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Sind viele 17jährige Jungs so???

1. April 2006 um 17:58 Letzte Antwort: 6. August 2006 um 19:35

Hallo!
Wer hat Erfahrungen mit "halbstarken" Jungs?
Mein Neffe ist gerade 17 geworden. Er war schon immer irgendwie auffällig. Im Kiga gab es oft Ärger, in der Grundschule fiel er schon auf wegen Störung des Unterrichts, Hausaufgaben zuhause verschweigen und entsprechend nicht machen, Aggressivität. In der Realschule das gleiche. Er mußte die 9. Klasse wiederholen, ist jetzt in der 10. und "glänzt" durch reichlich Fehltage. Die Noten sind in Mathe und Physik gut, alles andere zwischen 4 und 6 (da hat er keinen "Bock" drauf). Über Zukunftsaussichten brauchen wir wohl nicht sprechen.
Er flog aus dem Fußballverein, er flog aus dem Judoverein, Klassenkonferenzen alle Tage wieder... niemand kommt auf Dauer mit ihm klar.
Schon in jungen Jahren wurden die Eltern durchaus tätig. Er besuchte Psychologen, wurde auf ADS getestet etc., auch die Eltern suchten Unterstützung bzgl. Erziehung. Alles brachte nichts. Er wäre ganz normal, er sei nicht krank. Aber macht den Eltern nur Sorgen....
Sein Respekt Älteren (Eltern, Lehrer, Großeltern etc.) gegenüber ist gleich Null. Unterhält sich aber jemand mit ihm, der in keiner Beziehung (durch Schule, Familie usw.) zu ihm steht, dann ist er ein ganz vernünftiger, auch gut erzogener Kerl.
Die ein Jahr jüngere Schwester ist genau das Gegenteil, hat zwar die üblichen Bockphasen, ist aber grundsätzlich "unauffällig".
Da frage ich mich: Wie kommt sowas? Sind evtl. Erziehungsfehler passiert? Kann man noch etwas retten oder nur noch Schadensbegrenzung betreiben? Soll/Kann man das lockerer sehen? Oder sind etwa viele 17jährige so???
Danke für Erfahrungsberichte!

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1. April 2006 um 18:46

Retten, "schadens"begrenzung
hallo trine36, ich habe gleich mehrere jungs und ich betrachte mir deinen text mal so: du hast vor lauter negativen dingen kaum die positiven dinge im blick, nämlich mathe und physik. damit sind die zukunftsaussichten garantiert nicht negativ. der junge mann muß nur lernen, dass er bald für sein leben allein verantwortlich sein wird. vor allen dingen sollte man auch an ihn GLAUBEN. deinem schreiben nach zu urteilen vermute ich, dass er wohl schon immer eine art sorgenkind gewesen ist, und vielleicht immer mehr darauf geguckt worden ist, was er können SOLLTE als was er wirklich KANN. wie sieht es mit der liebe aus? hat er sich wirklich GELIEBT gefühlt oder ist er mehr als störfaktor empfunden worden? "geh weg, du störst" ist ein satz, den viele kinder in frühen jahren hören und entweder ziehen sich die kinder in sich selbst zurück oder werden auffällig und aggressiv. "erziehungsfehler" sind oft (ohne etwas unterstellen zu wollen) eher "liebesfehler"; söhne sind meist sensibler als töchter, wenn sie sich abgelehnt fühlen. nach dem grundsatz: "ich mache es euch doch sowieso nicht recht, was auch immer ich tue".
meine jungs haben sicher auch nullbockphasen, die habe ich heute manchmal auch noch, das ist auch ganz normal. nullbockphasen können sehr gute phasen sein um sich selbst zu sammeln, nicht nur den anforderungen von aussen gerecht werden (müssen), sondern auch seiner eigenen natur folgen und mal eben NICHTS machen. NICHTS machen ist auch wichtig, es kann der orientierung und inneren erkenntnis dienen. wie sah es mit den anforderungen an ihn in seiner kinderzeit aus? ist er richtig wahrgenommen worden und mußte er sich über die aggressivität aufmerksamkeit verschaffen? ist sein vater für ihn da? hat er sich um ihn gekümmert und ihm genug ungeteilte aufmerksamkeit geschenkt? gab es auch vater-sohn-unternehmungen? hat der vater seinem sohn vorbild und orientierung geschenkt und ihm damit selbstvertrauen geschenkt? wurde er als kind respektiert von den älteren, die von ihm respekt fordern? wurde er ERNSTGENOMMEN? der junge kerl braucht orientierung, aber nicht überautoritär gefordert sondern in form von haltgebender freundschaft zu einem mentor (vater, väterlicher freund), der ihn ernst- und vor allen dingen wahrnimmt.

