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Schwierigkeiten mit meiner Mutter

12. Oktober 2018 um 12:39

Hallo zusammen,

ich lese jetzt schon länger mit und wollte mal meine Situation schildern: 
Ich komme gut mit meiner Familie zurecht, allerdings gibt es immer wieder Momente, in denen mich meine Mutter innerlich zur Weisglut bringt. Sie ist cholerisch und kritisiert alles. Wenn sie uns besuchen kommt, kommt es mir vor, als würde sie richtig nach Fehlern suchen. Wenn in zB in der Spüle ein Glas steht, was nicht mehr in die Spülmaschine passte, oder am Fenster ein Fliegenfänger hängt (sieht ja nicht schön aus), wenn Fenster trotz putzen Schlieren aufweisen oder Unkraut im Beet wächst. Es ist ganz egal, ich kann nen ganzen Tag vorher alles schön herrichten  und sie findet trotzdem das Haar in der Suppe. Dazu muss ich sagen, dass es hier bei uns wirklich sauber und ordentlich ist. 
Andersrum herrscht in ihrem Haushalt ein für mich fürchterlicher Zustand. Sie schaut am liebsten Fernsehen und tut so gut wie nichts. Nicht dass es dreckig bei ihr ist, aber äußerst unaufgeräumt. Das muss sie aber ja selbst wissen. 
Nun war es in meiner Kindheit so, dass sie damals schon cholerisch und nicht kritikfähig war und ihre Meinung immer durchsetzte. Wenn wir "ungezogen" waren gab es feste Klatsche auf den Po. Das war für mich total erniedrigend und tat teilweise richtig doll weh. Auf der Küchentürzarge lag ein Weidenstöckchen, mit dem gedroht wurde. 
Ich hätte das Thema nicht wieder aufgewirbelt, wenn ich nicht folgende Situation gehabt hätte: 
Mein Mann und ich bemühen uns um ein Pflegekind, da ich keine eigenen Kinder bekommen kann. Hatten auch schon Gespräche mit Jugendamt und Leitern des Seminares. Bei dem Gespräch bzw beim Schreiben unserer Biografien habe ich erzählt wie meine Kindheit war. Die Kursleiter haben mir nahegelegt, mit meinen Eltern (meiner Mutter) zu besprechen, dass es auch schwierige Situationen mit dem Kind geben kann. Ich sollte sie fragen wie sie reagieren würde, wenn das Kind nen "Bock" bekommt oder nicht hört oder oder oder - alles darauf hinaus, dass es eben GARNICHT geht, ein Kind zu schlagen. Das habe ich mit meinen Eltern besprochen. Ich habe ganz deutlich gesagt, dass es keine Gewalt in meiner Erziehung geben wird. Daraufhin fing sie an zu weinen und hielt mir vor, dass ich so tun würde, als hätte sie mich früher geschlagen und dass es für sie klar wäre, ein enkelkind nicht zu schlagen. Und man könnte Kinder nicht in Watte packen und ich solle nicht alles ausdiskutieren. 
Ich war total enttäuscht von dem Gespräch, weil mir wieder die Schuld zugeschoben wurde. 
Warum tut sie das? Es ist total frustrierend. 

Viele Grüße und ein schönes WE 
Hummel 

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12. Oktober 2018 um 13:09

Ich antworte meistens garnicht, weil würde ich etwas dagegen sagen, dann wäre sie beleidigt. 
Dass Kinder Unordnung und Dreck machen, ist mir bewusst und das ist auch völlig ok. Mein kleiner Putzwahn beginnt immer erst, wenn meine Mutter sich anmeldet. Für meinen Mann und mich wäre es absolut in Ordnung wenn Spielzeug herumliegt und dergleichen. 
Es geht mir nur so dermaßen auf die Nerven, dass nur Kritik kommt. Und mein Mann fühlt sich dann auch nicht gut, weil ich mich nicht gut fühle. Er sagt immer, unser Haus ist kein Museum. 

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12. Oktober 2018 um 17:42

Deine Mama reagiert evtl. so, weil ganz tief in ihr ein schlechtes Gewissen schlummert. Sie tut es aber ganz sicher auch..... weil sie es kann. Du diskutierst nicht auf Augenhöhe mit ihr sondern verbleibst in der Tochterrolle. Es wird auch nicht diskutiert, ob sie euer Kind haut, sondern du sagst an, dass es nicht geschehen wird. 
Wenn Sie dich so scharf kritisiert, bittest du um einen anderen Ton. Ist sie dazu nicht in der Lage, kann sie gehen und gerne wiederkommen, wenn sie dir den Respekt zollt, den sie von dir auch erwartet.
Ja, wenn Mamas weinen, fühlt man sich schuldig. Das darfst du auch offen ansprechen, dass es dir leid tut wenn sie weinen muss. Genauso klar musst du ihr auch sagen können, dass sie diejenige ist, die die Stimme erhebt und dich das genauso verletzt.

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12. Oktober 2018 um 19:52

Unterbrich halt mal den Kontakt und schon Deine Nerven!

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12. Oktober 2018 um 20:48

Ich denke, ich werde in Zukunft direkt was sagen, wenn sie zu weit geht. 
Ich habe auch schon lange das Gefühl, dass sie sich nicht ändern wird, weil sie einfach so ist, wie sie ist. 
Kontakt komplett abbrechen möchte ich nicht, weil ich so auch meinen Vater nicht mehr sehen würde. Ich denke ich werde erst einmal ein bisschen auf Sparflamme mit ihr umgehen. Es ist leider auch so, dass wenn man ihr was erzählt, es ihr unter den  Nägeln brennt und sie es Freunden, Bekannten und Nachbarn sofort erzählen muss. Auch bei echt sensiblen Themen.
Nun ja, alles nicht so einfach. 

