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Siebenjähriger legt los!

5. März 2006 um 16:58 Letzte Antwort: 5. März 2006 um 21:34

Hallo, ich habe selber keine Kinder aber einen Vater geheiratet. Mein Mann hat zwei kleine Söhne, die bei der Mutter und einem neuen Stiefvater leben. Es ist ein gutes Verhältnis und wir alle feiern sogar die Familienfeste zusammen. Natürlich sind die Söhne meines Mannes regelmäßig bei uns und bisher klappte es auch ganz gut. Der Kleine ist vier, der große gerade sieben geworden. Seit einigen Wochen legt er richtig los. Beim Spielen kann er nicht verlieren. Besonders schlimm ist es, wenn der kleine gegen ihm im Mensch-Ärger-Dich-nicht gewinnt. Dann werden Dinge durch die Gegend geschmissen und auch Prügel ausgeteilt. Alles muss nach seinem Willen gehen und wenn nicht, dreht er durch. Natürlich lassen wir das nicht durchgehen. Aber ich habe auch keine Lust, jedesmal Stress und Terror zu haben. Er ändert alle zwei Minuten seine Meinung und akzeptiert unsere Regeln einfach nicht. Er schreit, dass er hungrig ist, dann mach ich im sein Brötchen zum Frühstück, er beißt zweimal ab und ist dann satt. Wenn der Tisch dann leergeräumt ist, hat er wieder Hunger. Außerdem isst er nur, was er auch kennt. Am liebsten wäre es ihm, wenn wir jeden Tag zu Mcdonalds fahren würden. Aber auch da hat er schon mal einen Cheeseburger an die Wand geschmissen, weil das falsche Spielzeug im Happy Meal war. Er ißt nie den Teller leer. Ich weiß, dass hört sich an, wie meine Oma, aber ich bin es leid, immer so viel Essen wegzuschmeißen. Wir haben also eine Verabredung getroffen, dass er sich den Teller selber auffüllt und dann auch leer isst. Bei seiner Mutter braucht er das nicht. Wenn er nicht mag, was sie gekocht hat, darf er an den Kühlschrank gehen und sich selber was aussuchen. Der Junge lebt praktisch von Spagetti Bolognese, Cheseburger und Nutella-Broten. Ich habe schon mit ihr geredet und sie weiß auch, dass es nicht richtig ist, aber sie ist oft so gestresst, dass sie ihm seinen Willen läßt.

Gestern haben die beiden von uns jeder einen Fußball bekommen. Natürlich waren sie gleich draußen damit, obwohl hier hoch Schnee liegt. Der Kleine brachte den Ball wieder mit rein, der Große hat ihn draußen vergessen. Als ich ihn bat, den Ball zu holen, weil der ja teuer war, schrie er, dass sei ihm egal, und wenn der Ball weg wäre, wäre das auch egal und so weiter. Aber er kam damit nicht durch und mußte sich schließlich wieder anziehen und den Ball holen. Er hat ja noch kein Verhältnis zum Geld und begreift nicht, dass viele Dinge einfach teuer sind.

Im Sommer wurde er eingeschult und schon wenige Wochen mußte er nachsitzen, weil er die Hausaufgaben nicht gemacht hat. Ich fragte seine Mutter, wie das angehen könne. Sie sagte, dass er spielen wollte und sie - auf ihre Frage ob die Hausaufgaben erledigt seien - anlogl. Jetzt kontrolliert sie regelmäßig die Hausaufgaben. Zum Schulausflug durfte er auch nicht mit, weil er einen Klassenkameraden verprügelt hat.

Er ist sieben Jahre alt und kein kleines Baby mehr. Er ist alt genug um zu begreifen, dass es Regeln gibt, an die er sich halten muss. Bei uns kommt er mit seinen Launen nicht durch. Mein Mann und ich arbeiten beide in der Woche hart und ich habe keine Lust, alle zwei Wochen diesen Stress zu haben.

Das man mich nicht falsch versteht: Ich liebe die Kinder und habe sie gerne hier. Ich freue mich auch immer, wenn sie kommen. Es ist nur so unglaublich anstrengend.

Meine Frage daher an die Mütter: wie schafft ihr das nur? Ich hoffe doch sehr, dass das nur eine Phase ist, die alle Kinder in dem Alter durchleben, denn sonst wird er es mal schwer haben. Er wird nicht immer seinen Willen bekommen und wenn er so weitermacht, wird er es einmal schwer im Leben haben.

