr unordentlich. Lässt benutze Teller, Gläser etc. unter Wäschehaufen verschwinden, putzt sich nicht die Zähne oder kümmert sich von alleine um Finanzen, Zukunft oder, oder.

In der Zwischenzeit trennten sich meine Mutter und ihr Freund, der zurück in die Tschechei ging, dort heiratete und selber Kinder bekam.
Er hat meine Mutter sozusagen verlassen um eine eigene Familie zu gründen.
Seitdem ist meine Mutter auch alleine.

Ich habe meine Abitur gemacht und eine Ausbildung angefangen.
Gleichzeitig hat mein Bruder einen Ausbildungsplatz in einer kleinen Familienmetzgerei gefunden und es ging langsam vorwärts mit seiner Entwicklung.

Bis dahin war es ein richtiges Theater.
Tausende Gespräche mit mir, meinem Vater, Mutter .. haben ihn nicht dazu gebracht sich von alleine um etwas zu bemühen. Aber es hat ja zum Glück eine Bewerbung geschafft ihn in das Arbeitsleben zu führen.

Als wir dann im ersten Ausbildungsjahr waren, fingen die richtigen Probleme mit meiner Mutter an.
Sie sagte, dass die Nachbarn unter uns schlecht über sie und später auch über uns reden.
Mit der Zeit kamen die anderen Nachbarn dazu und meine Mutter fing an zu behaupten, dass wir Kameras in der Wohnung haben, die mich beim Baden filmen und sie belauschen und die Nachbarn sich das abends anschauen und über sie reden.
Die Gerüchte die sie meinte zu hören gingen soweit, dass die Nachbarn alles im Internet verkaufen würden, ich bzw. meine Mutter Anschaffen gehen würden, wir mit Drogen handeln und und und.
Meine Mutter wollte unbedingt ausziehen. Weg von den Nachbarn und weg von der Wohnung (als wir damals eingezogen sind, verstarb kurz darauf ihre Mutter und dann der Vater. Seit dem Tod der beiden besteht auch kein Kontakt zu der Seite der Familie, da alle Schuld auf meine Mutter geschoben wurde, was Grabpflege usw. betrifft, obwohl sie die einzige aus einer anderen Stadt ist und nicht mobil ist).

In ihrer Verzweiflung hat sie die erstbeste Wohnung gemietet.
Ich habe ihr vertraut und sie mir erst angeschaut als sie den Vertrag unterschrieben hat.
Und dann der Schock schöne Wohnung, aber nur 2 Zimmer.
Ich habe ihr gesagt, dass ich da nicht mit einziehen werde und mir so lieber was eigenes suchen würde.
Das wollte sie aber nicht, da ich ja noch in der Ausbildung war und sie sich schuldig fühlte.
Ich fand dann gegenüber, mitten in der Stadt, eine sehr günstige 3 Zimmer Wohnung. Zwar nicht schön aber günstig. Auch was die Verbindung angeht, da mein Bruder und meine Mum keinen Führerschein haben und ich kein Auto.
Wir zogen also um.

Eine Zeit lang gingen ihre Phantasien weiter und ich habe alles versucht um ihr auch klar zu machen, dass das was sie sagt nicht möglich sein kann und ihr einen ganz schönen Packen mit Argumenten und Beweisen vorgelegt.
Zeitweise hatte ich sogar richtig Angst ins Bett zu gehen, da sie so in der Art wie geschlafwandelt hat und mir in dem Zustand was von Drogentoten (Nachbarn) erzählt hat.
Mein Onkel und meine Tante (väterlicherseits) waren in der Zeit oft für uns da und wir haben uns überlegt was man so machen könnte. Wir kamen zu dem Schluss, dass sie einfach überfordert ist mit den Sorgen um uns (mehr mein Bruder), dauerhaften Geldproblemen und dem eigenen Leben, vor allem der Vergangenheit.
Ich habe versucht sie in allem zu unterstützen, wobei mein Bruder hingegen lieber alles zumüllte und vor dem PC saß.
Es ging dann auch soweit, dass meine Mutter so eine Art Abschiedsbriefe schrieb.
Sie bildete sich auch ein andauernd verfolgt zu werden.

Eines Tages hat sie die Briefe in der Badewanne in einem Kochtopf verbrannt ( ich habe die Fetzen gelesen und wusste dass es Abschiedsbriefe waren).
Ab da nahm ihr Verfolgungswahn und Gedanken vom Abhören ab.
Sie wurde kampflustig.