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13. Oktober 2018 um 11:13
In Antwort auf hummel

Hallo zusammen,

ich lese jetzt schon länger mit und wollte mal meine Situation schildern: 
Ich komme gut mit meiner Familie zurecht, allerdings gibt es immer wieder Momente, in denen mich meine Mutter innerlich zur Weisglut bringt. Sie ist cholerisch und kritisiert alles. Wenn sie uns besuchen kommt, kommt es mir vor, als würde sie richtig nach Fehlern suchen. Wenn in zB in der Spüle ein Glas steht, was nicht mehr in die Spülmaschine passte, oder am Fenster ein Fliegenfänger hängt (sieht ja nicht schön aus), wenn Fenster trotz putzen Schlieren aufweisen oder Unkraut im Beet wächst. Es ist ganz egal, ich kann nen ganzen Tag vorher alles schön herrichten  und sie findet trotzdem das Haar in der Suppe. Dazu muss ich sagen, dass es hier bei uns wirklich sauber und ordentlich ist. 
Andersrum herrscht in ihrem Haushalt ein für mich fürchterlicher Zustand. Sie schaut am liebsten Fernsehen und tut so gut wie nichts. Nicht dass es dreckig bei ihr ist, aber äußerst unaufgeräumt. Das muss sie aber ja selbst wissen. 
Nun war es in meiner Kindheit so, dass sie damals schon cholerisch und nicht kritikfähig war und ihre Meinung immer durchsetzte. Wenn wir "ungezogen" waren gab es feste Klatsche auf den Po. Das war für mich total erniedrigend und tat teilweise richtig doll weh. Auf der Küchentürzarge lag ein Weidenstöckchen, mit dem gedroht wurde. 
Ich hätte das Thema nicht wieder aufgewirbelt, wenn ich nicht folgende Situation gehabt hätte: 
Mein Mann und ich bemühen uns um ein Pflegekind, da ich keine eigenen Kinder bekommen kann. Hatten auch schon Gespräche mit Jugendamt und Leitern des Seminares. Bei dem Gespräch bzw beim Schreiben unserer Biografien habe ich erzählt wie meine Kindheit war. Die Kursleiter haben mir nahegelegt, mit meinen Eltern (meiner Mutter) zu besprechen, dass es auch schwierige Situationen mit dem Kind geben kann. Ich sollte sie fragen wie sie reagieren würde, wenn das Kind nen "Bock" bekommt oder nicht hört oder oder oder - alles darauf hinaus, dass es eben GARNICHT geht, ein Kind zu schlagen. Das habe ich mit meinen Eltern besprochen. Ich habe ganz deutlich gesagt, dass es keine Gewalt in meiner Erziehung geben wird. Daraufhin fing sie an zu weinen und hielt mir vor, dass ich so tun würde, als hätte sie mich früher geschlagen und dass es für sie klar wäre, ein enkelkind nicht zu schlagen. Und man könnte Kinder nicht in Watte packen und ich solle nicht alles ausdiskutieren. 
Ich war total enttäuscht von dem Gespräch, weil mir wieder die Schuld zugeschoben wurde. 
Warum tut sie das? Es ist total frustrierend. 

Viele Grüße und ein schönes WE 
Hummel 

Ich kann dir leider nicht helfen, aber ich habe einen Vater, der so ist wie deine Mutter und ich bin momentan auch an einem Punkt wo ich nicht mehr weiß, wie es mit dem Kontakt weitergehen soll. Ich kann/möchte den Kontakt auch nicht abbrechen, weil dann automatisch auch der Kontakt zu meiner Mutter weg wäre.

Ich bin teilweise sehr frustriert, weil man meinem Vater gegenüber keinerlei kritische Äußerungen machen kann. Dann ist er sofort beleidigt und wird persönlich. Ich hasse das! Und wenn ich dann doch mal auf Abstand gehe, ist er trotzdem beleidigt, weil ich mich nicht melde. Die Enkel möchte er am liebsten ganz oft haben, aber wenn sie dann da sind, kümmert sich doch immer meine Mama. Er hat eine ganz merkwürdige und realitätsferne Sicht auf viele Dinge. Und Recht haben muss er sowieso immer.

Wie gesagt, das hilft dir leider nicht, aber du siehst, es geht auch anderen ähnlich wie dir.

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13. Oktober 2018 um 11:44
In Antwort auf aureliaborealis

Ich kann dir leider nicht helfen, aber ich habe einen Vater, der so ist wie deine Mutter und ich bin momentan auch an einem Punkt wo ich nicht mehr weiß, wie es mit dem Kontakt weitergehen soll. Ich kann/möchte den Kontakt auch nicht abbrechen, weil dann automatisch auch der Kontakt zu meiner Mutter weg wäre.

Ich bin teilweise sehr frustriert, weil man meinem Vater gegenüber keinerlei kritische Äußerungen machen kann. Dann ist er sofort beleidigt und wird persönlich. Ich hasse das! Und wenn ich dann doch mal auf Abstand gehe, ist er trotzdem beleidigt, weil ich mich nicht melde. Die Enkel möchte er am liebsten ganz oft haben, aber wenn sie dann da sind, kümmert sich doch immer meine Mama. Er hat eine ganz merkwürdige und realitätsferne Sicht auf viele Dinge. Und Recht haben muss er sowieso immer.

Wie gesagt, das hilft dir leider nicht, aber du siehst, es geht auch anderen ähnlich wie dir.

Danke, durch deine Worte fühl ich mich schon etwas weniger allein. 

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13. Oktober 2018 um 18:28

Weil sie meine Mutter ist und ich immer noch Hoffnung hatte. 

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