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5. März 2006 um 17:19

Meine Meinung...
dazu ist,dass die Mutter selber Schuld ist,das sich ihre Jungs so aufführen!

Da muß von Anfang an in der Erziehung etwas schiefgelaufen sein,denn wenn man immer schon Regeln hatte an die sich die Kinder halten müssen,dann kann ich mir nicht vorstellen,das der Junge mit sieben auf einmal so wird,das er auf nichts mehr hört.

Denn es kann doch nicht sein,das er mit sieben einfach das ißt was er will!? Und die Hausaufgaben muß man als Mutter eines erst siebenjährigen doch wohl schon vom ersten Schultag an kontrollieren! Mit sieben kann man doch noch nicht erwarten,das er schon ganz alleine die HÜ macht!

Und noch mal wegen dem Essen..usw. Andere Mütter und auch ich,sind auch in der Arbeit und ich bin auch manchmal total gestresst,aber wegen dem kann ich doch meinem Kind nicht alles durchgehen lassen! An gewisse Regeln muß sich im Leben doch jeder halten,und wenn man das als Kind nicht lernt,hat man es als Erwachsener,glaube ich,auch nicht leicht!!

Wie sagt man:Was Hänschen nicht lernt,lernt Hans nimmermehr!!

Ich kann dich gut verstehen,denn es ist sicher nicht ganz einfach,das der Mutter so direkt zu sagen,das ihre Kinder verzogen sind!!Aber ob es gut ist wenn das in Zukunft so weiter geht,ist eine andere Frage!

LG Babyphon

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5. März 2006 um 21:29
In Antwort auf tamar_12888716

Meine Meinung...
dazu ist,dass die Mutter selber Schuld ist,das sich ihre Jungs so aufführen!

Da muß von Anfang an in der Erziehung etwas schiefgelaufen sein,denn wenn man immer schon Regeln hatte an die sich die Kinder halten müssen,dann kann ich mir nicht vorstellen,das der Junge mit sieben auf einmal so wird,das er auf nichts mehr hört.

Denn es kann doch nicht sein,das er mit sieben einfach das ißt was er will!? Und die Hausaufgaben muß man als Mutter eines erst siebenjährigen doch wohl schon vom ersten Schultag an kontrollieren! Mit sieben kann man doch noch nicht erwarten,das er schon ganz alleine die HÜ macht!

Und noch mal wegen dem Essen..usw. Andere Mütter und auch ich,sind auch in der Arbeit und ich bin auch manchmal total gestresst,aber wegen dem kann ich doch meinem Kind nicht alles durchgehen lassen! An gewisse Regeln muß sich im Leben doch jeder halten,und wenn man das als Kind nicht lernt,hat man es als Erwachsener,glaube ich,auch nicht leicht!!

Wie sagt man:Was Hänschen nicht lernt,lernt Hans nimmermehr!!

Ich kann dich gut verstehen,denn es ist sicher nicht ganz einfach,das der Mutter so direkt zu sagen,das ihre Kinder verzogen sind!!Aber ob es gut ist wenn das in Zukunft so weiter geht,ist eine andere Frage!

LG Babyphon

Habe auch einen stiefsohn
als er (bald 5j.) im letzten herbst zu uns kam, konnte und liess er sich nicht nase und ohren putzen, nicht die nägel schneiden (er knabberte sie wohl immer ab), trug niemals socken, machte gewohnheitsmässig ins bett (s. diskussion weiter unten, aber das stellt sich jetzt so laaaangsam ein), bestellte zu den unmöglichsten tages- und nachtzeiten essen (wie deiner: nicht irgendwas, sondern am liebsten fast food und nudeln) und was am schlimmsten war: er hatte von seiner mutter die erlaubnis jederzeit kinderaspirin mit erdbeergeschmack zu nehmen!!! seine mutter stopfte ihn darüberhinaus bei jeder erkältung in eigenregie mit antibiotika voll
ausserdem hatte er einen üblen wortschatz drauf, liess ständig dinge aus meinem haushalt und geld in seiner tasche verschwinden und tobte aus geringstem anlass wie ein wildgewordenes huhn.
bei seiner mutter genoss er also so gar keine erziehung, nicht mal das mindeste an anstand und höflichkeit und respektvollem umgang war ihm vertraut. (er fragte mich einmal, warum ich mich eigentlich bei dem mann bedankte, den ich nach dem weg gefragt hatte; er hätte mich doch genauso gut verarschen können, meinte er.) sie kassierte zwar kindergartengeld, aber schickte ihn nicht - ja, er hatte noch nicht mal jemals zuvor einen stift in der hand gehalten!
das klingt ja alles arg überzogen, aber so war es wirklich!
trotzdem und obwohl seine mutter ihm auch noch eingebleut hatte, dass ich die böse stiefmutter bin, ist er ein kleiner sonnenschein und geht mit der situation beachtlich gut um.
denn dass bei uns eine andere musik läuft, als er es gewohnt war, versteht sich von selbst.
er verbringt jetzt das vorschuljahr bei uns. es ist also nicht gerade mal das eine oder andere wochenende, sondern ein dauerhaftes miteinanderleben.
wir erklärten ihm ziemlich bald, dass hier eben andere sitten herrschen und ihm, weil wir ihn lieb haben und uns sorgen, gute dinge beibringen wollen.
natürlich probiert er in seiner kindlichen, völlig ungebremsten neugier immer noch vielen mist aus, den meine jungs mit höchstens 3 jahren das letzte mal gemacht hätten. und natürlich entkommt mir dann eine art doris-day-wut, aber er entschuldigt sich dann mit einem entwaffnedem