Mitch

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1. April 2006 um 20:55
In Antwort auf alex_12894862

Retten, "schadens"begrenzung
hallo trine36, ich habe gleich mehrere jungs und ich betrachte mir deinen text mal so: du hast vor lauter negativen dingen kaum die positiven dinge im blick, nämlich mathe und physik. damit sind die zukunftsaussichten garantiert nicht negativ. der junge mann muß nur lernen, dass er bald für sein leben allein verantwortlich sein wird. vor allen dingen sollte man auch an ihn GLAUBEN. deinem schreiben nach zu urteilen vermute ich, dass er wohl schon immer eine art sorgenkind gewesen ist, und vielleicht immer mehr darauf geguckt worden ist, was er können SOLLTE als was er wirklich KANN. wie sieht es mit der liebe aus? hat er sich wirklich GELIEBT gefühlt oder ist er mehr als störfaktor empfunden worden? "geh weg, du störst" ist ein satz, den viele kinder in frühen jahren hören und entweder ziehen sich die kinder in sich selbst zurück oder werden auffällig und aggressiv. "erziehungsfehler" sind oft (ohne etwas unterstellen zu wollen) eher "liebesfehler"; söhne sind meist sensibler als töchter, wenn sie sich abgelehnt fühlen. nach dem grundsatz: "ich mache es euch doch sowieso nicht recht, was auch immer ich tue".
meine jungs haben sicher auch nullbockphasen, die habe ich heute manchmal auch noch, das ist auch ganz normal. nullbockphasen können sehr gute phasen sein um sich selbst zu sammeln, nicht nur den anforderungen von aussen gerecht werden (müssen), sondern auch seiner eigenen natur folgen und mal eben NICHTS machen. NICHTS machen ist auch wichtig, es kann der orientierung und inneren erkenntnis dienen. wie sah es mit den anforderungen an ihn in seiner kinderzeit aus? ist er richtig wahrgenommen worden und mußte er sich über die aggressivität aufmerksamkeit verschaffen? ist sein vater für ihn da? hat er sich um ihn gekümmert und ihm genug ungeteilte aufmerksamkeit geschenkt? gab es auch vater-sohn-unternehmungen? hat der vater seinem sohn vorbild und orientierung geschenkt und ihm damit selbstvertrauen geschenkt? wurde er als kind respektiert von den älteren, die von ihm respekt fordern? wurde er ERNSTGENOMMEN? der junge kerl braucht orientierung, aber nicht überautoritär gefordert sondern in form von haltgebender freundschaft zu einem mentor (vater, väterlicher freund), der ihn ernst- und vor allen dingen wahrnimmt.

Mitch

Hallo Mitch!
Ich bin begeistert, dass schon jemand geantwortet hat
Dein Text macht mir richtig Mut. Jedenfalls für mich und meine beiden Jungs. Was Du da schreibst, das sind gaaanz wichtige Dinge, die ich weitgehend kenne und möglichst immer im Auge behalte (mein Mann natürlich auch).
Wie es diesbezüglich bei meinem Neffen gelaufen ist, kann ich gar nicht sagen. Ich habe JETZT kleine Kinder und habe mich damals gar nicht mit solchen Fragen beschäftigt.
Er wohnt weiter weg, wir sahen und sehen uns eher selten, ich höre nur meist von seiner Mutter und den Großeltern, was so los ist. Dass ich von da nichts Positives höre, ist durchaus traurig aber wahr. Ob nur bei mir oder auch bei seinen Eltern immer nur das Negative ankam bzw. hängenblieb, kann ich nicht sagen. Ich weiß wohl, dass er ein sog. "Wunschkind" ist, ebenso seine 1 Jahr jüngere Schwester und es gibt für mich keinen OFFENSICHTLICHEN Grund für die Probleme.
Das mit Mathe und Physik ist natürlich wirklich super, nutzt ihm aber leider nichts, wenn er in Kürze von der Schule fliegt (ist angedroht) oder sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt. Drum kam ich auf die Frage, ob man jetzt wohl nur noch irgendwie Schadensbegrenzung betreiben kann.
Denkst Du, ein Mentor (der Vater ist glaube ich eher nicht der richtige) könnte JETZT noch etwas vermitteln??? Wobei er den Eindruck macht, als ob er sowieso alle Erwachsenen pauschal ablehnt...
Ich würde mich freuen, nochmal von Dir zu hören!
Trine36

