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Seit Psychosomatischer Kur erkenne ich meine Mutter nicht mehr wieder....

2. Dezember 2013 um 22:32

Hallo....
Mein Problem steht schon in der Überschrift und ich hoffe hier Leute zu finden denen es vielleicht ähnlich geht und mit denen ich mich austauschen kann.

Im Juli 2011 erfuhren wir dass mein Papa schwer an Krebs erkrankt ist. Im August 2012 schloss er in unseren Armen für immer seine Augen
Meine Mutter viel in ein sehr sehr tiefes Loch und ich machte mir große Sorgen um sie. Meine Eltern führten eigentlich immer eine "Bilderbuch-Ehe" und ich hatte wirklich Angst dass meine Mutter sich das Leben nimmt.
Jahre vorher schon pflegte und kümmerte sie sich immerzu um ihren Vater der auch schwer Krank ist.... Als mein Papa dann so schwer krank wurde musste meine Oma lernen mehr oder weniger alleine klar zu kommen... aber Mein Papa brauchte uns mehr denn je....
Meine Mutter hatte keine besonders schöne Kindheit, mein Opa war wohl damals sehr aggressiv aber dennoch hatte meine Mutter irgendwie in den letzten 25 Jahren immer ein gutes Verhältnis und gab eher meiner Oma die Schuld daran.... Meinte sie wäre schlimmer weil sie nur zugeshen hätte und Opa war nunmal krank und konnte da nichts für.
So viel erstmal zu den Hintergründen.....

Meine Mutter war die erste Zeit nach dem Tot meines Vaters sehr sehr labil, depressiv, herrisch und auch aggresiv. Meinte sie könnte ohne ihn nicht weiter leben und ging jeden Tag mindestens einmal oder öfter zum Friedhof.
Im Februar ging es dann endlich auf Psychosomatische Kur für sie. Ich hoffte sehr dass man ihr helfen kann und nutzte die Zeit auch mal wieder richtig "durch zu atmen".
Nach 5 Wochen kam sie wieder zurück und war ein neuer Mensch.... schert sich kaum noch um die Familie, hat gleich einen neuen Freund (Kurschatten) mitgebracht, meint sie hätte ja ein schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater und ist nur noch "ICH-bezogen". In der Kur hätte man ihr beigebracht an sich selbst zu denken.
Das ist ja auch alles schön und gut... aber NUR noch an sich???
Ich hatte arg daran zu knabbern dass meine Mutter mir gerade mal ein haöbes Jahr nach dem Tod meines Vaters einen neuen Lebensgefährten vorsetzt aber ich habe es akzeptiert... "wenn es ihr dadurch besser geht..." habe ich gedacht
Im Juli diesen Jahres musste ich die ganze Geschichte die ich letztes Jahr mit meinem Vater durchmachen musste noch einmal mit meinem Schwiegervater durchleben (zu der Zeit war ich in der 13 Woche Schwanger) und hätte mir ein wenig unterstützung von meiner Mutter gewünscht da alles wieder hoch kam ich aber dennoch stark für meinen Partner sein musste. Da kam aber natürlich nicht viel... Ich sollte es einfach nicht so nah an mich ran lassen....

Nun liegt mein Opa (ihr Vater) im Krankenhaus und es sieht absolut nicht gut aus.... Sie fährt dennoch zu ihrem Freund (500km) weit weg (wenn auch nur für 3 Tage). Es würde ihr nicht gut tun das zu sehen und sie müsste "mal raus" ausserdem hätte sie ja eh kein gutes Verhältnis zu ihm. Ich darf mich also wieder um meine Oma kümmern und Stark sein (soll mir aber nach wie vor boß nicht viel Streß machen... bin ja immernoch Schwanger).
Auf meinen Onkel war noch nie verlass und meine Mutter hat sich immer darüber aufgeregt... jetzt nimmt sie ihn in den Schutz und hat absolutes Verständnis dafür dass er nicht kommt und sich nicht kümmert... "Ach mensch... immerhin baut er ja gerade ein Haus und hat viel Streß"

Ich habe das Gefühl nichts ist mehr wie es war und so wird es auch nie wieder werden. Bin am überlegen ob es nicht besser für mich und meine ungeborene Tochter wäre den Kontakt abzubrechen oder zumindest zu reduzieren.... Im Moment örgere ich mich einfach immer nur über meine Mutter und es macht mich sehr traurig.
Ich habe das Gefühl man hätte mir in den letzten 1,5 Jahren nicht nur meinen Vater, sondern auch noch meine Mutter genommen.... Sie ist einfach ein ganz anderer Mensch! Familie hat für sie keine Priorität mehr....

Vielleicht muss ich mich auch einfach daran gewöhnen dass nun plötzlich alles anders ist aber ich kann mit ihrer Art irgendwie einfach nicht umgehen.... Dass unser Verhältnis sich derart verändert hätte mein Papa bestimmt nie gewollt... aber so wie es ist halte ich es auch einfach nicht mehr aus.

Sorry dass es nun so lang geworden ist, aber das musste jetzt einfach mal raus....

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

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9. Dezember 2013 um 13:28

Mein Beileid
für deine zahlreichen Verluste, ich hoffe deinem Opa geht es nun besser?

Ich weiß leider was ein "gesicherter Kurschatten" alles anrichten kann. Das hab ich an meinem Vater gesehen. Aber das will ich hier nicht alles kundtun. Hab mich aber auch distanziert, weil er nur noch Bockmist gebaut hat und damit gehts mir nun gut. Auch wenn es schwer fällt ist ja mein Vater bzw. sie ist deine Mutter.

Also ich versteh dich und ich glaube dass dir momentan nichts anderes übrig bleibt als dich zu distanzieren. Sei für deine Oma da (hoffe ja deinem Opa gehts besser) und genieße die Schwangerschaft, leb dein Leben und lass sie ihres Leben, denn offenbar funktioniert es ja gerad bei ihr.

Kannst gerne PN schreiben, ich denke nämlich nicht dass du das großartig weiter öffentlich diskutieren willst.

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