Was auch nicht schön war, denn in jedem und allem sah sie was Schlechtes.
Es gab Stress mit der Versicherung, Konzertkarten, die für meinen Onkel zum Geburtstag waren wurden nicht gezahlt bzw. zurück gebucht, da meine Mum den Firmennamen nicht kannte und solche Sachen.
Zu den Konzertkarten muss ich sagen, dass ich sie bestellt habe, die Kosten von ihr abgebucht wurden, sie sich das Geld zurückholte und ich zufällig per E-Mail alles herausfand, da ja meinen Adresse angegeben wurde.
Ich habe ihr den Briefkopf auf dem der Firmenname stand vorgehalten und sie fühlte sich trotzdem im Recht.
Erst nachdem ich die Karten komplett von meinem Geld gezahlt habe und mein Onkel dort war ohne Probleme zu haben, gab sie mir ihren Anteil zurück.
Solche Sachen kamen öfter vor, wobei ich nicht alles sagen kann, da sie ja nicht alles erzählt.
Diese Kampfeslust besteht noch heute bei ihr.

Zurück zu meinem Bruder:
Ende des 2. Ausbildungsjahr hat er mein Mädchen kennen gelernt. Sie war knapp ein Jahr jünger als ich und hatte sehr viele Probleme.
Es ging soweit, dass sie kurze Zeit nachdem er mit ihr zusammengekommen ist in die psychatrische Anstalt musste.
Er besuchte sie dort täglich, egal bei welchem Wetter (eine Fahrt hin und zurück ca. 2 Std.).
Vorher wohnte sie in einem betreuten Wohnen und nachdem sie entlassen wurde konnte sie nicht mehr zurück.
Was passierte? Sie kam zu uns!

Damit wurde noch alles schlimmer.
Die Freundin von meinem Bruder versuchte uns gegenseitig auszuspielen. Log unglaublich viel und dazu noch gut und lebte wie ein weiterer Parasit bei uns ganze 3 Monate.
In ihr hatte meine Mum einen neuen, richtigen Feind gefunden.
Es war nicht so als hätten sie sich gegenseitig gehasst oder gestritten, aber meine Mutter wusste, dass sie nicht ehrlich war und hatte sie dauernd unter Beobachtung.
Da fing dann auch die Zeit an, dass meine Mum ihr Wohnzimmer und ich meines abschließen mussten., denn vorher verschwanden des Öfteren meine Schuhe oder Jacken, die nie wieder auftauchten.

Vater Staat finanzierte der Freundin dann nach einiger Zeit eine eigene Wohnung und mein Bruder war nur noch bei ihr.
Das war mir und meiner Mutter ganz recht, denn in der Zeit, in der die beiden bei uns waren haben sie sein Zimmer so versaut, dass sogar die Bücher geschimmelt haben und man manche Lebensmittel nicht ansatzweise identifizieren konnte. Und jaaaa.beide haben dort geschlafen!
Es war richtig ekelhaft.
Aber da ab einem gewissen Alter Sanktionen so nichts mehr bringen und Bitten, Betteln, reden und was weiß ich sowieso nicht, haben meine Mum und ich einen Urlaubstag zum Aufräumen geopfert.

Und dann kam der Hammer:
Die Freundin von meinem Bruder wurde schwanger.
Ich wusste, dass das von den beiden geplant wa,r auch wenn mir sonst keiner glaubte.
Aber nur so als Zusatzbemerkung - vor einigen Monaten haben es beide zugegeben.
Mit Ach und Krach und einem halben Jahr Verzögerung schaffte mein Bruder seine Ausbildung, das Kind kam zur Welt und mein Bruder wurde arbeitslos.
Alles fing wieder von vorne an

Mein Bruder hat keine Bewerbungen geschrieben, hat es nicht geschafft sich anständig arbeitslos zu melden und bekam so kein Geld, saß nur bei uns vor dem PC, da die beiden ja keinen hatten und er offiziell noch bei uns wohnte usw. usw. usw.
Seine Freundin ging ihm andauern fremd (auch als sie schwanger war) und mitlerweile sind sie mal wieder getrennt, aber dafür auch schon so lange wie noch nie zuvor.

