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Seine Tochter bringt uns auseinander

31. Mai 2011 um 13:03

Hallo,

bisher habe ich solche Beiträge nur verfolgt, heute möchte ich mich aber auch zu Wort melden! Vor 10 Jahren habe ich meinen Partner kennengelernt. Für ihn habe ich nach einem Jahr meinen Job aufgegeben und bin zu ihm gezogen, da er ein Haus und eine Tochter (damals knapp 3, mittlerweile 12) hat. Ich bin eigentlich von Anfang an super mit der Tochter klar gekommen, wir hatten, wenn ich da war, immer viel Spaß miteinander. Dann bin ich zu ihm gezogen, auch hier klappte es noch ganz gut mit ihr. Aber schon damals hat sich alles nur um sie gedreht: in den Urlaub nur mit ihr, Wochenende nur nach ihr gerichtet. Ich habe mich damit auch abgefunden, Kinder gehen ja schließlich vor. Da ich keine eigene Kinder haben kann, haben wir vor 2 ,5 Jahren beschlossen ein Kind zu adoptiert. Wegen der Adoption war ich Jahr im Ausland, mein Freund besuchte mich hin und wieder um die wichtigen Entscheidungen zusammen zu treffen. Wir haben seiner Tochter erzählt, dass sie bald ein Schwesterchen bekommt. Eigentlich gehen wir mit der Situation ganz offen um, aber die Wahrheit über Adoption konnte ich ihr nicht erzählen. Ich hatte viel Angst und wusste nicht wie sie reagieren würde. Ein Mädchen, ein Einzelkind, dass immer verwöhnt wurde und im Mittelpunkt stand und dazu noch im Pubertätsalter Da können die Kinder so was noch nicht verstehen und manchmal auch sehr gemein und brutal sein.
Im Juni vor 2 Jahren war ich nun mit unserer kleine Anna (3 Monate alt) zurück.
Seit dem spinnt sie total rum.
In letzter Zeit sind so einige Sachen rausgekommen, die mir total Angst machen. Sie redet bei ihrer Mutter und ihrem Vater total schlecht über mich, ein mal hat sie in ihrer Wut geflüstert ich soll abhauen, hat mich und meine Tochter oft beklaut, sie fühlt sich angeblich nicht wohl bei uns und und und.... kann mir aber nichts konkretes vorwerfen.
Bei uns erzählt sie nur schlechte Sachen über die anderen, die grade nicht da sind Oma, Opa den neuen Freund von der Mutter. Sie ärgert sogar unsere Tochter, wenn der Vater grade nicht da ist. Ich habe sie aber nie angeschrien und war nie böse zu ihr und versucht habe immer mit ihrem Vater und ihr zu Dritt, zusammen alles zu klären.
Das Problem ist, dass mein Freund, egal was ist, zu ihr steht. Er stellt mich auch bloss, vor ihr. Mit ihm darüber reden bringt nichts, er ist der Meinung, ich muss das so akzeptieren, schließlich ist seine Tochter ja total arm dran als Trennungskind.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter! Ich will auch auf meine Tochter Rücksicht nehmen, und nicht einfach wieder ausziehen. Sie soll ja auch was vom Papa haben, aber ich weiß nicht wie lange ich das noch aushalte! Ich will sie auch nicht gewinnen lassen.

Freue mich auf Ihre Meinung und vielleicht einen guten Rat
LG
Katja

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31. Mai 2011 um 14:45

Ist schon sehr schwierig
fakt ist aber, sie ist sein eigen Fleisch und Blut. Das andere ist nur ein angenommenes Kind. Auch wenn es sich hart anhört, zählt das Blut mehr als Wasser.

Du liebt dein erst seit kurzem angenommenes Kind, auch mehr als seine Tochter. Wenn du die Wahl hättest, wenn rettest du dann??

Du weisst es doch schon selbst.

Du hast in ihren Augen einen Eindringling mitgebracht, wo sie jetzt Angst hat, er wird bei Papa an erster Stelle stehen.

Du schreibst die ganze Zeit, vermehrt "mein Kind" und es scheint so, als ob du dieses Kind mehr wolltest als dein Partner.

Jetzt hilft meiner Meinung nach ein offenes ehrliches Gespräch unter euch Dreien. Ihr müsst einen Kompromiss finden. Sonst ist deine Beziehung gescheitert.

Gruss Saraa

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2. Juni 2011 um 11:43

Hallo Katja
Eine wirklich schwierige Situation.