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5. März 2006 um 21:34
In Antwort auf agafya_11866265

Habe auch einen stiefsohn
als er (bald 5j.) im letzten herbst zu uns kam, konnte und liess er sich nicht nase und ohren putzen, nicht die nägel schneiden (er knabberte sie wohl immer ab), trug niemals socken, machte gewohnheitsmässig ins bett (s. diskussion weiter unten, aber das stellt sich jetzt so laaaangsam ein), bestellte zu den unmöglichsten tages- und nachtzeiten essen (wie deiner: nicht irgendwas, sondern am liebsten fast food und nudeln) und was am schlimmsten war: er hatte von seiner mutter die erlaubnis jederzeit kinderaspirin mit erdbeergeschmack zu nehmen!!! seine mutter stopfte ihn darüberhinaus bei jeder erkältung in eigenregie mit antibiotika voll
ausserdem hatte er einen üblen wortschatz drauf, liess ständig dinge aus meinem haushalt und geld in seiner tasche verschwinden und tobte aus geringstem anlass wie ein wildgewordenes huhn.
bei seiner mutter genoss er also so gar keine erziehung, nicht mal das mindeste an anstand und höflichkeit und respektvollem umgang war ihm vertraut. (er fragte mich einmal, warum ich mich eigentlich bei dem mann bedankte, den ich nach dem weg gefragt hatte; er hätte mich doch genauso gut verarschen können, meinte er.) sie kassierte zwar kindergartengeld, aber schickte ihn nicht - ja, er hatte noch nicht mal jemals zuvor einen stift in der hand gehalten!
das klingt ja alles arg überzogen, aber so war es wirklich!
trotzdem und obwohl seine mutter ihm auch noch eingebleut hatte, dass ich die böse stiefmutter bin, ist er ein kleiner sonnenschein und geht mit der situation beachtlich gut um.
denn dass bei uns eine andere musik läuft, als er es gewohnt war, versteht sich von selbst.
er verbringt jetzt das vorschuljahr bei uns. es ist also nicht gerade mal das eine oder andere wochenende, sondern ein dauerhaftes miteinanderleben.
wir erklärten ihm ziemlich bald, dass hier eben andere sitten herrschen und ihm, weil wir ihn lieb haben und uns sorgen, gute dinge beibringen wollen.
natürlich probiert er in seiner kindlichen, völlig ungebremsten neugier immer noch vielen mist aus, den meine jungs mit höchstens 3 jahren das letzte mal gemacht hätten. und natürlich entkommt mir dann eine art doris-day-wut, aber er entschuldigt sich dann mit einem entwaffnedem

Wo ist denn der rest hin?
er etschuldigt sich also mit einem entwaffnendem "hab nich gewusst, dasses nich ok is".

ums kurz zu machen:
überlegt euch doch mal ernsthaft, ihn (oder beide) für einen längeren zeitraum zu euch zu nehmen.
du hast die besten voraussetzungen dazu: du magst ihn leiden und findest ihn lieb.
er wird also nicht nur hinsichtlich der erziehung davon profetieren, sondern auch noch die beziehung zu seiner "anderen familie" stärken können.
das wir anfangs bestimmt kein honigschlecken, aber auf lange sicht und mit viel geduld undliebe lohnt es sich wirklich!

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