Vorher hat sie und ihre Mutter es aber noch geschafft für ihn eine Bewerbung zu schreiben und abzugeben. Durch etwas Vitamin B und ganz vielen lieben Leuten, die sich um ihn sorgten, hat er seit diesem Monat wieder einen Job.
Sitz trotzdem nur vor dem PC und lässt überall Müll und Dreck liegen. Aber dazu muss ich sagen, nicht mehr so schlimm wie zuvor.

Meine Mutter hingegen arbeitet den ganzen Tag.
Sie geht in 3 verschiedenen Einrichtungen putzen und ist meist erst um 23 Uhr wieder zu Hause.

Mein Bruder war fast ein Jahr lang hauptsächlich bei seiner Freundin und das passte mir ganz gut, da hier endlich mal Ordnung und Ruhe herrschte.
Ich war ja schon mit meiner Ausbildung fertig und besuche abends die Abendschule 3 mal die Woche.
Meine Mutter hat erst seit ca. 3 Monaten zwei Putzstellen dazu bekommen. Vorher hatte sie nur eine und somit auch extrem wenig Geld.
Seit Herbst letzten Jahres, also ca. seit einem Jahr, zahle ich neben meinen normalen Anteil der Miete von 250 auch alle Einkäufe. Darunter fallen Lebensmittel, Hygieneartikel, Weihnachtsgeschenke, Geburtstagsgeschenke, das Essen und die Getränke für die festlichen Tage und was halt alles so anfällt bis auf Telefonrechnung usw..
Es war eine Zeit lang für mich so kein Problem habe sie dann aber immer öfter darauf angesprochen. Jetzt hat sie ja wieder mehr Arbeit und somit mehr Geld.

Aber ich zahle noch immer alles. Ich weiß nicht genau warum, denn sie sagt mir ja nie etwas.
Dazu kommt noch, dass mein Bruder ja wieder da ist und auch keinen Cent hat. Erst mit seinem ersten Gehalt kann er wieder etwas beisteuern.
Mitlerweile kontrolliere ich sogar heimlich die Kontoauszüge meiner Mutter, weil ich mir einfach nicht erklären kann, dass sie jetzt noch immer so knapp bei Kasse ist.
Dadurch habe ich dann auch gesehen, dass sie spart um aus dem Minus zu kommen.
Ist ja auch vollkommen o.k.
Allerdings hatte ich ja auch die Probleme mit den Versicherungen angesprochen.
Seit langem schneien Haufen von Briefen bei uns ein, alle von dieser Versicherung, die meine Mutter ungeöffnet sammelt.
Es kamen immer mal wieder irgendwelche Briefe an, auch von Inkasso - Firmen usw. und ich mache mir richtige Sorgen, dass hier was richtig schief läuft und ein böses Ende nehmen wird.
Auch ist mir aufgefallen, dass sie gar keine Versicherungen mehr zahlt, sondern diese ihr Geld überweisen. Ich vermute irgendwelche Auszahlung evtl. ihrer Lebensversicherung, da sie mal gesagt hatte, dass sie mit denen nichts mehr zu tun haben will.

Wenn ich versuche mit meiner Mutter zu reden, sagt sie mir nur sie regelt das alles schon und sie hat alles im Griff.
Schlimm an der Sache ist auch, dass ich mich nicht immer alles traue zu sagen, was in Richtung Vorwürfe oder ähnliches interpretiert werden könnte, da ich die Angst habe, dass sie wieder in so eine Art der Psychose wie in der alten Wohnung fällt.

Durch das viele arbeiten hat sie auch sehr stark abgenommen.
Seit Jahren ist bei uns auch nicht mehr so viel mit Kochen oder Hausputz.
Meine Mum ist in so einer Art dauerhaften Winterschlaf.
Sie schläft wirklich sehr viel und sitzt viel in dem Wohnzimmer und träumt vor sich hin.
Bis auf eine Arbeitskollegin hat sie soweit ich das weiß auch keine Freunde und wenn ich dann mal da bin, werde ich auch direkt mit allen Themen von Arbeit und Alltag von ihr überfahren. Das lässt mich ja darauf schließen, dass sie auch nicht viele Menschen hat, denen sie so etwas erzählen kann.

Im Moment sieht es also so bei uns aus, dass mein Bruder arbeiten geht und sonst vor dem PC hockt, meine Mutter nur arbeiten geht und am Wochenende mal putzt und sonst nur auf der Couch sitzt tja und ich gehe arbeiten, 3 Abende direkt nach der Arbeit zur Schule (bin dann erst so um 21.30 zu Hause), an meinen freien Tagen gehe ich Einkaufen, putze die Wohnung, mache die Wäsche etc. und koche, damit meine Mum nicht noch mehr abnimmt.
Aber ich habe ja noch ein Privatleben.
Und sobald ich die Möglichkeit habe bin ich hier auch weg. Ich bin viel bei meinem Freund und mit Freunden unterwegs.