Spontan würde ich sagen dass man es so akzeptieren muss. Du schreibst dass Du nie böse mit ihr warst und versucht hast alles zu dritt zu klären.
Du solltest nicht alles widerstandslos hinnehmen, sondern auch Deine ehrliche Meinung sagen. Verhalte Dich natürlich und normal, schlucke Deine Gefühl nicht herunter.
Sonst rumort das ganze in Dir und platzt irgendwann zu unpassenden Situationen aus Dir heraus, da versteht Dich dann gar keiner.

Es sieht so aus als ob eine Konstellation entstanden ist, in der jeder seine eigene Tochter hat.
Wie steht denn Dein Mann zu EURER Adoptivtochter?
Vielleicht missfällt es ihm dass er mehr Zeit mit der Adoptivtochter verbringen muss als mit seiner leiblichen Tochter.
Das spricht er sicher nicht offen aus, weil es sich nicht gehört, aber innerlich fühlt er vielleicht so und verteidigt deshalb auch das Fehlverhalten seiner leiblichen Tochter.

Wenn er keine leibliche Tochter hätte, wäre all das mit der Adoption kein Problem, ich denke dass er dann auch weniger Distanz zu allem hätte und sich mehr einlassen könnte.
Hier jedoch glaube ich dass ihn sein schlechtes Gewissen von vielem abhält.
Ja, er hat ein schlechtes Gewissen und sein Verhalten ist auch davon bestimmt. Daher verhält er sich Dir gegenüber inkorrekt. Steht nicht auf Deiner Seite, ist illoyal, weil er loyal gegenüber dem leiblichen Kind sein will.
Dadurch entscheidet er sich für eine Seite und dadurch wird die Familie in zwei Teile gespalten.

In Anbetracht der Situation doch eine natürliche Reaktion mit der man wohl lernen muss zu leben, weil einfach Bedigungen vorhanden sind, die dahin führen. Nämlich dass er ein Kind aus einer anderen Beziehung hat, Du kein leibliches Kind bekommen konntest und ihr ein Kind adoptiert habt.

Sara unten hat Recht, der Umstand der Blutsverwandtschaft spielt gerade bei Männern eine sehr große Rolle. Dadurch dass die Kinder meist durch die Mütter betreut, umsorgt und versorgt werden, läuft ihr Interesse am Kind über die Blutsverwandtschaft, das ist ihr roter Faden.

Es hätte auch anders ausgehen können. Es gibt sicherlich Fälle in denen Väter nicht viel auf ihr Kind aus einer anderen Beziehung geben, weil es einfach woanders aufwächst und dann völlig bei einem Adoptivkind das bei ihnen lebt aufblühen. Es gibt alles ... Aber das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Schön wäre es gewesen wenn er alles miteinander vereinbaren könnte, jedoch scheint ihm das schlechte Gewissen Probleme zu bereiten und ich denke dass das schlechte Gewissen auch schon vor dem Adoptivkind da war und alles jetzt nur extrem verstärkt wird.

LG

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23. Juni 2011 um 10:53

Deine Sorgen sind berechtigt!
Liebe Katharina1810,

Deine Sorgen sind berechtigt! Ihr seid zwar Familie, aber seine Tochter hat offenbar Extra Rechte.
Das ist falsch:Familie heisst : alle haben die gleichen Rechte und beide Kinder sind vorrrangig und beide Eltern stecken zurück wenn es sein muss.

Mir läuten alle Alarmglocken wenn ich höre:
...sie in ihrer Wut geflüstert ich soll abhauen, hat mich und meine Tochter oft beklaut, sie fühlt sich angeblich nicht wohl bei uns ....

Sie braucht Hilfe, sonst wirst du deine kleine Anna bewachen müssen...

meine Stieftochter damals 15 Jahre, hat unseren gemeinsamen Sohn , damals 3 jahre , massiv hinter unserem Rücken bedroht, ist nachts mehrmals in der Woche in sein Zimmer geschlichen, hat einen Dinosaurier gespielt und gedroht ihn zu fressen. Sie hat sich versteckt und ihn ständig erschreckt, nachts !! jahrelang!!
Eifersüchtige Knder können sehr grausam sein.

Noch heute .er ist jetzt zwölf, hat er Ängste im Dunkeln. Er hat es uns erst erzählt als er neun Jahre alt war und die Stiefschwester ausgezogen war.

Dein Mann muss klar hinter seiner Tochter stehen , aber auch und zwar GENAUSO hinter dir und Anna und das muss er ihr klarmachen. mache eine Familientherapie, bitte...

Du brauchst den Rückhalt deines Mannes, ohne seinen Rückhalt ist es keine Familie.

Wahre deine Rechte und dein Gesicht, dir , deiner Ehe und deiner Familie zuliebe.

liebe Grüsse
pauline4810

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