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1. April 2006 um 21:46

Wann wurde er psy.untersucht?
Hallo trine36,

wann wurde Dein Neffe psychologisch untersucht? Ist das schon ein paar Jahre her?

Ich fage deshalb, weil ich selbst einen ADHS Jungen habe und Deine Beschreibungen nicht so ganz abwegig sind.
Starke Unruhe, Agressivität (schon im Kindergarten, oder vielleicht schon vor der Kindergartenzeit?), in der Schule und gegenüber der Familie, aber nach außen gegenüber Fremden und im fremden Umfeld aufgeschlossen, lieb und nett.
Fächer die ihn interessieren topp und wofür er evtl. lernen müßte, haut er in den Keller.

Vielleicht auch oft unkonzenriert wirkend und leicht ablenkbar?

Das sind alles typische Anzeichen für ADS/ADHS.

Wenn die Tests schon einige Jahre her sind, kann ich nur dazu schreiben, damals waren viele Ärzte noch nicht so weit und auch heute sollte man sich Ärzte suchen, die wirklich Erfahrung auf diesem Gebiet haben.
Denn es liegt nicht immer alles an der Erziehung!

Wenn Dein Neffe und seine Eltern dazu bereit sind, sollte er sich vielleicht doch noch mal auf ADS Testen lassen.

Er hätte dadurch nichts verloren, eher eine klärende Erkenntnis hinzu gewonnen, egal ob er nun ADS hat oder nicht.

Liebe Grüße Rumpel

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1. April 2006 um 22:08
In Antwort auf kiera_12833075

Wann wurde er psy.untersucht?
Hallo trine36,

wann wurde Dein Neffe psychologisch untersucht? Ist das schon ein paar Jahre her?

Ich fage deshalb, weil ich selbst einen ADHS Jungen habe und Deine Beschreibungen nicht so ganz abwegig sind.
Starke Unruhe, Agressivität (schon im Kindergarten, oder vielleicht schon vor der Kindergartenzeit?), in der Schule und gegenüber der Familie, aber nach außen gegenüber Fremden und im fremden Umfeld aufgeschlossen, lieb und nett.
Fächer die ihn interessieren topp und wofür er evtl. lernen müßte, haut er in den Keller.

Vielleicht auch oft unkonzenriert wirkend und leicht ablenkbar?

Das sind alles typische Anzeichen für ADS/ADHS.

Wenn die Tests schon einige Jahre her sind, kann ich nur dazu schreiben, damals waren viele Ärzte noch nicht so weit und auch heute sollte man sich Ärzte suchen, die wirklich Erfahrung auf diesem Gebiet haben.
Denn es liegt nicht immer alles an der Erziehung!

Wenn Dein Neffe und seine Eltern dazu bereit sind, sollte er sich vielleicht doch noch mal auf ADS Testen lassen.

Er hätte dadurch nichts verloren, eher eine klärende Erkenntnis hinzu gewonnen, egal ob er nun ADS hat oder nicht.

Liebe Grüße Rumpel

ADS
Hallo!
ADS war schon am Anfang seiner Schulzeit ein Thema, ist also schon 10 Jahre her. Ich habe neulich gelesen, dass die Diagnostik wohl damals noch in den Kinderschuhen steckte?!
Die letzten Sitzungen bei einem Psychotherapeuten sind bestimmt 5 Jahre her. Heute würde er das, denke ich, freiwillig nicht mehr machen und man kann einen 17jährigen ja nicht hintragen...
Ob er wohl freiwillig so einen Test machen lassen würde? Ich werde es mal anregen.
Es wäre natürlich jetzt etwas spät, was bzgl. ADS zu unternehmen, aber Du meinst, besser spät als nie!? Wird ADS nicht mit dem "Alter" besser? Danke!

