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Soll ich besser gehen .... ?

21. Oktober 2014 um 17:55

Auch ich möchte an dieser Stelle gerne mal meinen persönlichen Frust loswerden und hoffe ein wenig Feedback zu bekommen.
Zunächst mal zu unserer Familiensituation: Ich bin seit 12 Jahren verwitwet, habe zwei leibliche Söhne und habe 2007 meinen neuen Partner über's Internet kennengelernt. Seine Frau war ein erst halbes Jahr zuvor verstorben, seine Kinder (Tochter/Sohn) zu dem Zeitpunkt 11und 9.
Da wir uns sehr gut verstanden und auch die Kinder auf Anhieb gut miteinander klar kamen, haben wir relativ schnell (nach 6 Monaten) entschlossen zusammen zu ziehen -erschwerend hinzu kam, dass wir fast 400km voneinander getrennt wohnten und das Pendeln sehr an unseren Nerven zerrte. Zu dem Zeitpunkt wünschten wir uns, unseren Kindern ein gemeinsames Nest zu schenken und damit den Verlust des jeweiligen Elterrnteils zu kompensieren - keine Ex-Partner, was für gute Voraussetzungen. Da meine Kinder ein sehr starkes Band zu mir haben, da ich Sie von klein auf fast allein erzogen habe, haben sie sogar eingewilligt mit mir gemeinsam in die neue Stadt zu ziehen und wir haben Familie und viele Freunde zurückgelassen.
Dann begann unser Patchwork-Abenteuer in all seinen Facetten. Da mein Partner und ich immer viel geredet haben, dachten wir auch wir bekommen das hin.
Jetzt sind sieben Jahre vergangen und ich habe das Gefühl versagt zu haben. Mit der Tochter meines Partners hatte ich von Anfang an immer Probleme, sie ist ein sehr eigenwilliger, egoistischer Mensch und hätte mich am liebsten immer unter Beschlag genommen - schminken/Shoppen ... so war wohl auch ihre verstorbene Mutter, ich war bis dahin aber meine Jungs gewohnt und bin auch selbst nicht der Typ der an solchen Dingen viel Spaß hat. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass Sie meine Jungs auch immer gerne bloß gestellt, sich lustig über Sie gemacht hat, was mir persönlich weh getan hat. Da die Kinder während der Krankheitsphase der Mutter oft sehr auf sich allein gestellt waren, haben sie einen ziemlich Freiheitsdrang entwickelt. Sie mussten in der Zeit wohl auch Haushaltspflichten übernommen, haben anderseits aber auch Stunden vor der Glotze gesessen und in meinen Augen nicht altersgerechte Filme gesehen.
Und dann kam ich .... die böse Stiefmutter !? Anfangs ganz bestimmt nicht, aber im Laufe der Jahre haben sich viele Probleme angesammelt, die wir immer gemeinsam versucht haben aus dem Weg zu Räumen. Leider ist mir an manchen Stellen auch mal die Hutschnur geplatzt, da seine Kinder echt ein Problem mit Respekt und Abstimmung haben und es hat sich auf beiden Seiten immer mehr das Gefühl eingeschlichen, das man sich nicht versteht. Ich bin sowieso nur die Motzkuh, obwohl ich von Ihnen nichts anderes erwarte als von meinen Jungs und tatsächlich gestaltet es sich im Alltag so, dass ich versuche alle möglichst gleich zu behandeln, Nicht einfach, denn bei vier Kindern hat jeder eine eigene Art und ist anders. Mein Partner hatte anfangs auch viele Probleme mit meinem Ältesten, was sich nach der Pubertät glücklicherweise gelegt hat. Der Kleine kann sich eh gut anpassen und ist ein Sonnenschein. Trotz allem gibt es mit meinen Kindern die gleichen pubertären Probleme, aber sie machen ihren Job in der Schule und haben Ziele vor Augen. Die Leidtragenden sind nun die Kinder meines Partners, der Sohn wartet auf einen Therapieplatz, da er schon früh mit Alkohol und Drogen Probleme hatte, aktuell eine Lehre abgebrochen hat und wahrscheinlich Depressionen hat und die Tochter verweigert jedes gemeinsame Zusammenleben und möchte lieber heute als Morgen ausziehen und hat auch keinen Bock mehr auf Schule - Sie sehen sich als die "Dreckskinder" und hassen es zu Hause zu sein. Ihr Vater hatte allerdings auch nie Probleme damit, den Kindern viel Freiraum zu lassen, wo ich wahrscheinlich anders entschieden hätte. Aber es sind ja seine Kinder, und des lieben Friedens Willen...
Gestern hatte ich mal wieder einen Megastreit mit der Tochter und sicherlich ist es nicht ok sich anzuschreien, aber ich bin auch nur ein Mensch und habe überhaupt keinen Zugang mehr. Mein Partner ist megatraurig, sagt es ist sehr bedauerlich, dass ich es anscheinend nicht geschafft habe Zugang zu seinen Kindern zu bekommen und sieht als einzige Lösung, dass seine Tochter eine eigene Wohnung bekommt und vermutet, dass sein Sohn nach der Therapie in eine Wohngemeinschaft geht. Mein Angebot (das habe ich die vergangenen Jahre schon mehrmals versucht) eine Familientherapie zu machen lehnt er ab. Ich soll mich raushalten, aber das kann und will ich nicht.
Ganz ehrlich, ich liebe meinen Partner sehr habe immer an uns geglaubt, gekämpft und vieles im Sinne der Kinder geduldet. Auch mein Großer wird voraussichtlich nächstes Jahr zwecks Studium ausziehen, aber ich habe große Angst, dass unsere Beziehung unter diesen Voraussetzungen noch funktionieren kann und überlege ernsthaft, das Feld zu räumen damit er sich um seine Kinder kümmern kann .... ?!?
Glaubt ihr das wir noch eine Chance haben ???
Allein sich das alles mal von der Seele zu schreiben hat richtig gut getan.

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