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Sohn akzeptiert neuen Freund nicht

19. Dezember 2005 um 17:49 Letzte Antwort: 20. Dezember 2005 um 13:21

Hallo alle Zusammen !

Meine Partnerin (B.) und ich (M.) sind seit einem knappen halben Jahr zusammen, führen derzeit noch eine Fernbeziehung (Änderung in Arbeit).
B. hat zwei Jungs (12 + 13) aus erster Ehe und ihren Mann vor 4 Jahren verlassen.
Seit dieser Zeit haben die Jungs Ihren Vater nur noch einmal gesehen (mit neuer Freundin) und seit dem nie wieder, obgleich die Jungs alle 14 Tage bei seinen Eltern das Wochenende verbringen. Der vater hat die Jungs also im Stich gelassen.

Sobald ich bei B. auflaufe und die Jungs sind da, geht das Problem los:
Der Kleine mault rum, schreit, tobt, etc. und will partout nicht dass ich überhaupt da bin.

Er grüßt mich nicht, ja, schaut mich nicht einmal an.
Sein großer Bruder hat überhaupt keine Probleme mit mir, wir spielen zusammen oder er fragt mich um Rat und so weiter. Aber an den Kleinen komme ich nicht ran.

Wir fahren zwar die Taktik "kommen lassen" aber es wird eigentlich immer schlimmer statt besser.

Neuerdings versucht er B. im Kasernenton herum zu kommandieren, er stört ständig wenn wir telefonieren, bin ich bei B., ist's halt gänzlich unmöglich mit ihm irgendetwas zu unternehmen.

B. ist immer ganz ruhig und gelassen, spricht mit ihm über alles, aber er weiß selber nicht wieso, weshalb, warum und meint einfach er würde es so gar nicht einsehen und er will das nicht und basta.

Natürlich folgen schon Konsequenzen: Benimmt er sich wieder so schrecklich, wird halt die Sportschau gestrichen oder das Fussballtraining oder so.

Und doch geht der Terror der Al-Kaida-Kindes weiter.

Die Gründe dafür sind uns klar: Sicher geht in ihm um, der Papa hatte 'ne neue Freundin und wir waren ihn los, wenn die Mama nun einen neuen Freund hat sind wir die auch los (was natürlich völliger Schwachsinn ist).

Aber zur Verzweiflung kann einen das schon ab und zu bringen. Der nächste Gang ist nun zur Erziehungsberatung.

Was kann man machen um dem Jungen näher zu bringen dass er keine Mama verliert sondern einen Kumpel gewinnen kann ?

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht ?

Für Tipps und Anregungen wären wir echt dankbar.

Schönen Gruß !
B. & M.

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20. Dezember 2005 um 10:19

Kenn ich ...
... aus eigener Erfahrung. Als ich 12 war trennten sich meine Eltern. Meine Mutter zog mit mir und meinen Schwestern 40km weg zu einem neuen Mann den ich bis dahin nur ein paar mal gesehen habe. Ich habe ihn gehasst und das ganze Leben das mir vorgesetzt worden ist. Es hat ewig gedauert, viele Jahre!!!, bis ich mich halbwegs integriert habe und ich habe alles sabotiert und boykottiert was nur ging. Selbstverständlich bekam ich auch Strafen, aber die haben m.A. alles nur schlimmer gemacht, zumindest in dem Moment. Ich kann aber auch nicht sagen, obs ne bessere Lösung gab...
Du darfst den Mut nicht verlieren und vor allem nicht die Geduld. Mein Stiefvater hats mir irgendwann bewiesen, das er gar nicht so ein schlechter Kerl ist und auch das Leben das ich "aufgesetzt" bekam, war gar nicht so übel. Es hat aber viele Jahre gebraucht dafür.
Mit ihm konnte ich plötzlich über Dinge reden die vorher in meiner Familie nie ein Thema waren, z.B. Politik! Oder überhaupt Allgemeinwissen. Du mußt rauskriegen wofür sich der Kleine interessiert und dann seinen Respekt gewinnen.
Aus seiner Sicht ist ihm alles genommen worden, was er bis dahin kannte und da Papa und neue böse Freundin nicht greifbar sind, bist es eben Du an dem er sich austobt. Ohne Grund. Dazu kommt vielleicht schon Pubertät? Oder Hoffnungslosigkeit? Ich kann den Kleinen gut verstehen, eben weil es mir damals genauso ging.
Heute bin ich 35 Jahre alt und meine Mutter kann immer noch Stories erzählen, wie ich damals getobt habe, daß ich "IHN" nie nie nie niemals akzeptieren werde und mich nie nie nie hier wohl fühlen werde und ich bei der erstbesten Gelegenheit abhauen werde usw.. Es war ein langer, harter Kampf - für beide Seiten, aber heute habe ich Liebe und Respekt für meinen Stiefvater
Verlier nicht den Mut, ihr werdet das schon schaffen. Nennt ihn nicht Al-Kaida-Kind. Er ist verletzt und verstört und sucht nur nach Halt. Erziehungsberatung o.ä. ist meiner Ansicht nach auch nicht nötig, eher Liebe, Geduld, Offenheit, noch mehr Geduld, Toleranz und Konsequenz. Gerade für ein 12-jähriges Kind es am schwersten, jüngere akzeptieren es oftmals besser, ältere könnens besser verstehen. Mit 12 bricht die Welt zusammen. Er ist kein wirkliches Kind mehr aber auch noch nicht "groß". Behandel ihn wie einen "Großen", nimm ihn ernst und bleib locker und geduldig.
Es ist nicht einfach, wird niemals einfach sein, aber vielleicht ist gerade er, was ganz besonderes, vielleicht wird er mal ein Mann auf den Du als Stiefvater besonders stolz bist. Und dann wirst du vielleicht auch mal zurückblicken und denken "war ein langer weg bis hierhin, aber wir haben es geschafft!" Ich wünsch euch alles Gute.
LG
perlie81