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1. April 2006 um 22:49
In Antwort auf bindy_11958008

ADS
Hallo!
ADS war schon am Anfang seiner Schulzeit ein Thema, ist also schon 10 Jahre her. Ich habe neulich gelesen, dass die Diagnostik wohl damals noch in den Kinderschuhen steckte?!
Die letzten Sitzungen bei einem Psychotherapeuten sind bestimmt 5 Jahre her. Heute würde er das, denke ich, freiwillig nicht mehr machen und man kann einen 17jährigen ja nicht hintragen...
Ob er wohl freiwillig so einen Test machen lassen würde? Ich werde es mal anregen.
Es wäre natürlich jetzt etwas spät, was bzgl. ADS zu unternehmen, aber Du meinst, besser spät als nie!? Wird ADS nicht mit dem "Alter" besser? Danke!

@ADS
Hallo,

ne, für eine Diagnose ist es nie zu spät!!!

ADS/ADHS ist und bleibt ein Leben lang. Es ist eine Krankheit und kein Kinderleiden.
Bei vielen verwächst sich in der Pubertät die Agressivität und Unruhe (sagen wir mal sie lernen das unter Kontrolle zu bringen), aber die Unkonzentriertheit und Ablenkbarkeit bleibt.

Mit Medikamenten (sind in unserer Gesellschaft zwar immer noch verrufen! Aber würdest Du einen Epileptiker die Medis nehmen wollen?)
Lässt sich dieses sehr gut in den Griff bekommen.

Das Problem ist nur, dass die Medis nur an Kindern getestet wurden und laut der Krankenkassen nicht den Erwachsenen zustehen.
Die Erwachsenen ADS'ler haben schwer zu kämpfen, aber es gibt sie und sie haben schon einiges bewirkt,u.a. dass hoffentlich auch bei ihnen diese Krankheit bald anerkannt wird.
Sie haben sehr oft an den Spätfolgen zu leiden, kriegen es Beruflich nicht in den Kreis, haben Depressionen oder Ähnliches. Muß nicht immer sein, kann aber und gerade dann, wenn die Kindheit und Jugend nicht so Rosig aussah!
Also nochmal, ADS ist keine Kinderstörung und es ist nie zu spät es diagnostizieren zu lassen
Gruß Rumpel

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2. April 2006 um 9:15
In Antwort auf bindy_11958008

Hallo Mitch!
Ich bin begeistert, dass schon jemand geantwortet hat
Dein Text macht mir richtig Mut. Jedenfalls für mich und meine beiden Jungs. Was Du da schreibst, das sind gaaanz wichtige Dinge, die ich weitgehend kenne und möglichst immer im Auge behalte (mein Mann natürlich auch).
Wie es diesbezüglich bei meinem Neffen gelaufen ist, kann ich gar nicht sagen. Ich habe JETZT kleine Kinder und habe mich damals gar nicht mit solchen Fragen beschäftigt.
Er wohnt weiter weg, wir sahen und sehen uns eher selten, ich höre nur meist von seiner Mutter und den Großeltern, was so los ist. Dass ich von da nichts Positives höre, ist durchaus traurig aber wahr. Ob nur bei mir oder auch bei seinen Eltern immer nur das Negative ankam bzw. hängenblieb, kann ich nicht sagen. Ich weiß wohl, dass er ein sog. "Wunschkind" ist, ebenso seine 1 Jahr jüngere Schwester und es gibt für mich keinen OFFENSICHTLICHEN Grund für die Probleme.
Das mit Mathe und Physik ist natürlich wirklich super, nutzt ihm aber leider nichts, wenn er in Kürze von der Schule fliegt (ist angedroht) oder sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt. Drum kam ich auf die Frage, ob man jetzt wohl nur noch irgendwie Schadensbegrenzung betreiben kann.
Denkst Du, ein Mentor (der Vater ist glaube ich eher nicht der richtige) könnte JETZT noch etwas vermitteln??? Wobei er den Eindruck macht, als ob er sowieso alle Erwachsenen pauschal ablehnt...
Ich würde mich freuen, nochmal von Dir zu hören!
Trine36