Es ist auch von allen geplant, dass sich im kommenden Frühjahr unsere Wege trennen.
Das heißt jeder sucht sich eine eigene Wohnung.
Um mich mache ich mir da auch gar keine Sorgen und mein Bruder muss sehen, dass er sein Leben auf die Reihe bekommt, aber meine Mutter macht mir Sorgen.

Ich weiß nicht ob diese Wahnvorstellungen komplett weg sind oder sie nur gelernt hat diese vor uns zu verbergen.
Finanziell kann ich sie überhaupt nicht einschätzen und das Problem ist, dass meine Mutter noch nie der Typ war um Hilfe zu Bitten.
Sie zeigt gar nichts und sagt nicht. Man sieht ihr die Sorgen auch ganz schlecht an und sie reagiert immer mit den gleichen Worten und ganz gelassen auf Nachfragen.

Ich verdiene nicht schlecht und trotz, dass ich wirklich sehr viel hier zahle, kann ich es mir leisten weg zu gehen oder mir mal Schuhe zu kaufen.
Nur mitlerweile ist mir das sogar unangenehm, das sich ja sonst keiner hier was leisten kann.

Mit der Zeit bin ich jetzt wirklich an den Punkt gekommen, wo ich sage, dass ich komplett überfordert bin.
Die Sorgen und Ängste sind immer da, auch wenn es unbewusst ist.
An fast allen Tagen, bin ich ganz gelassen auf der Arbeit, aber sobald ich nach Hause komme oder Wochenende habe, fängt für mich der Stress an.
Ich versuche alles hier im Haushalt so schnell wie möglich zu schaffen um zu meinem Freund zu gehen.
Denn dort kann ich entspannen und brauche bis auf ein paar unterstützende Handgriffe nicht viel zu machen.
Ich genieße es, dass mal jemand anderes einkaufen geht oder zu Mittag kocht.

Ich habe vor kurzen auch mit meinem Bruder gesprochen, da er mit an einem meiner stressigen freien Tagen ganz gehetzt angetroffen hat.
Ich denke, dass er es versteht, aber er macht nichts um mich zu unterstützen.

Ich weiß, dass es bis zum Frühjahr nicht mehr lange hin ist, aber es fühlt sich doch wie eine Ewigkeit an und es staut sich in mir eine Menge Wut.
Wut über das fehlende Verständnis, Wut über das Gemeinschaftsleben was wir führen,
Wut, dass meine Mutter nichts mit mir bespricht, obwohl ich ja evtl. helfen könnte und besonders große Wut auf meinen Bruder, der es irgendwie schafft einfach alles zu ignorieren.
Ich habe das Gefühl, dass ich irgendwann platze und von heute auf morgen einfach hier weg bin.
Was mich hindert ist einfach das Gefühl, ich würde so meine Mutter im Stich lassen, obwohl sie doch immer sagt, dass es jetzt langsam Bergauf geht und sie es alles bis zum Frühjahr schafft.

Aber wer soll das nach allem glauben?

So, jetzt habe ich einfach mal alles runter geschrieben und ich muss sagen, dass schon ein ganz schön großer Teil des Druckes verschwunden ist.
Alles habe ich jetzt nicht erwähnt, denn ich denke mit dem was ich schon geschrieben habe, habe ich den Rahmen dieser Seite schon sicher mehr als gesprengt

Ich denke nicht, dass jemand exakt das erlebt wie ich, aber über Meinungen, Ratschläge oder einfach Kommentare würde ich mich auch freuen.

Danke!