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20. Dezember 2005 um 10:49

Ich kann es nachvollziehen!
also den Jungen kann ich sehr gut verstehen. Ich selbst bin Scheidunskind, war aber schon um einiges älter. Jedoch war meine Schwester 12 Jahre alt und hat genauso reagiert wie ihr Sohn. Meine Mutter hatte einen neuen Freund- und sie hat alles versucht um ihn los zu werden. Aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich,dass ich als Kind genauso reagiert hätte!!! Ich hätte wirklich ALLES dafür getan damit der "neue" geht!
Bei meiner Schwester wurde es so geregelt,dass wenn der Freund da war, dass sie z.B. bei Freunden war, oder meine Mutter auch schon mal bei ihm war. Meine Schwester war dann bei meinem Vater oderso.
Dass der Vater sich nicht kümmert sehe ich dazu noch als absolute Schwierigkeit an. So ist das Gefühl "der neue Papa" noch stärker , als wenn der Vater sich kümmern würde/die Kinder holen würde. Denn so wird er es automatisch als "der will den neuen Papa spielen" empfinden. Ich kann das total nachvollziehen.
Allerdings weiß ich ehrlich gesagt nicht ob Strafen da die richtige Methode sind!?!?!? Denn er fühlt sich ja sowieso schon unverstanden. Ich denke es ist nicht einmal persönlich was gegen dich, so war es bei meiner Schwester auch. Der Freund meiner Mutter starb vor ca.6 Monaten (Hirnschlag) und als meine Schwester das erfuhr, Brach sie total in Tränen aus, hatte sie doch ewig gegen ihn rebelliert!!!
Wie gesagt, ich als Kind hätte zusätzliches bestrafen als sehr schlimm empfunden. Ich sage nicht, dass man sein Verhalten durchgehen lassen soll, aber vielleicht eine andere Methode versuchen?!?!
Auf jeden Fall ganz ganz viel Verständnis zeigen und ihm immer wieder klarmachen, dass man nicht den Papa ersetzen möchte!!
Viel Glück dabei

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20. Dezember 2005 um 13:18

Ich kann es nachvollziehen!
also den Jungen kann ich sehr gut verstehen. Ich selbst bin Scheidunskind, war aber schon um einiges älter. Jedoch war meine Schwester 12 Jahre alt und hat genauso reagiert wie ihr Sohn. Meine Mutter hatte einen neuen Freund- und sie hat alles versucht um ihn los zu werden. Aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich,dass ich als Kind genauso reagiert hätte!!! Ich hätte wirklich ALLES dafür getan damit der "neue" geht!
Bei meiner Schwester wurde es so geregelt,dass wenn der Freund da war, dass sie z.B. bei Freunden war, oder meine Mutter auch schon mal bei ihm war. Meine Schwester war dann bei meinem Vater oderso.
Dass der Vater sich nicht kümmert sehe ich dazu noch als absolute Schwierigkeit an. So ist das Gefühl "der neue Papa" noch stärker , als wenn der Vater sich kümmern würde/die Kinder holen würde. Denn so wird er es automatisch als "der will den neuen Papa spielen" empfinden. Ich kann das total nachvollziehen.
Allerdings weiß ich ehrlich gesagt nicht ob Strafen da die richtige Methode sind!?!?!? Denn er fühlt sich ja sowieso schon unverstanden. Ich denke es ist nicht einmal persönlich was gegen dich, so war es bei meiner Schwester auch. Der Freund meiner Mutter starb vor ca.6 Monaten (Hirnschlag) und als meine Schwester das erfuhr, Brach sie total in Tränen aus, hatte sie doch ewig gegen ihn rebelliert!!!
Wie gesagt, ich als Kind hätte zusätzliches bestrafen als sehr schlimm empfunden. Ich sage nicht, dass man sein Verhalten durchgehen lassen soll, aber vielleicht eine andere Methode versuchen?!?!
Auf jeden Fall ganz ganz viel Verständnis zeigen und ihm immer wieder klarmachen, dass man nicht den Papa ersetzen möchte!!
Viel Glück dabei

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20. Dezember 2005 um 13:21

Ups doppelt
OHoh jetzt wird schon doppelt gespeichert.lol. ich wollte noch hinzufügen (das kam irgendwie falsch rüber) dass meine Schwester nicht jedesmal bei Freunden oder Vater war, wenn der Freund meiner Mutter da war!
Aber wie die andere Dame schon sagte- viel viel Verständnis, Ruhe usw. dann wird es irgendwann zu schaffen sein. 12 ist ein schwieriges Alter. Meine Schwester ist auch mitten in der Pubertät gewesen (schon mit 11) und da ist es noch viel schweiriger!

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