Ablehnung
hallo trine, man lehnt nur dann andere ab, wenn man als kind selbst abgelehnt wurde. wunschkind hin oder her, in wunschkinder werden oft die eigenen wünsche der erwachsenen gelegt, und großeltern und eltern sind dann wie vom donner gerührt wenn das WUNSCHkind so gar nicht den eigenen eigentliche WÜNSCHEN entspricht sondern ein eigenständiges lebewesen ist. daraus resultiert oft ablehnung und das kind hat nun die wahl entweder ein braver allesschlucker zu werden (um geliebt zu werden) oder zu rebellieren. euer junger mann ist ein rebell. ein mentor kann immer etwas vermitteln, solange sich der junge verstanden fühlt und vor allen dingen ANGENOMMEN fühlt. auch ein erwachsener muß sich erst den respekt eines kindes verdienen, und es wird da wohl so einiges schiefgegangen sein. wenn die familie des jungen nur negativ über ihn berichtet, dann weißt du auch, woher das kommt. es glaubt niemand an ihn und lieber wird negativ geklatscht und der "böse junge" zum buhmann gemacht, statt auch die positiven seiten zu sehen. es gibt zweierlei wunschkinder: die wunschkinder, die man sich wünscht und die sich auch mit ihren eigenarten und anlagen in die familie einbringen dürfen und immer geliebt werden, und die wunschkinder, die den wünschen der großeltern/eltern entsprechen sollen. von letzterer sorte gibt es leider mehr als von erster sorte.

der junge ist bestimmt ein guter junge, nur wie oben bereits gesagt: einer ablehnung durch eine seite ist immer auch eine ablehnung durch die andere seite vorausgegangen. man sollte seine begabung in mathe und physik fördern, und studieren ist auch m.w. nach inzwischen ohne abitur möglich. wenn du das gefühl hast dass der vater sich nicht zum mentor eignet, dann weißt du ein stückchen mehr, woher das problem kommt. übrigens ist es nie zu spät!

lg, mitch

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3. April 2006 um 21:12

Naja,
ganz so schwarz würde ich es nicht sehen. Mein Mann hat auch ADHS und er hat sein Leben eigentlich ganz gut gemeistert.
OK.Wenn ich ehrlich bin hatte er auch eine gute sehr Unterstützung von seiner Mutter, die hat für ihn gekämpft wie eine Löwenmutter.
Und wenn die Unterstützung aus dem Elternhaus fehlt, sieht es schlecht aus denke ich.
Mit einem 17 Jährigen zu reden ist natürlich nicht so einfach, vor allem wenn er das alles schon mal ohne Erfolg hinter sich gebracht hat. Wenn er technisch und mathematisch so begabt ist, hat er doch bestimmt einen PC und vielleicht auch einen Internetanschluß.
Dann schiebe ihn doch mal ganz unverbindlich diese Adresse rüber: www.sghl.de
Dort gibt es ein tolles und viel besuchtes Forum ( auch von Erwachsenen ADS'lern.

Vielleicht mag er da ja mal stöbern und die ein oder Frage stellen. Und wenn er sich mit diesen Leuten identifizieren kann, lässt er sich mit ein bischen gutem Zureden bestimmt noch mal Testen.

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4. April 2006 um 10:45

Hallo Cheesy,
ja 17 ist ein schwieriges Alter und falls er AD(H)S hat, wurde bei ihm schon einiges vermurkst.
Darum kann ich nur hoffen, das Trine unsere Beiträge noch liest und irgendjemanden finden kann, auf dem der Junge noch hört. Das stelle ich mir reichlich schwer vor, gerade nachdem was der Junge schon scheinbar alles durchgemacht hat.