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16. November 2011 um 12:08

Es ist schön , wenn Familien zusammen halten,
vor dir ziehe ich echt den Hut , wie du es bis hierhin geschafft hast. Dennoch sind dein Bruder und deine Mutter erwachsene Menschen, die ihr Leben selbst regeln müssen. Deine Mutter bräuchte meiner Meinung nach Unterstützung oder evtl auch Hilfe oder eine Therapie. Hol du dir selbst mal Beratung bei Caritas oder Diakonie. Es ist nämlich nur noch ein Frage der Zeit bis du selbst zusammen brichst. Du kannst deine Familie nicht weiterhin durchs Leben tragen. Sie müssen!!!! Hilfe bekommen und zwar nicht von dir.
Gruß melike

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17. November 2011 um 16:05
In Antwort auf melike13

Es ist schön , wenn Familien zusammen halten,
vor dir ziehe ich echt den Hut , wie du es bis hierhin geschafft hast. Dennoch sind dein Bruder und deine Mutter erwachsene Menschen, die ihr Leben selbst regeln müssen. Deine Mutter bräuchte meiner Meinung nach Unterstützung oder evtl auch Hilfe oder eine Therapie. Hol du dir selbst mal Beratung bei Caritas oder Diakonie. Es ist nämlich nur noch ein Frage der Zeit bis du selbst zusammen brichst. Du kannst deine Familie nicht weiterhin durchs Leben tragen. Sie müssen!!!! Hilfe bekommen und zwar nicht von dir.
Gruß melike

Hilfe annehmen
Hallo melike,

schön, dass dich mein langer Beitrag nicht abgeschreckt hat

Ich sehe das ähnlich wie, dass meine Mutter am besten eine Therapie besuchen sollte.
Hatte damals auch schon zusammen mit meinem Bruder das Thema bei ihr angesprochen, aber sie schaltet auf stur und sieht den Bedarf so nicht.

Dazu kommt ja noch dass sie auch gar keine Zeit findet sich damit auseinander zu setzten, da sie ja nur am arbeiten ist.
Sehr verzwickt das ganze.

Aber ich habe noch die Hoffnung, dass es für alle besser wird, wenn wir im Frühling ausziehen.
Somit hätte jeder mal die Zeit und Ruhe sich einfach mit sich selber auseinander zu setzten und sich nur um die eigenen Belange zu kümmern.

Ich habe nur etwas Bedenken, dass wenn etwas schief laufen sollte ich es nicht mitbekomme, da sie mir ja nicht viel privates aus diesem Bereich erzählt.

Aber im Grunde hast du Recht, sie sind beide erwachsen und es sollten nicht meine Sorgen sein.

Vielen Dank!

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25. November 2011 um 14:54

Ich verstehe dich und deine Situation sehr gut.
Ich habe tatsächlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Nur dass meine Mutter auch misstrauisch gegen mich war und ist und mich sogar deswegen gewürgt hat. Mein Vater ist zwar immer da gewesen, aber er ist sehr labil und trinkt übermässig viel Alkohol. Er hat mir nicht geholfen. Mein Bruder hat auch sehr lange gebraucht, bis er eine Ausbildung abgeschlossen hat und er hat nicht im Haushalt mitgeholfen. Ich habe fast alles für eine 4-köpfige Familien alleine gemacht seit ich 10 bin. Meine Mutter hat früher auch sehr viel geputzt und hat dann eine Ausbildung als Erzieherin gemacht. Sie hat zu Hause fast garnichts mehr geregelt und alles auf mich geschoben. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Bruder aber inzwischen keines mehr mit meinen Eltern. Ich habe deswegen eine Depression bekommen und habe eine Therapie begonnen. Das hat mir sehr geholfen. Ich studiere im 7.Semester Psychologie und auch wenn ich keine Therapeutin werden möchte, da ich mich für die politische Psychologie interessiere, hat mir auch das Studium vieles erleichtert. Ich weiß jetzt, dass meine Mutter eine Persönlichkeitsstörung hat und ich ihr nicht helfen kann. Bei dir ist das anders. Ihr habt eine Beziehung, aber auch du solltest dir dringend therapeutische Hilfe suchen. Wenn du es eher als eine Art Beratung verstehst, dann musst du dich auch nicht rechtfertigen, ob etwas nicht mit dir stimmt. Solange deine Mutter nicht bereit ist sich helfen zu lassen ist die Belastung für dich sehr groß. Das kann auch schnell in einen Burn-Out oder eine Depression führen. Angehörige leiden oft stark unter der Erkrankung von Betroffenen. Dann weißt du auch, wie du dich abgrenzen und schützen, aber auch wie du helfen kannst. Um deine Mutter kannst du dich nur kümmern, wenn du dich auch um dich selbst kümmerst. Dass du Wege kennst, wo du dich entspannen kannst ist ein großer Vorteil. Insgesamt habe ich ohnehin den Eindruck, dass du die Situation im Griff hast. Du wirst schon das Richtige tun.

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