Viele liebe Grüße Rumpel

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4. April 2006 um 14:44
In Antwort auf kiera_12833075

Hallo Cheesy,
ja 17 ist ein schwieriges Alter und falls er AD(H)S hat, wurde bei ihm schon einiges vermurkst.
Darum kann ich nur hoffen, das Trine unsere Beiträge noch liest und irgendjemanden finden kann, auf dem der Junge noch hört. Das stelle ich mir reichlich schwer vor, gerade nachdem was der Junge schon scheinbar alles durchgemacht hat.

Viele liebe Grüße Rumpel

Hab`s gelesen
und danke allen für die Ratschläge!

Euch alles Gute,
Trine

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6. August 2006 um 19:35

Ich selbst war auch so
Hallo,
ich selber musste nach der 6. Klasse von der Realschule runter. Ich kam mit den Lehren nicht klar und habe somit schlechte Noten kassiert.
7. Klasse der Hauptschule lief alles ok. Ich hatte ein richtig guten Lehrer und hatte super Noten. Wir waren aber damals auch nur 2 deutsche Schüler in der Klasse. 8. Klasse ging das Theater los. Ich hatte Stress mit den ausländischen Schülern. So mit fing das Schwenzen an. Abend konnt ich nie einschlafen und morgens war ich zu müde auf zu stehen. Ich kam erst immer nur zu spät. Dann schwänze ich regelmäßig die Schule. Meine Lehrerin hatte es grade noch hinbiegen können das ich eine Nachprüfung machen durfte. Als ich die bestand ging dder Stress in der 9. Klasse weiter ein Mädchen machte mich regelrecht fertig und alle waren auf ihrer seite. Mein Selbstbewußtsein sank immer mehr in den Keller. Die Lehrer hatten nie etwas gemacht. Den Eltern war es komplett egal und meiner Mutter sagte ich nichts davon. Das traute ich mich einfach nicht. Ich hatte Angst, wenn sie zur Schule kommt wird es noch schlimmer. 10 Klasse. hatte ich auch nur eine Freundin. Mein Lehrer benotete nach Sympatie. Ich bekam nur schlechte Noten. Keiner glaubte mir. Alle sagen immer das sind die Schüler selbst schuld. Ich hab viel für meine Klassenarbeiten und Tests geübt. Ich konnte den Stoff. Doch ich bekam eine 5 in der Klassenarbeit, wo meine einzigste Freundin in der Klasse eine 2 bekam und diese Arbeit war komplett gleichwertig. Der Lehrer sagte nur "Tja, so ist das" ... Ich habe mit hängen und würden meine Fachoberschulreife bekommen. Meine Noten sind mehr als mieserabel. Ich habe nun seit 18 Monaten einen Freund der mir wieder das Lachen bei gebracht hat und mir das Gefühl gegeben hat ein Mensch wie jeder anderer zu sein. Inzwischen ist mein Mundwerk größer als ich selbst. Mein Selbstbewußtsein ist komplett zurück und ich genieße das leben. Ich besuche eine Abendrealschule und machen gleichzeitig ein 400Euro Job. Da ich bisher noch keine Ausbildung gefunden habe. Viele in meinem Alter würde nach 20 Absagen den Kopf in den Sand stecken. Komisch ich bleib weiter hart und bewerbe mich sogar nach 170 Absagen weiterhin überall. Irgendwann bemerkt ein Arbeitgeber das meine Noten nichts über meine Fähigkeiten aussagen. Aber man bekommt leider nicht einmal die Chance sich zu beiweisen und darum sind viele Teenies so deprimiert. Weil die Erwachsenen die Welt nicht mit unseren Augen sehen. Ihr versetzt euch einfach nicht in uns hinein. Ihr hört uns nicht richtig zu und fangt sofort an rum zu maulen. Wir machen dies und das falsch. Anstatt daraun zu denken, das ihr auch einmal klein wart. Ich hatte damals in meiner Pupertät viel Stress mit meiner Mam. Sie verstand mich einfach nicht, wenn ich fragen hatte. Wenn ich Stress hatte hieß es immer woran liegt das wohl. Sie zeigte mir nicht das sie mich liebt. Sie wollte mich einfach nie verstehen und mir nie richtig zuhören. Aber wie oben geschrieben. Inzwischen hab ich meine Fehler erkannt und mach das beste draus.

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